Das iPad Pro 9,7 Zoll – Neues Mini-Power-Tablet von Apple (Early 2016)

Mit der Keynote am Montag, dem 21. März 2016, bei der auch das neue iPhone SE vorgestellt wurde, gab es den Nachfolger des 2014 vorgestellten iPad Air 2 bzw. des 2015 vorgestellten iPad mini 4 zu sehen: das iPad Pro 9,7 “ – inoffiziell auch „iPad Pro mini“ genannt. Diese Bezeichnung hat das 9,7 Zoll messende Tablet mit ordentlich Power unter der Haube auch verdient. In diesem Artikel möchte ich euch ein paar Specs und Features aufzeigen, aber auch einen kleinen Nachteil des Geräts, der mir aufgefallen ist.

iPad Pro groß und klein

Apple iPad Pro – das große und das kleine Modell im Vergleich (9,7 Zoll und 12,9 Zoll).

Technische Daten des iPad Pro mini

Das neue iPad Pro mini kommt mit vielen technischen Neuerungen daher, die eine Kombination der Technik aus dem iPad Pro und dem iPhone 6s (Plus) sind. Für die Komponenten aus dem iPad Pro spricht beispielsweise der A9X Prozessor mit 64 Bit Architektur. Vom iPhone 6s wurde unter anderem die Kamera übernommen und die Möglichkeit, das Display als Blitzersatz für die Frontkamera zu verwenden.

Hier einmal das Datenblatt des iPad Pro mini in kompakter Übersicht:

Maße240 x 169,5 x 6,1 mm
GewichtWi-Fi: 437 g
LTE: 444 g
FarbenSilber / Gold / Space Grau / Rosegold
Speicher Varianten32 GB / 128 GB / 256 GB
Display9,7“
2048 x 1536
264 ppi
ProzessorA9X 64 bit
KameraBack: 12 Mega Pixel (f/2,2)
Front: 5 Mega Pixel
KonnektivitätWLAN 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth 4.2
UMTS/HSP/HSPA+/DC-HSDPA
LTE Advanced (23 Bänder)
SensorenTouch ID
3-Achsen Gyrosensor
Beschleunigungssensor
Umgebungslichtsensor
Barometer
SIM (nur bei LTE)Nano-SIM
Integrierte Apple SIM

Um einen Eindruck von dem Gerät zu bekommen, kann ich euch das Produktvideo von Apple (auf Englisch) empfehlen:

True Tone und Night Shift: Spezielle Display Features des neuen Apple Tablets

Am meisten wird den Nutzern und vor allem den Umsteigern, die von anderen Tablets (inkl. iPad) kommen, wohl das True Tone Display ins Auge fallen. Mittels vier Sensoren wird das Licht der Umgebung analysiert und ein Weißabgleich geschieht im Hintergrund des Systems. Damit wird die Anzeige des Displays der Umgebung angepasst, so dass in Umfeld mit wärmerem Licht auch die Farben auf dem Display wärmer (und damit wieder „normal“) erscheinen.

Auf der Apple Keynote in der Cupertino Townhall wurde das so erklärt: ein weißes Blatt Papier reflektiert das aktuelle Licht. Sei es nun kaltes Neonlicht, warmes Sonnenlicht oder etwas anderes. Tablets konnten sich bisher nicht der Umgebung anpassen – das iPad Pro mini kann das nun.

Dazu kommt ein Modus namens Night Shift. Dieser erkennt durch die Geo-Daten des iPad Pro mini und durch die aktuell eingestellte Uhrzeit, wann die Dämmerung einsetzt bzw. wann die Sonne noch scheint und wann sie untergegangen ist. Zur Nacht hin werden dann die Blautöne (die einen nachweislich wach halten) reduziert und die Farbtemperatur allgemein ins Warme verschoben. Das soll ein besseres Einschlafen ermöglichen.

Kurzum: die Anpassung an die Umgebung vermittels True Tone ist eine feine Sache und wird sich sicher durchsetzen. Am iPad dank Night Shift einzuschlafen, das finde ich nicht so wirklich erstrebenswert. Mein Tipp für das bessere Einschlafen wäre daher: iPad nicht mit ins Bett nehmen, ein schönes Buch lesen und dann – Augen zu! 😉

iPad Pro mit True Tone Funktion: Die Farben des Display werden der Farbtemperatur des Umgebungslichtes angepasst.

iPad Pro mit True Tone Funktion: Die Farben des Display werden der Farbtemperatur des Umgebungslichtes angepasst.

