Sir Apfelot Wochenschau KW 30, 2026

In der Sir Apfelot Wochenschau für die Kalenderwoche 30 des Jahres 2026 gibt es wieder einige interessante Apple- und Tech-News. Unter anderem diese Meldungen sind mit dabei: Hacker löscht rumänische Grundbuchdatenbank, Meta veröffentlicht App für KI-Kindergeschichten, OpenAI-KI hackt Hugging Face, SpaceX-Raketenstufe stürzt auf dem Mond ab, LG-Monitore haben Adware im Gepäck, Apple schließt „E-Mail-Adresse verbergen“-Sicherheitslücke, und mehr!

Rumänischer Immobilienmarkt steht wegen Angriff auf Grundbuchdatenbank still

In Rumänien gab es einen Cyberangriff auf die Grundbuchdatenbank. Der dahinterstehende Cyberkriminelle hat dabei zuerst alle Daten entwendet und dann die Nationale Agentur für Grundkataster und Immobilienverlautbarung mit der Löschung der Systeme erpresst. Als nicht auf die Erpressung eingegangen wurde, hat der Cyberkriminelle seine Drohung in die Tat umgesetzt.

Dabei wurden nicht nur die offensichtlichsten und aktuellsten Daten im System der Grundbuchdatenbank gelöscht, sondern auch die darüber aufspürbaren Backups. Nicht gelöschte Sicherungskopien sollen zumindest derart manipuliert worden sein, dass sie nicht mehr für die Datenwiederherstellung genutzt werden können. Die von dem Cyberkriminellen kopierten Daten wurden mittlerweile zum Kauf in entsprechenden Foren angeboten, wie heise online zusammenfasst.

In dem Bericht wird zudem darauf eingegangen, dass die Sicherheitsfirma KELA den Cyberkriminellen als „ByteToBreach“ bzw. Zakaria Mahdjoub aus Algerien identifiziert haben will. Dieser wird bereits mit Angriffen auf das schwedische E-Government-Portal sowie mit Hacks und Angriffen in verschiedenen osteuropäischen Ländern in Verbindung gebracht.

Wegen jahrelanger Missachtung des DSA: EU-Strafe gegen AliExpress verhängt

Weil der chinesische Onlinehändler AliExpress jahrelang gegen den Digital Services Act (DSA) verstoßen hat, wurde ihm nun eine Strafzahlung von 550 Millionen Euro aufgedrückt. Das Verfahren zur Feststellung aller Vergehen und zur Festlegung des Strafmaßes hat anderthalb Jahre in Anspruch genommen. In der Pressemitteilung zum Thema werden übersichtlich mehrere Punkte aufgeführt, die zu der Entscheidung geführt haben.

Hier ein Auszug aus den AliExpress-Mängeln, die von der EU bestraft werden:

  • AliExpress hat nicht ordnungsgemäß bewertet, ob es über genügend Personal verfügte, um potenziell rechtswidrige Produkte zu überprüfen.
  • AliExpress hat unzureichend bewertet, inwiefern seine Empfehlungs- und Werbesysteme die Verbreitung rechtswidriger Produkte verstärken.
  • Das System von AliExpress zur Ermittlung rechtswidriger Produkte funktionierte nicht ordnungsgemäß.
  • AliExpress hat seine Sanktionspolitik gegenüber Unternehmern, die rechtswidrige Produkte verkaufen, nicht ordnungsgemäß durchgesetzt.
  • AliExpress hat die Verbreitung gefälschter Produkte nicht angemessen verhindert.

Milliardenstrafe: Anthropic zahlt Entschädigung an Autor/innen

Wie mehrere andere KI-Firmen auch, so nutzt Anthropic für das Training seiner KI-Modelle verschiedenste Art von Literatur. Dazu gehören Sach- und Fachbücher genauso wie Romane, Geschichten-Sammlungen, Ratgeber und eBooks. Zurecht sehen das viele als Copyright-Verletzung und Ausbeutung der Arbeit anderer an. Und so muss Anthropic nun Entschädigungen zahlen, wie u. a. The Verge berichtet.

