Brushing – Gefälschte Amazon-Bewertungen bei verifiziertem Kauf

Habt ihr schon einmal von „Brushing“ gehört? Das ist eine Methode, die Betrüger/innen auf Amazon anwenden, um 5-Sterne-Rezensionen mit „Verifizierter Kauf“-Anzeige unter ihre Produkte zu schreiben. Dabei werden Produkte als Geschenk für andere bestellt, statt ihrer dann irgendein Billigkram verschickt und nach erfolgreicher Auslieferung die Bewertung geschrieben. Das Interessante daran: der Versand findet an Leute statt, die in diese Sache nicht eingeweiht sind. Falls ihr also einmal oder sogar regelmäßig Amazon-Päckchen erhaltet, die ihr nicht bestellt habt, nehmt ihr vielleicht passiv am Brushing-Betrug teil.

Ich habe ein Amazon-Paket bekommen, das ich nicht bestellt habe – warum? Wer sich dies fragt, ist vielleicht unfreiwillig am Amazon-Betrug Brushing beteiligt. Damit werden gefälschte 5-Sterne-Rezensionen mit „Verifizierter Kauf“ dargestellt.

Ich habe ein Amazon-Paket bekommen, das ich nicht bestellt habe – warum? Wer sich dies fragt, ist vielleicht unfreiwillig am Amazon-Betrug Brushing beteiligt. Damit werden gefälschte 5-Sterne-Rezensionen mit „Verifizierter Kauf“ dargestellt.

Brushing – Amazon-Rezensionen durch Fake-Bestellungen

Eigentlich sollte man darauf vertrauen können, dass die/der echte Käufer/in eines Produkts hinter einer Kundenrezension bei Amazon steckt. Vor allem, wenn unter dem Titel der rot-orangene Schriftzug „Verifizierter Kauf“ steht. Genau das soll ja als Prüfmöglichkeit für eventuelle Fake-Reviews zur Verfügung stehen. Steht bei einer Amazon-Bewertung nicht „Verifizierter Kauf“, dann sollte man kritisch mit den Informationen umgehen.

Das wissen natürlich auch Händler/innen, die ihre Produkte um jeden Preis gut bewertet haben wollen. Sie agieren als sogenannte „Brusher“ bzw. engagieren andere Leute als solche. Die Brusher bestellen dann das fragliche Produkt als Geschenk für eine fremde Person, die/der Händler/in verschickt stattdessen ein billiges Produkt unter dem erzeugten Label, das Paket wird ausgeliefert und der Kauf gilt als verifiziert. Die Empfänger/innen wissen dabei nicht, von wem (außer Amazon) die Pakete kommen.

Medienberichte zum Bewertungen-Betrug auf Amazon

Einen aktuellen Bericht von CNN könnt ihr euch auf YouTube (bzw. ganz unten in diesem Beitrag eingebettet) anschauen. In dem Bericht kommen zwei Frauen aus den USA zu Wort, die regelmäßig nicht selbst bestellte Amazon-Päckchen erhalten. Zudem sprechen Fachleute über das „Brushing“ sowie das genaue Vorgehen. Das Video wurde am 23.01.2021 veröffentlicht. Allerdings ist die Methode für den Amazon-Betrug mit verifizierten Käufen gar nicht so neu. Bereits 2018 zeigten bspw. Lifehacker und Clark diese Methode auf. 

Sucht man weiter, findet man auch einen CBS-Bericht vom Februar 2018, der vermuten lässt, dass solche Fake-Bestellungen und -Sendungen schon seit mindestens 2017 für gefälschte Bewertungen verwendet werden. Falls ihr also schon seit mehreren Jahren (oder auch erst seit neuestem) Pakete und Päckchen bekommt, obwohl ihr den Inhalt nicht bestellt habt, dann seid ihr eventuell ein passiver Teil der Brushing genannten Betrugsmasche. Zu eurem Nachteil ist das aber nicht. Ihr macht euch durch die Annahme oder das Öffnen der Pakete nicht strafbar.

Ich bekomme nicht bestellte Amazon-Pakete! Was kann ich tun?

Schaut man die verschiedenen Berichte und Ratgeber zum Thema durch, gibt es einige Tipps und Hilfestellungen, die sich wiederholen. Neben dem Hinweis, dass ihr euch keine Sorgen um Rechtliches machen müsst, falls ihr Nichtbestelltes geliefert bekommt, sind dies die folgenden Punkte:

  • Kontaktiert Amazon mit allen Informationen, die aus dem Versandlabel auf dem Paket hervorgehen – vielleicht können die betrügerischen Händler/innen so ermittelt werden
  • Die erhaltenen Produkte könnt ihr behalten, verschenken, verkaufen oder was auch immer – Amazon scheint in den meisten Fällen kein Interesse an einer Rücknahme zu haben
  • Legt für euer Amazon-Konto zur Sicherheit ein neues Passwort fest und überprüft eure Zahlungen – neben Brushing gibt es auch Betrugsfälle mit gehackten Accounts
  • Die Brusher haben eure Adresse wahrscheinlich nicht aus einem Datenleck, Hack o. ä. – vielleicht ist sie irgendwo einsehbar, etwa im Telefonbuch oder im Impressum eurer Webseite
  • Falls ihr illegale Artikel (Waffen, Drogen o. ä.) erhaltet, solltet ihr sofort die Polizei kontaktieren – so ein Fall ist aber sehr unwahrscheinlich


Neu: Es gibt nun ein Sir Apfelot Forum bei dem ihr eure Fragen nicht nur mir, sondern gleich vielen anderen Lesern präsentieren könnt. Das erhöht die Chance, dass euer Problem gelöst wird!

4 Kommentare

  1. Mausi sagt:

    Interessanter Artikel!
    Leider bin ich noch nicht von "Brushing" Opfer geworden …
    😂 😉
    Aber unglaublich, dass man sich inzwischen nicht mal auf "Verifizierter Kauf" verlassen kann.

    • Jens Kleinholz sagt:

      Ja, wäre schön, wenn man hin und wieder mal iPhones, MacBooks und so zugeschickt bekommen würde. 😀
      Aber verifizierter Kauf wird sowieso schon fleißig umgangen. Ich bekomme selbst immer Mails von irgendwelchen Chinabuden, die möchten, dass ich die Produkte kaufe und mit 5 Sternen bewerte und dann würden sie mir die Kosten + 5 Euro per Paypal senden. Für Amazon ist das nicht ersichtlich und so erscheint die Bewertung, wie die von einem echten Kunden.

      Von daher empfiehlt es sich immer, ein paar mehr Bewertungen durchzulesen… manchmal kommen sie einem schon komisch vor. Wenn zum Beispiel jemand ein Pannenspray bewertet und schreibt, dass er zwar noch keine Panne hatte, aber mal 5 Sterne vergibt, dann fragt man sich schon, was das soll.

  2. John sagt:

    For past week recieved two packages(phone protection glass and p…nis ring 🤣)
    Niedersachsen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Alle News 1x pro Woche

Du magst die Artikel auf Sir Apfelot?
Dann trage dich in meinen wöchentlichen Newsletter ein.