Es ist zwar Freitag der 13., aber nichtsdestotrotz ein Freitag. Und deshalb gibt es heute wieder eine neue Sir Apfelot Wochenschau. Dieses Mal habe ich Apple- und Tech-News aus der Kalenderwoche 7 des Jahres 2026 gesammelt. Unter anderem diese Meldungen sind mit dabei: Liedtexte bei YouTube Music hinter Paywall, Spotify-„Backup“ scheinbar teilveröffentlicht, Discord mit Altersabfrage ab März, Ring erntet Kritik für „Search Party“-Funktion, YouTube veröffentlicht offizielle visionOS-App, Google baut AirDrop-Interoperabilität aus, und mehr!
Kapitel in diesem Beitrag:
- 1 Liedtexte bei YouTube Music jetzt nur noch mit Abo
- 2 Anna’s Archive: Scheinbar erste Spotify-Inhalte zum Download bereitgestellt
- 3 Discord erntet Kritik nach Ankündigung von Altersabfragen ab März
- 4 ChatGPT zeigt bald Werbung an, wenn man kein teures Abo nutzt
- 5 Studie zeigt: KI-Einsatz im Job spart keine Arbeit, sondern weitet sie aus
- 6 Kritik an Ring Kamera-Türklingeln und deren „Search Party“-Feature
- 7 Nach zwei Jahren: YouTube veröffentlicht offizielle visionOS-App
- 8 Weitere Android-Geräte können bald mit Apples AirDrop kommunizieren
- 9 KI-Modell VSSFlow von Apple kann Videos ohne Audiospur mit Ton ausstatten
- 10 Die Sir Apfelot Beiträge der Woche
- 11 Noch mehr Sir Apfelot für euch!
Liedtexte bei YouTube Music jetzt nur noch mit Abo
Wie u. a. 9to5Google aufzeigt, scheint YouTube aktuell eine Paywall für Liedtexte einzuführen. Wer über das Angebot von YouTube Music die Lyrics von Liedern abrufen will, bekommt maximal ein paar kostenlose Probe-Texte. Nach ein paar Liedern wird dann aber der Hinweis angezeigt, dass für weitere Lyrics ein Abonnement nötig ist – nämlich das YouTube Music Abo oder das YouTube Premium Abo.
Zum Glück gibt es für verschiedene Systeme alternative Apps für die Musikwiedergabe. Wer lokale Musik nutzt, also z. B. MP3- oder FLAC-Dateien, kann in einigen Mediaplayer-Programmen kostenlos die Liedtexte aus Online-Verzeichnissen abrufen. Am Apple Mac empfehle ich dafür HiFidelity. Die App spielt verschiedene Musik-Dateiformate ab und bietet eine Lyrics-Suche.
Anna’s Archive: Scheinbar erste Spotify-Inhalte zum Download bereitgestellt
Wie bereits letztes Jahr berichtet, hat das für Bücher- und eBooks-Raubkopien bekannte „Anna’s Archive“ nach eigenen Angaben ein „Backup“ von Spotify erstellt. Soll heißen, dass nicht nur die Metadaten aller Songs, sondern auch die Musikdateien selbst abgegriffen wurden. Damals wurde angekündigt, dass die Songs stückweise veröffentlicht werden sollen. Damit wurde nun scheinbar begonnen. Zumindest ein erstes großes Paket aus Musikdateien ist online.
Ohne Ankündigung wurden scheinbar bereits mehrere Terabyte in die Datenbanken eingepflegt, wie TorrentFreak berichtet. Trotz Klagen von Spotify und Musik-Labels sowie einer einstweiligen Verfügung eines US-Gerichts wurden vor ein paar Tagen knapp 6 TB Daten als Torrent-Downloads bereitgestellt. Die 47 Verzeichnisse sollen jeweils rund 60.000 Dateien enthalten, also insgesamt etwa 2,82 Millionen Dateien. Diese sind mit IDs benannt, die vermittels einer ID-Übersicht in Artist, Album, Genre und andere Daten übertragen werden können.
Discord erntet Kritik nach Ankündigung von Altersabfragen ab März
Ab kommendem Monat will der Community- und Chat-Client Discord mehr auf Jugendschutz setzen. Dafür sollen Alterschecks sorgen, die entweder per Videoselfie oder Ausweisdokument realisiert werden sollen. Da beides einen Eingriff in die Privatsphäre der User darstellt, gab es kurz nach der offiziellen Ankündigung am 9. Februar schon ordentlich Kritik.
Am 10. Februar wurde die Pressemitteilung daher um eine Klarstellung zum Thema erweitert. Darin heißt es, dass nicht alle User ihr Alter verifizieren müssten, sondern nur jene, die auf sensible bzw. altersbeschränkte Inhalte und Server zugreifen. Die meisten User sollen daher Discord wie gehabt verwenden können, ohne jemals nach ihrem Alter oder einem Nachweis gefragt zu werden.
