Sir Apfelot Wochenschau KW 9, 2026

Gestern wurde von Tim Cook angekündigt, dass in der kommenden Woche neue Apple-Geräte vorgestellt werden. Was weiterhin in der Apple- und Tech-Welt passiert ist, schauen wir uns in dieser Ausgabe der Sir Apfelot Wochenschau an. In der Kalenderwoche 9 des Jahres 2026 habe ich u. a. diese Meldungen gesammelt: Influencer können Lust auf Alkohol machen, Urteile gegen Datensammelwut von Facebook und WhatsApp, Amazon meldet groß angelegten KI-Hack von Hardware-Firewalls, Discord verschiebt Altersüberprüfung, erste Pokémon-Spiele werden 30 Jahre alt, und mehr!

Studie zeigt: Social Media kann Lust auf Alkohol bei jungen Erwachsenen steigern

Nicht nur wird aktuell ein Urteil aus Kalifornien zum Suchtpotenzial von Social-Media-Plattformen erwartet. Auch ging diese Woche eine Studie durch die Presse, welche die Auswirkungen von Social-Media-Inhalten, die Alkohol zeigen, untersuchte. Dabei ging es nicht um direkte Werbung, sondern nebenbei in Videos konsumierte Getränke.

Es wurde aufgezeigt, dass Influencer, die in ihren veröffentlichten Inhalten Alkohol konsumieren, bei Teilen der Zielgruppe junger Erwachsener das Bedürfnis auslösen, ebenfalls Alkohol zu konsumieren. Dies wurde bei den 2.000 Leuten festgestellt, die untersucht wurden, unabhängig von deren vorangegangenem Trinkverhalten.

Zwar gibt die Studie keine verlässlichen Daten dazu, ob Personen in der untersuchten Altersgruppe (von 18 bis 24 Jahre) tatsächlich häufiger Alkohol trinken, wenn sie zuvor bestimmte Social-Media-Inhalte sehen. Jedoch zeigt sie deutlich auf, dass Inhalte von Influencern einen messbaren Einfluss auf die Zielgruppe haben – über das eigentlich behandelte Thema hinaus.

Landgericht Berlin II weist Facebook und WhatsApp in die Schranken

Sowohl die Freunde-Finder-Funktion von Facebook als auch die Kopplung der WhatsApp-Kontaktdaten mit Facebook wurden vom Landgericht Berlin II für illegal erklärt. Der Mutterkonzern Meta muss den Upload von User-Kontakten, die nicht selbst Facebook und / oder WhatsApp nutzen, sowie deren Verarbeitung zukünftig unterlassen. Zumindest, wenn die User von Deutschland aus auf die Angebote zugreifen.

Details zum gewonnenen Verfahren gegen den Facebook Freunde-Finder bietet der Bundesverband der Verbraucherzentralen in einer Pressemitteilung. Das Urteil gegen WhatsApp lässt sich vermittels der Pressemeldung des Landesgerichts Berlin II nachvollziehen. Beide Dokumente zeigen nicht nur auf, dass Big Tech Schritt für Schritt in die Schranken gewiesen werden kann. Sondern auch, wie lange das dauert. Immerhin wurde die Kontaktübertragung von WhatsApp zu Facebook erstmals 2016 in die AGB des Messengers geschrieben.

Amazon Threat Intelligence informiert über 600 KI-ermöglichte Hacks in 55 Ländern

Im Security Blog von Amazons Server-Angebot „AWS“ wurde bereits am 20. Februar berichtet, dass die Amazon Threat Intelligence einen Firewall-Hack im großen Ausmaß beobachtet und analysiert hat. Der russischsprachige, finanziell motivierte Kriminelle soll mit KI geschriebene Skripte genutzt haben, um Einfallstore von über 600 FortiGate-Geräten (Hardware-Firewalls) in über 55 Ländern zu finden.

Die Angriffe wurden vom 11. Januar bis zum 18. Februar beobachtet. Beobachtet wurde dabei, dass keine neuen Sicherheitslücken oder Angriffsformen genutzt wurden. Es wurden lediglich KI-Werkzeuge verwendet, um ohne eigene Programmierkenntnisse schlecht gesicherte Verwaltungs- und Wartungsports in den Internetverbindungen der Firewall-Geräte zu finden. Über diese Einfallstore wurden verschiedene Informationen der dahinter liegenden Systeme extrahiert.

