Sir Apfelot Wochenschau KW 20, 2022

Hereinspaziert zur dieswöchigen Sir Apfelot Wochenschau, jener Artikelreihe, in der ich euch die Apple- und Tech-News aufzeige, die mir in den vergangenen Tagen besonders aufgefallen sind. Dieses Mal werfen wir einen Blick auf die Nachrichten aus der Kalenderwoche 20 des Jahres 2022. Mit dabei sind unter anderem diese Meldungen: Details zu Werbung bei Disney+, Netflix plant Live-Inhalte, EU mit neuen Ideen für den Internetausbau, kostenlose Doku über Dieter Rams, mögliche Bluetooth-Sicherheitslücke am iPhone, Gerüchte zu kommenden Apple-Geräte und einiges mehr.

In der Sir Apfelot Wochenschau der Kalenderwoche 20 im Jahr 2022 findet ihr u. a. diese Themen: Disney+ mit Werbung, Netflix plant Live-Inhalte, Real Time Bidding auf Werbe-Datensätze von Google, Dieter Rams wird 90, Abo-Preise im Apple App Store Abos und mehr!

In der Sir Apfelot Wochenschau der Kalenderwoche 20 im Jahr 2022 findet ihr u. a. diese Themen: Disney+ mit Werbung, Netflix plant Live-Inhalte, Real Time Bidding auf Werbe-Datensätze von Google, Dieter Rams wird 90, Abo-Preise im Apple App Store Abos und mehr!

Disney+ mit Werbung: Details zum günstigeren Abonnement

Es steht ja nun schon einige Zeit fest, dass es bei Disney+ neben den bestehenden Abos bald auch eines für weniger Geld, dafür aber mit Werbung geben soll. Wie u. a. Variety an dieser Stelle berichtet, sollen nun Details zu diesen Plänen ans Licht gekommen sein. Eine der Aussagen im verlinkten Beitrag ist, dass die Werbespots maximal vier Minuten pro Streaming-Stunde einnehmen sollen. Außerdem soll die Werbung familienfreundlich gehalten werden, was z. B. Spots für Alkohol oder politische Inhalte ausschließt. Weiterhin soll keine Werbung für die Streaming-Konkurrenz oder andere Produktionsstudios zugelassen werden.

Netflix plant Live-Inhalte für seine Plattform

Auch Netflix soll ein werbefinanziertes Abonnement in der Hinterhand haben. Aber darum soll es in diesem Absatz nicht gehen. Wie u. a. iFun in einer Meldung aufzeigt, sind nämlich überdies auch Live-Streaming-Inhalte in Planung. Bei den tagesaktuellen Live-Sendungen könnte es sich demnach um Comedy Specials sowie Reality Shows handeln. Als Möglichkeit wird, um den Live-Aspekt auch sinnvoll zu nutzen, eine Beteiligung der Zuschauenden erwogen. Abstimmungen und Umfragen könnten über bestimmte Menüs in der Fernseh-App und im Browser möglich sein. Noch komfortabler lassen sie sich wahrscheinlich in der mobilen App einbinden. Weitere Inhalte könnten Festivals (Musik, Comedy, etc.) sowie Sport-Events sein.

EU und Internet: Haftung für Datenpannen und Beteiligung an Netzausbau

Aktuell große Themen im Big Picture des Internets sind Datenpannen und der Netzausbau. Die EU beschäftigt sich aktuell mit beiden Themen – so zeigt es heise online hier und hier auf. Im ersten Beitrag heißt es im Hinblick auf die Cybersicherheit von Unternehmen, dass „die Führungskräfte der erfassten Unternehmen, Staatsbetriebe und möglicherweise auch Behörden für etwaige Verstöße gegen die erweiterten Pflichten zum Einhalten der Cybersicherheit verantwortlich zu machen [sind].“ Das heißt: Wird eine digitale Infrastruktur in den Einrichtungen nicht ausreichend abgesichert und damit Daten von Nutzer/innen aufs Spiel gesetzt, soll es zu Strafzahlungen kommen können.

In der zweiten verlinkten Quelle geht es um den Netzausbau und dessen Finanzierung. Da Internetkonzerne, wie zum Beispiel Streaming-Anbieter, ein gut ausgebautes Netz für einen großen Datenverkehr benötigen, sollen sie auch dafür zahlen. Die benötigte Infrastruktur soll also durch prozentuale Abgaben aufrecht erhalten und ausgebaut werden – ähnlich wie durch Steuern finanzierte Arbeiten am Straßennetz. „Die EU-Mitgliedsstaaten plädieren dafür, dass US-Plattformen wie Amazon, Apple, Google, Meta, Microsoft und Netflix Geld für den Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur beisteuern“, heißt es im heise-Beitrag. Das Ziel sei dabei, dass in 2030 überall Gigabit-Anschlüsse möglich sein sollen.

Ian Goodfellow arbeitet wieder für Alphabet (also quasi für Google)

Falls euch der Name Ian Goodfellow nichts sagt: er ist wohl einer der meistzitierten Experten im Bereich Machine Learning. Nicht nur hat er an einem Standardwerk zum Thema mitgearbeitet, auch ist er 2019 von Google zu Apple gewechselt (wir berichteten). Anfang diesen Monats hat er Apple aber wieder verlassen, u. a. weil der iPhone-Hersteller auf die Rückkehr der Mitarbeiter/innen ins Büro gedrängt hat (wir berichteten abermals). Wie nun MacRumors mit Bezug auf Bloomberg aufzeigt, hat er nicht lange gebraucht, um wieder eine Anstellung zu finden. Er scheint jetzt für „DeepMind“ zu arbeiten, einem mit Machine Learning beschäftigten Subunternehmen von Alphabet, dem Mutterkonzern von Google.

