Drone Scanner: iPhone-App zeigt Daten von Drohnen in der Nähe an

Moderne Drohnen oder mit entsprechenden Sendegeräten nachgerüstete Multicopter senden über Bluetooth und WLAN bestimmte Informationen über sich, ihren Flug und über die Pilot/innen aus. Das kann nicht nur Flugaufsichtsbehörden dazu dienen, den Drohnenflug im Luftraum zu überwachen, sondern auch Privatpersonen. Mit der kostenlosen Drone Scanner App für iOS und Android könnt auch ihr die ferngesteuerten Fluggeräte aufspüren. Angeboten wird das Gratis-Programm fürs Smartphone von Dronetag, einem Hersteller für „Remote ID“-Sender. Was die App bringt und welche Kritik man an ihr üben kann, das habe ich euch hier zusammengefasst.

Drohnen orten und den Standort von Pilot/innen ausfindig machen mit dem Smartphone: die kostenlose Drone Scanner Software von Dronetag macht das unter iOS und Android möglich. Infos zur Funktion sowie auch Kritik findet ihr in diesem Beitrag.

Drohnen orten und den Standort von Pilot/innen ausfindig machen mit dem Smartphone: die kostenlose Drone Scanner Software von Dronetag macht das unter iOS und Android möglich. Infos zur Funktion sowie auch Kritik findet ihr in diesem Beitrag.

Was kann die Drone Scanner App zum Auffinden von Drohnen in der Nähe?

Die Überschrift verrät schon den Hauptzweck der Anwendungssoftware fürs Apple iPhone und für Android-Handys: in der Nähe geflogene Drohnen finden. Darüber hinaus kann das Smartphone dank der Drone Scanner App aber auch noch andere Informationen empfangen. Diese werden aktiv von dem Fluggerät ausgesendet, was auf regulatorischen Bestimmungen beruht. In den USA müssen Infos per Remote ID ab September 2023 ausgesendet werden, in der EU wird es sicher auch nicht mehr lange dauern.

Diese Remote ID Daten von Drohnen zeigt die Drone Scanner App:

  • In Echtzeit angezeigte Anzahl, Position und Flughöhe von in der Nähe befindlichen Drohnen
  • Darstellung von Flugrouten bzw. Flugrichtungen der einzelnen Geräte
  • Anzeige einer Karte zur Verortung der Drohnen und ihrer Flugbahnen
  • Position der/des Pilot/in sowie deren Kennung, etwa die eID
  • Falls von Pilot/in eingetragen, eine Beschreibung des Flugs oder Flugzwecks

Wofür ist die Remote ID einer Drohne gut?

Die ausgesendeten Informationen zur Identifikation sowie Positionierung eines ferngesteuerten Fluggeräts und der steuernden Person sind praktisch für das Luftfahrtamt, Flugzeugpilot/innen, Flughäfen sowie weitere im Luftraum involvierte Parteien. Denn so lassen sich genehmigte Flüge überprüfen, illegale Flüge aufdecken und mögliche Gefahren frühzeitig erkennen sowie der damit einhergehende Drohnenflug beenden. Die Übersendung von genauen Informationen, auch zur Kennung der steuernden Personen, kann zudem als Abschreckung für Leute dienen, die aus Prinzip auf Genehmigungen und die Sicherheit des Luftraums (sowie die Privatsphäre anderer) pfeifen.

Wie funktioniert die Remote ID einer Drohne?

Das Aussenden und Empfangen von Drohnen- und Pilot/innen-Daten über die Remote ID ist standardisiert und läuft über Bluetooth 4, Bluetooth 5, Wi-Fi Beacon und Wi-Fi NAN. Dabei muss eine Drohne nicht alle Funkstandards auf einmal beherrschen. Aber es muss zumindest eine der genannten Bluetooth-Generationen sowie entweder Wi-Fi Beacon oder Wi-Fi NAN genutzt werden. Die darüber ausgesendeten Infos (s. oben) können dann von allen Geräten gelesen werden, die ebenfalls diese Technologien unterstützen und über eine Software zur Darstellung der Daten verfügen – etwa die Drone Scanner App von Dronetag:

Kritik an der Drone Scanner App

Das Fliegen von Drohnen zieht automatisch Neugierige an – egal ob Kameradrohne für Filmaufnahmen oder Fotos, Multicopter mit Wärmebild-Sensor für die Energieberatung, FPV-Drohnen für den Spaß am Fliegen oder klappriges Discounter-Fluggerät für die ersten Erfahrungen, die im nächsten Baum enden. Neben Interesse spielt bei entsprechenden Auseinandersetzungen oft eine Ablehnung und die (nicht nur hierzulande auftretende, aber trotzdem urdeutsche) Neigung zur Belehrung sowie zu Verbotsbekundungen eine Rolle. Alle sind plötzlich Expert/innen und wissen besser, was man darf und was nicht. 

Wenn es um den Schutz des eigenen Grundstücks und der Privatsphäre geht, dann ist das ja noch verständlich. Aber auf dem offenen Feld, bei geschäftlichen Flügen für Filmaufnahmen, Fotos oder die Inspektion von Gebäuden und Anlagen ist es vor allem eins: nervig. Nicht nur, dass jede am Himmel surrende Drohne direkt Blicke auf sich zieht, durch das Auffinden der steuernden Personen mit dem Smartphone wird es ausnahmslos allen möglich, sich direkt daneben zu stellen und das durch Hörensagen aufgeschnappte Wissen, das auf Bestimmungen von vor drei Jahren beruht, herunterzubeten. 

Ob man dann rechtlich auf der sicheren Seite ist, eine Genehmigung vorzeigen kann und versichert, dass man keine Fotos oder Videos von dem extrem privaten Spaziergang der Person macht, ist dabei nicht selten egal. Jens wird euch ein Lied davon singen können; ich persönlich kenne es aber auch aus Beobachtungen. Entsprechend kann man die Drone Scanner App sowie ähnliche Angebote kritisch sehen. Denn selbst wenn man sich an alle Regeln hält, so wird nun die Wahrscheinlichkeit größer, dass man von Privatpersonen anderes erzählt bekommt und sie einem noch häufiger mit Anzeigen oder was auch immer drohen.

Drohnen-Daten senden und abrufen – Eure Meinung dazu?

Sicher kommen wir zum gleichen Schluss, dass die Übersendung von Drohnendaten für die Regulierung des Luftraums und zur Vermeidung von Unfällen eine gute Idee ist. Auch zur Überwachung von genehmigten Flügen bzw. zum Nachweisen von illegalen Flügen sind Remote ID, eID und Co. sicher eine gute Idee. Doch was haltet ihr von der Möglichkeit der Kontrolle und Überwachung durch Privatleute mit einem Smartphone? Seht ihr es als Chance, eure Bildrechte und Mittagsruhe durchzusetzen? Oder findet ihr, dass rechtmäßig agierende Pilot/innen dadurch in Zukunft noch mehr unnötige Tiraden zu hören bekommen werden? Lasst gern einen Kommentar zum Thema da :)


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