Reality Composer – AR-App für iPhone und iPad (Schritt für Schritt)

Der Reality Composer ist eine App für Augmented Reality (AR), mit der ihr am iPhone und iPad das Kamerabild mit virtuellen Objekten und Effekten aufwerten könnt. In diesem Ratgeber findet ihr eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Erlernen der grundlegenden Funktionen der Software für iOS und iPadOS. Neben den aufgezeigten Beispielschritten gibt es natürlich auch noch abweichende und mal schnellere, mal umfangreichere Vorgehensweisen. Mit dem Überblick, den ihr euch vermittels der folgenden Absätze verschaffen könnt, seid ihr für die eigenständige Erschließung von individuellen Projekten und der dafür nötigen Eingaben vorbereitet ;)

Reality Composer Voraussetzung: iOS bzw. iPadOS 13.2 und App-Download

Ihr könnt die Reality Composer App mit unterschiedlichen Versionen des Apple iPhone und Apple iPad nutzen. Die Software, die ihr kostenlos im regulären App Store herunterladen könnt, stammt direkt von Apple und ist mit den Betriebssystem-Versionen ab 13.2 kompatibel. Das heißt, ihr könnt den Reality Composer am iPhone nicht nur mit iPhone X, XR, XS, 11, 11 Pro und den Max-Versionen nutzen, sondern auch mit iPhone 6S, SE, 7, 8 und den einzelnen Plus-Versionen. 

Hinzu kommt neben den entsprechenden iPad-Versionen (Generation 5, 6 und 7, Air 2 und 3, Mini 4 und 5, Pro mit 9,7-, 10,5-, 11- und 12,9-Zoll-Display in Generation 1, 2 und 3) die Möglichkeit, die Reality Composer App mit dem iPod Touch der 7. Generation zu verwenden. Natürlich nach dem Gratis-Download aus dem App Store.

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Erste Schritte im Reality Composer: Projekt anlegen und Anker wählen

Habt ihr euch den Reality Composer auf eines der kompatiblen Apple-Geräte geladen, kann es auch schon losgehen. Öffnet einfach die App und tippt entweder im „Verlauf“-Tab oben rechts auf das Plus (+) oder im „Durchsuchen“-Tab auf Dokument erstellen. Zwischen den Tabs wechseln könnt ihr, indem ihr unten auf deren Symbole und Namen tippt.

Nun kommt ihr (eventuell nach einer kurzen Ladezeit) zum „Anker auswählen“-Menü, wo ihr entscheidet, was die Grundlage für das einzufügende AR-Objekt oder den zu wählenden Effekt wird. Wählt Horizontal für die Tischplatte, den Fußboden, die Couch oder ähnliche Flächen. Nutzt Vertikal für Wände, Aufsteller und dergleichen. Mit Bild nutzt ihr eine bestimmte, begrenzte Fläche wie ein Poster, ein Buch, eine Kiste oder so – alternativ nutzt den letzten Punkt Objekt, um ein Objekt zu scannen und das AR-Objekt daran zu verankern. Der vorletzte Punkt Gesicht sollte selbsterklärend sein.

Ein neues Reality Composer Projekt anlegen, das geht auf zwei verschiedenen Wegen. Anschließend muss der Anker festgelegt werden. Apple AR Anleitung.

Ein neues Reality Composer Projekt anlegen, das geht auf zwei verschiedenen Wegen. Anschließend muss der Anker festgelegt werden.

Objekte auswählen und bearbeiten

Bleiben wir bei der ersten Auswahlmöglichkeit „Horizontal“, um ein einfaches Beispiel zu schaffen. Tippt ihr auf diesen Anker-Typ, dann erscheint auf dem Display eures iPhones oder iPads ein Würfel in einer virtuellen Umgebung. Diesen Würfel könnt ihr bearbeiten oder auch einfach löschen – tipp mit einem Finger etwas länger darauf, sodass das Popup-Menü erscheint. Daraus wählt ihr dann Löschen (letzter Auswahlpunkt).

