Apple VPN – ein logisches Feature für Apple One oder iCloud+?

Wird es ein VPN mit Apple One geben?

Es steht wohl außer Frage, dass Apple sich Privatsphäre und Sicherheit für die Benutzer ziemlich dick auf die Fahne geschrieben hat. Nicht zuletzt ist die Sicherheit für die iPhone-Nutzer auch eines der Hauptargumente, mit denen Apple seinen App Store Zwang aufrechterhalten und Sideloading von Apps aus anderen Quellen verhindern möchte.

Sandboxing ist ein Teil des Sicherheitskonzeptes

Unterm Strich ist aber kein iPhone vor Hackern sicher. Zwar bietet das Sandboxing in iOS einen guten Schutz, um Apps in einem Container einzusperren und zu verhindern, dass sie auf die Daten von anderen Apps oder auf Teile des Betriebssystems zugreifen können, aber das schützt längst nicht vor allen Attacken.

Prominentes Beispiel: der Pegasus-Hack

Im Jahr 2021 schaffte es eine Sicherheitslücke des iPhone deutlich häufiger in die Schlagzeilen, wie jede andere – namentlich bekannt als „Pegasus“. Der Name kommt von der Schadsoftware, welche darauf ausgerichtet ist, das iPhone zu kompromittieren und dann komplett zu überwachen – natürlich ohne, dass es der Benutzer merken könnte.

Beim echten Pegasus-Hack erscheint leider kein Pferd auf eurem iPhone, sondern es wird für normale Benutzer völlig unsichtbar überwacht (Foto: Sir Apfelot).

Beim echten Pegasus-Hack erscheint leider kein Pferd auf eurem iPhone, sondern es wird für normale Benutzer völlig unsichtbar überwacht (Foto: Sir Apfelot).

Wieso ist ein VPN für hier Apple interessant?

Die Wege, über welche das iPhone die letzten Jahre angegriffen wurde, sind entweder besondere iMessage Nachrichten oder Webseiten gewesen. Im Grunde wurden immer Sicherheitslücken im Browser oder in der Nachrichten-App ausgenutzt, um Sicherheitsbeschränkungen des Betriebssystems zu umgehen.

Ein VPN – also ein virtuelles, privates Netzwerk – könnte für Apple eine weitere Ebene an Sicherheit bedeuten, denn damit könnte Apple den Datenverkehr überwachen und unter anderem Aufrufe von Webseiten, welche Malware oder Viren verteilen, direkt blockieren. Wäre ein Einfallstor bekannt, könnte Apple mit einer kurzen Anpassung an ihrem VPN alle iPhones schützen, welche das VPN nutzen – und das sogar ohne Update von iOS oder Eingriff des Benutzers.

In der Tat nutzen schon einige virtuelle, private Netzwerke diese Möglichkeit und bieten für ihre Kunden Features wie Anti-Virus-Filter und Ähnliches mit dem VPN an.

Mit dem Privacy Relay Feature von iOS 15 kann man zwar seine IP-Adresse verschleiern, aber längt nicht so umfassenden Schutz bekommen, wie dies mit einem VPN möglich ist.

Mit dem Privacy Relay Feature von iOS 15 kann man zwar seine IP-Adresse verschleiern, aber längt nicht so umfassenden Schutz bekommen, wie dies mit einem VPN möglich ist.

Kurzer Einschub: iCloud+ Privacy Relay ist kein VPN

Auch wenn viele Leute es fälschlicherweise so darstellen, so unterscheidet sich ein echtes VPN technisch deutlich von dem Anti-Tracking-Feature „Privacy Relay“, das Apple in iCloud+ anbietet.

Warum es unterschiedlich ist, möchte ich gerne in einem getrennten Artikel darstellen, aber wer echte Anonymität über alle Netzwerkverbindungen auf seinem Gerät möchte, der kommt um ein VPN nicht herum. An dieser Stelle auch ein Lesetipp, der zeigt, wie man das Tracking im Internet verhindern kann.

Aus meiner Sicht wird es wohl kein VPN mit Apple One oder iCloiud+ geben – aber ich lasse mich gerne überraschen.

Aus meiner Sicht wird es wohl kein VPN mit Apple One oder iCloud+ geben – aber ich lasse mich gerne überraschen.

Warum es wohl kein VPN von Apple in Apple One oder iCloud+ geben wird

Apple lässt keinen Zweifel daran, dass sie keinen Zugriff auf die Daten des iPhone haben möchten. So bekommt kann man sich für seine Apple ID einen Wiederherstellungsschlüssel generieren, wobei die Option dafür sorgt, dass nicht einmal Apple diesen Account wiederholen kann, wenn man seinen Apple ID vergisst. Auch die Verweigerung der Zusammenarbeit mit dem FBI im Jahr 2016, in der Apple sich dagegen wehrte, ein iPhone eines Straftäters zu entsperren, war ein deutliches Signal, wie wichtig Apple der Datenschutz ist.

Auch folgende Aussage von Tim Cook schlägt in dieselbe Kerbe:

Sie sind nicht unser Produkt. Unsere Produkte sind iPhones und iPads. Wir schätzen Ihre Daten. Wir wollen Ihnen helfen, sie sicher zu halten.
– Tim Cook

Mit der Einführung eines VPN-Dienstes würde Apple hier einen Schritt in die andere Richtung gehen, denn als VPN-Anbieter kann man natürlich auch den Datenverkehr der Nutzer mitschneiden und auswerten. Das ist nichts, woran Apple prinzipiell Interesse hätte, aber es würde bedeuten, dass CIA, NSA und andere Behörden mit einem gewissen Interesse an der Überwachung der Bürger wieder eine zentrale Stelle hätten, an die sie sich wenden könnten, um mit einem Schlag alle iPhone-Nutzer „anzapfen“ zu können.

Ich denke daher nicht, dass Apple ein VPN standardmäßig in Apple One oder iCloud+ aufnehmen werden. Wie seht ihr das Thema? Meint ihr, dass es ein Vorteil wäre, wenn Apple ein eigenes VPN anbieten würde? Oder wäre es eher ein gefährlicher Zug, der die Daten der Nutzer gefährdet?



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