Meine erste Fahrt auf dem Onewheel Pint von Future Motion

Fahren auf dem Onewheel Pint

Nachdem ich letztes Jahr einige Erfahrungen auf elektrischen Einrädern sammeln konnte, habe ich mir dieses Jahr ein neues Gadget angeschafft, das ebenfalls selbst-balancierend und mit elektrischem Antrieb ausgestattet ist: Den Onewheel Pint von Future Motion. Mit knapp 1200 Euro ist er deutlich günstiger als der große Bruder (Onewheel XR), der mit knapp 2000 Euro zu Buche schlägt.

An der Stelle noch ein Verweis auf den Shop "SUPshop24-7.com", bei dem ich den Pint bestellt habe. Der Onewheel Pint ist erst seit Kurzem auf dem Markt und ich wollte ihn flott bekommen, obwohl er in Europa noch nicht lieferbar war. Bei meiner Recherche bin ich auf den Shop von Michael gestoßen, der Onewheel schon seit 2016 im Programm hat. So konnte er auch als einer der ersten Händler den Pint nach Deutschland liefern. Falls ihr Interesse am Onewheel Pint habt, meldet euch bei ihm und vielleicht kann er einen kleinen Rabatt für Sir-Apfelot-Leser einrichten. 😉

Das Onewheelen ist ein tolles Gefühl, wenn man es etwas besser beherrscht. Bei meiner ersten Fahrt hier, hatte ich noch wenig Zuversicht in mein Können. :D

Das Onewheelen ist ein tolles Gefühl, wenn man es etwas besser beherrscht. Bei meiner ersten Fahrt hier, hatte ich noch wenig Zuversicht in mein Können. 😀

Warum den Pint und nicht den XR?

Von den technischen Daten her ist der Onewheel Pint dem Onewheel XR unterlegen – in Reichweite, Höchstgeschwindigkeit und natürlich auch in Bezug auf die Stabilität beim Fahren (bedingt durch den flacheren Reifen des XR). Trotzdem gab es eine Sache, die mich – neben dem Preis – zum Pint gebracht hat: Man kann mit seinem zu den Seiten hin abgerundeten Reifen viel leichter rumkurven (auf Englisch "carven"). Und das ist es, was mir am Onewheel Spaß macht – das Gefühl, das andere vielleicht vom Snowboard- oder Skifahren kennen.

Dieses Carving-Gefühl ist mir persönlich wichtiger als Reichweite und Geschwindigkeit. Die im Vergleich zum XR geringere Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h reicht mir auf jeden Fall. Auch mit meinen Einrädern fahre ich meist nicht schneller und habe trotzdem Spaß. Dazu kommt, dass der Onewheel Pint auch noch leichter als der XR ist und damit schneller für eine Ausfahrt gepackt ist.

Links der Onewheel Pint und rechts das ältere XR Modell (von dem es sicher bald ein Upgrade gibt) (Foto: Onewheel).

Links der Onewheel Pint und rechts das ältere XR Modell (von dem es sicher bald ein Upgrade gibt) (Foto: Onewheel).

Onewheel lernen im Schnelldurchlauf

Ich habe keinerlei Erfahrungen mit Snowboard-, Skifahren oder ähnlichen Sportarten und bin erst letztes Jahr auf ein elektrisches Einrad gestiegen. Um dies zu lernen, hat es einige Geduld und etwa 4 Tage mit jeweils 30 Minuten "Training" gebraucht. Danach bin ich die ersten paar hundert Meter am Stück gefahren.

Ich weiß nicht, ob es die Übung mit dem elektrischen Einrad ist oder, ob ein Onewheel grundsätzlich einfacher zu erlernen ist, aber beim Onewheel Pint hatte ich nur ca. 5 Minuten gebraucht, um halbwegs stabil über einen asphaltierten Feldweg zu fahren und die ersten Kurven zu drehen.

Auf dem Onewheel fühlte ich mich relativ schnell wohl… vielleicht durch die Art des Fahrzeugs oder eventuell, weil ich schon seit einem Jahr auf elektrischen Einrädern unterwegs bin (Fotos: Sir Apfelot).

Mein erster Eindruck vom Onewheel Pint

Wenn man den Preisunterschied zum XR sieht, könnte man denken, der Pint ist eine klapprige Version vom XR. Dies ist aber nicht der Fall.

