[Update] Meine Erfahrung: Corona-Soforthilfe für Blogger und SEOs

Fehler bei der Corona-Soforthilfe

Update 14.04.2020: Antrag genehmigt, Geld ist unterwegs

Gestern (am Ostermontag!) bekam ich die Meldung vom RP Kassel, dass mein Antrag genehmigt wurde und ich in Kürze noch den Bewilligungsbescheid erhalte. Hier der genaue Wortlaut der E-Mail vom Regierungspräsidium:

Sehr geehrter Herr Kleinholz,

Ihrem Antrag auf einen Zuschuss aus der Richtlinie des Landes Hessen zur Durchführung eines Soforthilfeprogramms (Corona Soforthilfe) wurde stattgegeben.

Der festgesetzte Zuschuss i. H. v.

€ 3083,00

wird Ihnen in den nächsten Tagen auf das angegebene Konto überwiesen.

Den Bewilligungsbescheid stellen wir Ihnen in wenigen Tagen zum Download bereit. Hierzu erhalten Sie gesonderte Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag

Regierungspräsidium Kassel

Am alten Stadtschloss 1
34117 Kassel
Web: http://www.rp-kassel.hessen.de

Wenn jetzt noch das Geld in einigen Tagen eintrudelt, kann man die Regierung wirklich nur für die schnelle Bearbeitung loben. Auch wenn NRW mit einer Bearbeitungszeit von gerade mal einen Tag von Antrag bis "Geld auf dem Konto" (siehe dazu den Kommentar meines Lesers unten) sicher führend ist, so sind aus meiner Sicht auch zwei Wochen in Hessen eine überraschend kurze Bearbeitungsdauer. Ich bin von deutschen Behörden ja eher andere Zeiten gewohnt.

Update 15.04.2020: Heute ist das Geld auf meinem Konto eingegangen … also gut zwei Wochen nach meinem Antrag.

Hier zum Start des eigentlichen Artikels vom 02.04.2020…

Wenn man in diesen Tagen die Äußerungen der Politiker anschaut, muss man sich schon manchmal an den Kopf greifen. Da fallen Aussagen wie, es stände unendlich viel Geld zur Verfügung, um Unternehmen in diesen schweren Zeiten zu helfen. Auch die "Bazooka" soll eingesetzt werden, um dem Coronavirus den Gar auszumachen. Es wird also – wie immer – ordentlich auf die Trommel gehauen und man soll als Unternehmer vermittelt bekommen, dass es zwar eine Krise gibt, aber der Staat das schon richten wird.

An "unendliches Geld" kann ich nicht so recht glauben, aber immerhin ist es schön, dass es nicht nur einen Rettungsschirm für Großbanken gibt, sondern man sich zudem um kleine Unternehmer kümmert. Ob das Ganze in der Realität greift und ob Einzelunternehmen (wie ich) das versprochene Geld tatsächlich irgendwann sehen, wird sich zeigen. Ich möchte euch hier erst einmal zeigen, wie der Antrag abläuft und welche Unterlagen ich dafür einreichen musste.

Die Webseite informiert über das Soforthilfeprogramm des Hessischen Staatsministerium für Wirtschaft und zeigt, welche Unterlagen und Daten man für den Antrag benötigt.

Die Webseite informiert über das Soforthilfeprogramm des Hessischen Staatsministerium für Wirtschaft und zeigt, welche Unterlagen und Daten man für den Antrag benötigt.

Warum ich Corona-Soforthilfe für mein Unternehmen beantragt habe

Da ich als Suchmaschinenoptimierer (das Sir Apfelot Blog betreue ich nur "nebenbei") für das Online-Marketing von kleineren Unternehmen und Freiberuflern zuständig bin, trifft mich die Corona-Pandemie genauso wie viele andere Firmen. Etliche meiner Kunden haben derzeit keine Möglichkeit mehr, ihre bestehenden Geschäftskontakte zu betreuen oder neue Kunden zu gewinnen und so kämpfen sie – wie viele andere Firmen – mit erheblichen finanziellen Einbußen.

