Was sind AAA-Spiele (Triple-A-Games)?

Im Hinblick auf Videospiele kann man die einzelnen Titel nicht nur in bestimmte Genres einordnen, sondern sie auch im Hinblick auf ihre Qualität und den dahinter steckenden Arbeitsaufwand sortieren. Und genau hier kommt der Begriff „AAA-Spiele“ bzw. „Triple-A-Games“ zum Einsatz. Diese Videospiele bilden eine besonders herausragende Kategorie unter ihresgleichen. Doch was genau versteht man unter diesem Begriff und warum sind die Games so bedeutend? In diesem Blogbeitrag werden wir uns ausführlich mit AAA-Spielen beschäftigen und mehrere Fragen dazu beantworten.

Was bedeutet „AAA“ bzw. „Triple-A“?

Die Bezeichnung dieser Spiele als Triple-A-Games leitet sich von Scoring- und anderen Bewertungs- bzw. Benotungssystemen ab. Während A im Grunde schon die Bestnote darstellt (vergleichbar mit dem Ausdruck „1A“ im Deutschen), da zeigt die dreifache Verwendung in Form von „AAA“ oder „Triple-A“ eine Einschätzung als besonders gelungen, in bestimmten Kategorien hervorragend oder allgemein herausstechend auf.

Denn Triple-A-Games sind nicht selten besonders ausgefeilt und Vorreiter in bestimmten Bereichen – von der Implementierung technischer Möglichkeiten bis hin zum Storytelling. AAA-Spiele sind also hochwertige, aufwändig produzierte Produkte, die oft auf modernsten Fortschritten der Spieleproduktion beruhen. Oft wird sehr lange an einzelnen Titeln dieser Kategorie gearbeitet.

Ein genauerer Blick auf Einzelbereiche für die AAA-Bewertung

Im Folgenden findet ihr eine Liste mit einzelnen Punkten, die für sich genommen, in Kombination miteinander und bei kompletter Anwendung dafür sorgen, dass ein Spiel als Triple-A-Game bezeichnet werden kann:

  1. Hoher Produktionsaufwand: Oft fließen Millionen Euros oder Dollar in die Produktion, um technische Umsetzung, Grafik, Sound und alle anderen Einzelelemente auf den bestmöglichen Stand zu bringen. Aber auch im Hinblick auf die Zeit von technisch ausgereiften und gut erzählten Videospielen ist ein hoher Aufwand nötig. Nicht selten dauert die Spieleproduktion solcher Titel mehrere Jahre.
  2. Herausragende Grafik: Um die Spielewelt, Charaktere, Effekte, Cut Scenes und mehr in bester grafischer Qualität darzustellen, braucht es immer wieder neue technische Lösungen und aktuelle Grafik- sowie Physik-Engines. Durch die Nutzung und das Ausreizen der immer neuen Angebote wird mittlerweile in einigen Spielen ein realitätsnahes Erlebnis geboten. Das heißt aber auch, dass die Spiele für ihre Assets immer mehr Speicherplatz sowie für Berechnungen immer bessere Hardware voraussetzen.
  3. Tiefe und Komplexität des Inhalts: Große und schön ausgestaltete Spielwelten, fesselnde und in sich logische Geschichten, immersive Gameplay-Mechaniken, ausdifferenzierte Charaktere und nicht zu repetitive Aufgaben sind nur ein paar Elemente, die ein Spiel zu einem Triple-A-Game machen. Sie sind zudem extrem wichtig, damit sich Gamer darin verlieren und lange Spaß haben. Versteckte Inhalte, verschiedene Handlungsmöglichkeiten, unterschiedliche Entwicklungsstränge, Skill Trees und mehr sorgen zudem für einen gewissen Wiederspielwert.
  4. Franchises oder bekannte Marken: Es ist kein Muss, aber oft gehen große Videospielproduktionen mit bestimmten Franchises oder Marken einher. Das können Sport-Spiele und Rennsimulationen sein sowie auch Videospiele zu bestimmten Filmen und Fantasy-Universen. Aber auch Fortsetzungen beliebter eigenständiger Spiele können durch deren Einnahmen immer besser und komplexer werden.
  5. Großer Vermarktungsaufwand: Von der Ankündigung (teils Jahre vor dem Release) über einzelne Updates während der Produktion hin zum Marketing für den letztendlichen Verkauf fließt bei AAA-Spielen viel Zeit, Aufwand und Geld in die Vermarktung. Denn natürlich soll ein gewisser Hype aufgebaut werden, um viele Verkäufe zum Vollpreis zu erreichen und damit die Produktion rentabel zu machen.

