Sensorreinigung bei der Sony alpha NEX-7 – Die besten Tipps und Tricks

Tipps zur Sensorreinigung einer Nex7
Tipps zur Sensorreinigung einer NEX-7

Tipps zur Sensorreinigung einer Nex-7 (Foto: Amazon)

Die Hobby-Fotografen kennen das Problem sicherlich. Da kauft man sich eine brandneue Kamera und nach nur wenigen Einsätzen oder Wochen hat sich ein Staubkorb auf den Sensor verirrt. Die Folgen sind bei mir helle Flecken mit einem unscharfen Rand im Foto gewesen, die besonders bei einem markellos blauen Himmel ins Auge stechen. Bei mir ist der Staub sicher auf den Sensor gelangt, da ich häufiger meine Objektive wechsel (das coole Weitwinkel kann man nicht immer gebrauchen).

Und nein, man sieht die Verschmutzung nicht mit blossem Auge… ich habe den Sensor unter meiner Schreibtischlampe ins Visir genommen, aber nichts auffälliges entdeckt. Und trotzdem war er verdreckt. Wer optisch auf die Jagd gehen möchte, sollte sich mit einer LED-Lupe bewaffnen, denn mit dieser hat man eine echte Chance, den Übeltäter auch zu sehen, bevor man ihn wegputzt. Ja – also wegputzen… aber wie?!? Das dachte ich mir jedenfalls, als das Problem bei meiner Sony alpha NEX-7 ebenfalls auftrat.

Nach einiger Recherche, Testen und Ausprobieren habe ich des Rätsels Lösung nun gefunden und möchte euch ebenfalls verraten, was mir geholfen hat. Da die NEX-7 eine integrierte Sensorreinigung besitzt, möchte man davon ausgehen, dass dies für solch einen kleinen Staubkorb vollkommen ausreichend wäre. Nun, so einfach war es dann allerdings doch nicht, auch ein beherztes Pusten auf den Sensor hat nichts gebracht. Stattdessen solltet ihr die nachfolgenden Tipps ausprobieren, um den nervigen Staub von eurer Kamera zu entfernen.

Reinigung des Kamerasensors mit einem Blasebalg

Ein guter Weg, um den Staub zu entfernen, ist die Verwendung von einem Blasebalg wie dem Giottos GTAA1900 Super Rocket Air-Blower (ja, cooler Name… wenn man das Ding sieht, weiß man, warum "Rocket" im Namen vorkommt!). Mit diesem kann man sehr gezielt und ohne die typische Luftfeuchtigkeit im Atem einen Luftstoß auf den Sensor abgeben. In der Beschreibung steht aus irgendwelchen Gründen, dass man ihn nicht zur Reinigung der APS-C Sensoren und damit auch nicht für die Systemkamera NEX-7 verwenden soll, aber ich konnte damit gut arbeiten und es ist nichts kaputt gegangen. Und so geht man dabei vor:

Nehmt zuerst das Objektiv in der Off-Stellung ab, damit der Sensor bzw. das Glas darüber für euch frei zugänglich wird. Anschließend kommt nun der Super-Rocket Air-Blower Blasebalg zum Einsatz. Die Gehäuseöffnung sollte dabei natürlich nach unten zeigen. Aber selbst nach mehrmaligem Pusten kann es passieren, dass immernoch Staub-Partikel auf dem Kamerasensor verbleiben.

Der Foto-Test – Ist noch Staub auf dem Sensor?

Wenn ihr testen möchtet, ob noch Staub auf dem Sensor ist, könnt ihr Testfotos von einer farbigen Fläche machen. Bei mir waren die Flecken oben rechts im Bild. Aus dem Grund habe ich die Testfotos so gemacht, dass ich unten im Bild Landschaft hatte (damit die Kamera etwas scharf stellen konnte) und oben im Bild war blauer Himmel.

Ihr solltet im übrigen die Testaufnahmen mit der kleinsten Blende beginnen. Beispielsweise startet ihr mit der kleinsten Blendenzahl, prüft dann, ob die Flecken auch bei Blende acht bis elf noch sichtbar sind und macht anschließend weiter. Der Grund dafür ist, dass sich die Flecken bei einer kleinen Blendenöffnung (große Blendenzahl) deutlicher abzeichnen und ihr sie eher entdeckt.

Sensorreinigung Testfoto mit Flecken

Sensorreinigung-Testfoto mit zwei Flecken. Ein Screenshot aus Lightroom mit der 100% Ansicht neben dem Übersichtsbild. Man muss genau hinsehen, um die Flecken zu entdecken.

Sensorreinigung-Testfoto mit zwei markierten Flecken

Hier der gleiche Screenshot – aber mit kleinen formschönen Pfeilchen, die die Flecken zeigen, die durch den verstaubten Sensor hervorgerufen werden.

