Paste-App Clipboard-Manager und Pick der Woche KW 23

Paste.App Clipboard-Manager

Ich finde, es wäre längst an der Zeit, dass Apple die Paste-App aufkauft und die Funktion fest in macOS verbaut. Wer einmal mit einem solchen Clipboard-Manager wie Paste gearbeitet hat, wird ihn in Zukunft nicht mehr missen wollen. Es ist einfach super-praktisch, wenn man auch auf ältere Inhalte der Zwischenablage Zugriff hat, um diese wiederzuverwenden.

Auf der Webseite von Paste erfährt man im Bereich "Tipps & Tricks" viel über den effektiven Einsatz der App – gerade in Verbindung mit Tastenkürzeln.

Auf der Webseite von Paste erfährt man im Bereich "Tipps & Tricks" viel über den effektiven Einsatz der App – gerade in Verbindung mit Tastenkürzeln.

 

Was macht Paste eigentlich?

Um die Funktion von Paste zu erklären, muss man erst einmal das Problem bei der Verwendung der normalen Zwischenablage erkennen. Und mein Hauptproblem mit dem üblichen Copy-and-paste ist schlichtweg, dass es nur einen Slot – als nur ein Fach in der Zwischenablage – gibt.

Habe ich etwas Neues per CMD + C kopiert, ist der alte Inhalt des Clipboards verloren. Das ist insoweit etwas unpraktisch, da ich sehr häufig einen älteren Wert der Zwischenablage brauchen könnte, aber einfach nicht mehr dran komme.

Das wäre der Fall, wenn ich nicht die Paste.app hätte, denn dieses Tool legt quasi einen Verlauf der Zwischenablageinhalte an. Mit einem Tastenkürzel – bei mir ist es CMD + Shift + V – bekomme ich eine Liste der letzten Inhalte angezeigt und kann daraus etwas wählen und erneut einsetzen. Das Beste an der Sache: Die Liste kann man sogar durchsuchen.

Effektiv arbeitet man mit Paste besonders dann, wenn man sich die passenden Tastenkürzel einprägt, um schnellen Zugriff auf die Pinwand oder auf die Funktion "Schnelles Einfügen" zu haben.

Effektiv arbeitet man mit Paste besonders dann, wenn man sich die passenden Tastenkürzel einprägt, um schnellen Zugriff auf die Pinwand oder auf die Funktion "Schnelles Einfügen" zu haben.

 

Die Paste.app erscheint nicht im Dock, aber ist dafür in der Menüleiste verfügbar. Die Historie blendet man sich in der Regel jedoch mit einem Tastatur-Shortcut ein.

Die Paste.app erscheint nicht im Dock, aber ist dafür in der Menüleiste verfügbar. Die Historie blendet man sich in der Regel jedoch mit einem Tastatur-Shortcut ein.

Datentypen und Dauer des Verlaufs von Paste

Eine sehr schöne Sache an Paste ist, dass es sich nicht nur Texte merkt, sondern auch kopierte Grafiken, HEX-Farbcodes, Musikclips, URLs oder was auch immer man in die Zwischenablage bekommt.

Bei URLs erhält man eine kleine Vorschau der Webseite in der Liste, bei HEX-Codes wird die entsprechende Webfarbe eingeblendet, Bilder werden ebenfalls dargestellt und bei Texten sieht man eine mehrzeilige Textvorschau.

Aktiviert man die Paste-Pinwand mit den letzten Einträgen, sieht man am unteren Bildschirmrand die entsprechenden Inhalte in Kacheln.

Aktiviert man die Paste-Pinwand mit den letzten Einträgen, sieht man am unteren Bildschirmrand die entsprechenden Inhalte in Kacheln.

Gefahr: Speicherfresser beim Kopieren von Bildern

Im Grunde ist die Aufbewahrung der Zwischenablage eine tolle Sache, aber sie birgt eine gewisse Gefahr, wenn man viel mit Grafikprogrammen arbeitet und dort fleißig größere Bildteile kopiert.

Man kann sich vorstellen, dass die Speicherung dieser ganzen Bilddaten deutlich mehr Speicherbedarf benötigt als das Aufbewahren von einigen Textschnipseln.

