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Really Bad Chess: Gratis Guerilla-Schach-App für iPhone und iPad

Die Webseite des Schachspiels ist sehr nett gestaltet und zeigt schon die unorthodoxe Art des Entwicklers. ;-) (Quelle: http://reallybadchess.com/)
Really Bad Chess: Gratis Guerilla-Schach-App für iPhone und iPad

Wenn ihr Schach mögt und offen für eine neue “Schach-Variante” seid, dann würde ich euch gerne die kostenlose App “Really Bad Chess” ans Herz legen. Ich habe mir die iOS App vor einigen Tagen auf dem iPhone und dem iPad installiert und bin sehr begeistert!

An dieser Stelle ein Dank an Zach, der sich dieses tolle Spiel ausgedacht hat:

You have created a guerilla chess game for revolutionaries!

Die Webseite des Schachspiels ist sehr nett gestaltet und zeigt schon die unorthodoxe Art des Entwicklers. ;-) (Quelle: http://reallybadchess.com/)

Die Webseite des Schachspiels ist sehr nett gestaltet und zeigt schon die unorthodoxe Art des Entwicklers. 😉 (Quelle: reallybadchess.com)

Langweilig war früher…

Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich finde gerade den Start bei Schach immer etwas zäh. Der Computer hat 1000 Eröffnungen im Kopf und mir fällt immer nichts tolles ein. So verliere ich oft schon am Anfang des Spiels den Spaß daran.

Mit Really Bad Chess läuft das etwas anders, denn bei diesem “Guerilla Schach”, wie ich es jetzt mal nennen möchte, sind nur die Züge der Figuren wie beim richtigen Schach. Der Rest ist relativ variabel. Das betrifft unter anderem auch die Menge der einzelnen Figuren und deren Aufstellung. So kann es nämlich durchaus vorkommen, dass ihr mit drei Damen, fünf Türmen und drei Bauern sowie einem bunt gemischten restlichen Trupp startet, während der Computergegner ganz andere Figuren hat.

Ok, sie stehen alle auf den beiden Reihen vorne und hinten, wie beim echten Schach, aber die Plätze sind auch lustig zusammengewürfelt. Damit ihr versteht, was ich meine, habe ich unten mal einen Screenshot eingebaut. 🙂

Hier sieht man ein Spielbrett im Rank 46. Man stellt schnell fest, das hier einiges anders ist als bei einem "normalen" Schachspiel. :D

Hier sieht man ein Spielbrett im Rank 46. Man stellt schnell fest, das hier einiges anders ist als bei einem “normalen” Schachspiel. 😀

Die Folge von diesem lustigen Start ist, dass es direkt zur Sache geht. Und das bedeutet auch, dass man ziemlich gut darin sein muss, neue Situationen schnell zu erfassen. Denn jeder Start ist anders und die Bedrohung der eigenen Reihen ist doch ziemlich massiv, wenn der Gegner in der ersten Reihe drei Läufer und fünf Pferde stehen hat. 😉

Undo ist keine Schande

Das Gute an dem Spiel ist: Es gibt eine Undo-Funktion. Der Entwickler schreibt im kurzen Tutorial, dass man zum einen kein Schach-Profi sein muss (es hilft vielleicht sogar eher zum unkonventionellen Denken, wenn man es nur mittelmässig kann) und zum anderen soll man ruhig die Undo-Funktion nutzen. Es ist keine Schande, wenn man am Anfang ziemlich bescheuert spielt, weil man eben mit einer Dame und zwei Läufern in den gegnerischen Reihen rechnet und nicht mit mehr Figuren von dieser Sorte.

Wie schlau ist die KI?

Die Schwierigkeit des Boards wird in Form der Variable “Rank” festgelegt. Der Rank kann zwischen 0 und 100 liegen, wobei 0 der leichteste und 100 der schwerste Rank ist. Der Entwickler weist jedoch daraufhin, dass der Rank keinen Einfluss auf die Spielstärke der KI hat, sondern nur Auswirkungen auf die Aufstellung. Das heißt, bei einem Rank unter 50 bekommt der Computer schlechtere Figuren und man selbst bekommt bessere.

