Führerscheinklasse B196: Interessant für E-Roller

Da ich mit dem Gedanken spiele, mir einen E-Roller in Vespa-Größe zu kaufen, habe ich mal geschaut, was man für einen Führerschein dafür benötigt. Mit der regulären B-Klasse für Autos und Co. kann man lediglich Motorräder, Mofas, Mopeds oder E-Roller mit maximal 45 km/h Geschwindigkeit fahren. Eine ziemliche Einschränkung; nicht nur für einen selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer/innen. Da ich aber nicht extra einen Motorradführerschein machen möchte, hatte ich das Thema bisher ad acta gelegt. Dann habe ich in einem Podcast von der Führerscheinklasse B196 gehört. Dafür braucht es nur ein paar Theorie- und Praxis-Stunden, und schon kann man Motorräder bis 125 ccm bzw. E-Roller bis 11 kW Leistung fahren. Details gibt’s in diesem Ratgeber.

Mit dem Schlüssel 196 für den Führerschein B kann man motorisierte Zweiräder ohne Prüfung fahren. Infos und Voraussetzungen für die Führerscheinklasse B196 findet ihr hier.

Mit dem Schlüssel 196 für den Führerschein B kann man motorisierte Zweiräder ohne Prüfung fahren. Infos und Voraussetzungen für die Führerscheinklasse B196 findet ihr hier.

Warum die Führerscheinklasse B196 interessant für E-Roller ist

Mit einem Klasse B196 Führerschein kann man Motorräder mit bis zu 125 ccm fahren, was aber für mich uninteressant ist. Denn diese Motorräder klingen wie ein überlasteter Rasenmäher, der zu hoch dreht und man nervt damit garantiert alle Nachbarn und auch sich selbst. Solche Motorräder und Dirtbikes haben einfach zu wenig Power und fallen damit für mich persönlich durchs Raster. 

Viel spannender ist da, dass man mit einem Führerschein B196 auch elektrische Zweiräder mit bis zu 11 kW Leistung fahren darf. Das ist ordentlich Power, denn unter den 11-kW-Motorrädern gibt’s Modelle, die sogar über 100 km/h fahren. Ich spiele aus dem Grund mit dem Gedanken, meinen Führerschein B auf B196 aufzurüsten, damit ich in Zukunft ein 11 kW Motorrad fahren kann. 

Zwar bin ich nicht daran interessiert, mit über 100 Sachen zu fahren – dafür fehlt mir sicher das Wissen und die Erfahrung, die man mit einem echten Motorradführerschein gewinnt. Aber wenn man kurzzeitig mal 70 oder 80 km/h fahren kann, ist das sicher auch nicht verkehrt. Jedenfalls deutlich besser, als mit 45 km/h ein Hindernis auf jeder Strasse zu sein. Deshalb habe ich mich mal dazu belesen, was die Voraussetzungen und Notwendigkeiten für eine 196-Erweiterung des Führerscheins Klasse B sind.

Erweiterung der Führerscheinklasse B um den Schlüssel 196

Was steckt nun also dahinter? Wie ihr sicherlich schon herausgelesen habt, benötigt man schon einmal einen Führerschein der Klasse B, mit dem man beispielsweise ein reguläres Auto fahren darf. Erst dann sollte man sich näher mit der Sache beschäftigen. Was ihr sonst noch dazu wissen müsst, habe ich in FAQ-Form zusammengetragen:

Was sind die Voraussetzungen für eine B196 Führerscheinklasse?

  • Man muss mindestens 25 Jahre alt sein 
  • Man muss mindestens 5 Jahren in Besitz eines Führerscheins Klasse B sein
  • Zudem muss man Theorie- und Praxisstunden in einer Fahrschule ablegen

Wie sieht die B196-Ausbildung laut Gesetz aus?

  • Die Theorie besteht aus mind. 4 x 90 Minuten Motorrad-Theorieunterricht
  • Die Praxis besteht aus mind. 5 x 90 Minuten Motorradfahrstunden
  • Es ist keine Theorie- oder Praxisprüfung erforderlich

Wie funktioniert die Eintragung der 196-Erweiterung in den B-Führerschein?

Von der Fahrschule, bei der man den oben beschriebenen Unterricht absolviert hat, bekommt man einen Ausbildungsnachweis. Mit diesem (und am besten auch dem vorhandenen Führerschein) geht man dann auf die Führerscheinstelle, um sich die Schlüsselzahl 196 eintragen zu lassen. Am besten ist es, ein Passfoto mitzunehmen, falls der Schein neu erstellt werden muss.

E-Roller mit bis zu 11 kW dank Führerscheinklasse B196 fahren

Wenn ich also einen E-Roller in Vespa-Größe und mit tendenziell bis zu 100 km/h Maximalgeschwindigkeit fahren will, muss ich im Grunde nur ein bisschen die Schulbank drücken und angeleitet herumfahren. Das klingt machbar – und man bekommt auf jeden Fall ein bisschen mehr Fahrsicherheit vermittelt, damit man mit dem Zweirad nicht gleich umfällt. Eine gute und einfache Möglichkeit, das Fahren von motorisierten Zweirädern zu erlernen und ohne Prüfung anschließend anzuwenden. Was sagt ihr dazu? Lasst gern einen Kommentar zum Thema da – auch und vor allem, wenn ihr den beschriebenen Werdegang schon hinter euch habt und Erfahrungen teilen könnt ;)


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12 Kommentare

  1. Thomas D sagt:

    Ich finde die Kosten hierfür echt enorm und frech.
    Hatte es auch überlegt. Habe aber lieber Geld in die Hand genommen und meinen alten Piaggio Roller aus den 90ern repariert. Ist zwar nur ein 50er, der aber aufgrund des Alters (45 nicht so genau einhalten muss) und ohne Tuning tatsächlich etwas über 60 auf der Geraden locker schafft ????

    • Sir Apfelot sagt:

      Was man nicht alles im Keller findet, oder?!? ;-)
      Ja, mit 60 Sachen könnte ich mich auch anfreunden… aber 45 kmh ist einfach unsinnig…

  2. HW Panthel sagt:

    Hallo,
    Ich habe Klasse 3. Da geht doch auch was?

  3. Ulrich G. sagt:

    Wenn man keine Erfahrung mit motorisierten Zweirädern hat, oder diese schon eine Zeit zurückliegt, würde ich noch ein bisschen Geld zusätzlich in die Hand nehmen, und ein paar zusätzliche Fahrstunden, oder ein Fahrsicherheitstraining, mit dem E-Roller machen!
    Die Dinger können einen überraschenden Vorschub entwickeln, und wenn man das insgesamt nicht gewohnt ist, ist das aus meiner Sicht eigentlich keine gute "Einstiegsklasse"!

    • Sir Apfelot sagt:

      Ich hoffe, die haben was eingebaut, was ein Wheelie verhindert. Sonst wäre es natürlich nicht so toll, so einen Drehmoment zu haben. :D

  4. Peter Wilhelm sagt:

    Wohl dem, der noch so’n alten Lappen hat, wie ich. Das sind die 125 Kubik noch so mit dabei. Aber dafür ist man dann auch schon fast zu alt, zum Mopedfahren.

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