Leserbericht: Der Apple HomePod im Praxis-Test – lohnt sich der Kauf?

HomePod Leserbericht Beitragsbild

Vor kurzem hat mir ein Leser geschrieben, dass er mir einen kleinen Erfahrungsbericht zum HomePod schreiben könne, da er sich einen von einer USA-Reise mit nach Hause genommen hat. Dieses Angebot habe ich natürlich gerne angenommen. Da er namentlich jedoch nicht genannt werden möchte, bedanke ich mich hiermit schonmal unbekannterweise bei ihm. Es ist toll, wenn Leser sich so am Blog beteiligen und ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Danke dafür! Aber hier nun zu seinem Bericht:

Der HomePod

Das Wichtigste zuerst: ein in den USA gekaufter HomePod (Apple Produktseite) funktioniert auch hier bei uns in der DACH-Region. Aktuell eben nur in englischer Sprache…

Ich habe den HomePod in einem US Apple Store gekauft – zum Ladenpreis von USD 349 + Steuer = 372 USD. Das entspricht ungefähr 300 Euro (Stand 03/2018). Er bleibt damit, zumindest beim aktuellen Dollarkurs, deutlich unter der EU Grenze für Mitbringsel von Flugreisen – auch wenn nicht mehr viel Luft für andere Souvenirs bleibt.

So bekommt man den smarten Apple-Lautsprecher im Store in die Hand gedrückt.

So bekommt man den smarten Apple-Lautsprecher im Store in die Hand gedrückt.

Verpackung und Technik

Der HomePod wird in einer gut passenden, verstärkten Tragetasche ausgeliefert, was beim Gewicht des Gerätes auch angemessen ist. Der smarte Apple-Lautsprecher ist apple-typisch verpackt. Wer die Verpackung unbeschädigt öffnen möchte, wird zuerst mit der Aussenverpackung kämpfen müssen… In der Schachtel selbst befinden sich neben dem HomePod nur „Beilagen“ wie die üblichen Apple Sticker.

Das Kabel ist wie gewohnt aufgerollt und leider fest mit dem HomePod verbunden. Es kann also vom Benutzer nicht gewechselt werden, um es gegen ein längeres oder kürzeres Kabel zu tauschen. Wer den in den USA gekauften HomePod hier bei uns betreiben will, muss sich entweder ein Adapterkabel mit einer US-Steckdose basteln oder kann – falls er sich traut – den vorhandenen Stecker abschneiden und einen EU-Stecker anklemmen. Unsere 240Volt sind innerhalb der Spezifikation, ein Spannungswandler auf 110Volt ist daher nicht notwendig.

Aktuell betreibe ich den HomePod mit einem Reiseadapter. Ich werde aber – wie auch schon bei anderen aus den USA importierten Geräten – früher oder später einen passenden Euro-Stecker montieren.

Eine unschöne Nebensächlichkeit: Das Stromkabel ist leider fest mit dem HomePod verbunden und kann nicht getauscht werden.

Eine unschöne Nebensächlichkeit: Das Stromkabel ist leider fest mit dem HomePod verbunden und kann nicht getauscht werden.

Inbetriebnahme

Kurz nach der Spannungsversorgung meldet sich der HomePod via Bluetooth am iPhone. Die darauf folgende Einrichtung funktioniert natürlich auch mit einem iPhone, das auf deutsche Sprache gestellt ist. Die anfängliche Konfiguration dauert nur wenige Minuten und schon kann es mit dem ersten Test los gehen.

Wer „nur“ Musik via Airplay streamen will ist quasi schon fertig – der HomePod kann aber viel mehr… Wenn man mit Siri sprechen will, muss die Siri-Sprache am iPhone ebenfalls auf englisch gestellt werden, denn die deutsche Lokalisierung lässt wohl noch bis zum Marktstart in Deutschland auf sich warten.

Während der ersten Einrichtung werden die Zugangsdaten für das WLAN übertragen, sodass später kein Bluetooth mehr benötigt wird. Es kann allerdings auch nicht verwendet werden, um den HomePod als Bluetooth-Lautsprecher anzusprechen. Ein Streamen von Musik von einem Android-Handy oder anderen Nicht-Apple-Geräten scheint daher (vorerst) nicht möglich.

Der HomePod hat schliesslich im Wohnzimmer sein neues Zuhause gefunden.

Der HomePod hat schliesslich im Wohnzimmer sein neues Zuhause gefunden.

Vergleich Alexa und HomePod

Im Vergleich zu Amazons Alexa ist der HomePod deutlich grösser, die Audioqualität aber dementsprechend – wie der Preis auch – wesentlich besser. Mein Wohnzimmer füllt der HomePod klanglich gut aus.

