Heißt es Schärfentiefe oder Tiefenschärfe?

Beim Fotografieren mit der Kamera oder dem Smartphone soll der Hintergrund mal scharf und mal unscharf sein. Doch wie heißt der Fachbegriff für die Schärfe in der Tiefe des Bilds – Schärfentiefe oder Tiefenschärfe? Jedes Mal, wenn ich einen Artikel schreibe, in dem dieses Wort vorkommt, muss ich nachsehen, ob es nun Schärfentiefe oder Schiefentärfe oder Ziegenschärfe oder wie auch immer heißt. Richtig ist natürlich ersteres. Der eigentlich falsche Begriff „Tiefenschärfe“ hat sich in der Umgangssprache zudem etabliert. Einen Unterschied gibt es dabei inhaltlich nicht.

Heißt es Tiefenschärfe oder Schärfentiefe? Hier erfahrt ihr, welcher Begriff der richtige ist!

Heißt es Tiefenschärfe oder Schärfentiefe? Hier erfahrt ihr, welcher Begriff der richtige ist!

Was ist Schärfentiefe eigentlich?

Die Bedeutung der einzelnen Wörter sollte klar sein: „Schärfe“ steht für die klare Abbildung eines Objekts bzw. Motivs, und „Tiefe“ bezieht sich auf die räumliche Ausdehnung der Fotografie – sozusagen die Z-Achse im Foto. Die Schärfentiefe beschreibt nun also, ob und wie scharf oder unscharf bestimmte Tiefen sind. Gerade aus der Makro-, Portrait-, Tilt-Shift-Effekt- und Bokeh-Fotografie sollte das bekannt sein, weil da mit Unschärfe gespielt wird. 

Dabei gilt im Hinblick auf die Schärfe des Hintergrunds:

  • Geringe Schärfentiefe = Unscharfer Hintergrund
  • Hohe Schärfentiefe = Scharfer Hintergrund

Hilfe von der KI: „AI Structure“ in Luminar 4

Wofür wird Schärfentiefe genutzt?

Eine hohe Schärfentiefe – oder umgangssprachlich Tiefenschärfe – wird zum Beispiel bei einer Landschaftsaufnahme, einem Panorama oder einer anderen Fotografie genutzt, bei dem der ganze Bildinhalt wichtig ist. Eine Unschärfe in der Bildtiefe wird als Stilmittel dann genutzt, wenn ein Objekt im Vordergrund hervorgehoben werden soll und / oder der Bildhintergrund in voller Schärfe zu ablenkend wäre. 

Dank geringer Schärfentiefe wird der Fokus der Fotografie und damit die Aufmerksamkeit der Betrachter/innen auf das Blatt und den Wassertropfen gelenkt. Bei hoher Schärfentiefe wäre das Bild zu unübersichtlich.

Dank geringer Schärfentiefe wird der Fokus der Fotografie und damit die Aufmerksamkeit der Betrachter/innen auf das Blatt und den Wassertropfen gelenkt. Bei hoher Schärfentiefe wäre das Bild zu unübersichtlich.

Schärfentiefe einstellen mit Blende, Abstand und Brennweite

Wichtig zu wissen ist, dass bei Digitalkameras, also auch DSLR-Kameras, die Sensorgröße Auswirkung auf das Spiel mit der Schärfe in der Tiefe hat. Je größer der Bildsensor in der Kamera, desto mehr Spielraum ergibt sich. Nicht weniger bedeutend sind aber auch die Nähe bzw. Entfernung zum fotografierten Objekt sowie die Einstellungen der Blende (Belichtung wirkt sich teils auf Schärfe aus) und die Wahl der Brennweite. Dazu folgende Anmerkungen:

  • Schärfentiefe durch Blende: Je größer der Blendenwert, desto weniger offen ist die Blende, desto schärfer ist der Hintergrund. Beziehungsweise: Je kleiner der Blendenwert, desto offener ist die Blende, desto geringer ist die Schärfentiefe.
  • Abstand zum Objekt: Wie aus der Makro-Fotografie bekannt sein dürfe, fällt die Schärfentiefe dann geringer aus, wenn man sich näher zum fotografierten Objekt hinbewegt. Soll der Hintergrund scharf sein, bewegt man sich davon weg.
  • Brennweite und Schärfentiefe: Ein kurzer Brennwert (Weitwinkelobjektiv) ergibt eine größere Schärfe in der Tiefe als eine hohe Brennweite (Teleobjektiv). Die Effekte können jeweils durch obige Faktoren abgeschwächt oder verstärkt werden.
Eine hohe Schärfentiefe im Foto ergibt besonders bei Landschaftsaufnahmen Sinn.

Eine hohe Schärfentiefe im Foto ergibt besonders bei Landschaftsaufnahmen Sinn.

Geometrie, Physik und Beispiele zum Thema

Wenn ihr es ganz genau wissen wollt, dann schaut doch mal beim Wikipedia-Artikel zum Thema vorbei. Dort wird die Schärfentiefe ganz genau und für Laien wunderbar undurchschaubar erklärt. Wer also Spaß an der Geometrie, der Physik und den komplexen Formeln hinter der Schärfentiefe (nicht Tiefenschärfe) hat, kann sich da richtig ausleben sowie viele Zahlen und Tabellen zum Verinnerlichen einsehen. Als Beispiele für verschiedene Techniken und Schärfenwerte gibt es aber zum Glück auch Bilder und Animationen 😉 

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