Sir Apfelot Wochenschau KW 31, 2026

Heute gehen die Arbeitswoche und der Juli gemeinsam zu Ende. Doch zuvor habe ich noch die Sir Apfelot Wochenschau für die Kalenderwoche 31 des Jahres 2026 für euch. In dieser findet ihr Apple- und Tech-News der letzten Tage. Mit dabei sind u. a. diese Meldungen: Ausfälle und Einschränkungen bei Xbox und Disney+, xAI will an Deepfake-Funktionen festhalten, Untersuchung zeigt Deepfake-Gefahren von Hugging Face, macOS-Apps lassen sich leicht durch Schadsoftware ersetzen, und mehr!

Ausfälle zeigen Fragilität digitaler Download-Medien

Am Wochenende kam es zu zwei größeren Ausfällen bzw. Einschränkungen, welche die Fragilität digitaler Download-Medien deutlich gemacht haben. So brachen bei Microsoft die Xbox-Strukturen zusammen, sodass an der Konsole keine Spiele mehr gespielt, heruntergeladen oder gekauft werden konnten. Selbst lokale Disc-Spiele konnten nicht ausgeführt werden.

Gleichzeitig können seit dem Wochenende bei Disney+ plötzlich keine 4K- und HDR-Inhalte mehr abgespielt werden. Selbst im teuersten Abo, das mit 4K-Auflösung und HDR beworben wurde, sind nur noch Full HD-Inhalte mit 1080p-Auflösung und ohne HDR abrufbar. Mittlerweile wurde der HDR-Hinweis beim Premium-Abo entfernt. Es wird aber weiter mit 4K beworben.

Wer sich also fragt, warum manche Leute wieder mehr Wert auf physische Medien und lokale Abbilder von digitalen Inhalten legen, findet damit eine Antwort.

Realitätsverlust: xAI verklagt Minnesota, weil dort Auszieh-KIs verboten wurden

Das mittlerweile in das Eigentum von SpaceX integrierte KI-Unternehmen xAI von Elon Musk hat komplett den Bezug zur Realität verloren. Wie u. a. CNBC berichtet, so hat xAI den Generalbundesanwalt von Minnesota, Keith Ellison, verklagt. Und das, weil der US-Bundesstaat Minnesota Apps verboten hat, die mithilfe von KI Personen auf Fotos ausziehen und nackt darstellen.

Die über die Musk-Plattform X nutzbare KI „Grok“ bot eine solche Funktionalität eine Weile für alle User an. Nach umfangreicher Kritik wurde die Deepfake-Erstellung nur noch für zahlende User zur Verfügung gestellt. xAI argumentiert, dass Minnesota ein zu weit gefasstes, inhaltebezogenes Verbot der freien Meinungsäußerung nutze, um xAI einzuschränken. Durch das Verbot können selbst zahlende User nicht mehr legal Deepfakes erstellen.

Dass Elon Musk und seine Konzerne das Erstellen von Nacktbildern, Deepfakes und ähnlichem als Ausdruck der Meinungsfreiheit darstellen, zeigt, welche Mentalität dort vorherrscht. 

Hugging Face als Grok-Alternative: Deepfake-KIs ohne Moderation

Kürzlich wurde ja bekannt, dass eine OpenAI-KI die KI-Plattform „Hugging Face“ gehackt haben soll. Das hat scheinbar dazu geführt, dass sich einige Leute mal näher mit der Webseite und ihren Angeboten auseinandergesetzt haben. Denn nun heißt es u. a. bei The Verge, dass Hugging Face breitflächig als Plattform genutzt wird, um Deepfakes von Frauen und Kindern anzufertigen.

Auf der Plattformebene von Hugging Face sind dabei keinerlei Sicherheitsmechanismen implementiert. Wer Hugging Face nicht kennt: Dort können einerseits KI-Apps und Modelle für die lokale Anwendung heruntergeladen, aber auch KI-Modelle verschiedenster Form direkt im Browser genutzt werden. Scheinbar auch solche, die Personen auf Fotos entkleiden. Der Beitrag von The Verge geht auf eine Untersuchung von AI Forensics zurück.

Laut dieser werden bei Hugging Face nicht nur Deepfake-KIs angeboten, sondern auch unter Benchmark-Berücksichtigung verglichen, nach Kategorien unterteilt und stark beworben.

Geräte von OpenAI: Ungefährer Fahrplan steht

Nach kürzlichen Interviews und Leaks lässt sich mittlerweile ein etwaiger Fahrplan für den Elektroschrott die Geräte von OpenAI festlegen, wie MacRumors aufzeigt. Auch The Verge geht auf die zu erwarteten KI-Experimente ein und verweist dabei auf das Interview mit dem OpenAI-Präsidenten Greg Brockman, das von der Tech-Journalistin Joanna Stern durchgeführt wurde (s. Video).

