Data Transfer Pact: EU ohne Meta-Apps? Ja, bitte!

Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten von Amerika hängen aktuell in den Verhandlungen zu einem neuen Datenübertragungsabkommen fest. Der neue „Transatlantic Data Transfer Pact“ ist u. a. deshalb noch nicht zustande gekommen, weil seitens der EU auf eine hohe Datensicherheit für die Bürger/innen der einzelnen Staaten gepocht werden muss. Nicht zuletzt hat der Europäische Gerichtshof bereits in 2020 ein zu lasches Abkommen gekippt. Meta drohte nun erneut damit, Apps wie Facebook und Instagram aus dem Apple App Store und dem Google Play Store zu entfernen, wenn keine Einigung gefunden wird. Man kann das aber auch als Versprechen auffassen…

Weil es noch kein neues (Meta-gefälliges) Abkommen über die Übermittlung von Daten aus der EU in die USA gibt, droht das Unternehmen mit dem Abzug von Facebook und Instagram vom europäischen Markt. Warum eigentlich nicht?

Weil es noch kein neues (Meta-gefälliges) Abkommen über die Übermittlung von Daten aus der EU in die USA gibt, droht das Unternehmen mit dem Abzug von Facebook und Instagram vom europäischen Markt. Warum eigentlich nicht?

Meta will die Daten aller Nutzer/innen in den USA nutzen

Datenschutz wird nicht nur bei Unternehmen wie Apple, sondern auch im europäischen Staatenbund der EU groß geschrieben. Vor allem, wenn es um digitale Angebote geht, die tonnenweise persönliche Daten verwalten und wohlbekannt durch Werbung finanziert sind. Zudem ist das Meta-Angebot Facebook ja keine unbekannte Plattform, wenn es um Datenlecks geht. Gestern berichteten verschiedene Medien – wie etwa Bloomberg hier und hier – darüber, dass Meta solche Angebote wie Facebook und Instagram aus dem EU-Markt abziehen könnte, wenn keine Einigung im oben genannten Verfahren erzielt wird. Ich persönlich finde, dass das kein sonderlich großer Verlust wäre.

Ähnlich werden auch Robert Habeck und Bruno Le Maire zitiert, die sich gestern im Rahmen einer Pressekonferenz zu den Androhungen Metas äußerten. Sie bestätigten, dass das Leben ohne Facebook „fantastisch“ und „sehr gut“ sei. Außerdem wurde festgehalten, dass der europäische Kontinent ein so starker und souveräner Markt ist, dass solchen Androhungen von Tech-Unternehmen standgehalten werden kann. Das klingt durchaus richtig, denn ein Abkommen über die Sicherheit von Datentransfers sollte nicht durch ein Privatunternehmen (oder irgendetwas sonst) künstlich beschleunigt und abgeschwächt werden, nur damit dieses Unternehmen davon profitiert.

Was denkt ihr zum Thema? Sollte Meta aus den (leeren) Drohungen endlich Ernst machen? Oder wird das Thema zu sehr aufgeblasen? Lasst gern einen Kommentar da!


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4 Kommentare

  1. Michael Bach sagt:

    Vielen Dank! Stimme völlig zu – ja bitte :). Ohne die "asozialen" Netzwerke kann ich _sehr_ gut leben.

  2. Torsten sagt:

    Ich teile die Meinung, daß man auch sehr gut ohne Facebook und Instagram leben kann. Es wäre ein Statement für die EU, wenn sich Unternehmen, die ihr Hauptgeschäft in der EU generieren, entschließen könnten die Button für Facebook und Instagram von ihren Website‘s zu verbannen.

  3. Erich sagt:

    Volle Zustimmung zu den Meinungen Michaels, Torstens und … auch Habecks und Le Maires!
    Meine Tochter allerdings wäre da sehr dagegen. Aber so ist das, mit den Mädels…

    • Jens Kleinholz sagt:

      Erich, ich hoffe, du weißt, was du mit "Aber so ist das, mit den Mädels…" auslöst. 😂 Nein, ernsthaft… meine Frau ist auch ein Mädel und nutzt zwar Facebook, aber sie würde sofort auf Facebook verzichten, wenn die EU das durchzieht. Ich wäre sehr dafür…

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