Beispiele für Triple-A-Games

Auch wenn die obige Beschreibung so klingen könnte als wären AAA-Games eine Ausnahmeerscheinung, so gibt es jährlich mehrere solcher Titel. Immerhin ist die Videospielbranche riesig und es wird an vielen Orten mit großen Budgets produziert. In den letzten Jahren gab es z. B. „The Witcher 3“ und „Cyberpunk 2077“ von CD Project Red, „Grand Theft Auto V“ und „Red Dead Redemption II“ von Rockstar Games, „The Elder Scrolls V: Skyrim“, „Fallout 76“ und „Starfield“ von Bethesda Game Studios, „Elden Ring“ von FromSoftware, verschiedene „Far Cry“ und „Assassin’s Creed“-Teile von Ubisoft sowie viele mehr. Hinzu kommen Rennfahrt- und Sportspiele sowie Simulationen in verschiedenster Form.

Technische Innovationen durch Triple-A-Spiele

Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte haben einzelne Spiele und Spielereihen das Medium Videospiel immer wieder auf ein neues Level heben können. Anfangs noch ein belächelter Zeitvertreib für Nerds, so sind Videospiele heute ein Milliardenmarkt mit Produktionen, die selbst Hollywood-Filme hinter sich lassen. Mit der Zeit wurden immer mehr technische Innovationen durch und für Videospiele vorangetrieben. Hier ein paar Beispiele:

  • Grafik und Animation: AAA-Spiele haben die Entwicklung von fortschrittlichen Grafik-Engines vorangetrieben, die realistische Lichteffekte, Physiksimulationen und hochauflösende Texturen ermöglichen. Motion-Capture-Technologie wurde und wird intensiv eingesetzt, um realistische Charakteranimationen zu ermöglichen. Von einfachen Pixelgrafiken über 3D-Polygone hin zu heutigen Landschaften und Szenen ist viel passiert.
  • Audio, Musik und Synchronisation: Neben der Grafik spielt auch das Hörerlebnis eine wichtige Rolle. Von Umgebungsgeräuschen über gesprochene Dialoge hin zu Soundeffekten ist auch hier mit der Zeit viel passiert. Videospiele geben nicht mehr nur einfache Piep-Töne von sich und sind auch nicht mehr schlecht eingesprochen oder mangelhaft lokalisiert. Oft wird ein extremer Aufwand betrieben, um das Audio – auch im Hinblick auf den Soundtrack – gleich hochwertig wie die Grafik zu gestalten.
  • Virtual Reality (VR): Spiele wie „Half-Life: Alyx“ von Valve haben gezeigt, wie Virtual Reality in AAA-Spielen eingesetzt werden kann, um ein immersiveres Spielerlebnis zu schaffen. Zwar sind VR-Spiele zum Großteil noch weit von den angestrebten Zielen entfernt. Dieser Bereich könnte aber zukünftig noch mehr in den Fokus rücken.
  • Künstliche Intelligenz (KI): AAA-Spiele haben fortschrittliche KI-Algorithmen entwickelt, um realistischeres Gegnerverhalten und lebendigere Spielwelten zu schaffen. KI-gesteuerte NPCs können nun komplexe Entscheidungen treffen und auf die Handlungen der spielbaren Charaktere reagieren. Dass das nicht immer zum Spielrelease der Fall ist, zeigen zahlreiche große Games, die anfangs mit NPC-Bugs zu kämpfen haben.
  • Open-World-Technologie: Spiele wie „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ von Nintendo haben die Art und Weise revolutioniert, wie Open-World-Spiele gestaltet werden. Sie bieten eine nahtlose und offene Spielwelt, die es erlaubt, die Umgebung frei zu erkunden. Zuvor gab es zwar auch schon offene Welten mit frei wählbaren Quests und einer entsprechend selbst definierbaren Abfolge von Ereignissen, aber seit dem Nintendo-Titel von 2017 wurde hier nochmal eine Schippe draufgelegt.

