Als Apple Arcade 2019 startete, war ich ehrlich gesagt ziemlich begeistert. Endlich ein Gaming-Service ohne nervige Werbung, ohne In-App-Käufe und mit exklusiven Spielen, die nur bei Apple zu finden waren. Ich dachte damals: "Das wird Gaming auf iPhone und iPad revolutionieren!" Sechs Jahre später sitze ich hier und frage mich: Was ist eigentlich aus dieser großen Vision geworden?
Die ernüchternde Realität: Apple Arcade fühlt sich 2025 zunehmend wie ein vernachlässigtes Stiefkind an. Während Apple seine Aufmerksamkeit auf Vision Pro, KI-Features und andere glänzende neue Projekte richtet, scheint der Gaming-Service mehr und mehr in den Hintergrund zu rücken. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Kamen 2023 noch fast 60 neue Spiele dazu, waren es 2024 nur noch etwa 40 und 2025 werden es wohl (nach jetzigem Stand) gerade mal 30 sein.
Das klingt erstmal nicht gut, aber (Vorsicht Spoiler): Ganz so düster, wie manche Entwickler behaupten, ist es nicht. Trotzdem: Apple sollte aus meiner Sicht aufpassen, dass ihnen ihr Gaming-Service nicht völlig entgleitet.
Kapitel in diesem Beitrag:
- 1 Die Zahlen sprechen Bände
- 2 Das Problem mit den Nutzerzahlen von Apple Arcade
- 3 Was läuft schief bei Apple?
- 4 Der Strategiewechsel kam schleichend
- 5 Entwickler fühlen sich im Stich gelassen
- 6 Die Konkurrenz schläft nicht
- 7 Lichtblicke gibt es durchaus
- 8 Diese Spiele rechtfertigen das Abo noch
- 9 Der Preis stimmt nach wie vor
- 10 Für wen lohnt sich Apple Arcade 2025?
- 11 Perfekt für Familien mit Kindern
- 12 Ideal für Apple-Ökosystem-Nutzer
- 13 Gut für Gelegenheitsspieler
- 14 Weniger geeignet für Hardcore-Gamer
- 15 Mein persönliches Fazit
Die Zahlen sprechen Bände
Ihr kennt mich, ich bin kein Fan von wilden Behauptungen ohne Belege. Deshalb habe ich mir die Mühe gemacht und die Apple-Pressemitteilungen der letzten Jahre durchforstet. Das Ergebnis ist ernüchternd:
| Jahr | Neue Spiele | Quelle für die Zahlen |
|---|---|---|
| 2023 | ca. 60 Spiele | Apple Pressemitteilung November 2023 |
| 2024 | ca. 40 Spiele | Eigene Zählung basierend auf Apple-Ankündigungen |
| 2025 | ca. 30 | Hochrechnung bis heute (09/2025) |
Diese Zahlen sind kein Zufall. Laut einem Bericht von MobileGamer.biz sind viele Entwickler zunehmend frustriert mit Apple. Die Bezahlung für Spiele sei über die Jahre gesunken, und Apple konzentriere sich hauptsächlich auf "große, familienfreundliche Marken". Kleinere Indie-Entwickler, die ursprünglich das Rückgrat von Apple Arcade bildeten, fühlen sich vernachlässigt.
Das Problem mit den Nutzerzahlen von Apple Arcade
Noch brisanter: Apple Arcade hat laut Insidern nur etwa 3 bis 5 Millionen aktive Nutzer pro Monat. Zum Vergleich: Xbox Game Pass kommt auf über 25 Millionen Abonnenten. Viele Apple Arcade-Nutzer kommen vermutlich über das Apple One-Bundle, zahlen also nicht gezielt für den Gaming-Service.
Ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter soll gegenüber The Information gesagt haben: "Es fühlt sich an, als würde Apple Arcade nur noch mitlaufen, weil es schon da ist."
Diese Entwicklung spüre ich auch als langjähriger Nutzer. Früher freute ich mich auf die monatlichen Ankündigungen neuer Spiele. Heute? Schaue ich oft wochenlang nicht mehr in die Arcade-Sektion rein. Apple Arcade schläft also bei mir auch etwas ein.
