Apples „große Woche“ ist vorbei, zahlreiche neue Geräte wurden vorgestellt. Doch neben MacBook Neo und iPhone 17e gab es diese Woche noch weitere Tech-News. In der Sir Apfelot Wochenschau für die Kalenderwoche 10 des Jahres 2026 habe ich u. a. diese Meldungen zusammengefasst: Videos von Meta-Brillen landen bei Drittfirmen, Android-App erkennt Smart Glasses in der Nähe, Cybercrime-Plattformen LeakBase und Tycoon2FA ausgehoben, „Coruna“-Werkzeug nutzt 23 iOS-Schwachstellen aus, KI-Inhalte bei Apple Music bald markierungspflichtig, und mehr!
Kapitel in diesem Beitrag:
- 1 Meta-Brillen von Ray-Ban und Oakley: Videos landen bei Clickworkern von Drittfirmen
- 2 Android-App findet Smart Glasses in der Umgebung und warnt
- 3 ARD integriert KI-Stimmen für regionale Wetter- und Verkehrsmeldungen im Radio
- 4 LeakBase: Internationale Strafverfolgungsbehörden heben Cybercrime-Forum aus
- 5 Europol legt Phishing-Service „Tycoon2FA“ lahm
- 6 iPhone-Hacking mit „Coruna“ nutzt 23 Schwachstellen auf einmal aus
- 7 Mehr Transparenz: Apple führt KI-Tags für Music-Inhalte ein
- 8 Die Sir Apfelot Beiträge der Woche
- 9 Noch mehr Sir Apfelot für euch!
Meta-Brillen von Ray-Ban und Oakley: Videos landen bei Clickworkern von Drittfirmen
Der globale Markt für Smart Glasses ist im zweiten Halbjahr 2025 um 139% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen, schreibt Counterpoint Research. Dabei stellen KI-Brillen ganze 88% der verkauften Smart Glasses dar. Und Meta hatte an diesen im zweiten Halbjahr 2025 einen Anteil von 82%.
Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man den ausführlichen Bericht zur Datenweitergabe der Meta KI-Brillen vom Svenska Dagbladet liest. Darin wird aufgezeigt, dass Meta standardmäßig und ohne Deaktivierungsmöglichkeit das Videomaterial der Brillen zur Auswertung an Clickworker (Billigarbeiter) von Drittfirmen weitergibt. Sie kategorisieren die Aufnahmen, um damit KI-Modelle zu trainieren. Eine Zusammenfassung des englischsprachigen Artikels gibt’s auf Deutsch bei heise online.
Die Clickworker, welche die Aufnahmen der Ray-Ban- und Oakley-Brillen von Meta auswerten, sitzen dabei u. a. in Kenia. Sie markieren und beschriften die Videos, sodass beim KI-Training die KI-Modelle lernen, was zu sehen ist – inklusive Sex, Toilettengänge, Umkleide-Szenen, Gewalttaten und alles andere. Dabei wichtig: Nicht nur bei aktiv initiierten Videoaufnahmen geht die Kamera an, sondern bei jeder KI-Anfrage und -Aufgabe. Jede Aufnahme landet bei Meta und den Drittfirmen.
Android-App findet Smart Glasses in der Umgebung und warnt
Nicht nur für die Träger/innen von KI- und anderen Kamera-Brillen sowie deren näheres Umfeld sind die Wearables eine Datenschutz-Katastrophe. Auch für alle anderen, die mehr oder minder zufällig im Alltag durch die überflüssigen Geräte gefilmt, fotografiert, analysiert und katalogisiert werden, ist das Recht am eigenen Bild quasi auf Metas und Snapchats Geheiß hin verwirkt.
Das sollte sich aber niemand gefallen lassen, was auch Dr. Yves Jeanrenaud von PocketPC.ch meint. Deshalb hat er die Android-App „Nearby Glasses“ entwickelt, welche vor Smart Glasses in der Nähe warnt. Erkannt werden die Technik-Brillen (Modelle von Meta und Snap) dabei durch ihre Bluetooth-Signale. Details gibt’s im Google Play Store und bei GitHub.
ARD integriert KI-Stimmen für regionale Wetter- und Verkehrsmeldungen im Radio
Letztens habe ich mich noch darüber ausgelassen, dass private Radiosender stundenlang KI-Musik spielen und auch die KI-Moderation kaum noch Zukunftsgeträller ist. In dem Beitrag habe ich dann meine zwei Lieblingssendungen aus dem ARD-Katalog genannt: „Pop – Die Abendshow“ und die „ARD-Popnacht“.
Aber gerade bei diesen kommen nun KI-Stimmen für regionalisierte Wetter- und Verkehrsmeldungen zum Einsatz (offizielle Pressemeldung). Da werde ich mir wohl demnächst mal Ironic bei SWR3 wünschen :D Arbeitsstellen sollen durch den KI-Einsatz nicht wegfallen, lediglich überregional produzierte Inhalte regional ansprechender gemacht werden.
LeakBase: Internationale Strafverfolgungsbehörden heben Cybercrime-Forum aus
Am 3. März 2026 haben Strafverfolgungsbehörden aus 14 Ländern gemeinsam eine Aktion gegen das Cybercrime-Forum „LeakBase“ vorgenommen. Darunter waren auch Europol und das US-amerikanische Department of Justice (DOJ). In dem seit 2021 betriebenen Forum wurden vor allem gestohlene Daten (Kreditkarten, Logins, etc.) und Werkzeuge für Hacks ausgetauscht.
