Sir Apfelot Wochenschau KW 35, 2026

Apple hat diese Woche mit dem neuen Mac mini und dem neuen Mac Studio überrascht. Abseits davon gab es aber noch weitere Apple- und Tech-News. In der Sir Apfelot Wochenschau für die Kalenderwoche 35 des Jahres 2026 gibt’s daher u. a. diese Meldungen: Sammelklage gegen Schufa, Malware macht Autos zu Bot-Netzwerk, Meta einigt sich mit US-Staaten auf Schutzmaßnahmen für Teens auf Facebook und Instagram, erste Quantenbatterie lädt schneller, je größer sie ist, und mehr!

Sammelklage gegen Schufa wegen „Schattendatenbank“ mit alten Daten

Die gemeinnützige, europaweit agierende Datenschutz-Organisation NOYB aus Wien will gegen die deutsche Auskunftei Schufa vorgehen. Diese habe wider Erwarten eine sogenannte „Schattendatenbank“ geführt, wie es diese Woche u. a. bei der Tagesschau hieß.

Diese Schattendatenbank bestehe aus alten Krediten, Schulden, Privatinsolvenzen und ähnlichen Daten. Also Schufa-Eintragungen, die schon längst beglichen und abgehakt sind. Und die eigentlich nichts mehr in den Verzeichnissen des Unternehmens zu suchen haben.

Laut dem Tagesschau-Bericht verteidigt die Schufa ihr Vorgehen. Die alten Daten würden nicht nur legal gespeichert, sondern seien außerdem für den Test neuer Systeme wichtig. Etwa neue Scoring-Verfahren würden mit alten Daten getestet, bevor sie auf aktuelle Eintragungen angewendet werden.

Dafür könnte man aber auch anonymisierte Daten sowie Fantasieeintragungen nutzen, finde ich.

Die offizielle Meldung von NOYB gibt es hier: https://noyb.eu/de/shadow-database-scandal-noyb-sends-schufa-cease-and-desist-letter-interest-list-class-action 

Digitale Angebote der norwegischen Regierung durch DDoS-Angriff lahmgelegt

Am Montag kam es zu einem Cyberangriff auf die Dienste der norwegischen Regierung, wie diese selbst meldete und wie mehrere Medien anschließend wiedergaben. Wie aus der Meldung hervorgeht, nutzt der gesamte öffentliche Sektor Norwegens die gemeinsamen Digitallösungen. Deshalb traf die „Distributed Denial of Service“-Attacke (DDoS) die gesamte digitale Infrastruktur der Regierung.

Am Dienstag, als die Meldung veröffentlicht wurde, galten die meisten Dienste als stabilisiert. Allerdings gab es bei einigen noch „operative Störungen“. Es sei, so heißt es weiter, zudem schon die dritte Attacke dieser Art innerhalb einer kurzen Zeitspanne gewesen. Allerdings war es von den dreien der größte Angriff. Wer dahinter steckt, das ist wohl noch unbekannt.

Malware in Fahrzeugen: Infotainmentsysteme von Autos als Bot-Netzwerk

Dass mehrere Computer durch die Einspeisung von entsprechender Schadsoftware zu einem gemeinsam agierenden Bot-Netzwerk zusammengeschlossen werden können, ist bekannt. Aber was sind moderne Autos anderes als Computer auf vier Rädern? Das scheint sich auch die Gruppierung MoYu gedacht zu haben, die Android-Malware auf Infotainmentsysteme des chinesischen Herstellers Dofun schleuste.

Laut SecureList (Angebot von Kaspersky) wurde ein mehrstufiger Malware-Downloader gefunden, der von der Gruppierung in das Update der Headunit-Firmware von Dofun-Autos eingebaut wurde. Es wurde also die digitale Update-Lieferkette des Herstellers direkt manipuliert. Der Downloader läuft im Hintergrund und ohne irgendeinen grafischen Hinweis. Er lädt zusätzliche Schadsoftware, unter anderem Adware und den Code für das BADBOX Bot-Netzwerk. 

Fahrzeugfunktionen sollen durch die Malware nicht angegriffen worden sein.

