Ein Verbot von Meta Glasses in Deutschland ist machbar

Wie die Tagesschau berichtet, sind heimliche Foto- und Video-Aufnahmen mit Meta Glasses laut dem Hamburger Datenschutzbeauftragten, Thomas Fuchs, unzulässig. Zudem können sie zu den Kamerasystemen gezählt werden, die Alltagsgegenständen ähneln. Und diese sind in Deutschland bereits verboten. Die Smart Glasses und KI-Brillen von Meta sowie ähnliche Kamerabrillen könnten also ebenfalls verboten werden.

Die Kamera- und KI-Brillen von Meta sehen wie ganz normale Sonnenbrillen aus. Die Kameras sind kaum erkennbar. Und deshalb werden sie in Deutschland hoffentlich bald verboten.
Die Kamera- und KI-Brillen von Meta sehen wie ganz normale Sonnenbrillen aus. Die Kameras sind kaum erkennbar. Und deshalb werden sie in Deutschland hoffentlich bald verboten.

Meta bringt immer neue Kamerabrillen-Modelle heraus

Schon in den letzten Jahren hat Meta, die Mutterfirma von Facebook, Instagram und WhatsApp, gemeinsam mit Ray-Ban verschiedene Smart Glasses und KI-Brillen auf den Markt gebracht. Im Juni dieses Jahres folgten dann komplett eigene „Meta Glasses“ ohne namhaften Markenpartner. Dafür aber mit prominenten Testimonials.

Mit den neuen Meta-Spannerbrillen kam aber auch eine Menge Kritik auf. Vor allem weil die Brillen nicht nur für KI-Anwendungen, Navigation, Objekterkennung und dergleichen genutzt werden. Sondern vor allem von Männern für das heimliche Filmen von Frauen, teils in für sie prekären Situationen. Viele dieser Videos landen auf Social Media, YouTube und anderen Plattformen.

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Im Englischen bereits „Pervert Glasses“ genannt

Im englischen Sprachraum werden die Kamerabrillen von Meta aufgrund der im Internet kursierenden Aufnahmen bereits „Pervert Glasses“ genannt, also Perversenbrillen. Selbst Meta musste hier schon einlenken und hat angekündigt, dass Videos mit „Pickup Artist“- oder „Prank“-Inhalten gelöscht und die entsprechenden User gesperrt werden.

Zuvor musste das Unternehmen bereits mit Softwareupdates auf das Problem eingehen, dass User die LED, welche eigentlich nach außen hin kommunizieren soll, dass gerade ein Video aufgenommen wird, abkleben oder zerstören. Einige Modelle der Brillen können nach dem Update feststellen, ob dies der Fall ist, und daraufhin die Aufnahmefunktion verweigern.

Aber beide Maßnahmen sind nur Tropfen auf dem heißen Stein.

Unbemerktes Filmen in der Öffentlichkeit verstößt gegen Datenschutzrecht

Wie die Tagesschau weiter ausführt, ist Thomas Fuchs als Datenschutzbeauftragter nicht nur für Hamburg zuständig, sondern in Bezug auf Meta für ganz Deutschland. Deshalb habe seine Behörde die Kamerabrillen des von Mark Zuckerberg geführten Konzerns getestet und ist zu einem eindeutigen Schluss gekommen: Es sind getarnte Kameras.

Und damit sind nicht nur Bußgelder gegen den Meta-Konzern, sondern vor allem ein komplettes Verbot der Brillen in Deutschland möglich. Das bezieht sich dann nicht nur auf den Verkauf, sondern auch auf den Besitz und die Nutzung. Das Verbot müsste die Bundesnetzagentur in die Wege leiten. Metas Kamera- und KI-Brillen sollen bei ihr bereits zur Prüfung vorliegen.

Eine deutliche Warnung an andere Hersteller

Meta ist nicht der einzige Konzern, der Kamerabrillen und Smart Glasses verkauft. Auch Snapchat hat eigene Modelle im Angebot. Google und Samsung haben ihre KI-Brillen, die ebenfalls Kameras verbaut haben, im Mai vorgestellt. Zudem wird davon ausgegangen, dass Apple ebenfalls bald in den Markt einsteigt.

Apple soll aber zumindest einen starken Fokus auf Privatsphäre und Datenschutz legen. Es soll intern sogar diskutiert worden sein, dass die Apple Glasses, Siri Glasses oder wie auch immer sie genannt werden keine Aufnahme- und Speicherfunktion haben sollen. Die Kameras wären also nur für Visual Intelligence, Navigation und Co. verfügbar.

Und genau das wäre – nach den aktuellen Maßnahmen gegen Meta – der Knackpunkt für die Markteinführung in Deutschland.

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