Bei der Spracherkennung ist ein Vergleich schwer. Alexa ist nach kurzer Eingwöhnungsphase schon sehr weit vorne. Siri versteht dagegen am HomePod aktuell nur englisch – die Verständugungsprobleme können aus dem Grund auch an meiner Aussprache liegen. 😉 Nach meinem subjektiven Gefühl ist Alexa aber Jahre voraus – auch was das Einbinden von Drittanbieter-Apps anbelangt. Hier hat Apple noch keine Möglichkeit für Entwickler eröffnet.

Im Vergleich Alexa gegen HomePod punktet der Siri-Lautsprecher mit besserem Klang während Alexa eindeutig mehr Möglichkeiten bietet Apps von Drittanbietern zu nutzen.

Im Vergleich Alexa gegen HomePod punktet der Siri-Lautsprecher mit besserem Klang während Alexa eindeutig mehr Möglichkeiten bietet Apps von Drittanbietern zu nutzen.

Haptik und Bedienung

Das Geflecht, das den HomePod umgibt, ist bei weitem nicht so hart, wie ich es erwartet habe. Wenn man mit dem Finger drauf drückt, gibt es leicht nach. Das Bedienfeld an der Oberseite ist gut gelungen und praktisch (wie von Apple gewohnt), zumindest am Anfang ist es aber sicher hilfreich, wenn man den HomePod so aufstellt, dass die Oberseite zugänglich ist bzw. eingesehen werden kann.

Alexas „Rundumleuchte“ an der Oberseite scheint eventuell besser angebracht zu sein, allerdings antwortet Siri nach einer Aufforderung ohne weitere Worte mit einem „ja?“, während Alexa ja stumm bleibt. Das hat insofern Vorteile, als das Siri Kommandos auch aus anderen Räumen wahrnimmt und eine akustische Rückmeldung aus dem Grund besser erscheint. Das Leuchten des Alexa-Gerätes sieht man eben nicht um drei Ecken.

Was die Spracherkennung bei Musik betrifft, ist der HomePod weit vorne: Auch bei etwas lauterer Musik versteht Siri Kommandos noch gut, während Alexa bei voller Lautstärke händisch gedrosselt werden muss, um ihr Kommandos einsprechen zu können.

Abspielen von Musik am HomePod

Wer den HomePod nutzen möchte, um „frei“ Musik zu hören und nicht nur vorhandene Playlists abzuspielen, der kommt um ein Abo von Apple Music nicht herum. Freie Radiosender kann man mit dem HomePod leider nicht hören – er kennt dummerweise nur einen Sender: Beats 1. Auch das Streamen von Spotify funktioniert derzeit noch nicht. Ob Apple das nachrüsten wird, steht noch in den Sternen.

Streamen kann man grundsätzlich von jedem Apple-Gerät im selben WLAN, wobei jeweils das Letzte „gewinnt“. Bei mehreren iPhones, iPods oder Macs wird der HomePod an jedem Gerät angezeigt. Man kann also von jedem Gerät die Wiedergabe stoppen, ein Lied vorspielen und andere Steuerbefehle geben – egal, von welchem Gerät man ursprünglich die Wiedergabe gestartet hat.

Während der Einrichtung muss dem HomePod ein Standort (z.B. „Wohnzimmer“) zugewiesen werden. Mit dem Namen dieses Standortes wird der HomePod dann in der Liste der Airplay-Geräte angezeigt, was im ersten Moment etwas ungewohnt erscheint. Im Netz findet man aber Anleitungen (z. B. hier bei Youtube), in denen erklärt wird, wie sowohl der Name als auch Standort umbenannt werden können.

Unterm Strich kann man den HomePod letztendlich jedem empfehlen, der sowieso schon im Apple-Universum zuhause ist und den Apple Music Streamingdienst nutzt.

Unterm Strich kann man den HomePod letztendlich jedem empfehlen, der sowieso schon im Apple-Universum zuhause ist und den Apple Music Streamingdienst nutzt.

Unterm Strich

Audioqualität: Wie erwartet extrem gut. Ich würde es mit einer Bose Soundtouch 20 oder gar 30 gleich setzen. Der HomePod ist halt nicht ganz so basslastig, wie die Bose Lautsprecher.

Spracherkennung: Gut, wenn auch noch ausbaufähig. Das gilt aber für alle Apple Geräte mit Siri.

Fähigkeiten neben musikalischen Diensten auch die Steuerung Hauselektrik wie Jalousien und dergleich durchzuführen: Deutlich hinter Alexa. Homekit-kompatibles SmartHome-Zubehör wie Thermostate, Lichter oder ähnliches kann er aber problemlos per Siri steuern.

Kaufempfehlung: Auf alle Fälle!

 

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