Was heißt TL;DR?

Was steht hinter der Abkürzung TL;DR? Warum taucht dieses Kürzel immer wieder in Foren, auf Facebook, in Webseiten-Kommentaren oder auch direkt in Blogbeiträgen auf? Höchstwahrscheinlich, weil der damit kommentierte oder zusammengefasste Text (gefühlt) zu lang ist. Denn TL;DR steht für „Too long; didn’t read“, also „Zu lang, nicht gelesen“. Schreibt also jemand einen zu langen Artikel, einen zu langen Kommentar oder holt in einem Social-Media-Post zu weit aus, dann kommt dieser Kommentar aus den Netz-Jargon früher oder später vor.

Was heißt TL;DR? Es heißt: Too long, didn't read. Übersetzt bedeutet das: Zu lang, nicht gelesen. Bekommt ihr die Abkürzung als Antwort, solltet ihr euch wohl kürzer fassen ;)

Was heißt TL;DR? Es heißt: Too long, didn’t read. Übersetzt bedeutet das: Zu lang, nicht gelesen. Bekommt ihr die Abkürzung als Antwort, solltet ihr euch wohl kürzer fassen 😉

TL;DR als Kommentar auf lange Texte

Schreibt sich jemand seine Meinung von der Seele, dann kann dies in einem Aufsatz von mehreren Seiten Umfang enden. „Schreib keine Romane!“, kommentiert da der eine oder die andere. „Komm auf den Punkt!“, ist eine weitere, eher klassische Antwort darauf. Wer aber explizit anzeigen möchte, dass er keine Zeit und Lust für lange Texte hat, kann dies auch mit einem TL;DR verdeutlichen. 

Aber Achtung: Schnell kann man als Troll (= bewusst provozierender Internet-Spaßvogel) gelten. Denn wer sich die Mühe macht, einen ellenlangen Text zu schreiben, könnte sauer werden, wenn dann darunter nur ein TL;DR-Kommentar steht. Das kommt (subjektiv) einem „Tja“, einem „Interessiert niemanden“ oder einem „Deine Meinung ist nichts wert“ gleich.

TL;DR als Einleitung für eine Zusammenfassung

Längst verwenden aber User in ihren Foren-Einträgen, Blogger/innen und Texter/innen in ihren Posts sowie andere Nutzer/innen des Internets den TL;DR-Begriff präventiv. Hier bei Sir Apfelot schreibe ich beispielsweise manchmal unter die Einleitung ein „TL;DR“ und gebe dahinter den Link zur beschriebenen App oder zum präsentierten Produkt an. So können alle, die schon aus der Überschrift und Einleitung genug Infos ziehen, zur Hauptsache übergehen.

Zwei verschiedene Trends zeigen sich dabei aktuell im Internet: Service für Nutzer/innen und Service für die eigene Seite. Denn z. B. bei Sir Apfelot bekommt ihr werbefreie Ratgeber, Anleitungen, App-Vorstellungen und Produkt-Testberichte; manchmal mit der benannten Abkürzung. Viele andere Seiten nutzen Clickbait, viel zu lange Artikel mit der Hauptinformation im letzten Absatz und massig Werbung; das Ganze, um maximalen Profit zu machen.

Chat-Slang, Netz-Jargon und Internet-Sprache

So lange es das Internet und den Austausch von Menschen über auf Bildschirmen angezeigten Texten gibt, so lange gibt es auch schon komische Abkürzungen, Wortneubildungen und Slang. Längst hat sich im Netz nicht nur ein einzelner Jargon entwickelt; man kann sogar schon von mehreren Sprachen reden, die immer wieder neu formiert werden. 

Eine Mixtur von Deutsch und Englisch, die Anpassung der Schreib- an die Sprechweise, und die Zahl „1“ statt ein, eins oder einen / einer… Alles ist mit dabei. Langsam aber sicher wird es unübersichtlich; und je nach Plattform wie Facebook, Twitter, Instagram, 9GAG oder Foren findet man andere „Dialekte“ vor. Wer da nicht ganz mitkommt, braucht sich nicht zu schämen.

Bücher, Lexika und Nerd-Literatur zum Thema

Schon 1996 gab es Lexika für jene, die sich in der Internetsprache nicht zurechtfanden. Wer also wissen wollte, was TL;DR oder andere Begriffe (wie etwa das heute geläufige FAQ) bedeuten, konnte sich beispielsweise mit „Chat-Slang. Lexikon der Internet-Sprache“ von Oliver Rosenbaum behelfen. 

Wenn ihr euch allgemein für Nerd-Literatur interessiert oder diese komische, halb-digitale Kultur zu verstehen versucht, findet ihr hier im Blog weitere tolle Bücher. Zum Beispiel in dieser Bücher-Sammlung, mit The Game Console und mit The Secret History of Mac Gaming. Habt ihr noch Fragen zum Netz-Jargon oder Empfehlungen für nerdige Bücher? Dann lasst gern einen Kommentar da 😉


Neu: Es gibt nun ein Sir Apfelot Forum bei dem ihr eure Fragen nicht nur mir, sondern gleich vielen anderen Lesern präsentieren könnt. Das erhöht die Chance, dass euer Problem gelöst wird!

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