Sir Apfelot Wochenschau KW 24, 2026

Die Arbeitswoche und so auch die WWDC26 gehen zu Ende. In den letzten Tagen gab es neben den neuen „27“-Betriebssystemen noch weitere Apple- und Tech-News. In der Sir Apfelot Wochenschau für die Kalenderwoche 24 des Jahres 2026 findet ihr u. a. diese Meldungen: YouTube-Abonnements werden teurer, Deutsche zahlen mehr für digitale Abos (und Akzeptanz für Werbung wächst), Verbot von Smart Glasses in Potsdams Bädern und Saunen, und mehr!

Bis zu 4 Euro mehr: Alle YouTube-Abonnements werden teurer

Wer YouTube Premium oder YouTube Lite abonniert, um zum Beispiel Werbung auf der Videoplattform zu deaktivieren oder Musikstreaming nutzen zu können, muss bald tiefer in die Tasche greifen. Denn YouTube erhöht die monatlichen Preise für seine Abos. Das gilt für Einzelpersonen, Familien und Studierende gleichermaßen:

  • YouTube Premium Einzelabo: 14,99 € statt zuvor 12,99 €
  • YouTube Premium Familienabo: 27,99 € statt zuvor 23,99 €
  • YouTube Premium Studi-Abo: 8,99 € statt zuvor 7,49 €
  • YouTube Lite Abonnement: 7,99 € statt zuvor 5,99 €

Für neue Abo-Buchungen sollen die Preise bereits greifen. Wer aktuell ein Abo zu den alten Preisen nutzt, wird mindestens 30 Tage vor der entsprechenden Abbuchung über die neuen Preise informiert. Allerdings, so heißt es in Caschys Blog, scheint noch nicht klar definiert worden zu sein, ab wann genau die Preiserhöhung für bestehende Abos in Kraft tritt.

In Deutschland wird immer mehr für digitale Abos gezahlt

Zur Meldung über YouTubes Preiserhöhung passt eine aktuelle Studie, nach der Deutsche immer mehr für digitale Abos ausgeben. Etwa für Film- und Serien-Streaming, für Musikstreaming oder für Content Creators. Die BearingPoint Submix-Studie 2026 mit ca. 7.500 Befragten in Deutschland, Frankreich und Großbritannien bietet für die rund 2.500 befragten Deutschen diese Angaben:

  • Monatliche Ausgaben liegen bei durchschnittlich 62 Euro (im Vorjahr bei 55 Euro)
  • Ganze 19% der Haushalte zahlen mehr als 100 Euro (im Vorjahr waren es 15%)
  • Für Influencer- und Content Creator-Inhalte zahlen 28% regelmäßige Beiträge
  • Für kleinere Preise würden 71% persönliche Daten für KI-Dienste freigeben
  • Werbung in kostenpflichtigen Abos gilt seltener als im Vorjahr als Kündigungsgrund

Diese und weitere Zusammenfassungen der Studienergebnisse für Deutschland habe ich z. B. bei der Tagesschau gefunden. Dort sowie über den Link zu BearingPoint findet ihr zusätzliche Infos zum Thema.

Wegen Telefonbetrug: Keine Steam-Guthabenkarten mehr im Einzelhandel

Wenn Betrüger (sogenannte Scammer) am Telefon eine Zahlung mit Geschenk- und Guthabenkarten verlangen, dann sind da nicht selten auch jene vom Spieleclient Steam dabei. Der Betreiber und Spieleentwickler Valve zieht deshalb seine Karten aus dem Einzelhandel zurück. So soll es den Scam-Anrufern erschwert werden, Opfer finanziell auszunutzen.

Nach dem Ausverkauf der Steam-Geschenkkarten im Einzelhandel, wird es keine Nachbestückung mehr geben. Wir gehen davon aus, dass alle Einzelhändler bis Ende 2026 keine Geschenkkarten mehr auf Lager haben werden“, heißt es dazu im entsprechend angepassten Support-Dokument zum Steam-Guthaben. „Auch wenn wir keine Geschenkkarten im Einzelhandel mehr verkaufen, können Sie Ihre bestehenden Geschenkkarten weiterhin jederzeit auf Steam verwenden, vorbehaltlich der geltenden Gesetze.

