Stop Hate for Profit – Was steckt hinter dem Facebook-Boykott?

Aktuell machen der Spruch „Stop Hate for Profit“ sowie die Hashtags #StopHateForProfit und #StopHate4Profit die Runde. Dabei geht es um einen Werbeboykott bei Facebook, der von großen Firmen getragen wird und auf Facebooks nicht wahrgenommene Rolle im öffentlichen Diskurs aufmerksam machen soll. Wie auf der offiziellen Webseite der Aktion beschrieben, kommen 99% der Einnahmen Facebooks durch Werbeanzeigen herein. Doch den Werbenden reicht es jetzt, dass auf der Plattform mit den aktuell 70 Milliarden US-Dollar nichts gegen Hass, Hetze, Faschismus und Rassismus getan wird. Zudem werden Fehlentscheidungen, wie die Bezeichnung von „Breitbart News“ als „vertrauenswürdige Nachrichtenquelle“, angeprangert.

Stop Hate for Profit – unter diesem Motto boykottieren Unternehmen die Werbe-Möglichkeit auf der Social-Media-Plattform von Mark Zuckerberg. Hier findet ihr Details und weiterführende Links.

Stop Hate for Profit – unter diesem Motto boykottieren Unternehmen die Werbe-Möglichkeit auf der Social-Media-Plattform von Mark Zuckerberg. Hier findet ihr Details und weiterführende Links.

Stop Hate for Profit – Übersetzung und Bedeutung

„Stop Hate for Profit“ heißt auf Deutsch „Stopp(t) Hass für Profit“. Soll heißen, dass auf Facebook, einer ganz klar auf Profit ausgelegten Social-Media-Plattform, kein Hass mehr toleriert und zur Bindung von Nutzer/innen genutzt werden soll. Denn natürlich geht der Konzern von Mark Zuckerberg wohl nur teilweise aus eigener politischer Überzeugung nicht gegen Holocaustleugner/innen, rassistischen Content, Gewaltverherrlichungen und ähnliches vor. 

Vielmehr sollen so viele Menschen wie möglich auf der Plattform gehalten werden, damit für Werbung schaltende Unternehmen die größtmöglichen Zielgruppen angeboten und höchstmögliche Preise verlangt werden können. Hier wird also ganz klar Menschenverachtung toleriert, um Geld zu machen. Rassismus, Nazi-Inhalte und Gewalt werden in Kauf genommen, um noch mehr Gewinn zu machen.

Diese Unternehmen machen bei #StopHateForProfit mit

Die ganze Liste der bisher über 90 Teilnehmenden könnt ihr hier einsehen. Große Namen daraus sind: Arc’teryx, Coca Cola, Honda, Levi’s, Mozilla, Unilever, Verizon und viele mehr. Natürlich könnte man den einzelnen Unternehmen und Konzernen unterstellen, dass sie sich eine wirtschaftliche Win-Win-Situation schaffen, indem sie ihr Werbebudget einbehalten und gleichzeitig auf einer „Welle aus Aktivismus“ mitschwimmen. Gleichzeitig bekommen sie Aufmerksamkeit und damit kostenlose PR. 

Möglich ist es. Aber aus einem anderen Winkel betrachtet findet Aktivismus heutzutage eben auch digital statt und die Nutzung bestimmter Hebel (wie das Zurückhalten von Werbeausgaben auf bestimmten Seiten) ist eine Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen und auf den Facebook-Konzern Druck auszuüben. Zudem werden Nutzer/innen für die fraglichen Inhalte sensibilisiert.

So reagiert Facebook auf den Werbeboykott

Auf der Webseite der Aktion findet ihr noch viele weitere Informationen, zum Beispiel die weiteren Schritte, die nach dem Werbeboykott angestrebt werden sollten, oder einen Hinweis darauf, wie man als Verbraucher/in aktiv werden kann. Doch was macht Facebook derweilen? Wie reagiert der Konzern, der jetzt weniger Einnahmen bekommt, weil er Faschismus, Rassismus, Hass und Hetze toleriert? 

Unter anderem der Spiegel (hier) und t-online (hier) geben einen Einblick. Demnach sollen vor allem Posts von politischen Akteur/innen besser moderiert werden, sodass sie entweder mit einem Hinweis versehen oder gelöscht werden, wenn sie fraglichen Inhalt aufweisen. Auch bei Werbung (etwa Wahlwerbung) soll endlich mal auf Menschenrechte geachtet werden. Also nur ein Tropfen auf den heißen Stein, da Facebook bei allen Nutzer/innen, in Gruppen, auf Like-Seiten und so weiter gegen jegliche Hetze vorgehen sollte.

So könnt ihr Beiträge und Kommentare auf Facebook melden

Fallen euch auf der Social-Media-Plattform Beiträge oder Kommentare auf, die rassistisch, faschistisch oder anderweitig hassschürend sind, solltet ihr nicht wegsehen. Ihr könnt sie sowohl im Webbrowser als auch in der App melden. Klickt oder tippt dazu einfach rechts oben auf die drei Punkte und dann auf „Support erhalten oder Beitrag melden“. Anschließend könnt ihr einen Grund für die Meldung auswählen (bspw. Hassrede, Falschmeldung oder auch Gewalt). Damit helft ihr, entsprechende Inhalte aus dem Verkehr zu ziehen. Eine Garantie, dass das Gemeldete gelöscht wird, gibt es aber nicht.


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