Verkauf von Datensätzen und dazu passender Apple-Werbespot

Beim Real-Time-Bidding geht es um passgenaues Ausspielen von Werbung auf Apps und Websites. Ein Bericht legt offen, in welchem Umfang Daten übertragen werden“ – so leitete heise online diese Woche einen interessanten Beitrag ein. Das Real Time Bidding genannte Verfahren ermöglicht es Werbetreibenden, ihre Anzeigen dank der Nutzung von gesammelten Daten passgenau auszuspielen. In der verlinkten Quelle wird das näher beschrieben. Für die hiesige Zusammenfassung sind aber die Zahlen noch interessanter: pro Minute werden von Google in Deutschland 19,6 Millionen Datensätze erhoben. In den USA können rund 4700 Unternehmen auf Google-Daten zugreifen, um Werbung zu platzieren.

Passend dazu präsentierte Apple diese Woche einen neuen Werbespot, der den proprietär angebotenen Datenschutz hervorheben soll. Wie auf die aktuelle Studie rund um das „Bidding“ zugeschnitten, so dreht sich der Spot um eine Versteigerung von Daten einer Nutzerin – darunter Chatverläufe, Fotos, Kontakte und mehr. Den etwas über eineinhalb Minuten dauernden Clip könnt ihr euch vermittels dieses Links bei YouTube anschauen oder über den folgend eingebetteten Player abspielen:

Zum 90. Geburtstag von Dieter Rams: Doku noch bis morgen kostenfrei

Dieter Rams ist eine wichtige Persönlichkeit im Hinblick auf Design – speziell Industrie- und Produktdesign – sowie auf entsprechende Gestaltungsrichtlinien. Bekannt geworden ist das heutige Geburtstagskind durch die Gestaltung von Elektrogeräten des Herstellers Braun. Weiterhin hat er in den 1970er Jahren „zehn Thesen für gutes Design“ aufgestellt, die noch heute Anwendung finden. Aber warum die Erwähnung in einem Apple-Blog? Weil u. a. Jony Ive, der ehemalige Chef-Designer von Apple, sich stark an Rams’ Arbeit orientiert hat – die Taschenrechner App an Mac, iPhone und Co. ist immer noch vom Braun ET 66 inspiriert.

Habt ihr nun Interesse am Leben und Wirken von Dieter Rams? Dann könnt ihr euch noch bis morgen auf der „Oh You Pretty Things“-Webseite gratis die Doku „Rams“ anschauen. Zum Video, das etwas über 70 Minuten lang ist, kommt ihr mit diesem Link.

TU Darmstadt: Low-Power-Mode des iPhones dient als Sicherheitslücke

Selbst wenn das Apple iPhone (mit aktuellem Betriebssystem) ausgeschaltet ist, funkt es immer noch weiter. Dafür sorgt der sogenannte Low-Power-Mode, der zum Beispiel dabei helfen soll, ein verloren gegangenes oder gestohlenes iPhone mit leerem Akku zu orten. Neben Bluetooth funkt das Smartphone dann unter gewissen Umständen auch noch über NFC und Ultrabreitband. Gerade die Bluetooth-Schnittstellen sollen dabei aber besonders anfällig für unerwünschte Fremdzugriffe sein, meldet heise online mit Bezug auf die TU Darmstadt. „Als problematisch dabei erweist sich, dass beim Bluetooth-Chip auf ein Signieren und Verschlüsseln der Firmware verzichtet wird und so eine Manipulation möglich ist“, heißt es unter anderem.

Apple App Store: Automatische Preiserhöhung für Abos ist jetzt möglich

Während für private Nutzer/innen des iPhones der letzte Absatz nicht allzu relevant sein sollte, ist diese Meldung des iPhone-Tickers von dieser Woche umso brisanter. Denn Apple hat es nun für Anbieter/innen von Apps im App Store möglich gemacht, bei laufenden Abonnements die Preise zu erhöhen. Falls also zukünftig für eines eurer App-Abos mehr abgebucht wird als sonst, dann ist das wahrscheinlich komplett im Rahmen der geltenden App-Store-Richtlinien. Es gibt aber ein paar Deckelungen, die der iPhone-Hersteller in einer Developer News darlegt:

  • Eine Preiserhöhung darf nicht öfter als einmal im Jahr vorgenommen werden
  • Die Preiserhöhung darf nicht höher als $5 oder 50% sein (monatliche Zahlung)
  • Die Preiserhöhung darf nicht höher als $50 oder 50% sein (jährliche Zahlung)
  • Das Vorgehen wird nur in Ländern und Regionen ermöglicht, wo dies rechtlich zulässig ist
  • Die Änderung betrifft dabei die App Stores für iPhone (iOS), iPad (iPadOS) und Mac (macOS)

Apple-Gerüchte: Verschiebung des Headsets und buntes E-Paper

Runden wir diesen Beitrag mit ein paar Gerüchten ab. Das erste dreht sich um das schon lange im Gespräch befindliche VR- und AR-Headset von Apple. Dieses wird aktuell für Ende 2023 erwartet, könnte aber aufgrund technischer sowie organisatorischer Schwierigkeiten in der andauernden Entwicklung verschoben werden. Technische Unstimmigkeiten sollen dabei etwa den Akku, die Kameras und auch die Software betreffen. Details dazu hier bei MacRumors. Ebenfalls einer Meldung von MacRumors kann man entnehmen, dass für kommende Falt-Geräte, etwa einen iPad-MacBook-Hybriden, ein „Electronic Paper Display“ genutzt werden könnte. Dazu passend ist der „E-Paper-Displays: Bessere Farben und ein videotauglicher Schirm“-Artikel von heise online.


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