Die US-Bundesrichterin Araceli Martínez-Olguín hat in San Francisco eine Zahlung an Autorinnen und Autoren in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar beschlossen. Das klingt erst einmal viel, bedeutet pro Werk in der Sammelklage aber lediglich rund 3.000 US-Dollar. Etwas mehr als 91 Prozent der Betroffenen haben der Zahlung zugestimmt, die bereits im September von Anthropic als Vergleich zur Beendigung des Verfahrens vorgeschlagen wurde. Mit dem Gerichtsurteil ist der Vergleich nun rechtskräftig.

Meta StoryKit: Personalisierte Kindergeschichten per KI-App

Bei den Veröffentlichungen der Facebook-, Instagram- und WhatsApp-Mutter Meta kann man regelmäßig so hart mit dem Kopf schütteln, dass es nur so knackt. Nach den letzten Ideen für die Spanner-Brillen des Unternehmens hat dieses nun in Mexiko die App „StoryKit“ veröffentlicht. Dank dieser ist es nicht mehr nötig, mit KI geschriebene Kinderbücher bei Amazon zu kaufen. Man kann KI-halluzinierte Kinder- bzw. Einschlafgeschichten damit direkt auf dem iPhone erstellen.

User können für die Erstellung von KI-berechneten Geschichten ohne pädagogischen oder anderweitig sinnvollen Hintergrund aus mehreren Optionen wählen. Verschiedene Settings wie verzauberte Wälder oder ferne Galaxien sind laut 9to5Mac möglich. Zudem die Auswahl übergeordneter Themen wie Mut, Empathie oder Freundlichkeit. Für die Bilder von Charakteren können Fotos hochgeladen werden, um etwa die eigene Familie in die Geschichten einzubinden.

Für die Ausgabe der KI-Geschichten stehen dann ebenfalls verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Ein digitales Bilderbuch zum Swipen, ein Hörbuch ohne Bezug zu den Bildern, ein digitales Buch, das automatisch vorgelesen wird, und eine druckbare PDF. Meta scheint mit dem neuen Angebot nicht nur die zuvor ausgenommenen Verlage untergraben zu wollen, sondern verzweifelt nach Anwendungsbereichen und Monetarisierungsmöglichkeiten seiner KI-Modelle zu suchen.

Ab August: KI-Kennzeichnungspflicht in der EU

Kommission veröffentlicht Leitlinien zu Transparenzpflichten für Anbieter und Betreiber bestimmter KI-Systeme“, wird von der Europäischen Kommission über einer aktuellen Pressemitteilung getitelt.

Es geht darin um neue Richtlinien für die Kennzeichnung von KI-Inhalten, welche auf EU-Ebene verabschiedet wurden und ab dem 2. August 2026 gültig sind. „Die Transparenzpflichten werden Menschen dabei helfen, zu erkennen, wenn sie mit KI interagieren und ob Inhalte durch KI erzeugt oder verändert wurden, was das Risiko von Täuschung und Manipulation verringert“, heißt es recht optimistisch.

Wer auf irgendeine Art KI-Systeme anbietet, welche den Usern KI-Inhalte ausgeben, muss diese entsprechend kennzeichnen. Denn nicht immer ist die Interaktion mit der KI so offensichtlich wie bei einem Chatbot oder der Nutzung einer mit „AI“ bekannten App. Gekennzeichnet werden müssen demnach z. B. synthetische Inhalte inklusive Texte, Bilder und Videos, veränderte Inhalte wie Deepfakes, KI-Texte zu Nachrichten und Angelegenheiten öffentlichen Interesses, etc.

Meiner Meinung nach sollten auch alle Social-Media-Plattformen verpflichtet werden, beim Upload neuer Inhalte deren KI-Gehalt rechtswirksam zu erfragen und nach der Veröffentlichung klar auszuweisen. Ein maschinelles Auslesen von Markern in KI-Bildern und -Videos sowie die Erkennung von KI-Texten sollte ebenfalls vorgeschrieben werden; ähnlich wie YouTube schon teilweise vorgeht.

Hugging Face gehackt: Autonom agierende OpenAI-KI soll es gewesen sein

Aufschrei in der KI-Welt: Die für die Verbreitung von KI-Modellen und -Programmen bekannte Plattform Hugging Face wurde kürzlich gehackt. Kurz nach Bekanntwerden des Cyberangriffs bekannte sich OpenAI dazu. Beim internen Test einer neuen KI habe sich diese eigenständig aus der Testumgebung befreit, Zugang zum Internet verschafft, Hugging Face als notwendiges System für die Aufgabenerledigung erkannt und sei dann in die Systeme der Plattform eingedrungen.