Lösen kann man die Sache jedoch gleich auf zwei Arten:

  1. Man stellt die Aufbewahrungszeit auf einen niedrigen Wert wie eine Woche oder einen Monat. Danach werden die Daten im Paste-Zwischenspeicher bereinigt.
  2. Man stellt in den Regeln ein, dass das Grafikprogramm seiner Wahl (z.B. Adobe Photoshop) nicht bei der Speicherung der Zwischenablage berücksichtigt werden soll. Natürlich funktioniert dann noch das „normale“ Copy-and-paste, aber die Inhalte wandern nicht in die Historie des Clipboards.
Über die Regeln wird zum Beispiel automatisch definiert, dass Passwortmanager keine Informationen in die Paste-Historie ablegen dürfen.

Über die Regeln wird zum Beispiel automatisch definiert, dass Passwortmanager keine Informationen in die Paste-Historie ablegen dürfen.

Meine Einsatzbereiche von Paste

Sicher ist es interessant zu wissen, wo mir Paste.app am häufigsten hilft, denn so findet man eventuell auch für sich einen Anwendungsfall für die App. Bei mir kommen die folgenden Szenarien am häufigsten vor:

  • Ich muss irgendwo meine IBAN eintragen und kann diese mit Paste suchen und einsetzen.
  • Ich kopiere mir für Webseiten von Kunden ein paar Farbtöne in Photoshop in die Zwischenablage und kann sie dann direkt nacheinander in eine CSS-Datei einsetzen, ohne ständig hin und her wechseln zu müssen.
  • Ich habe für meine Domainverwaltung zwei Nameserver-Adressen, die ich mir nicht merken kann (und muss), da ich immer nur einen Teil davon in Paste tippen muss und ich sie so finden und einsetzen kann.
  • Manchmal benötige ich verschiedene Textpassagen immer wieder für diverse Domains (wenn man zum Beispiel das Impressum auf mehreren Kundendomains erneuern möchte).
  • Ich verwende Zugangsdaten mehrmals am Tag für diverse Webservices, aber möchte sie nicht in meiner Passwortverwaltung haben (weil sie zum Beispiel von Kunden sind).

Es gibt zahlreiche Fälle, bei denen mir Paste das Leben in den letzten Jahren komfortabler gemacht hat. Aus dem Grund hat es sich hier die "Pick der Woche"-Auszeichnung wirklich verdient.

Über die Einstellungen von Paste läßt sich festlegen, wie lange Inhalte der Zwischenablage aufgehoben werden sollten. Ich habe dies auf ein Jahr gestellt, damit ich auch selten genutzte Daten wieder nutzen kann.

Über die Einstellungen von Paste lässt sich festlegen, wie lange Inhalte der Zwischenablage aufgehoben werden sollten. Ich habe dies auf ein Jahr gestellt, damit ich auch selten genutzte Daten wieder nutzen kann.

Paste auch über Setapp verfügbar

Wer bereits Nutzer von Setapp ist, kann sich Paste direkt installieren, da es in der Setapp-Sammlung von (grandiosen) Apps bereits seit Längerem einen Platz hat.

Wer noch kein Setapp verwendet, kann sich die App entweder bei den Entwicklern kaufen oder (das wäre meine Empfehlung) wirft mal einen Blick auf das Setapp-Abo. Für mich hat sich Setapp schon mehrfach gelohnt, da ich einige der Apps ständig in Verwendung habe.

Ein Hinweis noch: Die Paste-App gibt es auch unter iPadOS und iOS, allerdings habe ich sie dort noch nicht verwendet. Die App synchronisiert ihre Daten mit iCloud und so hat man auch automatisch eine geteilte Zwischenablage zwischen mehreren Macs oder auch an iPhone und iPad. Allerdings gibt es diese Funktion (ohne Historie) auch nativ unter macOS und iOS bzw. iPad OS.


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2 Kommentare

  1. Dirk sagt:

    Also ich benutze seit Jahren Unclutter aus dem AppStore.
    Lässt sich via Zwei-Finger-Geste einfach aus der Menüleiste (auf Wunsch auch ohne Symbol) aufklappen und beinhaltet zudem noch eine Ablage für Dateien und Notizen.
    Neben PopClip und Yoink eines meiner Must-Have-Apps auf dem Mac.

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