„Scary Fast“ Making Of: iPhone, Mac und speziell angefertigtes Zubehör

Wie bereits in der Zusammenfassung zum „Scary Fast“-Event von vorletzter Nacht angemerkt, so wurde die halbstündige Apple-Keynote komplett mit dem iPhone 15 Pro Max aufgenommen und durch die Postproduktion am Mac verfeinert. Nun kann man sich aufgrund von Kamerafahrten, Drohnenflügen und dem Ausbleiben von Wacklern natürlich vorstellen, dass vor Ort neben dem iPhone auch zusätzliche Hardware zum Einsatz kam – Gimbals, Dollys, Drohnen, Kamerakräne, und so weiter. Und genau das bestätigt Apple jetzt in einem Making Of.

Dass die voraufgezeichneten Apple-Keynotes nicht einfach mit einem in der Hand gehaltenen iPhone realisiert werden, sollte klar sein. Das "Scary Fast"-Event, welches mit dem iPhone 15 Pro Max gedreht wurde, hat Apple nun mit Making-Of-Material aufgeschlüsselt.
Dass die voraufgezeichneten Apple-Keynotes nicht einfach mit einem in der Hand gehaltenen iPhone realisiert werden, sollte klar sein. Das “Scary Fast”-Event, welches mit dem iPhone 15 Pro Max gedreht wurde, hat Apple nun mit Making-Of-Material aufgeschlüsselt.

Apple zeigt Behind the Scenes-Material vom „Scary Fast“-Event

Realisiert wurde die Apple Oktober-Keynote unter der Leitung des Dokumentarfilmregisseurs Brian Oakes (bekannt durch „Jim: The James Foley Story“ und „Living with Lincoln“). Dabei wurde das zum Filmen verwendete iPhone 15 Pro Max natürlich nicht einfach per Hand durch die einzelnen Szenen geführt, sondern in teils maßgeschneiderte Zusatzhardware gesteckt. Diese und ein paar weitere Details zeigt Apple unter anderem in einer Pressemitteilung auf.

So viel Zusatzhardware an diesem Dolly – man sieht das iPhone gar nicht mehr.
So viel Zusatzhardware an diesem Dolly – man sieht das iPhone gar nicht mehr.

Darin wird Brian Oakes folgendermaßen zitiert: „Wir konnten die gleichen komplexen Aufnahmen mit dem iPhone 15 Pro Max machen. Es ist erstaunlich zu sehen, dass die Qualität eines so kleinen und tragbaren Geräts mit einer großen 20.000 US-Dollar Kamera konkurrieren kann.“ Zu den Kosten der zusätzlichen Hardware wird allerdings nichts gesagt, sodass das Ganze mal wieder nur als iPhone-Werbung zu verstehen ist. Angemerkt wird aber, dass ein „speziell angefertigtes SpaceCam Rig“ verwendet wurde. Die weiterhin verwendeten iPhone-Halterungen scheinen zudem „Beastcage“-Modelle von Beastgrip zu sein (werden zwischen ca. 135 € und 312 € angeboten).

Eine gemütliche Indoor-Szene, die Einfachheit vermitteln soll? Natürlich kommt dafür ein überkompliziertes Rig zum Einsatz :D
Eine gemütliche Indoor-Szene, die Einfachheit vermitteln soll? Natürlich kommt dafür ein überkompliziertes Rig zum Einsatz :D

Nicht selbst von Apple benannt, aber von anderen im Making-Of-Material erkannt wurde zudem das „DJI Ronin 2“-Gimbal (Kostenpunkt: 7.199 €) für stabilisierte Handaufnahmen. Außerdem ist im Making Of Video (s. u.) eine Drohne zu sehen, die das iPhone 15 Pro Max über den Apple Park fliegen lässt. Auch bei diesem Zubehör wird man sich nicht für ein Billigmodell entschieden haben. Eine spezielle Halterung und ein spezielles Gimbal für die zusätzlich Bildstabilisierung war sicher ebenfalls nicht kostenlos.