Was läuft schief bei Apple?
Die Probleme bei Apple Arcade sind hausgemacht. Apple hat sich von der ursprünglichen Vision verabschiedet und setzt nun auf eine Strategie, die weder Entwickler noch Spieler wirklich glücklich macht.
Der Strategiewechsel kam schleichend
Ursprünglich sollte Apple Arcade ein Paradies für innovative Indie-Spiele werden. Kleine Entwickler bekamen die Chance, ohne Werbedruck und Mikrotransaktionen kreative Projekte zu verwirklichen. Das funktionierte anfangs auch gut. Spiele wie "What the Golf?" oder "Sayonara Wild Hearts" (leider mittlerweile nicht mehr in Apple Arcade) zeigten, was möglich war.
Doch Apple schwenkte um. Statt auf originelle Arcade Originals zu setzen, holt sich das Unternehmen lieber etablierte Titel ins Boot. Stardew Valley+, Balatro+ und Football Manager sind großartige Spiele, aber sie sind nur "entschärfte" Versionen bestehender Hits. Das "+" am Ende bedeutet meist nur: ohne Werbung und Mikrotransaktionen.
Entwickler fühlen sich im Stich gelassen
Die anonymen Entwickler-Aussagen gegenüber MobileGamer.biz sind erschreckend ehrlich. Die Bezahlung sei drastisch gesunken, die Unterstützung von Apple minimal. Ein Entwickler sagte: "Netflix zahlt inzwischen besser und ist angenehmer in der Zusammenarbeit."
Besonders bitter: Apple bevorzugt Spiele mit "langatmigen Gameplay-Loops". Kurze, narrative Titel haben schlechtere Chancen, weil sie die Nutzer nicht lange genug bei der Stange halten. Das widerspricht komplett der ursprünglichen Philosophie von Apple Arcade.
Die Konkurrenz schläft nicht
Während Apple den Service vernachlässigt, legt Netflix Games richtig vor. Der Streaming-Gigant investiert massiv in Mobile Gaming und wirbt aktiv Entwickler ab. Xbox Game Pass sowieso, aber der spielt in einer anderen Liga.
Apple scheint das Gaming nicht mehr ernst zu nehmen. Klar, die Vision Pro ist spannend und KI-Features bringen mehr Schlagzeilen. Aber so verliert man eine ganze Sparte an die Konkurrenz.
Ich meine, es gibt bestimmt sogar Leute, die von Apple Arcade zum Online-Glückspielen wie dem besten Online Casino umziehen, auch wenn es dort nichts für eine angenehme Apple Flatrate gibt, sondern pro Spiel gezahlt wird.

Lichtblicke gibt es durchaus
Fairerweise muss ich sagen: Nicht alles läuft schlecht bei Apple Arcade. Manche neuen Spiele zeigen, dass der Service durchaus noch Potenzial hat.
Worms Across Worlds ist so ein Lichtblick. Die kultigen Würmer sind zurück und diesmal geht es durch verschiedene Dimensionen. Das Spielprinzip kennt ihr: Rundenweise ballert ihr euch mit verrückten Waffen ab, nur diesmal mit frischen Schauplätzen und verbesserter Grafik. Besonders der Mehrspieler-Modus macht richtig Spaß, perfekt für einen Spieleabend mit Freunden oder der Familie.
Solche etablierten Marken zeigen: Apple kann noch immer bekannte Spieleserien für Arcade gewinnen. Die Frage ist nur: Reichen einzelne Highlights, um den generellen Abwärtstrend zu stoppen?
Diese Spiele rechtfertigen das Abo noch
Wenn ich ehrlich bin, gibt es auch 2025 noch genug gute Gründe für Apple Arcade. Balatro+ ist ein absoluter Suchtfaktor, ein Kartenspiel, das fesselt macht wie damals Tetris. Sonic Dream Team beweist, dass 3D-Sonic auch auf mobilen Geräten funktioniert. Und wer Stardew Valley+ noch nicht gespielt hat, bekommt hier eines der besten Entspannungsspiele aller Zeiten.
