Wer gegen monatliche oder jährliche Zahlungen einen Newsletter veröffentlichen will, macht das mittlerweile bei Substack. Seit dem Start der Plattform in den USA 2017 hat sie sich zu einer der bekanntesten Anlaufstellen für unabhängigen Journalismus und persönliche Publizistik entwickelt. Auch in Deutschland nutzen immer mehr Leute Substack. Neben Kritik an der Plattform gibt es vor allem gute Alternativen.

Bei Substack können im Grunde alle einen eigenen Newsletter eröffnen sowie damit relativ leicht Texte, Podcasts und Videos veröffentlichen. Dabei entscheidet man selbst, ob einzelne Inhalte kostenlos oder nur gegen ein monatliches bzw. jährliches Abo zugänglich gemacht werden.
Substack übernimmt dabei Zahlungsabwicklungen, E-Mail-Benachrichtigungen und eine seit 2023 angebotene Social-Funktion namens „Notes“. Letztere dient der Veröffentlichung kurzer Beiträge, welche als kostenlose Inhalte neue Leserinnen und Leser anlocken sollen.
Substack behält für seine Dienste 10% der Abo-Einnahmen ein. Hinzu kommen Gebühren für die Zahlungsabwicklung. Für viele Kreative scheint das attraktiv zu sein, weil sie (fast) direkt von ihrem Publikum bezahlt werden, statt von Werbeanzeigen oder Algorithmen abhängig zu sein.
Wer sich erfolgreich eine Community aufbauen und diese zu einem Substack-Abo bewegen kann, hat durchaus die Möglichkeit, den Lebensunterhalt damit zu verdienen. Die Schwierigkeit liegt darin, vorab die besagte Community zu erreichen, sei es über Social Media, YouTube, Twitch oder ähnliche Wege.
Bekannte Substack-Angebote aus Deutschland
Selbst in Deutschland nutzen inzwischen einige bekannte Personen die Plattform Substack für ihre teils kostenpflichtigen Newsletter:
- Anne-Kathrin Gerstlauer, Journalistin, betreibt mit „TextHacks“ einen der reichweitenstärksten deutschen Substacks rund ums Schreiben (meist mit KI-Bezug).
- Maurice Höfgen, Ökonom, erklärt in „Geld für die Welt“ wirtschaftspolitische Themen für ein breites Publikum.
- Andrea Petkovic, ehemalige Profitennisspielerin, schreibt einen persönlichen Newsletter rund um Sport und Gesellschaft.
Kritik an der US-Plattform und eine deutsche Alternative
Trotz des Erfolgs der Plattform und bestimmter darauf tätiger Leute darf man die Kritik an Substack nicht ausklammern. Substack ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das nach US-Recht agiert und somit ohne europäische Standards mit den Daten der einzelnen Accounts umgeht.
Zudem steht die Plattform immer wieder in der Kritik, weil sie rechtsextremen und verschwörungsideologischen Newslettern keine Grenzen setzt und deren Monetarisierung erlaubt. Wie The Guardian berichtet, sieht man bei Substack im Löschen oder Demonetarisieren dieser Inhalte keine Lösung für das Problem – und erlaubt sie einfach weiter.
Wer Wert auf europäische Digitalstandards, eine bessere Moderation und die Unabhängigkeit von US-Konzernen legt, muss dabei nicht verzagen. Denn zum Beispiel mit Steady gibt es eine aus Deutschland stammende Alternative. Auch bei Steady können individuelle Abonnements mit verschiedenen Inhalten angeboten werden.
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Johannes ist selbstständiger Redakteur und Texter. Seit über 10 Jahren schreibt er regelmäßig für Sir Apfelot.