Und auch wenn es nicht immer logisch ist: Die Werbung – und damit meine Dienstleistung – wird bei den meisten Firmen als Erstes eingespart. In einigen Fällen kann ich dies sogar verstehen, denn wieso sollte ein Reiseveranstalter weiter auf Werbung setzen, wenn keiner reisen kann.

Durch die Sparmaßnahmen meiner Kunden fallen natürlich bei mir ebenfalls Einnahmen weg, sodass ich beschlossen habe, auf die Corona-Soforthilfe zurückzugreifen, um dem finanziellen Engpass zu begegnen. Der korrekte Name dafür lautet übrigens "Soforthilfeprogramm des Hessischen Staatsministerium für Wirtschaft (Soforthilfe Corona)". In eurem Bundesland ist es dann von dem entsprechenden Ministerium.

Den Antrag "Soforthilfe Corona" füllt man online aus, dann wird der Antrag ausgedruckt, unterschrieben und wieder hoch geladen.

Den Antrag "Soforthilfe Corona" füllt man online aus, dann wird der Antrag ausgedruckt, unterschrieben, eingescannt und wieder hoch geladen.

Liste: Links zu Soforthilfeprogrammen aller Bundesländer

Da nicht alle aus dem schönen Hessen kommen können, habe ich hier eine Liste mit den Links zu allen Soforthilfeprogrammen zusammengestellt:

Der Ablauf: Zusammenstellen und Hochladen der Unterlagen

Wer als Blogger, Online-Marketing-Fuzzi oder SEO arbeitet und als Einzelkämpfer unterwegs ist, der hat quasi dieselbe Ausgangssituation wie ich. Ich möchte euch hier kurz erläutern, welche Unterlagen ich bei der Soforthilfe-Seite des Landes Hessen einreichen musste, um den "Antrag auf Gewährung eines Zuschusses für von der Coronakrise 03/2020 besonders geschädigte gewerbliche Unternehmen und Angehörige Freier Berufe" auszufüllen.

Im Einzelnen sind dies:

  • Personalausweisnummer
  • Name, Adresse, Geburtsdatum
  • Steuernummer
  • Bankverbindung
  • entgegen der Ausfüllhilfe (hier als PDF) wurde NICHT nach meinem letzten Jahresumsatz gefragt
  • bei der Frage der Rechtsform habe ich "Sonstige selbstständig tätige Personen" ausgewählt
  • bei der Branche "Informations- und Kommunikationstechnik"
  • eine Begründung, warum man die Soforthilfe benötigt (kurz, ehrlich und informativ, die Leute haben genug zu lesen!)
  • die Summe, die man benötigt, um den finanziellen Engpass für die nächsten drei Monate zu überbrücken

Folgende Dokumente muss man während des Fragebogens hochladen – alle als PDF:

  • Vorderseite des Personalausweises
  • die ersten zwei Seiten der letzten, verfügbaren Einkommenssteuererklärung

Hat man diese Sachen alle eingetragen und hochgeladen, kann man den fertigen Beitrag runterladen und muss ihn noch unterschreiben. Ich habe ihn dann (mit meinem ScanSnap iX500) eingescannt und wieder hochgeladen. Das sorgt laut deren Aussage für die schnellste Bearbeitung.

Der Antrag selbst ist wirklich leicht verständlich und gut gemacht. Nur die letzte Seite, bei der man gefühlt 973 Sachen mit Häkchen bestätigen und versprechen muss, ist etwas komplex, wenn man alles durchliest.

Kleiner Tipp am Rande: Habt ihr Unterlagen oder ein Foto vom Ausweis als JPG, könnt ihr die am Mac in der "Vorschau" öffnen und dann im Menü Ablage "Als PDF exportieren".

