Zwei Jahrzehnte lang hat Apple seine leistungsfähigsten Desktop-Computer unter dem Namen „Mac Pro“ vermarktet. Verschiedene Designentscheidungen haben ihm Spott eingebracht, doch die Rechenpower der Geräte machte sie bei anspruchsvollen Usern beliebt. Hier betrachten wir die Geschichte des Mac Pro von 2006 bis 2026.

Kapitel in diesem Beitrag:
Vor dem Mac Pro: Power Macintosh und Power Mac
Ab 1994 verkaufte Apple mit PowerPC-Prozessoren ausgestattete Macintosh-Modelle. Die leistungsfähigsten unter ihnen wurden in Anlehnung an den Prozessornamen „Power Macintosh“ genannt, kurz „Power Mac“. Vorerst aber nur inoffiziell.

Der Power Mac G3 von 1997 wurde 1999 in einem neuen, an das farbenfrohe iMac-Design von 1998 angepasste Gehäuse neu veröffentlicht. Dadurch drückte ihm nicht nur Steve Jobs seinen Stempel auf. Er sollte so auch nochmal Geld in Apples Kassen spülen.

Im gleichen Jahr wurde „Power Mac“ als offizieller Gerätename übernommen, allerdings erst mit der Veröffentlichung des Power Mac G4. Dessen Gehäuse folgte einer ähnlichen Form, war aber nicht mehr so farbenfroh, sondern passte sich eher dem technisierten Jahrtausendwende-Design in Silber- und Grautönen an.

Das letzte Modell war der Power Mac G5 im „Käsereibe“-Design. Dieser wurde von 2003 bis 2005 verkauft. In dieser Zeit gab es mehrere Anpassungen und Aktualisierungen, jeweils zwei in den Jahren 2004 und 2005. Der maximale Arbeitsspeicher betrug bei der letzten Version 16 GB, bei bis zu 512 MB Grafikspeicher und bis zu 500 GB Speicher auf einer Festplatte mit 7.200 rpm.

Der erste Mac Pro von 2006
Mit dem Umstieg von PowerPC-Prozessoren auf Intel-CPUs wurde der „Power Mac“ in „Mac Pro“ umbenannt. Dies sollte ihn nicht nur weg von der Prozessorbezeichnung bringen, sondern auch deutlicher für die gewünschte Zielgruppe kennzeichnen.
Der Mac Pro war bis zu seiner Abkündigung im März 2026 für eine Profi-Zielgruppe gemacht; von Filmbearbeitung und 3D-Animation über Spiele- und VR-Entwicklung hin zu Forschung und Medizin.

Der erste Mac Pro kam dabei in einem dem Power Mac G5 nachempfundenen Gehäuse daher. Allerdings war die Hardware mit dem Vorgänger nicht austauschbar und der interne Aufbau war auch komplett anders geregelt.
Der letzte Power Mac und der erste Mac Pro sind also, was einzelne Hardware-Teile angeht, nicht miteinander kompatibel. Auch wenn ihr äußeres anderes vermuten lässt. Ein kompletter Umstieg war für das Hardwareupgrade nötig.

Der Mac Pro war bereits in der ersten Version von 2006 doppelt so schnell wie der Mac Pro G5. Das sollte, nebst dem Wandel von PowerPC- zu Intel-Chips, zum Umstieg bewegen. Die erste Aktualisierung des Mac Pro gab es 2008, eine weitere 2010.
Das letzte Hardwareupgrade für die erste Generation des Mac Pro kam 2012 heraus. Dieses Modell unterstützte bis zu 64 GB Arbeitsspeicher und brachte 1 GB Grafikspeicher mit. Die Festplatte fasste 1 TB und bot 7.200 rpm.
Die zweite Mac Pro Generation von 2013
Dann kam der „Mülleimer“. Apple brachte 2013 die zweite Generation des Mac Pro auf den Markt. Dieser war als schwarzer Zylinder designt und sah wie kein Computer vor ihm aus, sondern eher wie ein Papierkorb oder eine kleine Mülltonne.
Dieses Modell wurde, ebenfalls mit mehreren Upgrades hier und da, bis zum nächsten Redesign im Jahr 2019 angeboten. Das Design machte User-seitige Hardwareupgrades fast unmöglich. Zusätzliche Hardware musste über die Thunderbolt 2-Anschlüsse verbunden werden.

Die zweite Generation des Mac Pro kam 2013 in verschiedenen Konfigurationen auf den Markt. Der dabei leistungsfähigste Prozessor war ein Intel-Modell mit zwölf Kernen, bis zu 3,5 GHz Spitzentakt und 30 MB L3-Cache.
Anfangs waren bis zu 64 GB Arbeitsspeicher nutzbar (4 x 16 GB), durch Drittanbieter-RAM-Riegel später aber bis zu 128 GB (4 x 32 GB). Der Grafikspeicher betrug 2 GB. Bis zuletzt erntete das Gerät viel Kritik für sein Design. Wer allerdings einen rechenstarken Workflow unter OS X bzw. macOS wollte, kam kaum daran vorbei.