YouTube informiert Premium-Bestandskunden in Europa über Preiserhöhungen

Wie bereits im Juni aufgezeigt, gab es dieses Jahr schon einmal eine Preiserhöhung für Neukunden von YouTube Premium. Je nach Abo werden seitdem bis zu 4 Euro mehr pro Monat verlangt. Nun werden diese Anpassungen wohl auch auf bestehende Abonnements angewendet.

Das geht zumindest aus entsprechenden Meldungen auf Reddit hervor. Dort teilten User aus anderen europäischen Ländern mit, dass YouTube diese Änderung per E-Mail angekündigt hat. Sie wird wohl auch bald den deutschsprachigen Raum erreichen. Die Preiserhöhung geht nicht mit neuen Features einher, sondern soll der „Verbesserung des Angebots“ und der „Unterstützung von Creators“ dienen.

YouTube ohne Premium-Abo werbefrei schauen ist möglich. Es gibt neben dem DuckDuckGo-Browser auch das uBlock Origin Lite Plugin für Safari und andere Browser. Außerdem die Smart Tube BDP App für iPhone, iPad, Mac und Apple TV.

Verfahren gegen Meta: Einigung auf Vergleich mit Milliardenzahlung und Plattform-Einschränkungen

Erst letzte Woche hatten wir aufgezeigt, dass Meta in den USA wegen der Missachtung von Kinder- Jugendschutz auf Facebook und Instagram vor Gericht steht. Da wurde noch gemutmaßt, dass das Verfahren, das auf eine Billionenstrafe hätte hinauslaufen können, mehrere Wochen dauern wird.

Nun wurde diese Woche bekannt, dass ein Vergleich erzielt wurde. Mit einer weit geringeren Zahlung an die klagenden US-Staaten sowie mit Einschränkungen für Kinder und Jugendliche auf den Meta-Plattformen.

Die Zahlung beläuft sich auf 17,1 Milliarden US-Dollar (14,6 Milliarden Euro), was weit unter der anfänglichen Streitmenge liegt und von einigen als „Peanuts“ bezeichnet wird. Neben der Zahlung lenkte Meta aber auch beim Kinder- und Jugendschutz auf Facebook und Instagram in den USA ein.

In Zukunft sollen diese Maßnahmen für Unter-18-Jährige gelten:

  • Facebook und Instagram Apps können insgesamt nur noch zwei Stunden pro Tag genutzt werden. Eltern können das Limit ausweiten bzw. aufheben.
  • Zwischen Mitternacht und 6:00 Uhr am Morgen werden keine Beiträge angezeigt und es können auch keine gepostet werden.
  • Der Schulmodus sorgt dafür, dass zwischen 8:00 Uhr und 15:00 Uhr keine Benachrichtigungen gesendet werden.
  • Bei Dauernutzung werden User unter 18 Jahren nach 15 Minuten, 60 Minuten und 90 Minuten auf ihre Nutzung und das Limit aufmerksam gemacht.
  • Direktnachrichten über Facebook und Instagram sind vom Nutzungslimit sowie vom Nacht- und Schulmodus ausgenommen.
  • Unter-18-Jährige können einen Feed ohne Algorithmus wählen, der keine persönlichen, auf der Auswertung gesammelter Daten beruhende Empfehlungen enthält. Eltern können dies zu einer Nutzungsvoraussetzung machen.
  • Auch die Deaktivierung von Autoplay (automatisch abspielende Videos) kann manuell eingeschaltet bzw. von Eltern als Voraussetzung festgelegt werden.
  • Standardmäßig werden keine Likes (Anzahl von Like- oder anderen Reaktionen auf Posts) angezeigt.
  • Für Fotos werden Teenagern keine Filter mehr angeboten, die Veränderungen hervorbringen, welche wie plastische Chirurgie oder extremes Make-up aussehen.
  • Die Altersverifizierung bzw. Alterserkennung soll ausgeweitet werden, sodass Accounts von Teenagern sowie solche von Kindern unter 13 Jahren besser und schneller erkannt werden.
  • Die Elternkontrolle soll ausgebaut werden und u. a. Benachrichtigungen enthalten, die auf Zweitaccounts der Kinder oder auf die Kommunikation mit Fremden hinweisen.

Nach Bekanntwerden des Vergleichs und der oben gelisteten Maßnahmen werden nun auch Forderungen aus Deutschland laut, selbige hierzulande von Meta zu fordern. So schreibt etwa die Tagesschau, dass Ramona Pop, Chefin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, die Maßnahmen als Möglichkeit für die Verringerung des Nutzungsdrucks, den Minderjährige auf den Plattformen verspüren, ansieht.