Es wird angenommen, dass vermittels der extrahierten Daten Ransomware-Angriffe vorbereitet werden sollten. Ransomware ist Schadsoftware, welche das System lahmlegt bzw. verschlüsselt und vor den eigentlichen Usern abschirmt. Für die Freigabe und Entschlüsselung wird dann ein Lösegeld (Ransom) verlangt. Damit soll der Hacker-Angriff finanziell lukrativ werden.

Warnung: Mit KI-Chatbots erstellte Passwörter sind nicht sicher

Die Firma Irregular weist aktuell darauf hin, dass mit KI erstellte Passwörter nicht sicher sind und auch nicht verwendet werden sollten. Das Unternehmen, dass nach eigenen Angaben Sicherheitslösungen gegen KI-Angriffe bietet, beschreibt in seiner Veröffentlichung, warum das so ist: Die Sprachmodelle (LLMs) von ChatGPT, Gemini und Co. sind darauf ausgelegt, plausible und vorhersehbare Ergebnisse zu liefern. Sie sind nicht für die Ausgabe von Zufälligkeiten gemacht.

Das heißt, dass auch Passwörter mit vielen Zeichen – Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen in scheinbar wildem Mix – vorhersehbaren Mustern folgen. Erfolgt nun ein Bruteforce-Angriff auf einen damit „abgesicherten“ Account, der ebenfalls mit KI-generierten Passwörtern befeuert wird, dann ist der Zugang schnell geknackt. Denn die KI-Zeichenfolge folgt vorhersehbaren Mustern.

Sich ein Passwort mit zufälligen Zeichenfolgen auszudenken, ist nicht so schwer. Wer dafür einen Chatbot nutzt, lädt sich die Schuld der damit einhergehenden Probleme meiner Meinung nach zum Teil selbst auf. Man sollte sich also ein-zwei Minuten Zeit nehmen, um selber ein Passwort zu erstellen. Und was noch wichtiger ist: Die Zwei-Faktor-Authentisierung aktivieren, um bei fragwürdigen Zugriffen informiert zu bleiben und den Zugang zu verweigern. Wenn möglich, kann man zusätzlich auf einen Passkey umsteigen.

Discord verschiebt Altersverifizierung nach User-Beschwerden

Wie bereits vor zwei Wochen aufgezeigt, wollten die Anbieter der beliebten Online-Plattform Discord ab März einen Alterscheck einführen. Der sollte zwar nur jenen Teil der User betreffen, die Server und Inhalte verwenden, die nicht jugendfrei sind. Jedoch gab es seitens der Discord-User so viele Beschwerden und Datenschutz-Bedenken, dass Discord die Altersverifizierung nun verschiebt.

Wie die BBC schreibt, ist die Überprüfung des Alters der Discord-User damit aber nicht aufgehoben, sondern nur bis ins zweite Halbjahr 2026 aufgeschoben. Bis dahin sollen zusätzliche Optionen für die Alterschecks entwickelt werden, sodass etwa der Upload eines Ausweisdokuments oder die Altersschätzung eines Videoselfies nicht genutzt werden müssen, wenn man dies nicht möchte.

Den originalen Blogbeitrag des Discord Co-Gründers Stanislav Vishnevskiy zum Thema gibt es hier.

Programmtipp: „Die gefährlichsten Firmen der Welt – Big Tech“

Von ZDFinfo gibt es in der ZDF Mediathek aktuell eine Zweiteiler-Doku über die großen Tech-Konzerne Amazon, Apple, Google, Meta und Microsoft, also die sogenannten „Big Five“. Die Reihe heißt „Die gefährlichsten Firmen der Welt – Big Tech“ und geht auf die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen der Unternehmen ein.

Folge 1 trägt den Titel „Der Aufstieg der Datenkraken“ und zeigt die Entwicklung der Firmen von anfangs eher kleinen Plattformen oder reinen Technikanbietern hin zu umfangreichen Ökosystemen, denen schwer zu entkommen ist. Damit einher geht auch die Betrachtung ihrer Datensammelwut. In Folge 2 „Milliarden, Manipulation, Macht“ geht es um die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen des Ganzen.