Echte Kritik oder Marketing? Document Foundation schießt gegen Euro-Office

Am Tag bevor das europäische Open-Source-Projekt „Euro-Office“ seinen offiziellen Start feierte, erschien am Montag ein offener Brief von Italo Vignoli, einem Mitbegründer von The Document Foundation. Selbige steht hinter der kostenlosen Büro-Software LibreOffice. Mit dem offenen Brief wird die User-Basis adressiert. Diese solle sich nicht von Euro-Office täuschen lassen.

Das Angebot ist weder das erste europäische Open-Source-Projekt seiner Art. Noch setzt es primär auf offene Standards, die wirklich im Fokus von Open-Source stehen sollten. Euro-Office verwendet als Standard das OOXML-Dokumentformat, das proprietär von Microsoft angeboten wird. Es solle lieber das wirklich offene Format ODF nutzen, so der Brief. Euro-Office stehe also nicht für europäische Unabhängigkeit, sondern setzt weiter auf den US-Konzern Microsoft.

Das angesprochene Problem wurde dabei aber schon von den an Euro-Office beteiligten Unternehmen thematisiert. In einer Nextcloud-Pressemitteilung vom 27. März wird die Einbindung von OOXML damit gerechtfertigt, dass durch die Nutzung eines Microsoft-Formats der Umstieg von MS Office bzw. Microsoft 365 vereinfacht werden soll. Die alleinige Verwendung von ODF würde den Umstieg erschweren. Langfristig soll ODF aber der Standard für Euro-Office werden.

Den offenen Brief im Blog der Document Foundation kann man zwar teilweise als echte Kritik und vor allem Ausdruck von Frustration sehen. Jedoch muss man ihn auch ins große Ganze einordnen: LibreOffice hat erst vor kurzem angekündigt, selber die Online-Kollaboration in Dokumenten zu ermöglichen sowie dafür nicht nur eine Web-App, sondern auch mobile Apps für iOS und Android zu veröffentlichen. Mit Kritik an Euro-Office kann damit schonmal eine gewisse User-Basis gesichert werden.

Verbot von Smart Glasses und Kamerabrillen in Potsdams Bädern und Saunen

Smart Glasses, KI-Brillen, Kamerabrillen – oder wie man sie nennen will – sind nicht nur ein Trend-Wearable, sondern auch ein echtes Datenschutz- und Privatsphäre-Problem. Da sie unbemerkt Fotos und Videos anfertigen können, sind sie in Bädern, am Strand, in Saunen und an ähnlichen Orten mehr als nur ein kleines Ärgernis. Das hat die Stadt Potsdam nun anerkannt.

Am Mittwoch wurde auf einen Antrag von Bündnis 90 / Die Grünen und Volt hin beschlossen, dass Smart Glasses in Schwimmbädern und Saunen verboten werden. „Nach Angaben der Stadt soll das Verbot explizit in die Haus- und Badeordnung der Bäderlandschaft Potsdam aufgenommen werden“, heißt es dazu bei der Tagesschau. Zudem soll das Personal geschult werden, um die Kamera- und Mikrofonbrillen besser erkennen zu können.

Meta, der Mutterkonzern von Facebook, Instagram und WhatsApp, bietet schon länger gemeinsam mit Ray-Ban Smart Glasses mit Kameras an. Die Snap Spectacles von Snapchat sind ein weiteres Beispiel. Vor kurzem hat Google seine in Kooperation mit Samsung entwickelten Smart Glasses vorgestellt. Von Apple wird die Präsentation eigener KI-Brillen mit Kameras und Mikrofonen aktuell für 2027 erwartet.

Das wachsende Angebot bedeutet, dass Einschränkungen und Verbote immer wichtiger werden, vor allem an Orten wie Bädern, Saunen und Stränden. Betreiberfirmen können zwar selbst die Hausordnung entsprechend anpassen, Potsdam bietet allerdings den Präzedenzfall für ein stadtweites Verbot von Smart Glasses in Einrichtungen, in denen die Brillen unerwünschte Folgen haben können.