Dazu kommen familienfreundliche Perlen wie Hello Kitty Island Adventure, das sogar bei den Game Awards 2023 nominiert war. Für Kinder ist das Gaming-Paradies pur.
Der Preis stimmt nach wie vor
6,99 Euro im Monat sind immer noch fair. Allein Stardew Valley kostet normalerweise 5 Euro, Balatro nochmal 15 Euro. Da habt ihr das Abo schon fast refinanziert. Mit der Familienfreigabe für bis zu sechs Personen wird es sogar richtig günstig.
Trotzdem bleibt der fade Beigeschmack: Apple Arcade hätte so viel mehr sein können.

Für wen lohnt sich Apple Arcade 2025?
Nach sechs Jahren Apple Arcade und diesem ausführlichen Test kann ich euch eine klare Einschätzung geben: Der Service ist nicht für jeden das Richtige, aber für bestimmte Zielgruppen durchaus noch empfehlenswert.
Perfekt für Familien mit Kindern
Wenn ihr Kinder habt, ist Apple Arcade 2025 immer noch Gold wert. Die Spiele sind durchweg jugendfrei, ohne versteckte Kostenfallen und perfekt für gemeinsame Spieleabende. Hello Kitty Island Adventure, Angry Birds Reloaded oder Fruit Ninja Classic+ beschäftigen die Kleinen stundenlang. Die Familienfreigabe macht es möglich, dass alle sechs Familienmitglieder das Abo nutzen können. Rechnet das mal um: 6,99 Euro geteilt durch sechs Personen sind etwa 1,17 Euro pro Person und Monat.
Ideal für Apple-Ökosystem-Nutzer
Habt ihr iPhone, iPad, Mac und vielleicht sogar Apple TV? Dann spielt Apple Arcade seine Stärken aus. Die Spielstände synchronisieren sich automatisch zwischen allen Geräten. Ihr startet am Mac mit Stardew Valley, macht auf dem iPad weiter und beendet die Session auf dem iPhone. Das funktioniert nahtlos und ist bei der Konkurrenz so nicht zu finden.
Gut für Gelegenheitsspieler
Wer ab und zu mal eine Runde zocken möchte, ohne sich Gedanken über Mikrotransaktionen zu machen, ist hier richtig. Die Spiele sind schnell heruntergeladen, sofort spielbar und ohne nervige Wartezeiten oder Werbepausen. Perfekt für die Bahnfahrt oder die Mittagspause.
Weniger geeignet für Hardcore-Gamer
Sucht ihr nach anspruchsvollen AAA-Titeln, komplexen Strategiespielen oder den neuesten Gaming-Trends? Dann werdet ihr bei Apple Arcade nicht glücklich. Die meisten Spiele sind auf Casual Gaming ausgelegt. Echte Gaming-Enthusiasten greifen besser zu Xbox Game Pass, Steam oder der Nintendo Switch.
Mein persönliches Fazit
Apple Arcade 2025 ist nicht mehr das revolutionäre Projekt von 2019, aber auch kein kompletter Reinfall. Für den Preis von einem Premium-Spiel bekommt ihr Zugang zu über 200 hochwertigen Titeln ohne Werbung. Das ist fair.
Trotzdem bleibt ein bitterer Beigeschmack: Apple hätte aus diesem Service so viel mehr machen können. Statt mutig voranzugehen, verwaltet das Unternehmen nur noch das Bestehende. Schade um das verschenkte Potenzial.
Meine Empfehlung: Testet den kostenlosen Probemonat und entscheidet selbst. Für Familien und Apple-Fans ist es das Geld wert. Alle anderen schauen besser woanders hin.
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Seit 2012 betreibe ich meinen Blog als Sir Apfelot und helfe meinen Lesern bei technischen Problemen. In meiner Freizeit flitze ich auf elektrischen Einrädern, fotografiere mit meinem iPhone, klettere in den hessischen Bergen oder wandere mit meiner Familie. Meine Artikel behandeln Apple-Produkte, Drohnen-News und Lösungen für aktuelle Bugs.












