Mullvad Browser – Noch ein „Privatsphäre“-Webbrowser

Es gibt eine große und immer weiter wachsende Anzahl von Webbrowsern im Internet. Das ist auch gut so, denn der Wettbewerb befeuert die Entwicklungen, die in diese Darstellungsprogramme für Web-Inhalte einfließen. In den letzten Jahren hat sich dabei das gewichtige Schlagwort „Privatsphäre“ als Werbemittel herausgebildet. Und so ist es auch beim Mullvad Browser, der vom VPN-Anbieter Mullvad angeboten wird. Dieser in Zusammenarbeit mit dem Tor Project entwickelte Webbrowser bietet einen veränderten digitalen Fingerabdruck, einen Kill Switch, einen Werbe- und Tracking-Blocker sowie einige weitere Funktionen, die eine Erwähnung wert sind. 

TL;DR: Hier geht es direkt zum Gratis-Download

Den Mullvad Browser in der Version 12 gibt es aktuell für macOS, Windows, Linux und als Firefox-Erweiterung. Er nutzt die Firefox-Technologie von Mozilla.
Den Mullvad Browser in der Version 12 gibt es aktuell für macOS, Windows, Linux und als Firefox-Erweiterung. Er nutzt die Firefox-Technologie von Mozilla.

Mullvad Browser wurde mit dem Tor Project entwickelt

„Tor“ steht für „The Onion Router“ und der gleichnamige Browser hat für viele Leute, die im Internet unterwegs sind, das VPN-Surfen etabliert. Denn wer den Tor Browser verwendet, kann seine Verbindung über verschiedene Knotenpunkte laufen lassen und damit den eigenen Standort und die eigene IP-Adresse verbergen. Das Ganze läuft über das Tor-Netzwerk und damit ein bisschen anders als ein VPN-Dienst mit tausenden Servern in global verteilten Serverzentren. Jedoch macht es schon was her, wenn ein Browser mithilfe des Tor-Teams entwickelt wurde. Das generiert durchaus Aufmerksamkeit.

Auf der Startseite des Mullvad Webbrowsers wird man direkt darauf hingewiesen, dass dieses Programm gemeinsam mit dem Tor Project entwickelt wurde.
Auf der Startseite des Mullvad Webbrowsers wird man direkt darauf hingewiesen, dass dieses Programm gemeinsam mit dem Tor Project entwickelt wurde.

Und so ist es auch beim Mullvad Browser. Ich hatte bis heute Morgen noch nie etwas vom Mullvad VPN gehört, aber dann bin ich über den Mullvad Browser gestolpert und mein Interesse wurde durch die Nennung von „Tor“ geweckt. Allerdings, und das ist wichtig, ist in dem Browser kein VPN implementiert, man kann das Virtual Private Network lediglich (kostenpflichtig) nachrüsten. Dennoch sind die anderen Funktionen interessant: Direkt beim ersten Start stehen voreingestellte Privatsphäre-Optionen, ein Zurücksetzen des digitalen Fingerabdrucks, die uBlock Origin Erweiterung sowie die Möglichkeit zur Verwendung weiterer Add-Ons bereit.

Es lassen sich verschiedene Add-Ons und Plug-ins verwenden. Einige Zusätze sind aber schon von Anfang an implementiert.
Es lassen sich verschiedene Add-Ons und Plug-ins verwenden. Einige Zusätze sind aber schon von Anfang an implementiert.

Der Mullvad Browser gaukelt einen anderen Computer vor

Webseiten, Werbetreibende und viele andere im Internet interessieren sich nicht nur für die IP-Adresse und damit für den Standort der Person vor dem Bildschirm. Auch kann es für personalisierte Werbung und andere Zwecke interessant sein, was für ein Betriebssystem und was für einen Browser besagte Person nutzt. Ich habe dies mit dem Mullvad Browser getestet und mir wurde angezeigt, dass ich Firefox 102.0 auf einem PC mit Windows 10 nutze – obwohl ich den Mullvad Browser unter macOS 13 verwendet habe. Die IP und mein Standort waren aber auslesbar.

Neue Identität: Kill Switch für die aktuelle Web-Session

Rechts neben dem Adressfeld des Mullvad Browsers gibt es ein Besen-Symbol. Wenn man da drauf klickt, wird nachgefragt, ob man die Online-Identität erneuern möchte. Dafür werden alle aktuellen Tabs geschlossen und der Browser neugestartet. Die laufende Session geht also verloren. Deshalb muss man diesen Schritt auch mit einem Klick auf „Restart Mullvad Browser“ bestätigen. Man kann aber auch durch das Häkchen bei „Never ask me again“ einstellen, dass ein Klick auf das Besen-Symbol reicht und man diesen nicht noch einmal extra bestätigen muss.

Mit einem Klick lässt sich die aktuelle Sitzung beenden. Ähnlich wie im DuckDuckGo Browser, nur mit weniger Effekten.
Mit einem Klick lässt sich die aktuelle Sitzung beenden. Ähnlich wie im DuckDuckGo Browser, nur mit weniger Effekten.

uBlock Origin ist standardmäßig eingebunden

Was mich beim ersten Start des Mullvad Browsers positiv überrascht hat, war das Add-On-Symbol von „uBlock Origin“ rechts neben der Adressleiste. Ich nutze diesen Werbe- und Tracking-Blocker bereits auf einem anderen Computer mit einem anderen Browser und freue mich immer darüber, dass er die Werbung auf YouTube und weiteren Webseiten deaktiviert. Mit einem Klick auf das Symbol lässt sich übrigens eine Übersicht von blockierten Inhalten einsehen sowie uBlock Origin individuell aktivieren oder deaktivieren. Ein weiteres cooles Feature des Browsers: Als Suchmaschine ist standardmäßig DuckDuckGo eingestellt.

Auf einem anderen Computer nutze ich uBlock Origin, um die Werbung auf YouTube zu blockieren. Im Mullvad Browser klappt das direkt vom ersten Start an.
Auf einem anderen Computer nutze ich uBlock Origin, um die Werbung auf YouTube zu blockieren. Im Mullvad Browser klappt das direkt vom ersten Start an.

Download über Mullvad-Webseite oder GitHub möglich

Der Mullvad Browser steht seit kurzem in der Version 12.0.4 bereit. Auch das hat mich überrascht, weil ich dachte, man hätte vielleicht schon vorher etwas von dem Projekt hören müssen. Ich bin nun das erste Mal darauf gestoßen als sich der Browser schon in einer zweistelligen Versionsnummer befand. Wenn ihr ihn bisher auch nicht kanntet, dann könnt ihr ihn unter macOS am Apple Mac, unter Windows am PC sowie mit dem Linux-Betriebssystem oder als Firefox-Erweiterung ausprobieren. Den Download findet ihr neben der Anbieter-Webseite auch auf der Open-Source-Plattform GitHub.

Privatsphäre-Browser mit unterschiedlichen Stärken

Wie oben schon angemerkt, so gibt es immer mehr Webbrowser und zuletzt mehrere mit dem Schlagwort „Privatsphäre“ als Werbemittel. Wer also neben oder anstelle von Safari, Chrome und Co. ein paar datensparsamere Webbrowser ausprobieren will, hat die Qual der Wahl. Ich empfehle dabei einen Vergleich der einzelnen Funktionen und Erweiterungsmöglichkeiten. Hier im Blog habe ich euch schon einmal den DuckDuckGo Browser vorgestellt, der ebenfalls interessante Funktionen mitbringt. Habt ihr noch eine Empfehlung auf Lager? Dann lasst gern einen Kommentar da!

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