Ich habe testweise mal im “Freeplay”-Modus Rank=0 eingestellt und folgendes Brett erhalten:

Ein Spielbrett mit dem Rank 0… der Menschenspieler (weiss) ist dezent im Vorteil. Bei Rank 50 ist es etwa ausgewogen.

Ein Spielbrett mit dem Rank 0… der Menschenspieler (weiss) ist dezent im Vorteil. Bei Rank 50 ist es etwa ausgewogen.

Man sieht, hier muss man sich schon massiv bemühen, um zu verlieren. 🙂

Empfehlenswert ist das Spiel im “Ranked Mode”, da hier der Computer den Rank mit jedem Spiel anpasst. Hat der Computer gewonnen, wird der Rank im nächsten Spiel etwas herab gesetzt und gewinnt man selbst, steigt der Rank ein paar Punkte.

Wie man sieht, sieht man nix: Direkt nach dem letzten Zug wird das Spielfeld von einem dunklen Schleier verhüllt, der leider jegliche Analyse des letzten Zuges verhindert.

Wie man sieht, sieht man nix: Direkt nach dem letzten Zug wird das Spielfeld von einem dunklen Schleier verhüllt, der leider jegliche Analyse des letzten Zuges verhindert.

Zwei kleine Kritikpunkte

Ich habe jetzt schon einige Stunden mit dem Schach-Spiel verbracht und eigentlich nur zwei kleine Verbesserungen gefunden, die ich mir wünschen würde.

  1. Wenn man gegen Ende nur noch den König und eine andere Figur hat, während der Computer deutlich in der Übermacht ist und einen ratz-fatz schach-matt setzen könnte, dann passieren manchmal so komische Hin-und-Her-Züge, die nicht nachvollziehbar sind. Hier ignoriert der Computer offensichtlich einige Figuren, mit denen er das Ende deutlich beschleunigen könnte (siehe Screenshot unten).
  2. Wenn man verliert, kommt direkt nach dem letzten Zug eine halbtransparente Ebene über das Spielfeld und es erscheinen ein paar Statistiken darauf. Leider verhindert dies, dass man sich das Ende nochmal anschauen könnte, da man nichts mehr erkennt. Mir ging es einige Mal so, dass ich vom Ende überrascht war, aber nicht mehr nachvollziehen konnte, wie ich so schnell schach-matt gesetzt wurde. Es wäre schöner, wenn man die Statistiken erst nach einem kurzen Tap sehen könnte und solange noch im Spiel wäre (dies sieht man im Screenshot oben).
Kleiner Fehler der KI: Trotz der drei Türme, die der Computer zur Verfügung hat, bewegt er nur den König hin und her.

Kleiner Fehler der KI: Trotz der drei Türme, die der Computer zur Verfügung hat, bewegt er nur den König hin und her.

Unterschiedliche Spielmodi

Es gibt im Hauptmenü einige Spielmodi, aus denen man wählen kann:

  • Daily Board: Hier findet man täglich eine neue Herausforderung. Diese ist für alle Spieler auf der Welt gleich und es gibt einen täglich veränderten Schwierigkeitsgrad. Hier ist kein Undo erlaubt und man hat nur einen Versuch, das Brett zu spielen.
  • Weekly Mode: Anders als beim Daily Board, darf man sich hier mehrfach vergnügen und auch Undo nutzen. Allerdings ist das Weekly Board auch besonders schwer. Aber auch dieses ist wieder für alle Spieler weltweit gleich.
  • Ranked Mode: Hier wird, wie schon oben erwähnt, der Schwierigkeitsgrad nach jedem Spiel angepasst, so dass es immer leicht über dem persönlichen Level liegt. Eine stetige Herausforderung. 🙂
  • Freeplay: Hier kann man selbst den Rank einstellen, um ein bisschen zu trainieren. Man kann dabei allerdings nur zwischen 0 und dem höchsten bisher erreichten Rank wählen.
  • 1v1: Dies ist die Zwei-Spieler-Variante, bei der man zusammen an einem iPhone oder iPad spielt. Einen Online-Multiplayer-Modus gibt es bisher noch nicht. Man muss also lokal zusammen sitzen.
Das Menü von Really Bad Chess bietet oben diverse Spielmodi und unten die Möglichkeit, das Pro-Paket oder ein paar "Undos" zu kaufen oder per Werbefilm freizuschalten.

