Ground.news hilft, Fake-News zu identifizieren – Pick der KW09

Mit Ground-News Fake-News erkennen

Mit der Berichterstattung im Ukraine-Krieg – äh, sorry, während der „Spezial Operation“ von Russland – kommen auch jede Menge Fake-News auf den Schirm. Und die Falschmeldungen, die aus taktischen Gründen in die Welt gesetzt werden, sind nicht erst seit dem Ukraine-Krieg ein Mittel der Wahl, um bestimmte Meinungen zu stärken, sondern sind schon seit Jahren im Einsatz.

Die gute Nachricht ist: Für internationale, englischsprachige Nachrichten gibt es ein mit Ground.news ein Portal, das einem hilft, die Meldungen, ihren Wahrheitsgehalt und ihre Quellen ein bisschen besser einschätzen zu können. Und ich finde diesen Service so gut, dass ich ihm die Auszeichnung "Pick der Woche" verleihe.

Übersicht zu den Nachrichten-Portalen

Wenn man eine Meldung auf Ground.news aufruft, erhält man zu jeder Nachricht eine Übersicht, welche Medien über dieses Thema berichtet haben, wie hoch der Prozentsatz von „links“ und „rechts“ orientierten Medien ist und auch die einzelnen Meldungen zum Thema selbst. Auf diese Weise kann man zum Beispiel vergleichen, wie unterschiedlich orientierte Nachrichten-Webseiten das Thema darstellen.

Im rechten Bereich von der News-Ansicht sieht man einige Details zu den Quellen, die diese Nachricht aufgegriffen haben.

Im rechten Bereich von der News-Ansicht sieht man einige Details zu den Quellen, die diese Nachricht aufgegriffen haben.

Zeitliche und geografische Übersicht der Berichterstattung

Was ich ebenfalls sehr interessant finde, ist die Zeitleiste, welche einem anzeigt, welche Medien den Bericht zu welcher Zeit veröffentlicht haben. So sieht man auch, welche der Online-Zeitungen zuerst über das Thema berichtet hat.

Weiterhin gibt es eine geografische Zuordnung in Form einer Weltkarte, welche darstellt, wo der Ursprung der Zeitungen ist, die über das Thema berichten.

In der rechten Leiste findet man auch einen Zeitstrahl sowie eine Weltkarte, die über die zeitliche und geografische Verbreitung der Nachricht informieren.

In der rechten Leiste findet man auch einen Zeitstrahl sowie eine Weltkarte, die über die zeitliche und geografische Verbreitung der Nachricht informieren.

Wer steckt hinter Ground.news?

Ohne Frage hat Ground.news durch die Auswahl ihrer Quellen und die Möglichkeit zu bestimmen, welche Nachrichten in Ground.news erscheinen, auch ein Mittel zu Manipulation. Umso wichtiger ist, dass man das Team hinter dem Portal kennenlernt und ihm die „Vision“ hinter dem Portal abkaufen kann.

So stellt sich Ground.news vor:

Wir sind ein kleines Team unabhängiger Medienaußenseiter mit Sitz in Waterloo, Kanada, das sich Gedanken über die Zukunft der Nachrichten macht. Wir werden nicht von einem Medienunternehmen, einer großen Technologiefirma oder institutionellen Investoren finanziert. Wir werden von unseren Abonnenten und einer kleinen Gruppe von Einzelinvestoren unterstützt, denen das Problem persönlich am Herzen liegt.

Und hier kommt die Antwort auf die Frage, warum es Ground.news überhaupt gibt:

Die Technologie revolutioniert die Art und Weise, wie Nachrichten geteilt werden und wer sie teilen darf. Sie schafft Raum für unterschiedliche Ideen, aber sie verstärkt auch polarisierende Ansichten. Man hat das Gefühl, dass die gemeinsame Basis, auf der wir standen, erschüttert wurde. Diese Herausforderungen sind nicht neu, aber sie haben sich durch einige Schlüsselfaktoren noch beschleunigt.

  1. Die Aufhebung der Fairness-Doktrin. Diese FCC-Richtlinie verpflichtete die Inhaber von Rundfunklizenzen dazu, kontroverse Themen von öffentlicher Bedeutung auf ehrliche, gerechte und ausgewogene Weise zu präsentieren.
  1. Im Gegensatz zu den Zeiten der Printmedien können sich Nachrichtenorganisationen im Internet spezialisieren und trotzdem eine große Reichweite erzielen. Einige Nachrichtenverlage haben erkannt, dass sie nicht die gesamte Leserschaft ansprechen können. Stattdessen nehmen sie eine Position auf dem Bias-Spektrum ein, die bestimmte Nachrichtenkonsumenten anspricht, anstatt klare Informationen aus verschiedenen Perspektiven anzubieten.
  1. Soziale Medien verschärfen das Problem durch manipulative Algorithmen. Diese Plattformen sind darauf ausgelegt, deine Aufmerksamkeit zu verschlingen. Je länger sie dich auf ihrem Feed halten, desto mehr können sie ihre Werbeeinnahmen maximieren. Und weil es sich gut anfühlt, seine Vorurteile bestätigt zu bekommen, schicken dich diese Algorithmen in ein Kaninchenloch, anstatt dich mit Informationen zu versorgen, denen du vielleicht nicht zustimmst.

Wir haben Ground News ins Leben gerufen, um diese Herausforderungen zu meistern und den Vergleich verschiedener Perspektiven zu erleichtern, damit du wieder frei denken kannst.

Finanzierung ohne Anzeigen

Um die Neutralität zu wahren, verzichtet Ground.news komplett auf Anzeigen. Die Finanzierung der Seite läuft komplett über die Leser, die über verschiedene Abo-Modelle das Portal unterstützen können. Man kann Ground.news jedoch auch komplett gratis nutzen und die Nachrichten lesen. Die bezahlte Mitgliedschaft bietet einige Extras, aber diese sind grundsätzlich für die Einsicht in die News und deren Quellen nicht nötig.

Die Abo-Pläne von Ground.news sind optional und als Unterstützung zu verstehen, aber dazu sind sie auch sehr erschwinglich.

Die Abo-Pläne von Ground.news sind optional und als Unterstützung zu verstehen, aber dazu sind sie auch sehr erschwinglich.

Keine „Silberkugel“ gegen Fake-News und Meinungsmache

Natürlich ist Ground.news auch nicht das Allheilmittel gegen Fake-News – oder wie die Mitgründerin Haarlen Kaur mal sagte:

There is no silver bullet or single infallible publication.

Es gibt nicht die Silberkugel, mit der man das Problem von Fake-News oder Meinungsmache in den Griff bekommen kann. Letztendlich liegt es an jedem Einzelnen, die Nachrichten zu hinterfragen, welche er täglich konsumiert. Ground.news kann nur ein Werkzeug sein, diesen Prozess der „Prüfung“ zu erleichtern. Und ich denke, dafür ist es sehr gut.

Schade ist, dass es für den deutschen Sprachraum noch nicht solch ein Portal gibt. Aber wenn der Service viele Abonnenten gewinnt, machen sie vielleicht mal einen deutschen Ableger.

► Hier weiter zu Ground.news


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10 Kommentare

  1. LutzS sagt:

    Ähnliches findet man hier: https://www.mimikama.at/

  2. Jochen sagt:

    Ich möchte das um eine wichtige Adresse ergänzen:
    https://correctiv.org/faktencheck/

  3. Bodo Schönfelder sagt:

    Correctiv ist durchaus nicht neutral, sndern durchaus interessegeleitet.

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