Digital Detox: Offline als neuer Trend

Digital Detox ist der neue Trend für alle digital gestressten Leute, die länger offline sein wollen sowie auch allgemein die Zeit vor Displays und Monitoren verringern möchten. Das digitale Fasten ist in Deutschland laut einer aktuellen Umfrage bei über der Hälfte der Teilnehmer ein Thema. Weniger Internet bedeutet beim Digital Detox vor allem: weniger digitalen Müll konsumieren. Denn die Nutzung von sozialen Medien, News-Seiten, Google, YouTube und Co. dient nicht immer der reinen Informationsbeschaffung und der persönlichen Weiterbildung.

Digital Detox ist seit 2017 auf dem Vormarsch: Offline sein als trendige Hilfe für ein besseres Leben wird sich sicher 2018 durchsetzen. Hier findet ihr Tipps dafür.

Digital Detox ist seit 2017 auf dem Vormarsch: Offline sein als trendige Hilfe für ein besseres Leben wird sich sicher 2018 durchsetzen. Hier findet ihr Tipps dafür.

Was ist Digital Detox?

Digital Detox ist ein englischer Neologismus, der das „Detox“, also die Entgiftung des Körpers (und Geistes), in einen digitalen Themenbereich rückt. Mit den Maßnahmen, die unter diesem Begriff zusammengefasst werden, sollen also Körper und Geist von digitalen Medien, deren Inhalten und Einflüssen gereinigt werden. Denn vor allem durch Smartphone, Tablet, leichte Notebooks und kleine Netbooks ist es im Grunde für jeden möglich, stets und ständig online zu sein, bei Facebook, Twitter, Netflix und Co. abzuhängen bzw. Spiele zu spielen oder andere Apps zu nutzen. Die Zeit und Energie dafür werden häufig nur der Zerstreuung und Kurzweiligkeit wegen investiert.

Interesse am Offline-sein ist vorhanden

Der Stern hat eine Infografik veröffentlicht, welche sich auf eine Umfrage der Bitkom bezieht, deren Ergebnisse bei Statista abgerufen wurden. Laut der Befragung von 1.010 Deutschen ab 14 Jahren im letzten Jahr haben 38% kein Interesse am Digital Detoxing. Immerhin 11% haben sich schon einmal damit befasst und wollen die Pause von Handy, Smartphone und Rechner 2018 ausprobieren. Den Verzicht auf digitale Medien bereits ausprobiert haben 44% der Befragten:

Infografik zum digitalen Fasten der Deutschen (Quelle: Statista).

Entspannung ohne Smartphone: Urlaub als Start

Der Urlaub ist für viele Menschen oft eine Möglichkeit, um den Lebensstil einmal komplett umzukrempeln und Neues auszuprobieren. Wenn ihr zu jenen Menschen gehört, dann könnt ihr in der arbeitsfreien Zeit auf Internet verzichten, Facebook, Twitter und YouTube links liegen lassen sowie euer Smartphone / eure Smartphones in den Flugzeugmodus schalten. Nutzt dann die Gelegenheit und lasst auch Fernseher, Computer sowie die Handheld-Konsole aus. Checkt auch nicht aller fünf Minuten, ob jemand euch eine Mail oder bei WhatsApp geschrieben hat. Das digitale Detox kann bei sonst übermäßigem Konsum von Bildschirminhalten zwar vorerst eine Leere erzeugen; doch gebt ihr dieser nicht nach, dann findet ihr schnell Analog-Aktivitäten zum Zeitvertreib.

Im Urlaub, um diesen wieder aufzugreifen, lohnt sich das Sightseeing ohne Smartphone. Geht einfach ins nächste Touristen-Center, lasst euch eine Karte (ja, aus echtem Papier!) geben und klappert die POIs ab. Ihr werdet sehen: Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Märkte und Plätze lassen sich auch ohne Internet besuchen. Auch für den Strand, die Berge, Seen und Steppen gilt das 😉 Der Urlaub von Handy, Mail und WhatsApp kann und sollte dann in den Alltag hineingetragen werden – wenn ihr merkt, dass ihr nicht ständig Smartphones oder den Rechner braucht, um die Uhr zu checken oder Informationen aufzuschnappen (dafür gibt es auch Zeitungen und das Radio), dann stellt ihr sicherlich auch eine allgemeine Verbesserung im Leben fest.