Problem: Netzwerk-Zeitüberschreitung wegen Überlastung

Ich hatte heute Vormittag die nötigen Unterlagen für den Antrag gesammelt und als PDF und Textdatei in einen Ordner an meinem Mac gepackt, sodass ich alles für die Aktion zusammen hatte. Leider kam es beim Aufruf des Formulars auf dem ekom21-Server immer wieder zu einer Fehlermeldung "Netzwerk-Zeitüberschreitung – Der Server unter portal-civ-cor.ekom21.de braucht zu lange, um eine Antwort zu senden".

Beim Aufruf des Online-Antrags kam es lange Zeit zu Verbindungsproblemen.

Beim Aufruf des Online-Antrags kam es lange Zeit zu Verbindungsproblemen.

Es war also über längere Zeit nicht möglich, den Online-Antrag für die Soforthilfe Hessen überhaupt aufzurufen. Spätnachmittags lief der Aufruf dann schließlich durch und ich konnte alles ausfüllen und hochladen. Nach knapp 10 bis 15 Minuten war die Sache erledigt.

Schließlich habe ich es geschafft und der Antrag wurde erfolgreich hochgeladen und wird nun bearbeitet. Wie lange dies wohl dauert?

Schließlich habe ich es geschafft und der Antrag wurde erfolgreich hochgeladen und wird nun bearbeitet. Wie lange dies wohl dauert?

Corona-Unternehmenshilfe: fließt tatsächlich Geld?

Das ist eine Frage, die ich derzeit noch nicht beantworten kann. Ich habe beim Antrag nur 3000 Euro statt der möglichen 9000 Euro angegeben, da ich lediglich laufende Kosten zusammengezählt habe, die sich in den nächsten drei Monaten nicht abwenden lassen. Einen Verdienstausfall oder ähnliches darf man nicht einrechnen. Ebenso muss man Vergünstigungen, wie Mieterlass für das Büro oder ähnliches positiv in die Rechnung einfließen lassen.

Den Wunschbetrag für den Zuschuss habe ich also niedrig angesetzt, damit es bei der Bearbeitung nicht an einer zu hohen Fördersumme hängt. Ich weiß nicht, ob die Bundesländer die Anträge unterschiedlich behandeln, oder ob alle Länder vorgehen wie Hessen. Wenn ich einen Bescheid zu meinem Antrag erhalte, werde ich dies hier nachtragen (ist oben mit dem Update erledigt!).

Wie ist euer Status-Quo?

Wie sieht es bei euch mit Corona-bedingten Geschäftseinbrüchen aus? Habt ihr auch Bedarf an der Soforthilfe? Ich freue mich, wenn ihr mir über eure Erfahrungen berichtet.


Wenn mein Beitrag geholfen hat und dir mein Blog unterstützenswert erscheint, würde ich mich über eine Hilfe per Steady oder Buy me a coffee sehr freuen.

16 Kommentare

  1. Gerd sagt:

    Ich habe vergangenen Donnerstag meinen Antrag in NRW gestellt, ausschließlich online ohne Unterlagen hochzuladen. Nach einer halben Stunde hatte ich eine Bestätigung und am Freitag das Geld auf dem Konto. Schneller und bequemer geht es wirklich nicht.

  2. Svenja E. L. sagt:

    Hallo zusammen!
    Ich habe soeben genau den selben Bewilligungsbescheid erhalten. Bin aber doch etwas skeptisch, ob das Geld dann auch kommt…
    Mein Bekannter hat am 10.04. selbige E-Mail erhalten und wartet bis heute auf den angekündigten Bescheid zum downloaden und vor allem, auf das Geld. Nicht, dass es uns nachher, wie den Armen in NRW geht, bezüglich des Betruges.
    Wäre toll, wenn Ihr mal bescheid geben könnt, falls Ihr Neuigkeiten habt.
    Bis dahin
    Liebe Grüße
    Svenja

    • Sir Apfelot sagt:

