Wie Apple versucht, Massenentlassungen zu verhindern

Mehrere Tech-Konzerne, nicht wenige aus dem Silicon Valley in Kalifornien, haben in den letzten Monaten mit der Entlassung von insgesamt über 50.000 Angestellten negative Schlagzeilen gemacht. Doch während Meta, Microsoft, Google, Amazon, Twitter und Co. die Stellen zusammenstreichen und während die Silicon Valley Bank pleite gegangen ist, da scheint Apple die Stellen von Festangestellten halten zu können. Welche Strategien dahinter stehen, das hat der Bloomberg-Journalist Mark Gurman in seinem „Power On“-Newsletter aufgezeigt. Im Folgenden findet ihr die wichtigsten Punkte übersetzt und zusammengefasst präsentiert.

Tech-Konzerne wie Meta, Microsoft, Amazon, Twitter und Google nutzen Entlassungen zur Kosteneinsparung. Apple scheint zu versuchen, den Weg andersherum zu gehen. Es wird an zahlreichen Stellen gespart, um die Angestellten zu halten. Hier findet ihr eine Zusammenfassung der bekannten Maßnahmen.
Tech-Konzerne wie Meta, Microsoft, Amazon, Twitter und Google nutzen Entlassungen zur Kosteneinsparung. Apple scheint zu versuchen, den Weg andersherum zu gehen. Es wird an zahlreichen Stellen gespart, um die Angestellten zu halten. Hier findet ihr eine Zusammenfassung der bekannten Maßnahmen.

Apples Maßnahmen gegen mögliche Massenentlassungen

Während die Konkurrenz zusammengerechnet über 50.000 Leute entlassen hat – in der Summe also fast die Hälfte aller von Apple festangestellten Personen –, da scheint der iPhone-Hersteller sicherer im Sattel zu sitzen. Doch auch Apple hat mit geringeren Verkäufen, höheren Zinsen, Folgen der Pandemie und anderen Problemen des Marktes zu kämpfen. Dabei ist das Unternehmen bekannt dafür, weit voraus zu planen und extrem taktisch zu agieren. Eine Entlassungswelle würde entweder als Planlosigkeit seitens Apple ausgelegt werden oder als Zeichen dafür, dass die Wirtschaft noch angeschlagener ist als gedacht.

Wie es in ein-zwei Jahren aussieht, das lässt sich aktuell noch nicht genau prognostizieren. Jedoch wird beim Blick auf Apples aktuelle Maßnahmen deutlich, dass viel versucht wird, um das Schicksal der anderen Technik-Riesen zu umschiffen – und damit auch (weitere) Negativschlagzeilen rund um die Belegschaft. Im Folgenden habe ich euch aufgelistet, was Apple teilweise schon seit letztem Sommer versucht, um Entlassungen vorzubeugen, und welche Unterschiede zu den anderen Unternehmen dafür gesorgt haben, dass der iPhone-Hersteller aktuell noch ein bisschen stabiler dasteht:

  • Apple hat 2020 und 2021 nicht übermäßig Leute eingestellt, so wie etwa Microsoft und Meta – Unternehmen, die nun wieder Leute entlassen und Teams auflösen müssen, weil ihre Pläne nicht aufgegangen sind.
  • Schon seit dem Sommer 2022 werden bei Apple an mehreren Stellen Kosten eingespart und Prozesse effizienter gemacht, damit sie günstiger werden.
  • Boni für Teams, die sonst zweimal im Jahr ausgezahlt werden, werden nun gesammelt im Oktober ausgezahlt, damit Apple das Geld noch länger operativ nutzen kann.
  • Einige Projekte, z. B. für kommende Smart-Home-Geräte, werden verschoben, sodass Teile von deren Mitteln für die Forschung und Entwicklung wichtigerer Projekte verwendet werden können.
  • Auch wird nun strenger auf die Budgets geschaut, Ausgaben bzw. Mehrausgaben müssen zudem aktuell von höheren Führungskräften abgesegnet werden.
  • In einigen Teams wurden Neueinstellungen komplett pausiert, in anderen Teams drastisch reduziert.
  • Einige Posten werden zudem nicht neu besetzt, wenn die entsprechenden Personen das Unternehmen verlassen.
  • Die Möglichkeit des Wechsels von Angestellten in andere Abteilungen oder von Ladenpersonal an andere Standorte wurde eingeschränkt, da auch das mit Mehrkosten verbunden ist.
  • Bereits letztes Jahr hat Apple die Verträge mit Personalvermittler/innen beendet, die nicht festangestellt waren.
  • In den letzten Wochen wurden zudem Vertragskräfte aus Ingenieurteams und anderen Gruppen entlassen bzw. ihre Verträge nicht verlängert.
  • Reisebudgets wurden drastisch reduziert und Geschäftsreisen müssen nun von Vize-Führungskräften abgesegnet werden. In einigen Abteilungen wurden Geschäftsreisen komplett eingestellt.
  • Führungskräfte scheinen zudem immer mehr die Büro-Anwesenheit (aktuell bei Apple für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag vorgesehen) zu forcieren. Es wird vermutet, dass hier ein Vorwand gesucht wird, Leute zu feuern, die dies nicht leisten bzw. im Home Office bleiben wollen.
  • In Verkaufsstellen wird mehr auf die Anwesenheitsstunden geschaut. Hier wird ebenfalls vermutet, dass Leute gefeuert werden sollen, wenn sie die geforderten Stunden nicht leisten können. Oder sie sollen dazu gebracht werden, zu kündigen, was für das Unternehmen günstiger wäre.
  • Bei Krankmeldungen sollen Stunden zudem nicht ersetzt werden. Und Apple schafft weiterhin die „spezielle Krankheitszeit“ ab, die für Covid-19-Erkrankungen eingeführt wurde. Wer nun an Covid erkrankt, muss reguläre Krankheitstage nehmen.
  • In Verkaufsstellen sollen außerdem – angeblich für Standardgründe und nicht, um Einsparungen zu forcieren – die Kündigungszahlen steigen. So frei gewordene Stellen werden teilweise nicht neu besetzt.

Massenentlassungen auch bei Apple nicht ausgeschlossen

Mark Gurman schließt seine Ausführungen zu den aktuellen Maßnahmen, die derzeit gut zu funktionieren scheinen, damit, dass sie sicherlich nicht allen in der Belegschaft gefallen. Dementgegen seien sie aber vergleichsweise mild und eine Alternative zu Massenentlassungen zum Zweck der „normalen“ Durchführung von Unternehmensprozessen. Sicherlich kann man es als Vorteil ansehen, wenn jemandem die Geschäftsreisen gestrichen und Boni kurzfristig vorenthalten werden, wenn diese Person dafür den Job behalten und voraussichtlich weiterhin sicher ausführen kann. 

Man sollte aber niemals „nie“ sagen, denn auch der Hersteller von iPhone, Mac, AirPods und Co. ist nicht vor der realen Welt sicher. Und die Zeiten, in denen ein als visionär angesehener Apple-CEO sich die Welt so macht, wie sie ihm passt, sind seit spätestens 2011 vorbei. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Welt unvorhersehbare (bzw. von Fachleuten zwar vorhersehbare, aber von der Allgemeinheit und dem Markt nicht einkalkulierte) Szenarien bereithält, die extreme Störfaktoren bedeuten. Tim Cook, Apples aktueller CEO, hat Entlassungen als „letztes Mittel“ beschrieben, womit er sie als PR-Experte öffentlich zwar nicht akut macht, aber auch nicht kategorisch ausschließt.

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