Tippt nun in der Symbolleiste (oben) auf das Plus-Symbol (+), um ein neues Objekt in das Projekt einzufügen. Vor allem für Einsteiger/innen ist das ein guter Start, da ein vorgefertigtes Objekt keiner weiteren Bearbeitung – außer der Anpassung von Größe, Ausrichtung und Effekten – bedarf. Neben Formen, Schildern, Diagrammen sowie Billard-, Schach- und anderen Objekten gibt es noch viele weitere (verspielte) Sachen. Vor dem Platzieren müsst ihr sie ggf. herunterladen.

Den Standard-Würfel könnt ihr entfernen und durch ein vorgefertigtes Objekt ersetzen, das ihr vielleicht erst einmal herunterladen müsst.

Den Standard-Würfel könnt ihr entfernen und durch ein vorgefertigtes Objekt ersetzen, das ihr vielleicht erst einmal herunterladen müsst.

Um das ausgesuchte Objekt zu bearbeiten, tippt es an und tippt dann in der Symbolleiste auf das „Eigenschaften“-Symbol, das aussieht wie eine Kiste in einem Zahnrad. Nun könnt ihr allerhand Anpassungen vornehmen – per Skalierung die Größe ändern, die Position im Raum auf der X-, Y- und Z-Achse anpassen, den Look und die Physik verändern, etc. Ihr könnt entweder jetzt schon damit herumspielen oder dann, wenn ihr das Objekt in der Augmented Reality getestet habt und Anpassungen vornehmen wollt.

Wenn ihr mit den Standard-Eigenschaften des Objekts zufrieden seid, könnt ihr diesen Schritt der Apple Reality Composer Anleitung auch übergehen.

Wenn ihr mit den Standard-Eigenschaften des Objekts zufrieden seid, könnt ihr diesen Schritt der Apple Reality Composer Anleitung auch übergehen.

AR-Interaktion: Verhalten für das Objekt festlegen

Damit das Objekt nicht nur in der AR herumsteht, sondern auch etwas macht, tippt es an und wählt dann aus der Symbolleiste das „Mehr“-Symbol (drei Punkte). Tippt anschließend auf „Verhalten“ und in der folgenden Übersicht auf das Plus-Symbol (+), um ein Verhalten hinzuzufügen. Mehrere nacheinander oder gleichzeitige Verhaltensoptionen sind möglich – zum Beispiel eine Bewegung in Kombination mit einem Sound nach dem Antippen des Objekts in der AR.

Fügt ein Verhalten hinzu, damit das platzierte Objekt später in der Augmented Reality auch etwas macht – ansonsten steht es nur herum.

Fügt ein Verhalten hinzu, damit das platzierte Objekt später in der Augmented Reality auch etwas macht – ansonsten steht es nur herum.

Nutzt ihr das Einsteiger/innen-Beispiel der Spielzeugrakete (s. Video am Ende des Beitrags), dann wählt aus der Verhaltensübersicht den letzten Punkt Eigene aus. Damit lassen sich individuelle Einstellungen umsetzen. Um die Rakete nach Belieben zu starten, nutzt als „Auslöser“ des Verhaltens Tippen. Damit legt ihr fest, dass erst auf euer Zutun die Aktion startet. Diese wiederum legt ihr mit der Auswahl der „Aktion“ namens Verschieben, drehen, skalieren um (in meinem Test hat auch „auf“ statt „um“ funktioniert).

Es gibt vorgefertigte Effekte und Verhaltensweisen; ihr könnt aber auch eigene Auslöser und Aktionen festlegen. Seht ihr den gelben Punkt in der Auslöser-Grafik? Der bedeutet, dass ich vor dem Definieren des Verhaltens vergessen habe, das Objekt auszuwählen und die Einstellungen nicht eindeutig zugewiesen werden können. Das lässt sich aber beheben, indem man während des gezeigten Vorgangs das im Hintergrund angezeigte Objekt (Rakete) antippt ;)

Es gibt vorgefertigte Effekte und Verhaltensweisen; ihr könnt aber auch eigene Auslöser und Aktionen festlegen. Seht ihr den gelben Punkt in der Auslöser-Grafik? Der bedeutet, dass ich vor dem Definieren des Verhaltens vergessen habe, das Objekt auszuwählen und die Einstellungen nicht eindeutig zugewiesen werden können. Das lässt sich aber beheben, indem man während des gezeigten Vorgangs das im Hintergrund angezeigte Objekt (Rakete) antippt ;)