Das Menü von Really Bad Chess bietet oben diverse Spielmodi und unten die Möglichkeit, das Pro-Paket oder ein paar “Undos” zu kaufen oder per Werbefilm freizuschalten.

InApp-Käufe und Werbung

Werbung gibt es in dem Spiel übrigens auch in Form eines kleinen Banners unterhalb des Spielfelds und vor jedem Spiel. Das nervt nicht wirklich, da man während des Spiels nicht unterbrochen wird.

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iTunes und App Store: Apps zurückgeben und Käufe stornieren – eine Anleitung

Man kann (und sollte) ein paar Euro einwerfen, um die Premium-Funktionen freizuschalten und den Entwickler zu unterstützen. Darunter fällt zum Beispiel die Möglichkeit, die Farben des Spiels zu ändern (für einen Nachtmodus zum Beispiel) oder auch, um das Spiel gegen einen anderen Menschen vor Ort zu spielen. Die Werbung wird dadurch ebenfalls entfernt.

Durch einen weiteren InApp Kauf kann man die Anzahl der verfügbaren “Undos” um 100 erhöhen oder einen kurzen Werbefilm schauen, um 5 Undos dazu zu bekommen. Das heißt, die Undos verbrauchen sich irgendwie. Einen Zug kann man jedoch immer rückgängig machen, so dass ich hier noch nichts ausprobiert habe. Kauft man das “Premiumpaket” erhält man scheinbar auch 100 Undos dazu.

Fazit: Viel Spaß für Schach-Einsteiger und -Profis

Das Icon der Really Bad Chess App.

Das Icon der Really Bad Chess App.

Das Spiel ist wirklich für jeden Schachspieler geeignet. Ich spiele selbst nur selten Schach, aber dadurch, dass die Spiele immer schnell zur Sache kommen, dauern sie meistens auch nicht lange. Trotzdem sind die neuen Spielaufstellungen immer wieder eine Herausforderung, da man ziemlich flott verlieren kann, wenn man die eine oder andere Dame übersieht.

Mir macht Really Bad Chess richtig viel Spaß, da ich den Start beim normalen Spiel immer gehasst habe. Es dauerte immer eine Weile, bis eine gewissen Aufstellung vorhanden war und man ein bisschen planen konnte. Hier geht es direkt mit den ersten Zügen schon los.

Die KI macht manchmal Züge, die ich nicht ganz nachvollziehen kann. Ich denke dann, jetzt ist Figur XY gleich weg, weil ein offensichtlicher Tausch von Läufer gegen Dame möglich wäre, aber hin und wieder wählt die KI dann einen anderen Zug, der meine Dame verschont, aber wahrscheinlich das Potential hat, mich in Kürze matt zu setzen. Das klappt nicht immer und so habe ich schon hier und da mal das Ruder im Spiel zu meinen Gunsten herum reissen können.

“Blöd” ist die KI aber definitiv nicht, denn ich bin schon mehrmals überraschend matt gesetzt worden, weil ich eine Kleinigkeit übersehen habe. Sie plant also durchaus einige Züge im Voraus. Am iPad Pro “denkt” sie dabei dann manchmal 3-5 Sekunden, was bei der Rechenleistung des iPad sicher eine erhebliche Zugtiefe sein wird.

Ich kann euch das Spiel nur wärmstens empfehlen, denn es ist mal eine völlig neue und interessante Schach-Erfahrung. 😀

Really Bad Chess
Really Bad Chess
Entwickler: Zach Gage
Preis: Kostenlos+

Die Webseite von Zach Gage findet ihr übrigens auf http://reallybadchess.com/.

 

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Sir Apfelot
Sir Apfelot

Jens Kleinholz, den meisten Lesern des Blogs eher als “Sir Apfelot” bekannt, arbeitet seit über 20 Jahren mit Macs und hätte sich garantiert damals schon ein iPhone gekauft, wenn Steve Jobs es mal ein bisschen früher erfunden hätte. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er selbstständig und bringt mit seiner SEO-Agentur NET-TEC internet solutions die Homepages von Kunden auf die vordersten Plätze bei Google.

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