OpenAI Smartphone: Bald nur noch KI-Agenten statt Apps?

Bereits seit 2023 arbeiten Jony Ives Designfirma LoveFrom und Sam Altmans KI-Firma OpenAI zusammen. Das wurde im Mai 2025 bekanntgegeben. Seitdem wurde immer wieder ein KI-Gerät angekündigt, das der ehemalige Apple-Designer Ive für OpenAI entwerfen soll. Dieses sollte ersten Aussagen nach nichts mit einem Smartphone oder jeglichem Display zu tun haben. Doch laut dem gut informierten Ming-Chi Kuo soll ein OpenAI Smartphone in Arbeit sein.

Laut aktuellen Gerüchten aus der Hardwareindustrie entwickelt OpenAI ein Smartphone. Nicht nur ChatGPT, sondern mehrere verschiedene KI-Agenten sollen die Nutzungsweise des Geräts bestimmen. Bildquelle: X / Ming-Chi Kuo
Laut aktuellen Gerüchten aus der Hardwareindustrie entwickelt OpenAI ein Smartphone. Nicht nur ChatGPT, sondern mehrere verschiedene KI-Agenten sollen die Nutzungsweise des Geräts bestimmen. Bildquelle: X / Ming-Chi Kuo

Insider-Infos: OpenAI arbeitet mit Zulieferern an eigenem Smartphone

Ming-Chi Kuo ist nicht nur im Hinblick auf Apple eine gute Quelle, wenn es um Infos aus der Lieferkette geht. In einem neuen Artikel, der Insider-Einblicke in die Industrie bietet, listet er auf, warum er davon ausgeht, dass OpenAI an einem Smartphone arbeitet:

  • OpenAI soll mit MediaTek und Qualcomm im Gespräch sein, um spezielle Smartphone-Hardwarekomponenten zu entwickeln
  • Bei dieser Hardware soll es sich um KI-kompatible Prozessoren handeln
  • Luxshare soll die OpenAI-Handys ab 2028 zusammenbauen

Nutzung neu gedacht: KI-Agenten sollen Apps ersetzen

Kuo geht davon aus, dass das OpenAI Smartphone nicht auf Apps setzt. Das ist logisch, da wahrscheinlich kein Developer für ein mit iOS und Android konkurrierendes System entwickeln will. OpenAI muss sich sein Interface also selber bauen.

Und so sollen hauptsächlich KI-Agenten auf dem Gerät zum Einsatz kommen. Diese sollen Aufgaben erfüllen, sodass diese vom User nicht manuell mit einzelnen Apps ausgeführt werden müssen. Kuo stellt sich daher einen Aufgaben-Stream als Interface vor (s. Bild).

Anstelle von Apps stellt sich der Analyst und Leaker Ming-Chi Kuo einen Aufgaben-Stream für das KI-Smartphone von OpenAI vor. Bildquelle: X / Ming-Chi Kuo
Anstelle von Apps stellt sich der Analyst und Leaker Ming-Chi Kuo einen Aufgaben-Stream für das KI-Smartphone von OpenAI vor. Bildquelle: X / Ming-Chi Kuo

Warum OpenAI wohl doch ein Smartphone bauen will

Jony Ive und Sam Altman haben lange darüber lamentiert, dass sie am Nachfolger des Smartphones arbeiten. Sie wollten ein displayloses Gerät herausbringen, dass mit Sprachbefehlen funktioniert – aber wohl gekoppelt mit einem Smartphone oder Computer.

Um allerdings das gesamte Ökosystem (Hardware, Software und deren Zusammenspiel) kontrollieren zu können, muss OpenAI laut Ming-Chi Kuo auf ein eigenes Smartphone setzen. Nur dann kann das angestrebte System aus KI-Agenten vollends und ohne die Schranken der Apple- oder Google-Systeme funktionieren.

Das Smartphone ist zudem jenes technische Gerät, das bei vielen Leuten die meisten persönlichen Informationen und Aufgaben enthält. Wenn KI-Agenten anstelle des Users agieren und Aufgaben erledigen sollen, dann braucht es diese Datenfülle dafür, um kontextbezogen agieren zu können.

Außerdem werden Smartphones auf absehbare Zeit immer noch das Alltagsgerät der Menschheit sein. Das wird OpenAI nicht durch andere Hardware ändern können.

Kombination aus On-Device- und Cloud-AI

Eine der Herausforderungen für das OpenAI Smartphone wird die Akkulaufzeit sein. Denn das Gerät muss ständig Informationen verarbeiten, um jederzeit kontextbezogen agieren zu können. Für größere Aufgaben und umfangreichere KI-Agenten könnte daher ein Cloud-Service verknüpft werden. Dass dieser mit einem kostenpflichtigen Abo einhergeht, kann man sich schon ausmalen.

Laut Kuo liegen die Stärken von OpenAI darin, dass es sich um eine Service-Marke handelt, die über Jahre umfangreiche User-Daten sammeln konnte. Weiterhin wurde kürzlich der OpenClaw-Entwickler eingestellt. Nicht zuletzt ist die aktuelle Smartphone-Hardware schon leistungsfähig genug, um ein Handy voller KI-Agenten zu ermöglichen. Die Zulieferer kennen sich mit der Herstellung der Komponenten aus.

Zeitlicher Ablauf: Roadmap für das OpenAI KI-Smartphone

Die technischen Spezifikationen für das KI-Agenten-Smartphone von OpenAI sollen Ende 2026 oder spätestens im ersten Quartal 2027 festgelegt sein. Dann sollen auch alle Zulieferer (inkl. MediaTek und Qualcomm) bestimmt worden sein. Darauf folgen erste Produktionstests.

Wie weiter oben erwähnt, soll das fertige Produkt dann 2028 auf den Markt kommen. Durch ständige Weiterentwicklung der Hard- und Software ist es möglich, dass jährlich neue Modelle herausgebracht und so der Marktanteil stetig vergrößert wird. Zumindest dann, wenn sich Leute auf ein OpenAI Smartphone einlassen.

Bedenken bezüglich Privatsphäre, Kontrollverlust und Kosten

Während sich also Apple mit Privatsphäre- und Datenschutz-Einstellungen mittlerweile als erfolgreichste Smartphone-Marke der Welt positionieren konnte, will OpenAI ständig zuhören und mitlesen, Daten an die Cloud schicken und anstelle des Users die unterschiedlichsten Aktionen ausführen. Das wird nicht vielen Leuten gefallen, wage ich mal zu behaupten.

Das OpenAI Smartphone könnte das gleiche Schicksal treffen wie andere KI-Hardware vor ihm. Binnen kurzer Zeit könnte es zu Elektroschrott werden, weil User eben doch die Kontrolle über ihre Daten, ihre Kommunikation und über kreative Aufgaben behalten wollen. Außerdem wird wohl niemand Spiele für das Gerät entwickeln.

Es ist gut möglich, dass das OpenAI Smartphone (im High-End-Bereich) vergleichsweise günstig angeboten wird. Die eigentlichen Einnahmen wird der Hersteller dann vermutlich durch das KI-Abo reinzuholen versuchen. Doch auch dies kann schiefgehen – durch schwache Verkaufszahlen und zu wenige Abo-Abschlüsse.

Ähnlich wie beim angeblich in Arbeit befindlichen Amazon-Smartphone wird es spannend, die weitere Entwicklung des OpenAI-Geräts zu verfolgen. Ich kann mir gut vorstellen, dass beide Handys nicht lange am Markt bestehen werden. Und auch sonst kein KI-Gerät, das ständig zuhören und Daten sammeln soll.

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