Mit der Anpassung der Dauer (in Sekunden) legt ihr fest, wie lange der Aufstieg der Rakete andauern soll – dauert er lange, fliegt sie langsam. Wählt ihr nur wenige Sekunden, fliegt sie entsprechend schnell weg. Damit sie dies aber tut, wählt in „Typ ‚Leichtigkeit‘“ den linken Punkt Hineinbewegen. Danach folgt eine Eingabe unter „Position“, und zwar für die Y-Achse, da die Rakete ja nach oben hin wegfliegen soll. Die Eingabe ist in cm, das gilt es zu beachten.

Als letzten Zwischenschritt, tippt auf die drei Punkte des Verhaltensmenüs (mittig rechts) und vergebt im entsprechenden Textfeld Name einen Namen für das erstellte Verhalten. Zum Beispiel könnt ihr ‚Rakete hebt ab‘ nutzen, damit ihr es eindeutig zuordnen könnt. Natürlich geht auch ‚Test 1‘ oder so, falls ihr nicht dutzende Tests macht und am Ende nicht mehr durchseht ;)

Objekt in der Welt platzieren und eine AR erschaffen

Jetzt haben wir also unser erstes Projekt angelegt, ein Objekt platziert und ihm ein individuelles Verhalten zugeordnet. Damit ist es Zeit, das Objekt in der Augmented Reality zu platzieren und zu schauen, ob alles so funktioniert, wie wir das wollen. Tippt dazu einfach in der Symbolleiste auf „AR“ – beim ersten Mal kommt wahrscheinlich die Meldung, dass die App auf eure Kamera zugreifen möchte. Das ist natürlich essenziell für eine AR-App; also muss man zustimmen.

Nun wird euch das Live-Bild der Kamera angezeigt, gekoppelt mit der Aufforderung, das iPhone (oder iPad oder den iPod) seitlich hin und her zu bewegen. Damit scannt die Software die Umgebung und kann somit das Objekt auf einer Fläche platzieren. Die Rakete erscheint also nach einigen Momenten auf der ausgewählten Fläche.

Anpassungen wie Größe und Position lassen sich direkt anpassen. Nutzt dazu die bekannten Zoom- oder Ziehen-Gesten mit zwei bzw. einem Finger. Habt ihr das Objekt nach Belieben platziert, könnt ihr auch schon das mit den oben aufgezeigten Schritten festgelegte Verhalten starten. Tippt dazu auf das Play-Symbol in der Symbolleiste und anschließend auf das Objekt (die Rakete). Da das Antippen als „Auslöser“ gewählt wurde, startet nun die „Aktion“, für die ihr die Parameter (Dauer, Bewegung und Wert auf der Achse) festgelegt habt.

Reality Composer Projekte mit anderen teilen

Arbeitet ihr in einer Gruppe an einem Kreativ-Projekt oder wollt einfach eure lustigen Kreationen mit eurer Familie teilen, dann könnt ihr das direkt aus der App heraus tun. Zum Beispiel lassen sich dafür iMessage oder AirDrop nutzen. Entwickler/innen können das Projekt zudem in Xcode integrieren. Wählt zum Teilen einfach die drei Punkte rechts in der Symbolleiste und im folgenden Menü den Punkt „Exportieren“. Nun könnt ihr wählen, wie und mit wem ihr eure Kreation aus Reality Composer heraus teilen wollt.

Apple Reality Composer – Anleitung für Beispiel-Projekt im Video

Das Beispiel der abhebenden Rakete habe ich einem englischsprachigen Video des YouTube-Kanals „Apple Support“ entnommen, welches ich euch im Folgenden einbinde. Darin seht ihr nochmal im Bewegtbild, welche Schritte nötig sind, um ein Projekt anzulegen, ein Objekt zu platzieren und eine Animation zu erstellen. Ausgehend von der hier präsentierten Schritt-für-Schritt-Erklärung für Einsteiger/innen könnt ihr nun eigene, individuelle Projekte für die AR-Welt in Angriff nehmen. Viel Erfolg und Spaß wünsch ich euch ;)


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