Nicht nur Amazon: Apple Books hat ein Problem mit KI-Büchern

Dass man beim Bücherkauf über Amazon immer mehr aufpassen und KI-Müll erkennen können muss, habe ich bereits im Oktober ausführlich berichtet. Damals ging es um KI-geschriebene Handbücher für macOS 26 Tahoe, die voller Fehler waren. Nun hat die Tech-Journalistin Joanna Stern aufgezeigt, dass auch Apple Books bzw. Apple Bücher ein KI-Problem hat. Von ihrem Buch „I Am Not a Robot: My Year Using AI to Do (Almost) Everything“ wurden dort widerrechtlich zig KI-Klone verkauft.

Joanna Stern berichtet, dass es von ihrem Buch zeitweise über 10 KI-Raubkopien im Apple Bücher Store gab.
Joanna Stern berichtet, dass es von ihrem Buch zeitweise über 10 KI-Raubkopien im Apple Bücher Store gab.

Joanna Stern: Über zehn KI-generierte Buch-Kopien bei Apple Books

Nachdem ihr Buch im Mai auf den Markt kam – nebst der Printversion auch als eBook – entdeckte Joanna Stern bei Apple Books zeitweise über zehn KI-generierte Kopien. Das berichtet sie in einem aktuellen YouTube-Short mit dem Titel „Apple Has a Big AI Slop Problem“ (Apple hat ein großes KI-Grütze-Problem).

Von sehr stark an das Original angelehnten Raubkopien bis hin zu eBooks mit fast gleichen Titeln und KI-generierten Kapitelzusammenfassungen des Originals war da vieles dabei. Bei einigen war der Hinweis, dass es sich um KI-generierte Sekundärliteratur handelt, sehr klein gehalten. Auf den ersten Blick sahen die Bücher so aus, als handele es sich um das Original.

Apple verbietet irreführende Inhalte, hat Richtlinien für KI-Inhalte

Laut dem Bericht von Joanna Stern hat Apple auf Nachfrage mitgeteilt, dass über Apple Books keine irreführenden Inhalte veröffentlicht werden dürfen. Also auch keine eBooks, die man leicht mit anderen verwechseln könnte – vor allem mit populären Bestsellern, auf deren Erfolgswelle mitgeritten werden soll.

Zudem gibt es strikte Richtlinien für die Verwendung von KI-Inhalten in Büchern, die über den Apple Bücher Store angeboten werden. Abschnitte, die künstlich generiert wurden, müssen gekennzeichnet werden. Zudem muss offengelegt werden, welche Werkzeuge mit welcher Methode angewendet wurden. Nur wenn KI lediglich assistiert hat, muss dies nicht transparent gemacht werden.

Werden Bücher als KI-Müll gemeldet, nimmt Apple dies scheinbar ernst. Zumindest im Fall von „I Am Not a Robot: My Year Using AI to Do (Almost) Everything“ von Joanna Stern habe ich bei einer Suche im Apple Bücher Store heute nur das Original gefunden. Apple untersucht Bücher auf KI-Müll nur dann selber, wenn über einen Account zu schnell zu viele Titel veröffentlicht werden.

Viele Bücher sind von KI-Trittbrettfahrern betroffen

Natürlich steht das Buch von Joanna Stern nur als Beispiel für eine viel größer angelegte Masche. Beliebte Bücher, vor allem Sach- und Fachbücher, sind dabei Ziel eines KI-basierten Betrugs. Mit kleingedruckten Hinweisen wie „Zusammenfassung und Analyse von …“ in Verbindung mit dem Originaltitel und Original-Autor/innen sichern sich die Betrüger ab und erschweren die Rückgabe der eBooks.

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4 Kommentare zu „Nicht nur Amazon: Apple Books hat ein Problem mit KI-Büchern“

  1. Es ist schon interessant, was man mit KI alles machen kann. Die Technik ist äußerst universell. Ich kann mir gut vorstellen, dass KI auch Bücher schreiben kann, obwohl ich meines Wissens noch keines gelesen habe. Auf YouTube dagegen fallen mir durchaus KI-generierte Videos immer mal wieder auf. Sowohl KI-generierte Bücher wie auch Videos sind nicht per se schlecht. Kommt darauf an, wer dahinter steht und wie gut die Qualitätssicherung ist. Gleichwohl ist KI eine äußerst universelle und leistungsfähige Technik. Hier müssen sogenannte Leitplanken gefunden werden, was man damit machen darf. Für so ziemlich alles andere gibt es auch Gesetze. Keine Frage, auf Dauer muss KI irgendwie reguliert werden. Es kann nicht sein, dass Betrüger die Technik einfach für ihre Zwecke missbrauchen können. Generell gegen die Technik zu Felde zu ziehen, ist auf jeden Fall nicht zielführend.

    1. Ich gebe dir absolut recht… man sollte nicht die Technik verteufeln, sondern überlegen, wie man es schaffen kann, dass sie nicht für illegale Zwecke genutzt wird. Bei Waffen gibt es einen Waffenschein, bei Fahrzeugen einen Führerschein. Und ich könnte mir vorstellen, bei potenten KI-Modellen sollte man für die Nutzung vielleicht auch einen KI-Schein machen und sich registrieren, damit nachvollziehbar ist, wenn jemand damit was illegales angestellt hat.

      Zum Thema KI-Bücher und -Filme, die mit KI erzeugt werden… die kenne ich auch und ich habe schon einige gelesen/gesehen, aber ihnen fehlt in der Regel sie „Seele“. Die Leute, die das machen, geben der KI nichts mit, was Persönlichkeit geben würde und damit kommt langweiliges Zeug bei raus. Ich klicke mittlerweile bei KI-Videos stumpf weg, weil ich lieber ein Video schaue, bei dem sich ein Mensch die Mühe gemacht hat, sich vor die Kamera zu setzen, um mir was zu erzählen. Bei Büchern ist das meist auch so… sie lesen sich nicht besonders spannend, sind oberflächlich und manchmal lassen die Autoren sogar diesen Abschlusssatz von ChatGPT im Text, so dass man genau sieht, wie viel Mühe sie sich bei der Produktion gegeben haben… nämlich keine. :D

      1. Wow, die Antwort kam ja wie aus der Pistole geschossen. 😀
        Deinen Ausführungen stimme ich sicherlich weitgehend zu. Da ich keine KI-Bücher kenne, kann ich mich nur auf Videos beziehen. Deren Inhalt kann durchaus für mich interessant sein, allerdings fehlt in der Tat die Seele. Das Ganze ist irgendwie monoton. Trotzdem schaue ich mir ganz gerne mal an, was z.B. in den 70er oder 80er Jahren des letzten Jahrhunderts aktuell war. Ja, es klingt monoton, trotzdem fühle ich mich in meine Jugend zurückversetzt.
        Auch meine Beiträge in Foren habe ich von Apple Intelligence gerne neu formulieren lassen. Die Formulierungen sind oft nicht schlecht, klingen aber irgendwie „aufgeblasen“ bzw. nicht echt. Deshalb lass ich oft nur noch Korrekturlesen.

        1. Absolut! Korrekturlesen und auch mal schreiben lassen, wenn man der KI Stichpunkte gibt und selbst nochmal drüber liest. Daran gibt es nichts zu meckern. Ich mag nur nicht die Leute, die alles ohne Aufwand in Masse „rauspupsen“ und damit das Internet vollmüllen.

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