Sir Apfelot Wochenschau KW 24, 2023

Na, habt ihr euch schon von der WWDC-Informationsflut der letzten Woche erholt? Diese Woche ging es hier im Blog ja mit ein paar Detail-Beiträgen weiter. Aber auch eine Übersicht über die Apple- und Tech-News, die mir in den letzten Tagen aufgefallen sind, soll nicht fehlen. Und deshalb gibt es an dieser Stelle die neue Sir Apfelot Wochenschau. In der Ausgabe für die Kalenderwoche 24 des Jahres 2023 sind unter anderem diese Meldungen dabei: Start des E-Rezepts von Kritik begleitet, Porto-Codes müssen länger als 14 Tage gültig sein, GPT-4 kennt zahlreiche Bücher-Inhalte, Mac Pro stößt Festplatten ab, Sonoma ohne Mail-Plugins, 3D-Inhalte bei Apple TV+ und mehr!

Sir Apfelot als Podcast

Wenn ihr sowohl den Sir Apfelot Blog als auch Podcasts mögt, dann solltet ihr mal in den Sir Apfelot Podcast reinhören. Lynne und Jens gehen auf interessante Themen ein und werfen dabei ihre eigenen Erfahrungen und Meinungen mit in den Mix. Hier findet ihr die verschiedenen Plattformen, auf denen ihr den beiden zuhören könnt:

In der Sir Apfelot Wochenschau für die Kalenderwoche 24 des Jahres 2023 findet ihr u. a. diese Meldungen: Kritik an Kommunikation des E-Rezept-Starts, Porto-Code der Post muss länger gültig bleiben, Amazon mit Plan gegen Fake-Rezensionen, GPT-4 kennt Bücher auswendig, Mac Pro stößt SATA-Festplatten ab, und mehr!
In der Sir Apfelot Wochenschau für die Kalenderwoche 24 des Jahres 2023 findet ihr u. a. diese Meldungen: Kritik an Kommunikation des E-Rezept-Starts, Porto-Code der Post muss länger gültig bleiben, Amazon mit Plan gegen Fake-Rezensionen, GPT-4 kennt Bücher auswendig, Mac Pro stößt SATA-Festplatten ab, und mehr!

Offizieller Fahrplan des E-Rezepts von Kritik begleitet

Das E-Rezept, das schon länger in der Entwicklung ist, soll nun ab dem 1. Juli 2023 einsatzbereit sein. Zumindest wurde das so aus dem Gesundheitsministerium heraus verlautbart. Bis August soll es dann auch in rund 80% der bundesweiten Apotheken einlösbar sein. Dass dem durchaus noch Hürden im Wege stehen, das hat unter anderem heise online in einem Artikel zusammengefasst. So wird von verschiedenen Stellen kritisiert, dass die Tests für die E-Rezepte über Krankenkassen-Karten derzeit noch laufen und auch die nötige Gematik-Technik noch nicht in allen Praxen einsatzbereit ist. Diese vom CCC kritisierte Technik hatten wir schon einmal hier thematisiert: CCC-Fix soll 400 Millionen Euro und Tonnen von Elektroschrott einsparen.

Oberlandesgericht Köln: Post darf Porto-Codes nicht nach 14 Tages wertlos machen

In der DHL-App kann man seit 2020 ein sogenanntes „Porto-Code“ kaufen, also eine achtstellige Zeichenfolge, die man auf einen zu versendenden Umschlag schreibt statt eine Briefmarke aufzukleben. Dieses Angebot ersetzte damals das bis dahin angebotene „Handyporto“. Allerdings setzt die Post die 14-tägige Rückgabefrist für Porto-Codes mit einem Nutzungszeitraum gleich und macht die Zeichenfolgen nach zwei Wochen wertlos. Die Kosten für nicht genutzte Codes werden dabei nicht erstattet. Das OLG Köln hat nun geurteilt, dass das nicht rechtens ist und die Regelung der Post entsprechend unwirksam wird. Eine Zusammenfassung des Falls und der OLG-Entscheidung gibt es in der offiziellen Pressemitteilung dazu.