      Hallo Svenja! Bei mir kam das Geld tatsächlich gestern auf dem Konto an (ich ergänze es gleich oben im Beitrag). Was meinst du mit dem Betrug in NRW? Was ist da passiert??? LG, Jens

      • Svenja sagt:

        Hallo Jens,
        freut mich für dich zu hören und beruhigt mich tatsächlich dahingehend, dass es offensichtlich doch kein fake zu sein scheint 😅 In NRW sind viele Betroffene auf Fake Seiten im Internet gelandet und haben dort ihre Daten eingegeben. Diese wiederum haben die Anträge dazu genutzt, um die Kontonummer auszutauschen…

  3. Waldemar sagt:

    Hallo, habe am 10.04. auch eine E-Mail mit identischem Wortlaut erhalten und warte ebenfalls bis heute auf den angekündigten Bescheid zum downloaden und auf das Geld.

  4. Fritz sagt:

    Habe am 27.3.20 den Antrag gestellt. Am 28.3.20 Bewilligungsbescheid erhalten. Leider bist heute 18.4.20 kein Geld erhalten! Antwort auf Mail, haben Sie noch etwas Geduld.(Wie lange noch)

  5. Svenja sagt:

    Hallo Fritz,
    hast du deinen Antrag in Hessen gestellt?

    VG

  6. Tilo sagt:

    Hallo alle zusammen,

    habe meinen Antrag bereits am 30.03.2020 online gestellt, leider bis heute weder einen Bescheid, noch eine Überweisung erhalten… wahrscheinlich dauert es hier in Thüringen etwas länger…

    viele Grüße

  7. Waldemar sagt:

    Hallo, ein kurzes Update von mir. Ich habe die Hilfe heute, nach 17 Tagen erhalten. Den in der ersten E-Mail angekündigten Bescheid zum downloaden, habe ich bis heute dennoch nicht erhalten. Daher ist auszugehen, dass der Bescheid einer von der Auszahlung unabhängiger Bearbeitungsschritt ist.

  8. Svenja Engel-Laaroussi sagt:

    Hallo zusammen,

    kurzes Update, auch bei mir ist das Geld jetzt ohne Bescheid zum downloaden, angekommen 😉

    VG

  9. schultz sagt:

    Ich habe am 29.03.2020 den Antrag online gestellt und per Post am 30.03.2020 abgeschickt, in M/V.Auf nachfrage per mail am 20.05.2020 wurde mir per mail geantwortet das der Antrag eingegangen ist und bearbeitet wird.
    Auf nachfrage am 20.06.2020 per mail, kam die antwort, wir haben Ihnen schon mitgeteilt das ihr Antrag eingegangen ist und bearbeitet wird.3 Monate ,darf man das noch Soforthilfe nennen?
    Muss jetzt die Läden schließen,7 Angestellte habe ich entlassen.Sollte jetzt noch ein Bescheid kommen war es zu spät.

    • Sir Apfelot sagt:

      Wow, nach 3 Monaten hat es wahrscheinlich die meisten Firmen "erwischt", wenn sie Soforthilfe benötigen. Ich bin froh, dass sie da in Hessen schneller bei der Bearbeitung waren. Ich drücke dir die Daumen, dass es noch was wird.

    • Waldemar sagt:

      Ganz ehrlich… ich würde die Sache eskalieren lassen und Publik machen. Die Presse kann deinen Fall der Öffentlichkeit näher bringen, zumal der Staat trotz Garantien und Versprechen die Arbeitsplätze, die Du geschaffen hast und das Unternehmen, das Du aufgebaut hast, vernichtet hat. Indem erst der Lockdown angeordnet wurde und deine Kundschaft unverschuldet weggebrochen war, versetzt der Staat dir noch den Gnadenstoß… Wenn so etwas nicht ans Licht der Öffentlichkeit gerät, dann kommen die Bürokraten ohne Konsequenzen davon. Das solltest Du nicht zulassen!

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