360-Grad-Fotos und Videos in WordPress-Seiten einbinden

Anleitung: VR in Wordpress einbauen

Die Aufnahmen von 360-Grad-Kameras sind faszinierend. Natürlich möchte man solche Fotografien auch der restlichen Welt zeigen. Aber wie lassen sich 360-Grad-Fotografien, die man zum Beispiel mit der Insta360 One X gemacht hat, in einem WordPress-Beitrag oder in einer WordPress-Seite einbinden. Wie das genau funktioniert, erkläre ich in dieser Anleitung.

Beispiel eines 360-Grad-Fotos, das ich mit meiner Insta360 One X gemacht habe (Foto: Sir Apfelot).

Beispiel eines 360-Grad-Fotos, das ich mit meiner Insta360 One X gemacht habe (Foto: Sir Apfelot).

Ein Foto, wie das oben gezeigte, ist quasi das Ausgangsmaterial für ein 360-Grad-Panorama. Damit dieses jedoch nicht als einfache Grafik angezeigt wird, sondern als VR-Bild, das man mit seinem Mac, iPad oder iPhone im VR-Modus betrachen kann, benötigt man ein bisschen Programmiercode, den man jedoch ganz einfach mit einem Plugin einbauen kann. Das heißt, man selbst fügt nur einen Kurzbefehl im Beitrag ein und das Plugin bastelt daraus den entsprechenden Code, damit man im Browser die 360-Grad-VR-Ansicht bekommt.

Welches Plugin sollte ich nehmen?

Ich habe diverse Plugins gefunden, die helfen, um ein 360-Grad-Panorama in WordPress einzubinden. Hier die Top-Kandidaten, die ich ermittelt habe:

  • WP-VR-View von Alexander Tumanov: Definitiv einfach zu verwenden, aber keine Zoomfunktion und kleine Aussetzer beim Verwenden mit meinem iPhone. Letztes Update vor 7 Monaten… Trotzdem ein Vorteil: Bei dem Plugin ist der VR-Modus direkt aktiviert: Das heißt, Besucher mit iPad oder iPhone können direkt durch die Bewegungen mit dem iPhone/iPad steuern, welchen Bildbereich sie sehen möchten. Und es gibt im WordPress-Editor ein Button, der den Shortcode einbaut, was recht komfortabel ist.
  • DImage 360 von D’arteweb: Etwas weniger intuitiv beim Einbauen des Shortcodes, aber dafür mit mehr Funktionen versehen. Das Plugin wurde zuletzt vor einer Woche aktualisiert. Hier kümmert sich also jemand. Kleiner Nachteil: Hier muss man den VR-Modus als Betrachter leider erst durch einen Button aktivieren.
  • PanoPress von Omer Calev & Sam Rohn: Hat bei mir am Mac funktioniert, aber am iPhone manchmal garnichts angezeigt. Das Plugin ist seit 2 Jahren nicht weiter entwickelt worden, was kein gutes Zeichen ist.

Meine Empfehlung bzw. meine Wahl fiel auf das DImage 360 Plugin, da es aktuell gehalten wird und relativ problemlos mit meinen iOS-Geräten funktioniert. Der Einbau des Shortcodes ist keine Hexerei und wenn man es einmal verstanden hat, bietet das Plugin einfach das bessere Userinterface für den Betrachter.

Ebenfalls wichtig war mir der Verzicht auf Flash. Manche Plugins nutzen diese wandelnde Sicherheitslücke als Viewer für die Panoramen. Aber sowas kommt mir nicht auf den Rechner. Davon abgesehen, läuft Flash auf keinen iOS-Gerät, was ziemlich viele Leute betreffen würde. Alle diese Gründe zusammen führten mich zu DImage 360.

Ich habe übrigens bewusst keinen Webservice wie 360cities.net oder Momento360.com hier aufgeführt, bei denen man seine 360-Grad-Panoramaaufnahmen hochladen muss, um sie dann per Code einzubinden. Ich möchte meine Aufnahmen lieber selber hosten und habe damit mehr Kontrolle darüber, was damit passiert.

Alle Plugins zicken mit iOS-Geräten

Ich habe mir diverse Seiten im Internet angeschaut, die Plugins für die Darstellung von 360 Grad Fotos verwendet haben. So richtig rund läuft keines von denen mit meinem iPhone oder iPad. Manche Plugins, wie das WP-VR-view machen aber seltsame Sachen, wie zum Beispiel, dass beim Zoomen per Pinch-Geste das Bild komplett verschwindet oder sich teilweise in eine Ecke verschiebt.