Zum Filmen wurde die Blackmagic Camera App genutzt. Wahrscheinlich das einzige kostenlose Element der Produktion.
Zum Filmen wurde die Blackmagic Camera App genutzt. Wahrscheinlich das einzige kostenlose Element der Produktion.

Durch das Making Of Material der Apple Oktober-Keynote wird also klar, dass es nicht nur ein iPhone und einen Mac braucht, um filmreife Videos zu erstellen. Man muss jede Menge Ahnung, zusätzliche Hardware, teure Software und am besten ein Team mit spezialisierten Personen für Fotografie, Kameraarbeit, Licht, Hardwarebedienung, Datenverwaltung und dergleichen parat haben. Hinzu kommen die Leute, die vor der Kamera ihre Texte aufsagen und Szenen spielen.

Das hat mich überrascht: Blackmagic Camera App ist gratis

Zum Filmen wurde, wie auf dem obigen Foto zu sehen und in der Pressemitteilung von Apple zu lesen ist, die „Blackmagic Camera“-App genutzt. Und obwohl diese Software von Blackmagic Design Inc sehr professionell aussieht und scheinbar auch eine ganze Menge kann, wird sie komplett gratis im App Store angeboten.

Die Blackmagic Camera App benötigt iOS 16 oder neuer und läuft auf iPhones mit A12-Chip (2018 mit iPhone XR, iPhone XS und iPhone XS Max veröffentlicht) oder neuer. Ab dem iPhone 14 bietet sie eine spezielle fps-Auswahl an, ab dem iPhone 15 werden u. a. Apple Log und die Live-Videoausgabe über USB-C unterstützt.

Jap, man kann sich die App kostenlos runterladen und einfach so verwenden.
Jap, man kann sich die App kostenlos runterladen und einfach so verwenden.

Noch mehr Profis an der Produktion beteiligt

Nicht nur für die Regie der Keynote hat sich Apple übrigens Profis nach Cupertino geholt. Für die Produktion der halbstündigen Produktion wurden z. B. Jon Carr und Jeff Wozniak verpflichtet. Der Pro-Workflow-Videospezialist Jon Carr hat hochkarätige Filme in seinem Lebenslauf stehen, etwa „Top Gun: Maverick“ und „Terminator: Dark Fate“. Jeff Wozniak war unter anderem an „Transformers: Dark of the Moon“ und „Iron Man 2“ beteiligt. Beide ließen sich für die Pressemitteilung zu iPhone-Lobpreisungen hinreißen:

In diesem Jahr ist das iPhone 15 Pro Max mit der Power ausgestattet worden, ProRes auf ein externes Laufwerk aufzuzeichnen, und unterstützt Apple Log, unsere Variante eines Formats, das alle High-End-Digitalkameras aufnehmen“, sagt Wozniak.

Es ist ziemlich verblüffend, wie man es in die Hände von professionellen Regisseur:innen geben kann, ohne dass sie auf anderes Equipment zurückgreifen müssen — sie müssen nichts an dem ändern, wie sie es sonst auch machen“, fügt Carr hinzu.

Kurzer Einschub: Lynne und Jens haben eine Zusammenfassung des Events als YouTube-Video gemacht. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr gerne mal reinschauen.

Apple „Scary Fast“ Making Of Video

Sowohl in der oben verlinkten Pressemitteilung als auch auf YouTube hat Apple ein Video veröffentlicht, dass weitere Eindrücke sowie Aussagen von Beteiligten enthält. Natürlich sind alle voller Lob für das iPhone und die Aufnahmen, die damit möglich sind. Dass eine spezielle Drittanbieter-Kamera-App zum Filmen verwendet wurde und auf dem Mac auch nicht gerade iMovie für Nachbearbeitung, digitale Effekte und Schnitt zum Einsatz kam, wird auch nur indirekt erwähnt. Zumindest gibt es am Ende unter dem großen „Shot on iPhone, Edited on Mac“-Schriftzug den kleinen Disclaimer: „Additional pro software and hardware used. Special thanks to Blackmagic Design and Beastgrip.“ – Hey, sogar die Ausstatter-Namen passen zu Halloween!

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