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6 Kommentare zu „Sir Apfelot Wochenschau KW 24, 2026“

  1. Wie ich mitbekomme, erhöhen die Streaminganbieter die Gebühren derzeit sehr gerne oder führen, wie z.B. Amazon vor einiger Zeit, einfach zusätzlich Werbung bei einem Abo ein. Derzeit habe ich YouTube-Premium und Apple-TV im Abo. Da werde ich mir wohl Gedanken machen müssen, ob ich beides weiterführe. Bei YouTube habe ich mehrere Dutzend Kanäle im Abo, selbstverständlich auch Sir Apfelot. 😀
    Bei Apple ist die Lage nach der WWDC etwas undurchsichtig. Es wurde ja auch einiges mit KI angeboten, vorerst nicht in Deutsch und bei iPhone und iPad nicht in der EU. Das kann sich aber (hoffentlich) schnell ändern. Die volle KI-Dröhnung bekommt man nur mit neueren Geräten und z.T. auch via Abo. Das werde ich mal im Auge behalten, da mich KI doch sehr interessiert. Schlussendlich wird die Frage sein, was ich von Apple so alles im Abo behalte und ob ich YouTube im Abo behalte. Finanziell ausufern darf das jedenfalls nicht.

    1. Danke! Schön, dass du Sir Apfelot auf YouTube schaust. 😊 Da freut sich Lynne! Ja, mit den Abos wird es langsam krass, aber ich habe bei meinen Eltern mal ne halbe Stunde YouTube ohne Premium geschaut und es ist einfach nicht auszuhalten. Nach einer 30 Minuten Reisedoku hatte ich das Gefühl, ich habe 30 Minuten Doku und 45 Minuten Werbung geschaut. Schrecklich… aber Youtube ist für mich einfach ein guter Infokanal… da würde ich vorher alles andere kündigen.

      Auf die Apple KI freue ich mich auch. Es sah endlich mal nach ner praktischen Siri aus. Und das Warten stört mich nicht. Wir haben hier jetzt sooo lange auf Siri gewartet… da kommt es auf die letzten Monate auch nicht mehr an.

  2. Nichts zu danken. Die Videos von Lynne und von dir sind ja auch interessant.

    Sobald Siri KI auf Deutsch verfügbar ist, wird man wohl zumindest auf dem Mac schon mal sehen können, was alles geht. Dann kommt Siri KI hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres auch auf iOS und iPadOS.

    YouTube Premium habe ich seit ca. einem 3/4 Jahr. Ich habe gelesen, dass es mit der Werbung schlimmer geworden sein soll. Auf YouTube habe ich ein paar Dutzend Kanäle abonniert, von daher ist es eine Gratwanderung. Einerseits frage ich mich, soll man für ein Abo immer mehr bezahlen oder die Werbung ertragen? Auf Apple TV nutze ich die YouTube-App. Diese ist einigermaßen gut zu bedienen, lässt aber meines Wissens keinen Werbeblocker zu. Die Seuche mit den Abos greift leider insgesamt immer mehr um sich. Nun ja, mal schauen, wie es wird. Ggf. werde ich das Abo doch noch mal verlängern.

    1. Ja, bleibt spannend! Und ja, die Youtube-App lässt sicher keinen Werbeblocker zu. Die wollen ja, dass du schön viel Werbung schaust. 😊

    2. Falls du YouTube Premium hauptsächlich gebucht hast, um Werbung loszuwerden, kannst du an den verschiedenen Geräten ein paar Alternativen ausprobieren:

      Die App Smart Tube BDP mit eingebautem Werbeblocker und anderen Komfortfeatures ist für Mac, iPhone, iPad, Apple TV und Apple Vision Pro verfügbar. Ich nutze sie am iPhone. Da sie noch nicht ganz an die bequeme YT-Nutzung der originalen App herankommt, muss man sich ein bisschen dran gewöhnen und reinfuchsen. Aber es ist kein Hexenwerk.

      Der DuckDuckGo Webbrowser bietet den sogenannten Duck-Player an. Darin können YouTube-Videos werbefrei abgespielt werden. Auch hier meine Empfehlung fürs iPhone.

      Im Firefox Webbrowser lässt sich das uBlock Origin Plugin nutzen, um auf YouTube und anderen Seiten Werbung (auch Werbebanner) auszublenden. Plugins wie SponsorBlock helfen beim Überspringen von Sponsor- und Werbe-Segmenten innerhalb von Videos. Ich nutze Firefox mit Plugins am Mac und Linux-PC, um YouTube werbefrei zu schauen.

      1. Vielen Dank, ich habe auf meinem Apple TV Smart Tube BDP schon mal installiert. Sobald mein YouTube Abo abläuft, werde es mir dann mal näher ansehen.

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