Amazon Warehouse heißt jetzt Amazon Retourenkauf

Amazon hat seinen Onlineshop für zurückgesendete Produkte neu benannt. Statt „Amazon Warehouse“ heißt das Ganze nun „Amazon Retourenkauf“. Angeblich wurde diese Veränderung vorgenommen, um klarer zu beschreiben, was es dort zu kaufen gibt. Allerdings könnte auch die Suchmaschinenoptimierung eine große Rolle spielen. Immerhin werben verschiedenste Seiten – seriös und unseriös – mit Amazon-Retouren und deren Verkauf. Die Kombination aus den Suchbegriffen „Amazon“, „Retouren“ und „kaufen“ ist keine seltene Anfrage in Suchmaschinen. Nun springt also auch Amazon höchstselbst auf den Zug auf, den unter anderem Betrugsseiten (hier und hier) ins Rollen gebracht haben.

Amazon will mit neuem Konzept gegen Fake-Rezensionen vorgehen

Außerdem hat das Unternehmen diese Woche eine Meldung über (Fake-)Rezensionen sowie deren Bekämpfung veröffentlicht. Es wurde u. a. aufgezeigt, dass allein im Jahr 2022 ganze 125 Millionen Nutzer/innen die Möglichkeit der Meinungsabgabe in Anspruch genommen haben – mit insgesamt 1,5 Milliarden Bewertungen und Rezensionen. Im gleichen Zeitraum seien aber auch 200 Millionen mutmaßliche Fake-Rezensionen gestoppt wurden. Zudem werden diese nicht nur über Amazon vermittelt und vergütet, sondern auch über Messenger und Social Media, etwa in Facebook-Gruppen. Drei Punkte sollen bei der Bekämpfung helfen: mehr branchenübergreifender Informationsaustausch, klarere Durchsetzungsbefugnisse, und die Übernahme von Verantwortung seitens der Plattformen, die die Vermittlung von Fake-Rezensionen ermöglichen.

Untersuchung zu Büchern, die für das ChatGPT-Training verwendet wurden

Diese Woche bin ich zudem über die Studie „Speak, Memory: An Archaeology of Books Known to ChatGPT/GPT-4“ gestolpert, die an der University of California in Berkeley, Kalifornien durchgeführt wurde. Im Rahmen der Untersuchung wurden ChatGPT und GPT-4 von OpenAI sowie BERT von Google verschiedene Sätze aus literarischen Werken als Prompt gegeben, in denen aber immer ein bestimmter Begriff fehlte. Wurde der Begriff (Name, Gegenstand, Ort, etc.) richtig ergänzt, wurde angenommen, dass das entsprechende Buch zum Training der Text-KI genutzt wurde. Vor allem bei ChatGPT und GPT-4 wurden dabei neben Public-Domain-Werken auch Bücher mit Copyright gefunden. Die Top 20 wurden u. a. im offiziellen Preprint-PDF genannt.

„Festplatte nicht korrekt ausgeworfen“ am Mac Pro 2023 – Apple arbeitet an Lösung

Letzte Woche wurde der neue Mac Pro mit M2 Ultra vorgestellt, seit dieser Woche kann man ihn offiziell kaufen. Der Launch geht aber nicht ohne Kinderkrankheiten vonstatten. Denn wer eine zusätzliche SATA-Festplatte im Mac Pro 2023 verbaut, sollte ihn aktuell nicht in den Ruhezustand versetzen. Wenn der Mac wieder aufwacht, dann wird nämlich die Verbindung zum SATA-Speichermedium plötzlich unterbrochen und es erscheint die Warnung „Festplatte nicht korrekt ausgeworfen“ (disk not ejected properly). In einem Support-Dokument vom Mittwoch weist Apple darauf hin, dass ein Neustart hilft. Zudem wird gezeigt, wie man dem Sleep-Modus vorbeugt und dass an einem Update gegen den Fehler gearbeitet wird.

macOS 14 Sonoma ist das Ende für Mail-Plugins

Dass die Mail App von Apple irgendwann keine Plugins mehr erlauben würde, das steht schon seit ein paar Jahren fest. Nur war unklar, wann am Mac damit Schluss sein würde. Bei SmallCubed, den Entwickler/innen hinter dem MailSuite-Plugin, gibt es nun im Bezug auf macOS 14 Sonoma den Hinweis, dass von der Mail App – zumindest in der aktuellen Beta-Version – keine Plugins mehr geladen werden können. Wer weiterhin die Vorteile von MailSuite nutzen will, kann später in diesem Jahr den von SmallCubed nun selbst entwickelten Mail-Client namens MailMaven nutzen. Und auch auf anderen Developer-Webseiten wird aufgezeigt, dass die Mail App ab macOS 14 Sonoma keine Plugins mehr unterstützen wird – etwa hier.