Die dritte Generation des Mac Pro von 2019
Zuletzt besann sich Apple wieder auf die Mac Pro-Anfänge, also auf die „Käsereibe“. Denn das 2019 eingeführte Aluminium-Design, das bei der Kühlung der internen Hardware helfen sollte, zeigte abermals einen Tower-Computer mit Löchern im Gehäuse.
Die Griffe an der Oberseite rundeten das Ganze ab und ließen den letzten Mac Pro noch mehr wie ein Küchenutensil aussehen. Spott gab es aber nicht nur dafür, sondern auch für das überteuerte Zubehör; die Rollen für die Unterseite und das Pro Display XDR zum Beispiel.

Die erste Version von 2019 wurde weiterhin mit Intel-CPU und eigenständigen Grafikkarten, Arbeitsspeicher-Riegeln und dergleichen angeboten. Bis zu 1,5 TB Arbeitsspeicher könnten in dem Gerät installiert werden.
Zwei „AMD Radeon Pro Vega II Duo“-Grafikkarten sorgten für beste Bild- und Videoleistung und freie Erweiterungsslots machten den weiteren Ausbau möglich. Zudem wurde der Apple Afterburner verbaut, der zusätzliche Videoleistung versprach. Bis zu 4 TB SSD-Speicher wurden angeboten.

Schon ein Jahr später, mit der Vorstellung des „Apple Silicon“ für Macs, wirkte der neueste Mac Pro wie ein Stromfresser aus einer fernen Vergangenheit. Denn das auf der ARM-Architektur beruhende System-on-Chip (SoC) der M-Familie brachte im Vergleich zu modularen Systemen eine hohe Leistung bei großer Effizienz mit.
Und so begann das Warten auf den ersten Mac Pro, der mit dieser neuen, stromsparenden Art von Hardware ausgestattet sein würde. Doch das dauerte länger als geplant, sodass Apple seinen eigenen Fahrplan für die komplette Abkehr von Intel-CPUs von zwei auf über drei Jahre verlängern musste.

Die neue Version des Mac Pro mit Apple Silicon erschien erst 2023. Sie war mit dem Apple M2 Ultra ausgestattet, einer Verbindung aus zwei Apple M2 Max Chips. Der M2 Ultra unterstützte bis zu 198 GB Arbeitsspeicher mit einer Speicherbandbreite von bis zu 800 GB/s. Das SoC hatte 24 CPU-Kerne, 32 Neural Engine-Kerne und bis zu 76 GPU-Kerne.
Zudem kam die Leistung von sechs Afterburner-Karten zum Einsatz, also die Unterstützung von bis zu 22 gleichzeitigen Streams von 8K ProRes-Video. Der interne Speicher von bis zu 8 TB war erweiterbar. Die dafür integrierten PCIe-Steckplätze konnten zudem für andere Erweiterungen (außer Grafikkarten) genutzt werden.

Das Ende: Abkündigung von Mac Pro und Pro Display XDR im März 2026
Ende März 2026 wurde der Mac Pro von Apple eingestellt. Er verschwand am 26. März von der Apple-Webseite und aus dem Online-Store. Links, die zur Kaufseite des Tower-Computers führen sollen, werden seither auf die allgemeine Mac-Seite umgeleitet.
Auch der 2019 parallel zum Mac Pro vorgestellt Monitor, das Apple Pro Display XDR, wurde entfernt. Dessen Nachfolger ist das Apple Studio Display XDR, das am 3. März 2026 vorgestellt wurde. Der Nachfolger des Mac Pro ist der Mac Studio. Dieser soll im Laufe des Jahres mit dem M5 Max und M5 Ultra vorgestellt werden.
Dass der Mac Pro vor dem Aus steht, haben wir bereits im November 2025 mit diesen zwei Beiträgen aufgezeigt:
- Mac Pro „weitgehend abgeschrieben“ – Setzt Apple nur noch auf den Mac Studio?
- Dieses macOS 26.2 Feature kann den Mac Pro obsolet machen
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Johannes hat nach dem Abitur eine Ausbildung zum Wirtschaftsassistenten in der Fachrichtung Fremdsprachen absolviert. Danach hat er sich aber für das Recherchieren und Schreiben entschieden, woraus seine Selbstständigkeit hervorging. Seit mehreren Jahren arbeitet er nun u. a. für Sir Apfelot. Seine Artikel beinhalten Produktvorstellungen, News, Anleitungen, Videospiele, Konsolen und einiges mehr. Apple Keynotes verfolgt er live per Stream.








