Tipp für LTE-Nutzer: Mit Browser Opera Turbo mobiles Datenvolumen am Mac sparen

Opera Turbo eingeschaltet

Seit kurzem bin ich auch einer der ländlichen LTE-Nutzer, die zwar mit einer guten Geschwindigkeit von 50 MBit/s gesegnet sind, aber leider keine Flatrate haben. Das bedeutet, man bekommt monatlich ein festes Datenvolumen, das man über die Internetleitung bzw. über die Funkverbindung per LTE nutzen kann. Ist dieses Datenvolumen aufgebraucht, wird man gedrosselt und kann nur noch in Zeitlupe surfen.

Ich arbeite täglich im Netz und muss hin und wieder auch Archive mit Fotos hin und her schicken. Wenn man dann noch neben dem Arbeiten Musik über Apple Music hört und den einen oder anderen Film über Amazon Video schaut, dann sind selbst die 30 GB, die man im größten Telekom LTE-Paket inklusive hat, schnell weg.

Opera Turbo eingeschaltet

Opera Turbo eingeschaltet – ab jetzt ist man deutlich schneller und sparsamer unterwegs.

Opera Turbo: Datenvolumen beim Surfen sparen

Ich habe mir diverse Möglichkeiten überlegt, wie man den eigenen Verbrauch des Datenvolumens senken kann. Eine Möglichkeit, die besonders für Leute hilfreich ist, die viel auf "bildlastigen" Webseiten unterwegs sind, ist die Nutzung des Webbrowsers "Opera" (hier zum Download für den Mac). Im Grunde ist es ein Browser wie Safari, Firefox und Chrome auch, aber er bietet eine Option namens "Opera Turbo", die sich sehr gut eignet, um Datenvolumen beim Surfen einzusparen.

Um "Opera Turbo" zu nutzen, startet man den Browser und wählt dann im Menü "Opera" den Punkt "Opera Turbo". Wenn dort ein Häckchen erscheint, ist man ab sofort mit dem "Turbo" unterwegs und spart das eine oder andere Megabyte an Daten ein, die man sonst verbraucht hätte.

Am Mac kann man so Opera Turbo einschalten.

Am Mac kann man so Opera Turbo einschalten: Menü "Opera" und dort auf den Punkt "Opera Turbo" klicken. Danach müsste dort ein Häckchen sichtbar sein und man sollte eine Meldung bekommen, dass Opera Turbo nun aktiv ist.

So funktioniert "Opera Turbo"

Die Funktionsweise, die sich hinter dem Feature verbirgt ist schnell erklärt: Im Gegensatz zu einem üblichen Browser, der die Grafiken auf Webseiten direkt so anzeigt, wie sie von dem Server geliefert werden, zeigt Opera im "Turbo-Modus" nur komprimierte Grafiken an, die vorher über die Server von Opera gelaufen sind.

Das bedeutet, egal wie gut der Webmaster der betreffenden Webseite seine Fotos optimiert hat – die Opera-Server holen das Maximum raus, um sie möglichst klein (bezogen auf den Speicherplatz) zu rechnen. Der Clou ist, dass nur die opera-optimierten Bildaten über das LTE-Funknetz (oder auch andere Verbindungen) geschickt werden.

Dadurch spart man unter Umständen recht viel Daten ein, denn viele Webmaster sind nicht bewußt darauf aus, ihre Fotos und Grafiken möglichst klein zu halten. In Zeiten von DSL und hohen Verbindungsgeschwindigkeiten ist dies in der Regel auch nicht nötig.

Ausnahme: Verschlüsselte SSL-Verbindungen leitet Opera direkt durch

Um die Privatsphäre der Nutzer zu respektieren und "kritische" Daten nicht zwischen zu speichern, werden verschlüsselte Verbindungen von Opera Turbo nicht "angefasst". Das heißt, wenn bei der Internetadresse "https" vorne steht, dann läut der Datenverkehr nicht über die Opera-Server sondern nur zwischen dem jeweiligen Webserver, der für die Webseite zuständig ist und dem heimischen Mac. Internetbanking und viele Shop-Seiten sind damit nicht von Opera Turbo beeinflußt und werden nicht komprimiert.