Von allen Macken, die ich so gefunden habe, fand ich die des DImage 360 Plugins noch am ehesten zu verschmerzen. Was hier nicht klappt, sind bei mir folgende Punkte:

  • Ein Klick rechts unten auf das Kästchen, ruft normalerweise den Vollbild-Modus aus. Bei meinem iPad und Mac klappt es, aber beim iPhone passiert nichts, wenn ich dort klicke.
  • Hat man nicht den VR-Modus aktiv, kann man sich mit dem Finger im Bild hin und her bzw. hoch und runter bewegen. Während rechts/links perfekt klappt, will mein iPad und iPhone beim hoch und runter bewegen immer die Seite mitscrollen, was etwas nervt.

ACHTUNG: Wenn man das WP-Rocket-Plugin für Caching in WordPress installiert hat, sollte man die Seiten mit den Panoramen auf „niemals cachen“ stellen, denn WP-Rocket scheint den Javascript-Code unbrauchbar zu machen. Ist mir gerade beim Veröffentlichen des Artikels aufgefallen. 🙁

Einrichtung und Nutzung von DImage 360

Die Einrichtung des Plugins ist sehr einfach: Man geht im WordPress-Admin auf den Bereich Plugins > Installieren und gibt dann in der Suche „DImage 360“ ein. Folgende Anzeige müsstet ihr dann bekommen.

DImage 360 Plugin zum Anzeigen von 360 Grad Kugelpanoramen und VR-Videos in WordPress.

DImage 360 Plugin zum Anzeigen von 360 Grad Kugelpanoramen und VR-Videos in WordPress.

Wort wo bei mir jetzt „Aktiv“ steht, müsste bei euch ein „Installieren“ Button sein. Den drückt man. Wenn das Plugin geladen ist, erscheint ein „Aktivieren“ Button, den ich ebenfalls drückt.

Einbau der Panorama-Aufnahme mit einem Shortcode

Ist das Plugin aktiviert, muss man erstmal das Panoramafoto in der WordPress-Mediathek hochladen. Ist dies geschehen, benötigen wir noch die „Attachment ID“ des Fotos. Diese ID wird nachher im Shortcode abgefragt, den wir im Beitrag einbauen. Die Attachment-ID zeigt WordPress leider nicht in der Mediathek an. Es gibt aber einen Trick, diese trotzdem leicht heraus zu bekommen.

Ruft man die Mediathek auf, gibt es bei jedem Bild einen Button „Bearbeiten“. Wenn man mit dem Mauszeiger über diesem Button bleibt, erscheint unten im Browser die URL, die aufgerufen werden würde. Dort ist auch die ID als Zahl genannt. In meinem Screenshot siehst du, wie du sie findest:

So findet man in der Mediathek die Attachment-ID eines Fotos heraus.

So findet man in der Mediathek die Attachment-ID eines Fotos heraus.

Wenn euch das alles zu umständlich ist, kann man auch das Plugin „Reveal IDs“ installieren. Das zeigt euch dann nach der Aktivierung in der Mediathek die IDs der Fotos an.

Weitere Alternative: Einbindung mit URL statt ID

Leider lese ich erst jetzt, dass man im Shortcode auch die URL des Fotos statt der ID angeben kann. Das ist natürlich deutlich einfacher. Die URL erhält man, wenn man in der Mediathek bei dem Foto auf „Anschauen“ klickt und dann in der URL-Zeile des Browsers schaut. Die Adresse kann man direkt per Copy und Paste in den Shortcode übernehmen.

So sieht der Shortcode aus

Hier also die beiden Möglichkeiten für den Shortcode, den man dann in den Beitrag kopiert:

Beispiel für die zwei Shortcodes, die man nutzen kann, um ein 360-Grad-Foto einzublenden.

Beispiel für die zwei Shortcodes, die man nutzen kann, um ein 360-Grad-Foto einzublenden.

Ich konnte den Shortcode leider nur als Grafik einbinden, da ich WordPress nicht davon abhalten konnte, ihn direkt in die Panorama-Ansicht umzuwandeln, da bei mir das Plugin ja auch läuft. Wenn ihr einen Shortcode möchtet, der per Copy und Paste geholt werden kann, dann findet ihr diesen hier auf der Plugin-Seite.

Ansicht mit zwei Bildern für Cardboards und VR-Brillen. Entschuldigt die schlechte Auflösung. Eigentlich ist das Bild scharf, aber beim Screenshot ist was schief gelaufen.