Insgesamt sei zuerst eine Art tragbarer Smart Speaker zu erwarten. Dieser soll kein Display, dafür aber eine Kamera für die Erkennung und Deutung der Umgebung verbaut haben. Zudem ein mechanisches Element, das durch Bewegungen eine Art „Lebendigkeit“ des KI-Geräts simulieren soll. Das Gerät soll für KI-Anfragen, Smart-Home-Steuerung, Medienwiedergabe, etc. genutzt werden können.

Anschließend soll es ein Smartphone von OpenAI geben, das nicht auf ein klassisches Betriebssystem und Apps setzt. Vielmehr soll es Aufgaben mit KI-Agenten erledigen, wie wir schon einmal im April aufgezeigt haben: OpenAI Smartphone – Bald nur noch KI-Agenten statt Apps? Darauf folgen sollen Smart Glasses, eine Art smarte Lampe und Kopfhörer.

Experiment: Geprüfte macOS-Apps lassen sich durch Schadsoftware austauschen

Talal Haj Bakry und Tommy Mysk zeigen im auf Cybersicherheit spezialisierten Mysk-Blog auf, dass sie Mac-Apps mit Schadsoftware versehen oder austauschen konnten, ohne dass macOS das mitbekommen hat. Die Schadsoftware wurde dann ohne weitere Prüfung oder Eindämmung ausgeführt. Unter anderem wird die Signal App als Beispiel herangezogen. Nachgewiesen wurde das Vorgehen, dass zwar nicht alle, aber einige häufig verwendete Apps betrifft, für macOS 26 Tahoe und Betas von macOS 27 Golden Gate.

Anfällig sind laut dem Blogbeitrag solche Apps, die außerhalb des Mac App Stores geladen und schon einmal erfolgreich ausgeführt wurden. Das ist wichtig, damit die App die Prüfung der Signatur und Notarisierung durch den macOS-Gatekeeper bereits hinter sich hat. Wird ihre Binärdatei dann in einem Archiv verpackt, in den Papierkorb verschoben und wiederhergestellt, sorgt ein Bug in macOS dafür, dass sie durch Schadsoftware ausgetauscht werden kann.

Eine weiterführende Zusammenfassung auf Deutsch sowie Ergebnisse eines eigenen Tests des Vorgehens liefert heise online.

Varta meldet Insolvenz an, weil keine AirPods-Akkus mehr produziert werden

Bereits im Mai hatten wir aufgezeigt, dass Apple die Produktion von AirPods-Akkus vom bayrischen Varta-Werk nach China verlegt hat. Nicht nur musste daraufhin das Werk in Bayern schließen. Das gesamte Unternehmen muss sich nun großflächig umorientieren; zumindest hat es kürzlich Insolvenz angemeldet. Das berichtet unter anderem der Deutschlandfunk.

Die Sanierung des schwäbischen Batterieherstellers Varta ist nach ‌weniger als zwei Jahren gescheitert“, heißt es einleitend in dem Beitrag. Die Insolvenz in Eigenverwaltung soll nun ein weiterer Versuch sein, nochmals eine Sanierung vorzunehmen. Ob diese aber nach dem Wegfall von Apple als Großkunden gelingt, ist fraglich. Zudem stehe das Unternehmen vor der Zerschlagung, teilt der Deutschlandfunk mit. Klare Zukunftsaussichten gibt es also nicht.

Amazon Leo: Aufbau eines Mobilfunknetzes soll Apple-Geräten zugute kommen

Wie u. a. The Verge berichtet, will Amazon für sein „Leo“ genanntes Satelliteninternet nochmals über 5.000 künstliche Trabanten in den Erdorbit schießen. Diese sollen dazu dienen, ab 2028 ein weltweites Mobilfunknetz aufzubauen. Da Amazon Leo in diesem Jahr bereits Globalstar gekauft hat, den bisherigen Satellitenpartner von Apple, sollen die Pläne auch neuen iPhone- und Watch-Funktionen zugute kommen.

Durch Amazon Leo gestützt könnte Apple die Satelliten-Funktionen des iPhones und der Watch weiter ausbauen. Diese würden dann weit über Notfalldienste hinausgehen, also bisherige Angebote wie Notfall-SOS, Wo ist?, Nachrichten per Satellit sowie in einigen Regionen die Auto-Pannenhilfe ergänzen. Ermöglicht werden sollen laut Amazon weitere Nachrichten-Funktionen, Sprachanrufe und die Nutzung mobiler Daten fürs Web oder für Apps.

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