Gleichzeitig fordert Meta in einem offenen Brief, dass die Konkurrenz – vor allem YouTube und TikTok – die gleichen Maßnahmen ergreifen soll. 

Quantenbatterien sind „kontraintuitiv“, denn sie laden schneller, je größer sie sind

Wie diese Woche u. a. die BBC aufzeigte, haben Forschende in Australien einen Quantenbatterie-Prototypen geschaffen. Anders als herkömmliche Akkus lädt diese Art von Batterien schneller auf, je größer sie ist. Vom Einsatz in Laptops und Smartphones ist die Technologie aber noch weit entfernt.

Denn der aktuelle Prototyp kann nur eine extrem kleine Menge an Energie speichern, und das auch nur kurz. Lediglich einige Nanosekunden lang wurde die Ladung gespeichert. Details zum Sachverhalt liefert das Paper „Superextensive electrical power from a quantum battery“, das bereits im März veröffentlicht wurde. Weitere Untersuchungen sollen etwa mit Hybriden aus Quanten- und herkömmlichen Akkus durchgeführt werden.

Kompatibilität mit watchOS 27: Apple aktualisiert Drittanbieter-Apps einfach selbst

In Beta-Tests von watchOS 27 wurde über den Sommer mehrfach festgestellt, dass einige (ältere) Watch-Apps unter dem neuen Betriebssystem nicht starten. Das erwähnt 9to5Mac mit dem Hinweis, dass Apple sich dieses Problems bewusst ist und die Lösung kurzerhand selbst anbietet. Ohne den Umweg über die jeweiligen Developer werden die Apps mit einem Update versehen, sodass sie unter watchOS 27 funktionieren.

Allerdings wurden die Developer der Apps informiert, dass die Maßnahmen bis zum 31. August durchgeführt und abgeschlossen werden. Als Transparenzhinweis gibt es bei den betreffenden Apps im App Store einen kleinen Text: „Diese App wurde von Apple aktualisiert, um sie für die watchOS 27-Kompatibilität vorzubereiten. Keine neuen Funktionen sind [in dem Update] enthalten.“ Das behobene Problem scheint wohl im arm64-Bereich der Apps zu liegen.

Stellenabbau: Apple entlässt rund 200 Leute aus Siri- und Vision Pro-Teams

Apple hat in letzter Zeit Angestellte aus verschiedenen Teams entlassen. Neben dem Team, das an immersiven Videos und Spielen für die Vision Pro gearbeitet hat, wurden außerdem Leute aus dem Siri- und dem KI-Team gekündigt. Allein die Vision Products Group wurde um ca. 100 Leute verkleinert. Siri- und weitere Software-Teams sollen ebenfalls durch insgesamt rund 100 Entlassungen verkleinert worden sein.

Das meldet u. a. MacRumors mit Bezug auf Bloomberg. Laut der Zusammenfassung wurden die Entscheidungen wohl vor allem aufgrund von User-Erfahrungen und der Nutzung von Apple-Geräten in den letzten Jahren getroffen. Ein Beispiel: Das Team rund um immersive Videoangebote wurde zusammengestrichen, weil die Vision Pro kaum für diese genutzt wurde. Die millionenstarken Investitionen in die einzelnen Videos haben sich also nicht ausgezahlt.

Hinweis: Nintendo Switch 2 wird kommende Woche teurer

Wie bereits im Mai angekündigt, werden kommende Woche die Preise für die Nintendo Switch 2 und einzelnes Zubehör für die Konsole angehoben. Ab dem 1. September 2026 werden für die Konsole an sich nicht mehr 469,99 Euro (UVP) verlangt, sondern 499,99 Euro.

Es kann sich also lohnen, zum Wochenende noch zuzuschlagen, wenn man eh schon den Kauf der Switch 2 ins Auge gefasst hatte. Bei Amazon wird sie aktuell noch für 439,00 Euro verkauft

Zudem werden einige Konsole-Spiele-Bundles angeboten, die unter dem neuen Preis von 499,99 Euro liegen. Nach der offiziellen Preiserhöhung werden sicher auch die Amazon-Preise aufgestockt.

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