„The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom“ als Nintendo-Ausnahmeerscheinung

Nintendo veröffentlicht seine Spiele nahezu exklusiv auf den eigenen Spielekonsolen. Hier und da gibt es mal Kooperationen oder Apps, aber die großen Titel rund um Mario, Zelda und Co. bleiben auf der hauseigenen Hardware. Das ist auch dann der Fall, wenn diese im Vergleich zu anderen Konsolen oder zur aktuellen Computertechnik veraltet scheinen mag. Denn selbst dann weiß Nintendo noch das Beste rauszuholen und mit neuen Tricks zu überraschen. Das ist für die Nintendo Switch Konsole von 2017 im Jahr 2023 mit „The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom“ gelungen.

Obwohl die Konsole grafisch und von der Rechenleistung her nicht dem High-End-Zeitgeist entspricht, kann in dem Open-World-Abenteuer, das den direkten Nachfolger von „Breath of the Wild“ darstellt, viel Neues erreicht werden. Neben der nahtlosen Reise zwischen drei Welt-Ebenen (Himmelsinseln, Oberwelt und Unterwelt) ist auch die Physik in diesem Spiel beachtlich. Verschiedene, teils beweglich Einzelteile können verbunden werden, um Fahrzeuge zu bauen, Fallen zu stellen, Brücken und andere Bauwerke zu erschaffen, etc. Hier wurde ein riesiger Aufwand betrieben, um spielerische Freiheit zu gewährleisten. Sechs Jahre Entwicklungszeit haben sich ausgezahlt.

„Cyberpunk 2077“ als ehemaliges Desaster und neu gekröntes Meisterwerk

Vor der Veröffentlichung von „Cyberpunk 2077“ von CD Project Red wurde das Spiel als Revolution vermarktet und bis zum Anschlag gehypt. Entsprechend groß war die Enttäuschung dann als im Dezember 2020 ein eher unfertiges und mit Bugs gespicktes Spiel auf den Markt kam. Ich habe es damals zum Release auf dem PC gespielt und nur ein paar kleine Fehler bemerkt. Im Großen und Ganzen fand ich das Spiel aber schon damals gut. Auf Last-Gen-Konsolen wie der PlayStation 4 soll es aber ein Desaster gewesen sein, schon allein der schäbigen Grafik wegen.

Mit den Jahren gab es immer wieder Updates, Patches und Fixes, die nicht nur Bugs beseitigt, sondern auch das Gameplay verbessert und neue Grafikfeatures eingeführt haben – unter anderem Ray Tracing. Im Jahr 2023 kam zudem die Version 2.0 heraus, die vom DLC „Phantom Liberty“ begleitet wurde. Mit diesem Zusatzinhalt, der neue Missionen, eine komplett neue Storyline mit zusätzlichen Orten und Charakteren sowie emotionale Entscheidungen und mindestens ein drastisches Ende mitbrachte, wurde „Cyberpunk 2077“ für mich zum endgültigen Meisterwerk. Beim ersten Run in 2020 habe ich in 40 Stunden die Hauptstory abgeschlossen, in den zweiten Run habe ich nun schon über 120 Stunden gesteckt.