7 Tipps für weniger digitalen Stress

Bereits Ende 2017 hat die Süddeutsche Zeitung einen Ratgeber mit sieben Tipps für das Digital Detox veröffentlicht – für alle, die 2018 mit guten Vorsätzen brillieren und mehr Zeit ohne Pixel verbringen wollten 😉 Um euch noch einmal daran zu erinnern, möchte ich hier kurz die Tipps der SZ resümieren:

  • Dienste auslagern: Karten statt Google Maps nutzen, einen echten Wecker zum Aufwachen verwenden und die Uhrzeit von der Uhr am Handgelenk (keine Smart Watch) ablesen – das verringert das allgemeine Ablenkungspotenzial!
  • Weniger Apps, mehr Browser: Apps von Facebook, Twitter, WhatsApp, Amazon, eBay und Co. sorgen mit Push-Nachrichten dafür, dass Smartphones ständig in den Händen der Menschen landen – einfach Nachrichten deaktivieren oder die jeweiligen Webseiten statt der Apps nutzen!
  • Digital Detox Apps: Es klingt unlogisch, aber es gibt tatsächlich einige Apps, die beim Offline-bleiben und damit beim Digital Detox helfen können. Einige Vertreter habe ich euch in diesem Ratgeber zusammengetragen.
  • Soziale Normen ansprechen: Wird von Freunden, Bekannten und Kollegen verlangt, dass man sofort auf Nachrichten oder Mails antwortet? Dann sollte dies einmal klar als Faktor für persönlichen Stress angesprochen werden. Verlangt ihr, dass eure Kontakte innerhalb weniger Minuten antworten, dann fragt euch einmal, ob das so richtig ist.
  • Smartphone-freie Zeit: Die Welt dreht sich auch dann noch weiter, wenn man das Smartphone nicht immer an der Frau oder am Mann hat. Zwar fühlen sich viele ohne das Gerät unvollständig und verunsichert – aber gerade wenn ihr zu dieser Gruppe Menschen gehört, solltet ihr Digital Detox ausprobieren!
  • Smartphone-freie Räume: Vor allem zuhause können Plätze oder ein ganzer Raum leicht zur digital befreiten Zone gemacht werden. Gerade am Esstisch oder im Schlafzimmer sollten Smartphone, Tablet und dergleichen keine Rolle spielen! Also: einfach mal das Handy weglassen und einfach essen, sich unterhalten, schlafen, etc.
  • Flugmodus oder direkt ausschalten: Wenn sich die bisher genannten Maßnahmen für das Digital Detox bei euch nicht als fruchtbar erweisen, dann geht einen radikalen Schritt weiter: schaltet Handy oder Smartphone in den Flugmodus bzw. komplett aus. Eliminiert die Ablenkungen; erst für einen Tag, dann vielleicht länger.

Digital Detox als Geschäftsmodell

Für besondere Härtefälle, deren Leben und Welt sich zu einem großen Maß um Digitales, um Web-Inhalte, soziale Medien und dergleichen drehen, gibt es professionelle Hilfe. Neben Suchthilfe und Therapien gegen eine entsprechende Abhängigkeit gibt es in Deutschland auch schon Seminar-Anbieter, welche sich Begriffe mit „Digital Detox“ darin mit einem ® gesichert haben. Die Digital-Entgiftung als Geschäftsmodell finde ich persönlich maximal für jene Menschen sinnvoll, die zwar genug Selbstreflexion aufweisen, um das Problem festzustellen, aber aus eigenem Antrieb nicht darauf verzichten können, immer erreichbar und online zu sein.

Die besagten Anbieter führen in ihren Programmen Seminar- und Camp-Möglichkeiten auf. Mit Schulungen und Gruppenaktivitäten unter dem Leitspruch „Less is more“ wollen sie gegen ständige Erreichbarkeit vorgehen und aufzeigen, dass man im „Offline-Modus“ effektiver lebt und arbeitet. Damit machen sie sich durch Seminare, Vorträge und Camp-Angebote natürlich für Arbeitgeber, Projektteams und als Sprecher in Coworking-Spaces interessant. Denn überall in der Arbeitswelt wird Effizienz groß geschrieben und (privat genutzte) Smartphones / Computer als Risiko angesehen.

Fazit zum digitalen Fasten

Digital Detox kann man als aktive Maßnahmen verstehen, dank derer man nicht ständig erreichbar ist oder sich den ganzen Tag sowie die halbe Nacht an seine smarten Geräte klammert. Verschiedene Tipps und Ratschläge aus diesem Beitrag können euch bereits beim eigenen Detox helfen. Falls ihr für das Team oder eine andere Gruppe zu diesem Thema recherchiert, dann könnten vielleicht die besagten Anbieter für Seminare und Camps hilfreich sein. Für den Einzelnen / die Einzelne kann es aber schon helfen, Smartphones einfach mal im Flugzeugmodus zu belassen, Push-Nachrichten auszuschalten und / oder die Uhrzeit von einer Uhr abzulesen 😉

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