Da es kaum eine brauchbare Discord-Alternative (mit allen wichtigen Funktionen des Dienstes) gibt, könnten die Maßnahmen in Zukunft weiter ausgebaut werden. Eine größere Abwanderung von Usern muss dabei nicht befürchtet werden.
ChatGPT zeigt bald Werbung an, wenn man kein teures Abo nutzt
Wer geglaubt hat, dass OpenAI keine Werbung in ChatGPT einbauen wird, hat sich geirrt. Natürlich kommt ein nicht rentables Unternehmen mit zahlreichen Investoren, die irgendwann mal Gewinne sehen wollen, nicht lange ohne Werbung aus. Und so werden nun „gesponserte Links“ in ChatGPT-Unterhaltungen getestet. Vorerst zwar nur in den USA, aber man kann davon ausgehen, dass das Werbeprogramm bald ausgeweitet wird.
OpenAI hat die Maßnahme offiziell angekündigt. Thematisch sollen die Anzeigen den Chat nicht beeinflussen (es soll also kein „Dieses Produkt ist die Lösung für dein Problem“ geben). Außerdem sollen sie sich grafisch vom regulären Chat abheben. Dennoch stellen sie eine Unterbrechung dar. Die Werbeeinblendungen sind für die Nutzung des kostenlosen Angebots und des günstigsten Abos ChatGPT Go vorgesehen. Keine Werbung gibt’s in den teureren Abo-Tiers.
Studie zeigt: KI-Einsatz im Job spart keine Arbeit, sondern weitet sie aus
Eine der Versprechungen von KI-Konzernen und ihren Werkzeugen ist, dass die Arbeit damit vereinfacht und schneller erledigt werden kann. Doch der praktische Einsatz von generativer KI in Unternehmen zeichnet ein anderes Bild, wie die Harvard Business Review mit Bezug auf eine mehrmonatige Beobachtung von 200 Beschäftigten aufzeigt. Da diese immer neue Aufgabenfelder erschließen müssen, führt der KI-Einsatz zu mehr Arbeit und mehr Stress.
Durch die anfangs schnellere Erledigung von Arbeit werden kurzfristig weitere und teils fachfremde Aufgaben übernommen. Bürokräfte versuchen sich an Design, Produktmanager fangen an zu programmieren, usw. Anschließend müssen aber immer mehr Fehler bereinigt und die eigentlichen Fachleute herangezogen werden. Dadurch und durch die Ausweitung der KI-Arbeit in Pausen- und Freizeiten wurde mehr gearbeitet – und das zunehmend im Multitasking, was eine eigene Fehlerquelle darstellt.
Kritik an Ring Kamera-Türklingeln und deren „Search Party“-Feature
Im Rahmen des „Super Bowl“-Sportevents hat die Amazon-Tochter Ring einen Werbespot ausspielen lassen, der das schon seit Monaten im Testlauf befindliche „Search Party“-Feature bewirbt. Durch dieses sollen entlaufene Hunde vermittels benachbarter Ring Kamera-Türklingeln gefunden werden. Diese werden automatisch angezapft und Aufnahmen per KI mit der Haustier-Suchanfrage einzelner User abgeglichen.
Hieran regte sich, vor allem in den durch den gewaltsamen Einsatz von ICE-Personal gezeichneten USA, schnell Kritik. Denn man braucht nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, was dieses automatisch aktivierte Kameranetzwerk für ein Werkzeug in der Verfolgung von Menschen sein kann. Die Abfrage von eigentlich vertraulichen und privaten Aufnahmen der Ring-Kameras durch Strafverfolgungs- oder andere Behörden ist (zumindest in den USA) keine Seltenheit.
Quellen zum Weiterlesen: 404 Media (englisch) und heise online (deutsch). Podcast zum Thema: BBC The Interface (englisch).
Nach zwei Jahren: YouTube veröffentlicht offizielle visionOS-App
Rund zwei Jahre ist die Apple Vision Pro jetzt schon auf dem Markt. Zum Start der VR-Brille hatten sich mehrere Medienkonzerne gegen eine visionOS-App gewehrt, etwa Netflix und YouTube. Von YouTube gibt es nun aber ein Einlenken. Nach dem Vorgehen gegen eine inoffizielle App 2024 sowie der YouTube-Webseite im Browser als einzige Nutzungsmöglichkeit gibt es nun eine offizielle YouTube App für die Vision Pro.
Mit der App kann der gesamte Videokatalog von YouTube über Apples Headset abgerufen werden. Das gilt neben regulären Querformat-Videos auch für YouTube-Shorts im Hochformat. Und nicht zuletzt für 3D-Videos, 180°-Videos und 360°-Videos. Einzig eine Einschränkung für Videos in 8K-Auflösung gibt es: Hierfür ist die Apple Vision Pro mit M5-Chip (Modell von 2025) vonnöten. Auf dem M2-Modell von 2024 werden maximal 4K wiedergegeben.