Update: Gibt es vielleicht doch eine Lösung für Mail-Plugins?

Jens hat sich heute beim Support von dem Mail-Plugin Mailbutler gemeldet und gefragt, was dort in Bezug auf die Umstellung bei macOS Sonoma geplant ist. Von deren Team kam die Antwort, dass man eine Lösung hat, bei der die Mailbutler-App als Standalone-App und nicht mehr als Plugin laufen wird. Trotzdem wird es die gewohnte Integration in Apple Mail geben. Als Nutzer wird man keinen großen Unterschied bemerken.

Hier die Rückmeldung vom Mailbutler-Support:

In macOS Sonoma werden Plug-ins nicht mehr unterstützt. Apple hat bereits vor etwa zwei Jahren angekündigt, Plug-ins nicht mehr zu unterstützen. Diese Änderung ist also keine Neuigkeit für uns und wir sind zu 100% darauf vorbereitet.
Du brauchst dir also keine Sorgen zu machen – du wirst Mailbutler weiterhin unter macOS Sonoma nutzen können!
Der Hauptunterschied wird sein, dass Mailbutler nicht mehr als traditionelles Mail-Plugin verfügbar sein wird, sondern als eigenständige Anwendung. Allerdings wird Mailbutler nur technisch eigenständig sein. Praktisch gesehen wird Mailbutler aber immer noch direkt in Ihrem Posteingang zu finden sein, so dass du leicht darauf zugreifen kannst.
Alles in allem: Du wirst auch in macOS Sonoma deine E-Mails mit Mailbutler verwalten können!

Das deutet aus meiner Sicht darauf hin, dass es scheinbar einen Weg gibt, wie man die Funktionsweise von “Plugins” anderweitig wieder in Mail integrieren kann.

DockKit – Framework für die Ansteuerung von motorisierten iPhone-Halterungen

Als letzte Woche iOS 17 vorgestellt wurde, da wurde unter anderem die neue StandBy-Funktion gezeigt. Diese sorgt dafür, dass das iPhone während des Aufladens sowie in horizontaler Display-Ausrichtung als Nachttisch-Uhr mit verschiedensten Infos sowie als Smart-Home-Zentrale genutzt werden kann. Entwickler/innen können sich aber nicht nur auf die Nutzung dieser neuen Funktion freuen, sondern auch auf die Einbindung von Hardware – nämlich Ladedocks und Halterungen, die das iPhone automatisch drehen und neigen können, z. B. für die Verwendung als Webcam bei einem FaceTime-Telefonat über den Apple TV. Einen Überblick, das DockKit selbst sowie das Video der entsprechenden WWDC23-Session findet ihr mit diesem Link.

Apple Vision Pro – 3D-Produktion für TV+ und Namensprobleme in China

Das Vision Pro, Apples AR- und VR-Headset, wurde ebenfalls letzte Woche vorgestellt. Im Rahmen dessen wurde erwähnt, dass mit dem Gerät unter anderem 3D-Filme und -Serien angeschaut werden können, in 3D! Natürlich wird da nicht nur auf die Angebote der Konkurrenz gesetzt (z. B. Avatar-Filme bei Disney+), sondern auch für den eigenen Streaming-Dienst Apple TV+ an 3D-Inhalten gearbeitet. So soll für das Apple Vision Pro die Serie „Monarch: Legacy of Monsters“ aus dem Hause Monsterverse im entsprechenden Spatial-Video-Format produziert worden sein (Quelle). Darüber hinaus ist der Name „Vision Pro“ in China bereits als Produktname vergeben, Huawei hält die Rechte bis 2031. Apple muss also entweder das eigene Headset dort umbenennen oder die Namensrechte von Huawei abkaufen (Quelle).

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