M1 iMac Teardown – iFixit bescheinigt schlechte Reparierbarkeit

Apple hat am 20. April 2021 den ersten iMac mit eigenem ARM-Chip vorgestellt, das 24-Zoll-Modell mit M1 SoC und verschiedenen Farben. Nun sind die ersten Geräte auch bei den Nutzer/innen sowie bei Fachleuten, die sich mit der Reparatur auseinandersetzen, angekommen. Bei iFixit wurde der neue 24″ iMac mit M1-Chip auseinandergenommen und auf seine Reparierbarkeit hin untersucht. Dabei wurden auch die einzelnen Bauteile bestimmt sowie weitere Informationen gegeben. Im Folgenden habe ich euch ein paar wichtige Punkte aus dem Bericht bzw. der Teardown-Anleitung zusammengefasst.

Das Innere des M1 iMac von Apple lässt sich nur erreichen, wenn man das Display ablöst. Das ist nicht der einzige Punkt, der für eine schwierige Reparatur sorgt.

Das Innere des M1 iMac von Apple lässt sich nur erreichen, wenn man das Display ablöst. Das ist nicht der einzige Punkt, der für eine schwierige Reparatur sorgt.

iMac-Inneres lässt sich nur über das Display erreichen

Man kann nicht wirklich sagen, dass der neue Apple iMac bei iFixit „aufgeschraubt“ wurde, denn verschraubt ist sein Gehäuse gar nicht. Stattdessen befindet sich die Hardware hinter dem Display, das mit dem Gehäuse verklebt ist und das zum Erreichen des Inneren abgelöst werden muss. Ist das geschehen, so müssen dann doch ein paar Schrauben gelöst werden, um z. B. an den M1-Chip und andere Teile zu kommen. Zu finden sind zudem die Lüfter, die Lautsprecher, die Mikrofone, die Batterien und dergleichen mehr. Im Apple-Logo auf der Rückseite verstecken sich zwar keine LEDs für eine mögliche Beleuchtung, aber eine Flachantenne fürs WLAN.

Recht übersichtlich: Die wichtigste Hardware des Apple iMac (early 2021) würde wahrscheinlich auch in einen Laptop passen. Diesen könnte man wenigstens aufschrauben.

Recht übersichtlich: Die wichtigste Hardware des Apple iMac (early 2021) würde wahrscheinlich auch in einen Laptop passen. Diesen könnte man wenigstens aufschrauben.

iFixit Reparierbarkeits-Index des Apple iMac mit 24-Zoll-Display (2021)

Nicht nur die Tatsache, dass man das Display abnehmen muss, um eine Reparatur durchzuführen, ein Bauteil auszutauschen oder das Innere des iMac zu reinigen, senkt den Index der Reparierbarkeit. Auch dass der SSD-Speicher festgelötet ist, spricht nicht gerade für die Bastlerqualität des Geräts. Eine RAM-Erweiterung ist ebenfalls nicht möglich. Das Entfernen und Einsetzen des Displays ist zudem recht mühsam. Alles in allem gibt es daher nur die Bewertung 2/10 für die Reparierbarkeit. Das gilt auch für das ausgelagerte Netzteil; es lässt sich zwar leicht ersetzen, aber nicht so leicht reparieren. Weitere Details, Bilder und Infos findet ihr mit diesem Link.


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4 Kommentare

  1. Peter sagt:

    Es ist ein Trauerspiel: verklebt, festgelötet und per Software „versiegelt“ – Apple entwickelt sich immer mehr dahin, die Nutzer ihrer Produkte auf den Status unmündiger Kinder zu reduzieren, die halt nehmen müssen, was man ihnen zu einem gegebenen Zeitpunkt zur Auswahl stellt. Danach ist der Zug weitestgehend abgefahren. Ach nicht doch: man darf ja jederzeit ein neues, anderes bzw. anders konfiguriertes Gerät kaufen…

    Lang her die Zeiten, als man auch beim iMac noch durch die noch relativ(!) reparaturfreundliche magnetische Displaybefestigung ans Innere kam, sollte etwa einmal eine interne Platte ausgetauscht werden müssen. Selbst bei den „kleinen“ Modellen konnte der User zumindest selbst noch den RAM erweitern, sollte es denn notwendig werden, weil Aufgaben und/oder Ansprüche gestiegen waren.

    Mal ganz abgesehen davon, dass der professionelle User lange Zeit selbst bei einem HD-Crash relativ gelassen bleiben konnte, da er ja neben einem TimeMachine-Backup (hoffentlich) eine – etwa dank CCC – externe Platte mit einem aktuellen startfähigen Komplett-Klon besaß und so notfalls in kürzester Zeit wieder „up and runnig“ sein konnte. Die wichtige Projekt-Deadline zu retten war – so es denn nicht an anderen internen, aber statistisch deutlich weniger ausfallträchtigen Hardware-Komponenten lag – eine absolut realistische und beruhigende Option…

    Aber heute – mit Big Sur und M1-Macs? Im Ernstfall sind vermutlich mehrere Tage Komplettausfall einzuplanen. Im Berufsleben u.U. eine gfühlte Ewigkeit. Es sei denn, man hat einen regelrechten, dezidierten zweiten „BackUp-Mac" mit allen Daten und Programmen – den man ja eigentlich doch irgendwie hofft, nie zu brauchen… (aber den Apple uns natürlich nur allzu gern verkaufen möchte – was sie aber niemals sagen werden, da sie solche Ernstfälle [zumindest öffentlich] vermutlich als so selten einstufen, dass sie quasi nicht existent sind).

    30 Jahre professionelles Arbeiten mit dem Mac sind für mich 30 Jahre, in denen ich mich letztlich als „mündiger User" von diesem Hersteller, auf den ich einmal trotz des im Vergleich astronomischen Preisniveaus große Stücke gehalten habe, immer weniger ernst genommen fühle, weil immer mehr in Hard- und Software meinem mehr oder weniger direkten Einfluss entzogen wird.

    Schade!

    • Jens Kleinholz sagt:

      Hallo Peter! Ich kann die Kritik auch nachvollziehen, aber andererseits juckt mich diese Sache weniger als viele andere. Wenn die Festplatte mal abraucht, kann man immernoch eine externe SSD anstecken und fertig arbeiten, bis der Mac dann zur Reparatur kommt. Ich bin dazu auch niemand, der gerne an seinem Computer rumschraubt. Aber ich kann mir vorstellen, dass es enttäuschend ist, dass die Möglichkeiten immer weiter zurück geschraubt werden.

  2. Peter sagt:

    Wieso werden eigentlich die vorgenommenen Zeilenschaltungen nicht in den Beitrag übernommen???

    • Jens Kleinholz sagt:

      Das liegt an dem WordPress Theme… muss dringend mal gegen was Modernes getauscht werden. Aber aktuell fehlt mir die Zeit für den Umbau.

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