Die Nutzung des eigenen Accounts inklusive Abos, Verlauf, Favoriten, Playlists, Premium-Abo und dergleichen ist in der App nach einer Anmeldung möglich.
Weitere Android-Geräte können bald mit Apples AirDrop kommunizieren
Bereits im November 2025 hatte Google angekündigt, seinen kabellosen Android-Datenaustausch „Quick Share“ mit dem an Apple-Geräten genutzten „AirDrop“ kompatibel zu machen. Den Start machten dabei die Google-eigenen Smartphones der Pixel 10 Reihe. Wie MacRumors aufzeigt, soll die AirDrop-Interoperabilität von Android dieses Jahr auf weitere Geräte ausgeweitet werden.
Neben dem Pixel 10, Pixel 10 Pro, Pixel 10 Pro XL und Pixel 10 Fold sollen zukünftig die unterschiedlichsten Android-Geräte in einen vereinfachten Datenaustausch mit dem iPhone, iPad und Mac treten können. Dabei wurde von Google aber noch nicht spezifiziert, um welche Geräte es sich im nächsten Schritt handeln soll. Einige Hersteller sollen aber schon an der Implementierung arbeiten.
KI-Modell VSSFlow von Apple kann Videos ohne Audiospur mit Ton ausstatten
Das Machine Learning Team von Apple hat seine Studien zu einem neuen KI-Modell vorgestellt. Dieses soll die Probleme einiger bisher schon verfügbaren Technologien beseitigen. Denn bisher bereits verfügbare Modelle für die Video-zu-Sound-Generierung sind nicht gut darin, Sprache zu generieren. Und bisherige Text-zu-Sprache-Modelle verstehen sich nicht auf die Erzeugung von Soundeffekten und Umgebungsgeräuschen.
Mit dem neu vorgestellten VSSFlow will Apple beide Probleme mit nur einem multimodalen Modell lösen. Dieses soll Stummfilme bzw. Videos ohne Audiospur sowohl mit den passenden Soundeffekten und Geräuschen als auch mit Sprache bzw. Dialogen ausstatten. Neben dem verlinkten Paper gibt es mittlerweile einige Zusammenfassungen davon, etwa bei 9to5Mac. Dort werden die wichtigsten Punkte aufgeführt, die Funktionalität anhand von Grafiken beschrieben und Beispiele gezeigt.
Die Sir Apfelot Beiträge der Woche
- Mac-Trick: Update-Hinweis abschalten für Pages, Numbers und Keynote
- Wieder Siri-Probleme: Neue Version erst mit iOS 26.5 oder iOS 27?
- Apple veröffentlicht 26.3-Updates für iPhone, Mac, Watch und Co.
- Stundenlang KI-Musik auf privaten Radiosendern: Unterhaltung oder Verfall?
- Leaker bekräftigt: iPhone 18 Pro bekommt 5G-Mobilfunk über Satellit
- Itsytv für Mac: Apple TV Fernbedienung in der Menüleiste von macOS
- Gratis und privat: DuckDuckGo stattet „duck.ai“-Angebot mit KI-Sprachchat aus
- Spacer: Individuelle Zwischenräume für Menüleistensymbole einrichten
- Apples „27“-Betriebssysteme mit Fokus auf Bug-Fixes, Leistung und Designanpassung
- Stark reduziert: AirTag der 1. Generation jetzt für 24,99 Euro
- Sir Apfelot Wochenschau KW 6, 2026
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Johannes hat nach dem Abitur eine Ausbildung zum Wirtschaftsassistenten in der Fachrichtung Fremdsprachen absolviert. Danach hat er sich aber für das Recherchieren und Schreiben entschieden, woraus seine Selbstständigkeit hervorging. Seit mehreren Jahren arbeitet er nun u. a. für Sir Apfelot. Seine Artikel beinhalten Produktvorstellungen, News, Anleitungen, Videospiele, Konsolen und einiges mehr. Apple Keynotes verfolgt er live per Stream.











YouTube Music kann seine Liedertexte gerne behalten. Ich habe ca. 700 MP3s und diese haben fast alle die zugehörigen Liedertexte in den Metatags. War zwar einiges an Arbeit, aber es läuft. 😃 Das geht sogar mit Boardmitteln, sprich Apple Musik-App am Mac.
ChatGPT kann gerne Werbung anzeigen. Irgendwie muss man sich ja finanzieren. Falls die Werbung allerdings überhandnimmt, werde ich von ChatGPT wohl Abstand nehmen.
KI-Einsatz im Job: Wer geglaubt hat, dass KI im Job Arbeit erspart, zieht sich die Hose vermutlich mit der Kneifzange an. Durch KI wird die Arbeit höchstens verdichtet, da man in der Zeit mehr leisten kann. Was anderes habe ich nie erwartet. Auch wenn KI – richtig eingesetzt – sehr hilfreich sein kann, werden die Firmen wohl nicht zusehen, wie die Mitarbeiter während der Arbeit die Seele baumeln lassen.