Das Gerät hat einen ordentlichen Drehmoment, beschleunigt gut und fährt sehr angenehm. Die Verarbeitung lässt auch keine Wünsche offen. Es sieht ordentlich designed aus und fühlt sich wertig an. Auch die App von Onewheel ist sehr gut gemacht und bietet sogar die Möglichkeit, Onewheel-Fahrer in der Nähe zu finden und zu kontaktieren. An der Stelle direkt mein Verweis auf meine Facebook-Seite für Onewheel und EUC Fahrer in Nordhessen – vielleicht finden sich ein paar Leute für gemeinsame Fahrten.

Frisch aus der Packung: Der Onewheel Pint ist das neueste Fahrzeug in meiner Sammlung von selbstbalancierenden Einrädern.

Frisch aus der Packung: Der Onewheel Pint ist das neueste Fahrzeug in meiner Sammlung von selbst-balancierenden Einrädern.

Einzig das Netzteil ist ein Schwachpunkt, der nicht hätte sein müssen. Während man mit dem Netzteil des XR den Pint in weniger als einer Stunde geladen hat, benötigt man mit dem schwachen Pint-Netzteil gut zwei Stunden, bis der Akku wieder gefüllt ist.

Vom Fahrspaß und der sonstigen Fertigungsqualität her gesehen, ist der Pint das Geld aber auf jeden Fall wert. Ich bereue den Kauf keinesfalls.

Screenshots der Onewheel App auf dem iPhone – hier hat man die restliche Reichweite, Geschwindigkeit und Strecke im Blick und kann über die Funktion "Rider search" im Menü auch andere Onewheel Fahrer finden (wenn sie es möchten).

Screenshots der Onewheel App auf dem iPhone – hier hat man die restliche Reichweite, Geschwindigkeit und Strecke im Blick und kann über die Funktion "Rider search" im Menü auch andere Onewheel Fahrer finden (wenn sie es möchten).

Wie ist das Fahren auf einem Onewheel?

Ich würde sagen, man fühlt sich an Kindertage erinnert, als man mal ein Skateboard hatte, das nach wenigen Wochen dann für immer im Keller verschwunden ist. Ich war damals vielleicht 10 Jahre und man konnte es kaum Skateboardfahren nennen, denn wir saßen die meiste Zeit mit dem Po auf dem Brett und sind dann mit den Füßen voran gefahren.

Mit dem Onewheel Pint ist das etwas anderes: Man muss nicht ständig wieder mit den Füßen Schwung holen und auch das Lenken ist durch das eine zentrale Rad viel einfacher. Hat man sich erst mal an das Fahren gewöhnt, fühlt man sich, wie Marty McFly auf dem Hoverboard. Man kann gleiten, bis der Akku leer ist – oder was in meinem Fall wahrscheinlicher ist: bis der Feldweg zu Ende ist oder die Füße vom Stehen schmerzen.

Irgendwie fühlt man sich sehr schnell wohl auf dem Gerät, allerdings sollte man am Anfang nicht zu schnell fahren, da man schon von unscheinbaren Unebenheiten ins Wanken kommt.

Irgendwie fühlt man sich sehr schnell wohl auf dem Gerät, allerdings sollte man am Anfang nicht zu schnell fahren, da man schon von unscheinbaren Unebenheiten ins Wanken kommt.

Mein Fazit: Skateboard der Zukunft

Ich war lange am Grübeln, ob ich mir trotz der elektrischen Einräder, die ich schon habe, noch ein Onewheel kaufen sollte. Letztendlich dachte ich mir aber, dass das Fahren doch etwas komplett Anderes sein wird. Und ich lag damit nicht falsch.

Zum einen steht man anders auf dem Board als auch einem elektrischen Einrad und hat alleine dadurch ein anderes Fahrgefühl. Zum Anderen ist das Onewheel gerade im Gelände fordernder als ein Einrad. Durch das große Rad kann ein Einrad viel holprigere Strecken wegstecken als es ein Onewheel kann.

Aber das ist auch meine Hoffnung, denn wenn ich mit dem Einrad Feldwege fahre, fordert es weniger Körpereinsatz als beim Onewheel. Und ich würde gerne mehr "tun", wenn ich fahre.

Für mich ist das Onewheel ein Gefährt, das sich ein bisschen wie "Zukunft" anfühlt. Es sieht zwar aus wie ein Skateboard, aber ohne das lästige Anstoßen. Dazu kann man durch das große Rad auch Offroad-Strecken in Angriff nehmen (wenn man es vom Fahren her mal beherrscht) – etwas, das mit normalen Skateboards undenkbar war. Aber je unebener die Strecke ist, umso mehr ist man auch als Fahrer gefordert.

