Kostenfalle Roaming: Mobilfunk und Internet auf See können teuer werden

Wer mit dem Kreuzfahrtschiff, der Fähre oder dem Frachter auf See unterwegs ist, sollte nur mit Bedacht sowie ausreichend informiert zu Handy, Smartphone, Tablet und Smartwatch greifen. Denn Anrufe und SMS per Mobilfunk sowie über den Mobilfunkprovider abgerufenes Internet können richtig teuer werden. Besonders beim Netzbetreiber Telefónica können die Kosten für auf dem Schiff genutzte Mobilfunkleistungen in den vier- bis fünfstelligen Bereich klettern, da es keine Kostenbremse gibt. Davor warnt unter anderem die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein auf dem Portal Marktwächter.de.

Mobilfunk auf dem Meer kann teuer werden. Seid ihr mit Kreuzfahrtschiff, Fähre oder Frachter unterwegs, dann nutzt lieber kein Internet - bzw. informiert euch vorher beim Provider!

Mobilfunk auf dem Meer kann teuer werden. Seid ihr mit Kreuzfahrtschiff, Fähre oder Frachter unterwegs, dann nutzt lieber kein Internet – bzw. informiert euch vorher beim Provider!

Roaming-Verordnung der EU greift nicht auf See

Auch wer auf europäischen Gewässern unterwegs ist und sein Mobilfunkgerät nutzt, kann in die Kostenfalle tappen. Denn die EU-Roaming-Verordnung, welche regelt, dass es im Staatenbund keine zusätzlichen Kosten für die Verbindung mehr gibt, greift nur in terrestrischen Netzen. Auf See können also weiter teils exorbitante Kosten entstehen, vor denen nicht direkt gewarnt wird – erst zuhause auf der Handyrechnung finden sich dann die Preise für Telefonie, SMS-Kurznachrichten und Internet wieder. 

Schaut sich der Verbraucher an Bord also beispielsweise ein zehnminütiges Youtube-Video in HD-Qualität an, dann könnte er mit circa 200 Megabyte, also etwa 5.000 Euro Kosten rechnen. Uns liegt ein konkreter Fall vor, in dem ein Verbraucher über 11.000 Euro zahlen sollte“, sagt Per Prins, Telekommunikationsexperte des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Um eine solche Rechnung zu vermeiden, sollten sich Telekommunikationskunden dringend vor ihrem Urlaub auf den Seiten der Verbraucherzentralen über mögliche Kostenrisiken informieren.

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Telefónica ohne Kostengrenze oder genaue Info-SMS

Kommt man ins Ausland oder nutzt das auf dem Meer zur Verfügung gestellte Mobilfunknetz, dann bekommt man im Regelfall bei allen Betreibern eine entsprechenden Info-SMS mit Hinweisen zur Auslands- / See-Nutzung des gebuchten Tarifs. Bei der Telefónica liefert der Informationstext zwar die nötigsten Angaben, aber keine genauen Preise:

Willkommen an Bord! Bitte beachten Sie: Bei Gesprächen, SMS und Datennutzung in Flugzeugen und auf See entstehen abweichende Kosten zu Ihrer aktuellen Roaming-Option. Die Abrechnung unterliegt keiner automatischen Kostenbegrenzungsfunktion.

Die fehlende Kostenbegrenzung kann zu einer Rechnung wie oben beschrieben führen. Wenn ihr also in Zukunft Urlaub auf einem Kreuzer machen und euer iPhone, iPad, den iPod Touch bzw. die Apple Watch Series 3 LTE verwenden wollt, informiert euch vorher, was das kosten könnte. Bei einigen Anbietern gibt es in der Kunden-App oder im Onlineportal vielleicht auch die Möglichkeit, eine eigene Kostenbremse einzurichten.

Übrigens agieren u. a. diese Anbieter im Telefónica-Netz (vormals o2- und E-Plus-Netz): o2, BASE, Aldi Talk, Ay Yildiz, Blau, die „Drillisch“-Marken (DeutschlandSIM, WinSIM, Smartmobil, Simply, Eteleon, Bild Connect, McSIM, etc.), Fonic, K-Classic Mobil, Netzclub, Simyo, Yourfone, und einige mehr.

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