Weiterer Tipp zur Reinigung: Pentax-Tool

Wenn alles nichts hilft bzw. der Raketen-Blasebalg nicht das gewünschte Ergebnis liefert, dann kann ich euch zudem ein sogenanntes Pentax Sensor Cleaning Set empfehlen – eigentlich ausgewiesen für DSLR Kameras, aber man kann damit natürlich auch den Sensor von Systemkameras putzen. Bei dem Sensorreinigungs-Set handelt es sich um eine Art klebrigen Stempel. Ich weiß, dass klebrig jetzt erstmal nicht besonders doll nach "sauber machen" klingt, allerdings hat es bei mir auch bei schweren Fällen geholfen, wenn der Dreck vom Blasebalg nicht geschafft wurde. Dabei wird ein klebriger Stempel nun vorsichtig auf die verschmutzte Stelle gedrückt und dann an einem Klebestreifen gereinigt. Keine Sorge: Es bleiben am Sensor keine Kleberreste oder ähnliches hängen… ich nehme an das Zauberwort für den Klebestempel lautet "Adhäsion" – also kleben ohne Kleber (siehe Wikipedia). 🙂

Und wenn alles nichts hilft? Sensorputz mit "feuchtem Lappen"!

Die VisibleDust Sensorswabs zum Reinigen des Kamera-Sensors

VisibleDust Sensorswabs zum Reinigen des Kamera-Sensors (Foto: Amazon)

Wenn alle Stricke reißen und der Sensor eurer Kamera einfach nicht sauber werden möchte, dann müssen "harte Maßnahmen" her. Damit meine ich im Detail eine Feuchtigkeitsreinigung mit Alkohol oder auch Methanol. Empfehlen kann ich in diesem Zusammenhang auch die Sensor-Swabs bzw. Pec Pads und Spatel. Wichtig ist, dass nicht jeder Sensor einer jeden Kamera diese "Behandlung" verträgt. Solltet ihr also keine Sony alpha NEX-7 besitzen, so informiert euch im Internet oder durch Hersteller- oder Shop-Informationen am besten erst, ob ihr euren Kamerasensor damit ganz ungefährlich säubern könnt.

Meine Reinigungspad-Empfehlung

Ich bin übrigens schlussendlich bei den VisibleDust Sensorswabs hängengeblieben, um den Sensor meiner Sony NEX-7 zu säubern. Die Swabs sind wasserbasiert und haben das Problem im Nu gelöst. Es war kein Staub mehr auf dem Sensor, keine Schlieren oder Streifen und auch sonst hatte ich keinerlei Probleme mit dem Produkt. Klare Empfehlung daher an alle, die den nervigen Staub einfach nicht vom Sensor bekommen.

Keine gute Idee: Sensorreinigung mit dem Pinsel

Wer möglicherweise bei einem Staubkorn zuerst daran denkt, dieses ganz einfach mit einem Pinsel wegzufegen, dem kann ich davon nur abraten. In diversen Foren gibt es einige Kamerabesitzer, die das ausprobiert haben und die danach leider feststellen mussten, dass noch mehr Staub auf dem Sensor gelandet ist. Teilweise wurde sogar über Schlieren berichtet, die man in den Bildern sehen konnte. Also lieber nicht lange experimentieren und die Profi-Werkzeuge nutzen, die ich euch oben vorgestellt habe.

Viel Erfolg bei der Staubjagd und danach "Happy Shooting" – wie es so schön in einem meiner Lieblingspodcasts heißt. 😉


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2 Kommentare

  1. Andi sagt:

    Schöner Übersichtsartikel. Ist wechsle auch des öfteren die Objektive, habe aber noch kein (bisher sichtbares) Staubkorn auf den Sensor bekommen. Hattest du einfach Pech oder lässt du dir etwas mehr Zeit beim Objektivwechsel? Dass man idealerweise die Kamera mit Öffnung nach unten bzw. in Windrichtung halten soll, wenn kein Objektiv dran ist, wirst du eh wissen.
    Mich erstaunt immer wieder wie häufig Leute bei Verkauf ihrer Kamera Fotos reinstellen, auf denen die Kamera ohne Objektiv oder Deckel abgelichtet wird. Der Sensor liegt also während des "Fotoshoots" frei. Vielleicht sollte man den Käufern gleich deinen Übersichtsartikel ans Herz legen 😉

    • Sir Apfelot sagt:

      Hi Andi! Bei mir kam der Staub sicher rein, weil ich die Kamera an meinem Multicopter verbaut habe. Das heißt beim Objektivwechsel liegt sie mit dem Flieger auf dem Boden und ist waagerecht ausgerichtet. Wenn man dann noch draussen das Objektiv wechselt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Staub vom Wind in das Gehäuse gepustet wird. Aber dein Tipp mit der Windrichtung ist gut! Nur nach unten halten kann ich sie leider nicht. 😉

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