Auch mit DImage 360 möglich: Eine Ansicht mit zwei Bildern für Cardboards und VR-Brillen. Entschuldigt die schlechte Auflösung. Eigentlich ist das Bild scharf, aber beim Screenshot ist was schief gelaufen.

Weitere Optionen des Plugins für den Shortcode

Neben der ID bzw. der URL für die Quelle des Fotos gibt es noch einige andere Einstellungsmöglichkeiten, die man im Shortcode nutzen kann. Diese sind jedoch optional. Der Shortcode funktioniert auch, wenn man nur die URL bzw. die ID angibt.

  • control {true/false}: Mit dieser Option kann man festlegen, ob Kontrollbuttons angezeigt werden oder nicht. Standard-Einstellung ist: true.
  • auto-rotate {true/false}: Diese Option legt fest, ob sich das Bild direkt beim Aufruf von selbst drehen soll. Wenn man hier „true“ einstellt, kann man mit „anim_speed“ die Geschwindigkeit festlegen. Standard-Einstellung ist: true.
  • zoom_level: Hier kann man mit Werten von 0 bis 100 festlegen, ob schon direkt am Anfang ins Bild rein gezoomt werden soll. Standard-Einstellung ist: 0.
  • anim_speed: Diese Einstellung legt fest, wie schnell sich das Panorama dreht, wenn auto-rotate aktiviert ist. Werte von -100 bis 100 sind möglich. Standard-Einstellung ist: 2. Meine Empfehlung: -1.
  • default_position: Legt fest, welcher Bildausschnitt der Start sein soll. Hier muss man etwas ausprobieren. Ich konnte nicht ermitteln, ob die Werte von 0 bis 100 oder von 0 bis 360 möglich sind. Standard-Einstellung ist: 0.
  • allow_scroll_to_zoom {true/false}: Dies legt fest, ob man am Mac/PC durch das Scrollrad ins Bild zoomen kann. Standard-Einstellung ist: true. Meine Empfehlung: false.
Hier eine Erklärung zu den Steuerelementen, die man am Smartphone findet, wenn man ein Bild mit DImage 360 anschaut. Die Gyroskop-Steuerung gibt es natürlich nicht an Macs, sondern nur an Geräten, die auch ein Gyroskop eingebaut haben.

Hier eine Erklärung zu den Steuerelementen, die man am Smartphone findet, wenn man ein Bild mit DImage 360 anschaut. Die Gyroskop-Steuerung gibt es natürlich nicht an Macs, sondern nur an Geräten, die auch ein Gyroskop eingebaut haben. Ein Fehler in der Grafik: Der linke Button setzt den Zoom nicht zurück.

Wenn man alles richtig eingebaut hat, sieht das Ganze dann so aus:

 

Ich habe beim oberen Beispiel folgende Optionen eingetragen:

control=true auto-rotate=true zoom_level=“0″ anim_speed=“-1″ default-position=“180″ allow_scroll_to_zoom=true

Bei mir am Mac und auch am iPhone ist das „Scrollen zum Zoomen“ nervig. Aus dem Grund würde ich es eher abschalten. Damit ihr es ausprobieren könnt, habe ich es oben aber aktiviert gelassen.

Und weil ihr beim Lesen des Artikels solange durchgehalten habt, gibt es hier noch ein paar andere Kugelpanoramen, die ich vor einigen Tagen mit der Insta360 One X geknipst habe – als Belohnung sozusagen. Leider sind es keine tollen Motive, aber immerhin was zum Ausprobieren:

 

Bei dem oberen Motiv habe ich die Kamera an einem Selfiestick von einer Brücke herunter gelassen. Da ich noch nicht den passenden Stick hatte, sind an der Stelle im Zenit verzerrte Teile des Kamera-Sticks und dessen Kugelkopfs zu sehen.

Bei der unteren Aufnahme war es schon etwas düster, was man dem Bild auch ansieht.

 

Hinweis zu 360-Grad-Videos

Bei 360-Grad-Videos würde ich grundsätzlich auf Youtube vertrauen. Mit dem Plugin „WP-VR-view“ lassen sich zwar auch lokal gehostete Videos mit 360 Grad Feature in WordPress einbauen, aber grundsätzlich spart man sich viel Traffic und entlastet den eigenen Server, wenn man sie erst auf Youtube hochlädt und mit der Einbetten-Funktion in WordPress einbindet. Und letztendlich bietet Youtube viele technische Features, um jedem Besucher den Clip in möglichst guter Qualität zu zeigen. Aus dem Grund bin ich hier nur auf die Fotos eingegangen.

 

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