„Der Herr der Ringe: Gollum“ – oder: Warum Daedalic Entertainment scheitern musste

Es gibt also von technisch nicht ganz so modernen bis zu technisch modernsten Spielen die unterschiedlichsten Beispiele für Triple-A-Games. Jedoch gibt es auch Negativbeispiele, etwa für Games, die opulent angekündigt wurden, aber nicht im Ansatz die angeheizten Erwartungen erfüllen konnten. Der eigentlich auf Point-and-Click-Abenteuer spezialisierte Entwickler und Publisher Daedalic Entertainment hatte sich z. B. in den letzten Jahren mit dem 3D-Titel „Der Herr der Ringe: Gollum“ übernommen. Vom Aufbau der 3D-Welt über das Storytelling hin zur Steuerung des Hauptcharakters ging sehr viel schief.

Nach anfänglichen Erfolgen von „Edna bricht aus“ über „Harveys neue Augen“ hin zur gefeierten „Deponia“-Reihe konnte sich Daedalic seit Mitte der 2000er einen Namen machen – und das als vergleichsweise kleines Studio aus Hamburg. Auch Franchise-Produktionen, etwa für „Das schwarze Auge“ oder „Die Säulen der Erde“, stammten dorther. Als Publisher für Produktionen anderer Studios konnte man sich ebenfalls am Markt behaupten. Doch die Aufgabe, ein 3D-Spiel rund um den „Herr der Ringe“-Charakter Gollum zu kreieren, das den Anforderungen an dieses Franchise gerecht werden konnte, war schließlich zu viel. In 2023 wurde die Entwicklungsabteilung in Hamburg geschlossen; Daedalic agiert seither nur noch als Publisher.

Crunching: Problem der Überarbeitung in der Triple-A-Produktion

Leider geht mit der Produktion von AAA-Spielen oft auch ein großes Problem einher: das sogenannte „Crunching“. Crunching bezieht sich auf die übermäßige Arbeitsbelastung der Entwicklerteams, die oft in den Monaten vor der Veröffentlichung eines AAA-Spiels auftritt. Die Developer arbeiten dabei übermäßig lange, oft unter immensem Druck, um sicherzustellen, dass das Spiel pünktlich und in höchster Qualität auf den Markt kommt. Crunching wurde mit immer größeren Produktionen zum immer gängigeren Problem, inklusive der Folgeerscheinungen wie Stress, psychosomatischen Erkrankungen, Burnout, etc.

Diese Praxis hat zu Diskussionen über die Gesundheit und das Wohlbefinden der Developer geführt sowie die Notwendigkeit von besseren Arbeitsbedingungen in der Spieleindustrie hervorgehoben. Zwar agiert nicht jedes Spielestudio so, doch nach den ersten wirklich medienwirksamen Meldungen und Beschwerden vor ein paar Jahren wurde Crunching an immer mehr Stellen deutlich sowie von immer mehr Leuten aus der Branche sowie in der Fachpresse angesprochen. Gerade der hohe Finanzaufwand, der schnell wieder durch möglichst viele Verkäufe ausgeglichen werden soll, kann bei Triple-A-Produktionen zu Zeitnot führen. Jedoch leidet darunter die letztlich abgelieferte Qualität.

Fazit zu AAA-Spielen / Triple-A-Games

Triple-A-Videospiele sind hochwertige, technisch aufwändige und erzählerisch qualitative Games, die durch Grafik, Audio, Spieltiefe und immersive Mechaniken überzeugen können. In den letzten Jahrzehnten haben AAA-Spiele dazu beigetragen, die technologische Entwicklung in der Videospielindustrie voranzutreiben und Gamer mit immer beeindruckenderen und immersiveren Erlebnissen zu versorgen. Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass dieser Fortschritt oft mit hohen Kosten und menschlichen Herausforderungen einher geht. Das ist ein Nachteil, den die Industrie weiterhin angehen muss.

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