Die Front-LED des Onewheel Pint sind eher zum "Gesehen werden". Zur Ausleuchtung des Weges greife ich lieber auf eine helle Stirnlampe zurück.

Die Front-LED des Onewheel Pint sind eher zum "Gesehen werden". Zur Ausleuchtung des Weges greife ich lieber auf eine helle Stirnlampe zurück.

Balancetraining mit Spaßfaktor

Als Schreibtischtäter sind solche Offroad-Fahrten, bei denen man viel mit Balance arbeitet, eine kleine Wellnesskur für den Rücken. Es ist mittlerweile anerkannt, dass Balancetraining für eine bessere Stabilität und Koordination sorgt und damit auch Rückenbeschwerden vorbeugen oder verbessern kann.

Mit zwei Bandscheibenvorfällen bin ich definitiv in der Zielgruppe für Rückentrainings und mit dem Onewheel kann man das Spielerische mit dem Training verbinden.

Meine ersten Erfahrungen mit dem Onewheel sind insgesamt also gut gelaufen, aber nach 30 Minuten Fahren kann man noch wenig sagen. Aus dem Grund nehmt diesen kleinen Artikel einfach als kurzen Zwischenbericht. Es kommen demnächst sicher noch mehr Artikel zum Onewheel Pint.


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6 Kommentare

  1. Mathias sagt:

    Wie lange kann man denn damit fahren, bis der Akku leer ist?

    • Sir Apfelot sagt:

      Das hängt natürlich von der Strecke und vom Fahrer ab. Bei ca. 80 kg und asphaltiertem Weg ca. 10 km in der Praxis. Das Gute ist, dass das Gerät rekuperiert und beim Bremsen auch wieder Energie gewinnt und den Akku lädt.

  2. Ich will das Ding ja auch schon seit Ewigkeiten haben. Allein die relativ hohen Anschaffungskosten halten mich auf. Aber ich spare fleißig und versuche alles, um an den Hobel zu kommen.

    Ich will das tatsächlich für meinen Arbeitsweg nutzen. Das XR hat die richtige Reichweite und den passenden Spaßfaktor.

    • Sir Apfelot sagt:

      Hallo Marcel! Ich könnte mir vorstellen, dass Onewheel dieses Jahr einen XR Nachfolger bringt. Das wäre die Gelegenheit für dich, zu zuschlagen. Entweder weil du dann das neue Modell holst oder weil du das alte XR günstig erhälst. In deinem Beitrag auf deinem Blog schreibst du von Icon Boards: Ja, die sind vielleicht günstiger, aber ich habe eine Youtube Bewertung dazu gesehen, bei dem sich ein Testfahrer auf die Mütze gelegt hat, weil das Board Bodenwellen nicht verkraftet und dann total übersteuert. Folge: Nosedive und Aua. Da würde ich lieber etwas länger sparen und das Onewheel nehmen. Und nein, ich bin nicht mit denen verwandt oder verschwägert und bekomme auch kein Geld dafür. 😉

      • Tobias sagt:

        Hi Sir,

        Woher stammen Deine Vermutungen? Ist an den Gerüchten etwas dran? Bin auch schon länger am überlegen, lediglich die hohen Preise des XR schrecke noch etwas ab.

        Das aktuelle Angebot von IconBoard ist im Vergleich zum XR durchaus interessant und ich bin geneigt zuzugreifen.. Ja, es sei denn das aktuelle XR wird durch ein Nachfolger etwas günstiger… 😉

        Grüsse TH

        • Sir Apfelot sagt:

          Hallo Tobias! Ich habe keine Insider-Informationen – leider. Aber ich denke, der Pint hat schon einige nette Features, die das XR nicht hat. Es würde mich sehr wundern, wenn sie nicht an einer neuen Version ihres Flaggschiffs arbeiten. Aber ich bin irgendwie nicht der Typ, der sich das letzte Modell kauft, wenn ein neues rauskommt. Ich würde mir dann schon den Nachfolger holen. Allerdings komme ich aktuell nicht oft zum Onewheel-Fahren. Ich finde es blöd, dass die Dinger immer noch nicht auf der Straße fahren dürfen wie Fahrräder. Gerade für kurze Strecken von 5-10 km auf asphaltierten Wegen wären sie sehr gut.

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