Leider sind mittlerweile auch viele andere Webseiten per SSL verschlüsselt, für die Opera Turbo durchaus sinnvoll wäre: Pinterest, Facebook und ähnliches. Dadurch dass diese jedoch https nutzen, greift Opera Turbo nicht und spart auch kein Byte an Daten ein. 🙁

Es funktioniert jedoch bei vielen anderen Webseiten, die (noch) nicht auf SSL umgestellt haben:

  • web.de
  • spiegel.de
  • faz.net
  • taz.de

Der Zusatz "noch" ist bewußt eingebaut, denn Google hat schon vor einiger Zeit gesagt, dass die SSL-Verschlüsselung von Webseiten ein Rankingfaktor ist, der dazu führt, dass die Webseite weiter oben in der Google-Suche erscheint. Wer also aktiv an der besseren Platzierung seiner Webseite arbeitet, der wird früher oder später seine Webseite auf "https" umstellen und damit ungewollt auch Opera Turbo aushebeln.

Opera Turbo Einstellungen: Am Mac nicht mehr konfigurierbar

Wer etwas mehr über Opera Turbo liest, der wird häufiger mal den Hinweis lesen, dass man das Feature konfigurieren kann. Dies war vielleicht mal der Fall, aber aktuell ist dies nicht mehr möglich. Geht man die Einstellungen im Browser durch, wird man keinen Eintrag finden, um Opera Turbo zu konfigurieren.

Was MB Daten spart man mit Opera Turbo ein?

Das ist eine gute Frage, die ich leider nur mit einem Beispiel beantworten kann. In Opera gibt es keine Anzeige, die sagt, wieviel Byte Daten man normal verbraucht hätte und wieviel einem Opera Turbo eingespart hat.

Durch ein Zusatzprogramm konnte ich es jedoch trotzdem ermitteln. Ich habe bei mir am Mac das Tool TripMode aktiv, das erlaubt, den Datenverkehr nur für bestimmte Apps freizugeben. Zusätzlich kann man mit dem Programm "messen", wieviel MB Daten man in einer Session verbraucht hat. Ich habe damit einen kleinen Test gemacht und die folgenden Webseiten aufgerufen – einmal mit Firefox und einmal mit Opera Turbo:

  • sir-apfelot.de
  • web.de
  • taz.de
  • faz.net
  • spiegel.de

Während ich mit Firefox insgesamt 15,6 MB verbraucht habe, hat Opera Turbo mir die gleichen Seiten ohne sichtbaren Qualitätsverlust mit nur 5,4 MB Datenverbrauch präsentiert. Das ist eine Einsparung von 65% – ein durchaus beachtenswerter Wert, den ich selbst nicht erwartet hätte.

Fazit: Empfehlenswert für sparsame Vielsurfer

Trotz allen Einschränkungen ist das Turbo-Feature von Opera eine Entdeckung für mich gewesen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Zwar greift die Datenkomprimierung bei vielen Portalen nicht, bei denen ich sie für besonders sinnvoll gehalten hätte (siehe Pinterest), aber trotzdem gibt es noch genug Zeitungen und News-Portale, die durch die Verwendung des Turbo-Features etwas "abgespeckt" werden können. Ich würde den Browser also in jedem Fall den Leuten ans Herz legen, die viel im Netz unterwegs sind und dabei viele unterschiedliche Webseiten aufrufen. Hier besteht das größte Einsparpotential.

Eine zusätzliche Empfehlung ist in jedem Fall die Kombination mit dem oben genannten Mac-Tool "TripMode", mit dem man die Internetverbindung nur für bestimmte Programme freigeben kann.

Ich hoffe, meine Empfehlung hilft dem einen oder anderen weiter, der (so wie ich) sein Datenkontingent schonen muss. 🙂

Ein Tipp am Rande: Aktuell gibt es bei Eleonto die Zendure Supertank mit 100 W Leistung (auch zum Laden von großen MacBook Pro Modellen geeignet!) für knapp 104 Euro als B-Ware. Die Powerbank kostet sind ca. 170 Euro.

3 Kommentare

  1. Frank Mauritz sagt:

    Klasse Ratschlag, den ich sofort umgesetzt habe… Danke dafür, danke für Deine aufschlussreiche Seite!

    • Sir Apfelot sagt:

      Hi Frank! Freut mich, wenn dir der Tipp geholfen hat. Ich fand es auch praktisch, als ich Opera Turbo entdeckt habe. Zu DSL-Zeiten war mit das mobile Datenvolumen schnuppe, aber mit Begrenzung pro Monat wird man da sensibler. 😀

  2. Rikkid sagt:

    Ich besitze ein Macbook Pro (2012), das ich aufgerüstet habe (16GB Ram/SSD) aber 4K Videos schauen ist immer ein Problem, egal welcher Browser. Mit Opera habe ich bisher das beste Ergebnis erzielen können. Auch die Option mit VPN wo man am. Seiten problemlos surfen kann. Ich kann Opera nur empfehlen, wenn man nicht den neuesten Mac hat.

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