Apple Pencil: Verwendung beim iPad Pro mini mit Pauken und Trompeten

Auf der aktuellen Keynote wurden – wie schon seit knapp 40 Jahren bei Apple – die eigenen Produkte in den Himmel gelobt und nur die besten und den Ruf stärkenden Kommentare in die Präsentation eingebracht. So wurden Zitate von führenden Firmen aus dem Grafik- und Animationsbereich gezeigt und vorgelesen, die unter anderem zur Aussage hatten, dass die Kombination aus iPad Pro und Apple Pencil in der digitalen Bildbearbeitung am nächsten an Papier und Stift herankommen; natürlich vor allen anderen Systemen.

Der Apple Pencil: laut Apple kommt man nur mit Papier und Stift näher an das natürliche Schreibgefühl heran.

Der Apple Pencil: laut Apple kommt man nur mit Papier und Stift näher an das natürliche Schreibgefühl heran (Fotos: Apple).

Ich persönlich konnte den Apple Pencil noch nicht testen, aber dafür hatte ich schonmal einen Wacom und diverse Stylus-Modelle für das iPad. Für mich war alles nicht so die Erleuchtung, weil die Auflösung und die Präzision gefehlt hat. Mit dem Apple Pencil verbessern sich nicht nur diese Dinge, sondern man hat auch noch die Simulation von Andruck und Neigung des Stiftes – wichtige Merkmale beim Zeichnen mit der Hand.

Audiowiedergabe beim neuen Apple Tablet

Auch bei dem neuen 9,7 Zoll messenden iPad gibt es ein Pro Audio System. Doch was heißt das genau? Das heißt, dass insgesamt vier Lautsprecher verbaut und intelligent ins System eingebracht wurden. Im Vergleich zum letzten 9,7-Zoll-Gerät ist die Lautstärke laut Apple verdoppelt wurden. Zudem richtet sich die Wiedergabe von Audiospuren – vor allem bei Filmen u. ä. – danach, wie das Tablet gehalten wird. Ein intelligentes System für den puren Multimedia-Genuss also.

Kleiner Zusatz: Auch für die Bearbeitung von Multimedia (Foto-, Audio- und Videobearbeitung) wurde das iPad Pro mini auf der entsprechenden Keynote von Apple empfohlen. Sogar bei 4K-Aufnahmen, die enorme Anforderungen durch die Datenmenge an den Prozessor stellen, soll alles flüssig von statten gehen.

Die Kamera: Vor- und Nachteile

Rückwärtige Hauptkamera

Die Hauptkamera ist dem iPhone 6s (Plus) entlehnt und sorgt so für die Möglichkeit, Fotos mit 12 Megapixeln und Live Photos in Full-HD zu kreieren. Im Hinblick auf Filmaufnahmen ist eine 4K-Auflösung machbar. Wer sich im Bereich Slow Motion ausprobieren will, der kann bei einer Auflösung von 720p mit einer Bildrate von 240 fps operieren.

An meinem iPhone 6 (ohne „s“) habe ich zwar nur 120 fps für die Zeitlupenaufnahmen, aber auch damit lassen sich schon beeindruckende Filme machen.

Frontkamera

Auch auf der Vorderseite ist natürlich eine Kamera (für Selfies, Face Time, etc.) verbaut. Diese bringt eine Auflösung von 5 Megapixeln mit; eine Steigerung zu den bisherigen 1,2-Megapixel-Frontkameras der iPads. Zudem gibt es nun auch eine Art Blitz für diese Kamera, welcher – wie beim iPhone 6s (Plus) – über die Displaybeleuchtung realisiert wird, die kurzzeitig dreimal so hell aufleuchtet, wie normal.