Im Rahmen der weltweiten Aktion gab es Maßnahmen in über einem Dutzend Länder, auch Deutschland. Es gab Hausdurchsuchungen und Festnahmen in mehreren der teilnehmenden Länder. Dabei wurde direkt gegen die 37 aktivsten LeakBase-User vorgegangen, aber auch die Datenbank des Forums gesichert, um alle weiteren User ausfindig zu machen und vor Gericht zu stellen. Weitere Infos gibt’s bei Europol und beim DOJ.
Europol legt Phishing-Service „Tycoon2FA“ lahm
Parallel zu den Maßnahmen gegen LeakBase gab es auch noch eine gemeinsame Aktion von Europol, verschiedenen lokalen Strafverfolgungsbehörden sowie einigen privaten Unternehmen – unter anderen Microsoft. Bei dieser wurde gegen das „Phishing-as-a-Service“-Angebot von Tycoon2FA vorgegangen.
Die kriminellen User haben von Tycoon2FA per Abo ein Werkzeug erworben, dass bestimmte Zwei-Faktor-Authentisierungsvorgänge abfangen kann. Es dient dem Hacken von Accounts und damit Plattformzugängen. Neben dem seit spätestens 2023 laufenden Angebot selbst wurden zusätzlich 330 Domains mit Phishing-Seiten und Steuerkonsolen lahmgelegt. Sie stellten die Kerninfrastruktur des Ganzen dar, heißt es bei Europol.
iPhone-Hacking mit „Coruna“ nutzt 23 Schwachstellen auf einmal aus
Ein auf „Coruna“ getauftes Hacking-Werkzeug, dessen Ziel iOS-Geräte sind, wurde kürzlich ausführlich von der Google Threat Intelligence Group (GTIG) und von iVerify beschrieben. Dass es fünf komplette Exploit-Ketten auf Grundlage von 23 Schwachstellen nutzt, deutet auf massive Ressourcen bei der Entwicklung hin. Es wird davon ausgegangen, dass Coruna von der US-Regierung in Auftrag gegeben wurde. Allerdings ist es in die Hände von (russischen) Hackern gelangt.
In der freien Wildbahn genutzt wurde Coruna – oder zumindest Teile davon – wohl schon seit Anfang 2025. Die Infizierung ist bereits durch den Besuch von manipulierten Webseiten möglich. Webseiten mit Inhalten zu Kryptowährungen, Glücksspiel und Pornografie sollen vor allem genutzt worden sein. Anfällig für die Infizierung mit der Malware, die Krypto-Währungen, E-Mails und Fotos klauen soll, sind Geräte mit iOS 13.0 bis iOS 17.4. Neuere Versionen sollen gegen Coruna geschützt sein.
Apple hat diese Woche die Partner seines Musik-Abodienstes „Apple Music“ darüber informiert, dass zukünftig für KI-generierte Inhalte entsprechende Tags zu vergeben sind, schreibt 9to5Mac. So soll von den Platten- und Vertriebsfirmen transparent gemacht werden, wenn größere Teile der Musik, größere Teile der Komposition (inkl. Liedtexte), größere Teile der Albumkunst (Cover, etc.) und / oder größere Teile eines Musikvideos mit generativer KI erstellt wurden.
Genaue Richtlinien, ab welchem Ausmaß der KI-Nutzung die Tags zu vergeben sind, gibt es von Apple nicht. Es wird den Bereitstellenden überlassen, einzuschätzen, ob ihre Angebote zu großen, kleinen oder keinen Teilen von KI berechnet wurden. Dennoch bleibt zu hoffen, dass die Markierungen für KI-Inhalte vergeben werden und dass Apple deren Ausblenden in den Suchergebnissen sowie in den Empfehlungen ermöglicht.
Die Sir Apfelot Beiträge der Woche
- Nicht nur Geräte: Apple veröffentlicht macOS, iOS und iPadOS 26.3.1
- MacBook Neo: Zwei verschiedene USB-C-Anschlüsse, kein MagSafe
- Apple MacBook Neo: Preisunterschied nicht nur wegen SSD-Speicher
- MacBook Neo – Apples neuer Budget-Laptop ist da!
- Audible Standard-Abo für 6,99€ startet offiziell in Deutschland
- Neue Apple-Monitore: Studio Display und Studio Display XDR
- Apple MacBook Pro jetzt mit M5 Pro und M5 Max
- M5 MacBook Air – Neuer Apple-Laptop mit N1-Chip für WLAN 7
- M4 iPad Air – Mehr Arbeitsspeicher im neuen Modell!
- iPhone 17e: Das ist Apples neues Budget-Smartphone!
- Dateien durch Umbenennen konvertieren: Mit diesen Mac-Apps klappt’s!
- Sir Apfelot Wochenschau KW 9, 2026
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Johannes hat nach dem Abitur eine Ausbildung zum Wirtschaftsassistenten in der Fachrichtung Fremdsprachen absolviert. Danach hat er sich aber für das Recherchieren und Schreiben entschieden, woraus seine Selbstständigkeit hervorging. Seit mehreren Jahren arbeitet er nun u. a. für Sir Apfelot. Seine Artikel beinhalten Produktvorstellungen, News, Anleitungen, Videospiele, Konsolen und einiges mehr. Apple Keynotes verfolgt er live per Stream.