Im Gespräch mit der BBC gibt Thomas Wolf, einer der Co-Gründer von Hugging Face, an, dass dies ein „Weckruf“ gewesen sei. Zudem seien solche agentischen Hacking-Angriffe genau das, auf was sich Unternehmen, Organisationen und Staaten aktuell einstellen und vorbereiten müssten. Hugging Face sei „in sehr kurzer Zeit“ mit 17.000 Einzelattacken angegriffen worden, heißt es. Die OpenAI-KI habe sich dabei über Sicherheitsrichtlinien hinweg gesetzt, die sie eigentlich hätte einhalten müssen.

Auch wenn sich das alles so abgespielt hat, wie in den Aussagen der Unternehmen dargestellt, haben diese News doch wieder Züge des altbekannten Marketings von OpenAI. Nämlich die medienwirksame Behauptung, dass man intern eine KI testen würde, die zu gefährlich für die Veröffentlichung sei – inklusive ihrer teilweisen Vermenschlichung. So werden Aufmerksamkeit und möglicherweise auch Investitionen generiert.

SpaceX-Schrott stürzt auf dem Mond ab

Am 5. August 2026 soll die obere Raketenstufe einer SpaceX Falcon 9 auf dem Mond einschlagen. Da der berechnete Einschlagbereich von der Erde aus gesehen am „Rand“ des Mondes liegt, könnte der aufgewirbelte Mondstaub eventuell von der Erde aus sichtbar sein. Zumindest, wenn das Sonnenlicht entsprechend davon reflektiert wird.

Die Raketenstufe stammt von einem NASA-Flug, der im Januar 2025 verschiedene kommerzielle Nutzlast transportiert hat. Unter anderem den Mondlander Firefly Blue Ghost 1 und den Mondlander Hakuto-R Mission 2, wie es bei Space.com heißt. Neben den gewollten Gerätschaften wird nun also bald auch Schrott auf die Mondoberfläche donnern.

LG-Monitore sorgen für Werbe-Popups auf Windows-PCs

Unter anderem Monitore aus der LG UltraGear-Reihe installieren an Windows-PCs automatisch die LG Monitor App. Diese soll für die ideale Nutzung des Bildschirms am jeweiligen Rechner sorgen, unter anderem durch das Laden von benötigten Treibern. Jedoch kommt die Software mit einer unschönen Überraschung daher: Werbung für McAfee, einem zweifelhaften Antimalware-Programm.

Nach mehreren Berichten über die Mcafee-Popups, die nach dem Anschließen von LG-Monitoren an Windows-PCs bei Reddit auftauchten, haben die Leute hinter dem YouTube-Kanal „Gamers Nexus“ das Problem reproduzieren und dokumentieren können. Einfach, indem sie einen der 1.200 US-Dollar teuren Monitore gekauft, angeschlossen und eingeschaltet haben:

Nach Sammelklage: Apple veröffentlicht Fix für „E-Mail-Adresse verbergen“-Schwachstelle

Wie bereits vor drei Wochen berichtet, weiß Apple schon seit Mitte 2025 davon, dass die iCloud+-Funktion „E-Mail-Adresse verbergen“ fehlerhaft ist und originale E-Mail-Adressen leicht von Dritten ausgelesen werden können. Das ist nicht nur ein Privatsphäre-, sondern für einige auch ein Sicherheitsproblem. Nach den Medienberichten vor drei Wochen gab es relativ schnell eine Sammelklage gegen Apple, wie u. a. MacRumors berichtet.

Diese Woche hat 404 Media, wo erstmals über die Schwachstelle berichtet wurde, mitgeteilt, dass Apple die Sicherheitslücke nun offiziell beseitigt haben will. Am Mittwoch ging die entsprechende Stellungnahme Apples bei 404 Media ein. Demnach will Apple den Patch für das „E-Mail-Adresse verbergen“-Problem bereits am 3. Juli 2026 eingepflegt haben. Damit soll die Schwachstelle komplett beseitigt worden sein. Ausgelesene Original-Adressen können aber weiterhin in Logs auftauchen.

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