Neuer Industriestandard: Apple und Google gegen Stalking mit Tracker-Technik

Apple hat vorgestern eine Pressemitteilung herausgegeben, in der aufgezeigt wird, dass der iPhone-Hersteller gemeinsam mit Google die „Initiative für einen Industriestandard gegen unerwünschtes Tracking“ anführt. Dahinter steckt das Problem, dass einige Leute z. B. Apple AirTags verwenden, um andere Leute mehr oder minder unbemerkt zu stalken. Es wird mit den kleinen Bluetooth-Trackern möglich, Wege der anderen Person nachzuvollziehen und Bewegungsprofile zu erstellen. Hält sie sich länger an einem Ort auf, kann man sie dort auch in Echtzeit finden. Damit diese Gefahr für die potenziell Verfolgten gebannt werden kann, soll schon Ende 2023 ein Warnsystem für iOS und Android etabliert werden.

Apple und Google haben einen neuen Industriestandard gegen das Stalking mit Bluetooth-Trackern (wie etwa Apple AirTags) vorgestellt. Dieser soll Ende 2023 in iOS und Android Anwendung finden.
Apple und Google haben einen neuen Industriestandard gegen das Stalking mit Bluetooth-Trackern (wie etwa Apple AirTags) vorgestellt. Dieser soll Ende 2023 in iOS und Android Anwendung finden.

Spezifikation für Tracking-Warnungen soll erarbeitet werden

In der Pressemitteilung heißt es, dass sowohl Apple als auch Google ab sofort Beiträge weiterer Unternehmen und Interessengruppen begrüßen, die bei der Erarbeitung einer Spezifikation helfen, welche Nutzer/innen bei Verdacht auf unerwünschtes Tracking warnen soll. „Nach der Kommentierungsphase werden Apple und Google gemeinsam auf das Feedback eingehen und bis Ende 2023 eine Implementierung des Standards bei der Produktion für unerwünschte Tracking-Warnhinweise veröffentlichen, die dann in künftigen Versionen von iOS und Android unterstützt wird“, heißt es. Interessierte Unternehmen können die Spezifikation in den nächsten drei Monaten prüfen und kommentieren – das geht hier.

Samsung, Tile, eufy Security und weitere sind schon mit dabei

Neben der öffentlichen Einladung an andere Unternehmen, sich mit der Spezifikation gegen unerwünschtes Tracking auseinanderzusetzen und sie letztlich auch in ihre Geräte zu integrieren, wird zudem aufgezeigt, dass schon einige Industrieteilnehmer mit an Bord sind. Samsung, Tile, Chipolo, eufy Security und Pebblebee unterstützen den aktuellen Entwurf von Apple und Google. Dieser enthält neben einigen Neuerungen auch bewährte Verfahren sowie Anleitungen für Hersteller, welche die Technik in ihren Produkten integrieren wollen. So soll in naher Zukunft hersteller- und systemübergreifend der Missbrauch von Bluetooth-Ortungsgeräten für unerwünschtes Tracking verhindert werden. Immerhin braucht es aktuell z. B. noch eine zusätzliche App, um AirTags mit Android-Smartphones aufzuspüren.

Aussagen von Apple und Google zum Thema

Apple hat AirTag auf den Markt gebracht, um Anwender:innen die Gewissheit zu geben, ihre wichtigsten Gegenstände finden zu können“, sagt Ron Huang, Vice President of Sensing and Connectivity bei Apple. „Wir haben AirTag und das ‚Wo ist?‘-Netzwerk mit einer Reihe von proaktiven Funktionen ausgestattet, um unerwünschtes Tracking zu verhindern — ein Novum in der Branche — und wir arbeiten weiter an Verbesserungen, um sicherzustellen, dass die Technologie wie vorgesehen genutzt wird. Dieser neue Industriestandard baut auf den Schutzmaßnahmen von AirTag auf und ist durch die Zusammenarbeit mit Google ein entscheidender Schritt nach vorn, um unerwünschtes Tracking unter iOS und Android zu bekämpfen.

Bluetooth-Tracker haben Nutzern enorme Vorteile gebracht, aber sie bergen auch das Potenzial für unerwünschtes Tracking, das nur durch industrieübergreifende Maßnahmen gelöst werden kann“, sagte Dave Burke, Vice President of Engineering for Android bei Google. „Android setzt sich unermüdlich für den Schutz der Nutzer ein und wird auch weiterhin strenge Schutzmaßnahmen entwickeln und mit der Industrie zusammenarbeiten, um den Missbrauch von Bluetooth-Trackern zu bekämpfen.

Im Test: So leicht lassen sich AirTags einrichten und nutzen

Aussagen von Interessengruppen zum Thema

The National Network to End Domestic Violence hat sich für universelle Standards eingesetzt, um Überlebende — und alle Menschen — vor dem Missbrauch von Bluetooth-Ortungsgeräten zu schützen. Diese Zusammenarbeit und die daraus resultierenden Standards sind ein bedeutender Schritt nach vorn. Das NNEDV fühlt sich durch diesen Fortschritt bestärkt“, sagt Erica Olsen, Senior Director of its Safety Net Project von The National Network to End Domestic Violence. „Diese neuen Standards werden die Möglichkeiten des Missbrauchs dieser Technologie minimieren und die Belastung der Überlebenden beim Aufspüren unerwünschter Tracker verringern. Wir sind dankbar für diese Bemühungen und freuen uns darauf, weiterhin gemeinsam gegen unerwünschte Ortung und Missbrauch vorzugehen.

Die heutige Veröffentlichung des Entwurfs einer Spezifikation ist ein willkommener Schritt, um dem schädlichen Missbrauch von Bluetooth-Ortungsgeräten entgegenzuwirken“, sagt Alexandra Reeve Givens, President und CEO des Center for Democracy & Technology. „Das CDT konzentriert sich weiterhin auf Möglichkeiten, diese Geräte besser auffindbar zu machen und die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, dass sie zum Aufspüren von Personen verwendet werden. Ein Schlüsselelement zur Verringerung des Missbrauchs ist eine universelle Lösung auf Betriebssystemebene, die in der Lage ist, Tracker von verschiedenen Unternehmen auf der Vielzahl von Smartphones zu erkennen, die die Menschen täglich verwenden […]“

Aktuelle Beiträge zu Tracking, Stalking und Überwachung bei Sir Apfelot

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