Initiative „Stop Killing Games“ wird zur NGO

Die Initiative Stop Killing Games wurde jüngst neu aufgestellt. So wurde u. a. eine NGO (Non-Governmental Organization = Nichtregierungsorganisation) gegründet, die als zivilgesellschaftlicher Interessenverband mit Gesetzgebern ins Gespräch kommen will. Etwa gegenüber der Europäischen Union soll damit Lobbyarbeit geleistet werden. Das Ziel sind Gesetze, die Videospiele wie andere Produkte behandeln und so deren Zugänglich zusichern.

Denn der große Kritikpunkt von „Stop Killing Games“ ist, dass viele zum Kauf angebotene Videospiele für das ordentliche Funktionieren einen Zugang zu den Developer- bzw. Publisher-Servern benötigen. Werden diese Server aufgegeben, lassen sich die Spiele nicht mehr in der einst gekauften Form nutzen. Neben Online-Multiplayer-Funktionen betrifft das oft auch Single-Player-Modi. Diese Probleme sollen zukünftig unterbunden werden.

iOS 26.4 Beta 2: RCS-Verschlüsselung nun auch beim Austausch mit Android-Geräten

In unserem Beitrag Erste Beta: Was bringt iOS 26.4 aufs iPhone? haben wir bereits aufgezeigt, dass Apple aktuell die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von RCS-Nachrichten testet. Dies war dabei vorerst nur für den Austausch zwischen Apple-Geräten der Fall. Mittlerweile ist aber schon die zweite Beta erschienen, und diese weitet den Test auf die Kommunikation mit Android-Smartphones aus, wie etwa heise online berichtet.

Wann genau RCS 3.0 in iOS implementiert wird, ist noch fraglich, da Apple selbst bisher nur von einem Test in den aktuellen Betas spricht. Die Integration der verschlüsselten und weiterhin verbesserten RCS-Nachrichten wird für eine spätere, nicht näher benannte iOS-Version versprochen. Möglich ist, dass damit iOS 27 gemeint ist, das erst im Herbst dieses Jahres veröffentlicht wird.

iPhone und iPad für den Umgang mit vertraulichen NATO-Informationen zugelassen

Nach strengen Sicherheitstests und einer umfassenden Bewertung durch die deutsche Regierung sind iPhone und iPad die ersten Consumer-Endgeräte, die für den Umgang mit vertraulichen Informationen in NATO-Sicherheitsbereichen zugelassen sind“, schreibt Apple diese Woche in seinem Online-Newsroom.

Die Mobilgeräte mit iOS und iPadOS seien die ersten und einzigen Geräte, die von der NATO ohne zusätzliche Sicherheitssoftware von Drittanbietern für die Nutzung vertraulicher Materialien verwendet werden könnten, heißt es weiter. Zuvor hatte schon das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestätigt, das iPhones und iPads ab Werk für den Umgang mit Verschlusssachen geeignet sind.

Apple nutzt diese Einstufungen natürlich gern, um Werbung für seine Geräte und Betriebssysteme zu machen.

Jubiläum eines Spiele-Phänomens: 30 Jahre Pokémon

Die Pokémon-Spielereihe feiert heute ihr 30-jähriges Jubiläum. Am 27. Februar 1996 erschienen in Japan die ersten beiden Versionen für den Nintendo Game Boy. In Deutschland kamen die Spiele in überarbeiteter und übersetzter Form am 8. Oktober 1999 heraus.

Die ab 1990 von Game Freak entwickelten Pokémon-Spiele haben sich seither zum globalen Phänomen entwickelt und viele weitere Versionen („Generationen“) sowie Spin-Offs und Merchandise hervorgebracht. Und nicht zuletzt eine riesige Fan-Gemeinde.

Zuletzt haben sich die Fans aber eher negativ zu den Jubiläumsangeboten von Nintendo geäußert. Die überarbeiteten Versionen der ersten Spielegeneration (Blattgrün und Feuerrot) werden zu jeweils 20 Euro für die Nintendo Switch neu aufgelegt. Und das, obwohl sie auch als Inhalte im Abo-Dienst „Nintendo Switch Online“ hätten veröffentlicht werden können. Dieser bietet einen Bereich mit Game Boy-Spielen.

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