Kamerabuckel am iPad – eine Neuerung

Nun aber der angekündigte Nachteil: die Kamera hebt sich buchstäblich von Gehäuse ab. Es gibt wieder den schon vielmals bei iPhone 6 bemängelten „Kamera-Buckel“ (den das große iPad Pro übrigens nicht hat!). Flach auf den Tisch gelegt wird das Gerät also unschön herumwackeln und den Nutzer schnell nerven. Doch Apple wäre nicht Apple, wenn nicht bereits bei der Keynote, ohne das Problem zu nennen, eine Lösung aufgetaucht wäre:

Das Smart Keyboard für das iPad Pro mini

Das Smart Keyboard ist ein Cover bzw. Tablet Case, in das eine Tastatur eingebracht wurde. Keine allzu neue Erfindung, aber für die Nutzung und die Verbesserung des Workflows im Hinblick auf die Textverarbeitung, das Versenden von Nachrichten und E-Mails sowie viele andere Dinge, die mit Buchstaben und Zahlen zu tun haben, eine gute Sache. Wer allerdings statt einer QWERTY-Version eine QWERTZ-Version haben möchte, muss wohl auch beim Smart Keyboard für das 9,7 Tablet auf Apple-Alternativen zugreifen.

Smart Keyboard – die Tastatur für das iPad Pro 9,7 Zoll. Leider kann Apple immernoch kein Modell mit deutscher QWERTZ-Tastaturbelegung liefern.

Smart Keyboard – die Tastatur für das iPad Pro 9,7 Zoll. Leider kann Apple immernoch kein Modell mit deutscher QWERTZ-Tastaturbelegung liefern.

iPad Pro 9,7 Zoll (mini): Preise in Deutschland

Insgesamt lassen sich hier sechs verschiedene Preise nennen (Quelle: Apple). Denn auch beim iPad Pro mini gibt es eine Version für den reinen WLAN-Einsatz (iPad Pro mini Wifi) und eine Version, die auch den Mobilfunk bis LTE unterstützt (iPad Pro mini Wifi + Cellular). Dazu kommen verschiedene interne Speicherkapazitäten:

iPad Pro mini Wifi

  • 32 GB Speicher: 689 Euro
  • 128 GB Speicher: 869 Euro
  • 256 GB Speicher: 1.049 Euro

iPad Pro mini Wifi + Cellular

  • 32 GB Speicher: 839 Euro
  • 128 GB Speicher: 1.019 Euro
  • 256 GB Speicher: 1.199 Euro
Auch das kleine iPad Pro kommt in den gewohnten Farbvarianten, die wir auch schon vom iPhone und den anderen iPad-Modellen kennen.

Auch das kleine iPad Pro kommt in den gewohnten Farbvarianten, die wir auch schon vom iPhone und den anderen iPad-Modellen kennen.

Fazit zum neuen iPad Pro mini

Wer schon vom iPad Pro fasziniert war und nach einer kompakteren Variante dieses Top-Tablets sucht, der kann diese nun als gefunden betrachten. Das einzige „große“ Problem, welches durch den Kamera-Buckel entsteht, lässt sich elegant durch ein Case oder das Smart Keyboard lösen – also ein Accessoire, das die meisten sowieso verwenden werden. Ansonsten gibt es eigentlich nur Positives zum neuen iPad Pro 9,7 “ mini zu sagen. Natürlich könnte der Preis ein bisschen niedriger sein – hier scheinen einige Leute wirklich überrascht worden zu sein – aber hier ist eben nicht nur der Inhalt „Pro“ sondern auch die Preisgestaltung.

Für mich kommt das neue kleine iPad Pro nicht in die Auswahl, da ich beschlossen habe, in die nächste Version des großen 12,9 Zoll iPad Pro zu investieren. Solange muss ich mich noch mit meinem alten iPad 3 von Anfang 2012 (das erste Modell mit Retina-Display) beschäftigen.

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Sir Apfelot
Sir Apfelot
Jens Kleinholz, den meisten Lesern des Blogs eher als "Sir Apfelot" bekannt, arbeitet seit über 20 Jahren mit Macs und hätte sich garantiert damals schon ein iPhone gekauft, wenn Steve Jobs es mal ein bisschen früher erfunden hätte. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er selbständig und bringt mit seiner SEO-Agentur NET-TEC internet solutions die Homepages von Kunden auf die vordersten Plätze bei Google.

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