Telekom Haustürgeschäft: Wieder haben mich „Ranger“ angelogen

Letztens standen mal wieder Mitarbeiter der Firma Ranger vor meiner Tür, in Telekom-Jacke und mit einer neuen Masche im Gepäck. Anstatt mir vorzulügen, dass das Kupfernetz abgeschaltet wird (Beitrag vom Juli 2025), haben sie nun behauptet, dass DSL 1 auf DSL 2 umgestellt wird. Was auch immer das heißen soll. Mit DSL 2 hätte die Telekom ein Alleinnutzungsrecht des Netzes und daher müsse ich einen Telekom-Tarif buchen, meinten sie.

Letztes Jahr haben mir Ranger vorgelogen, das Kupfernetz wird abgeschaltet. Diesmal haben sie sich die Umstellung von DSL 1 auf DSL 2 ausgedacht. Wie man lügende Ranger dem Arbeitgeber und der Telekom melden kann, erkläre ich hier. (Symbolbild)
Letztes Jahr haben mir Ranger vorgelogen, das Kupfernetz wird abgeschaltet. Diesmal haben sie sich die Umstellung von DSL 1 auf DSL 2 ausgedacht. Wie man lügende Ranger dem Arbeitgeber und der Telekom melden kann, erkläre ich hier. (Symbolbild)

Dreiste Lüge: Internetanschluss wird von DSL 1 auf DSL 2 umgestellt

Ich habe mir das Ganze dieses Mal umfangreich angehört und mir auch einige Daten der Ranger-Leute geben lassen, die für die Telekom Haustürgeschäfte abwickeln. So konnte ich sie im Anschluss besser bei der Telekom-Pressestelle und auch bei [email protected] melden.

Die Eröffnung des Besuchs war ähnlich wie jene im Sommer: Erstmal wurde gefragt, ob sie die Schuhe anlassen dürften (obwohl sie laut Telekom gar nicht in die Wohnung müssen) und dann wurde schwammig über einen Grund für den Besuch lamentiert. Man müsse sich den Anschluss ansehen und solche Sachen.

Laut der Telekom müssen übrigens nur Techniker an den Anschluss, egal ob Telefonbuchse oder Kabelanschluss. Die Ranger können alle ihre Anliegen an bzw. vor der Haustür kundtun und regeln. Sie müssen nicht in die Wohnung / ins Haus. Sie dürfen nur herein, wenn sie hereingebeten werden. Deshalb die Eröffnungsfrage, ob sie die Schuhe anlassen dürfen. Eine Masche, um hereingebeten zu werden.

Erst nachdem ich mehrfach nachgefragt habe, was sie denn genau wollen und warum sie sich meinen Anschluss anschauen müssen, haben sie ihr Sprüchlein ausgepackt: DSL 1 wird auf DSL 2 umgestellt, behaupteten sie. Die Telekom würde damit alle Wohnungsanschlüsse direkt ans Hauptnetz anbinden, sodass sie sich nicht mehr die Bandbreite mit dem Haus oder der Straße teilen müssten.

Da dies eine neue Anschlusstechnik sei, habe die Telekom ein Exklusivnutzungsrecht für zwei oder drei Jahre. So genau hatten sie sich das wohl nicht ausgedacht und waren nicht auf viele Rückfragen vorbereitet. Jedenfalls könne ich meinen bisherigen Anbieter nicht weiter nutzen und bräuchte jetzt einen Telekom-Tarif. So wollten sie sich einen Vertragsabschluss bei mir erschleichen.

Informationen von Ranger bezüglich VDSL2 und gemeldeter Mitarbeiter

Bei der Telekom-Pressestelle habe ich angefragt, was DSL 2 sein soll und ob wirklich eine Anbieter-Exklusivität seitens der Telekom besteht. Mit dem Begriff „DSL 2“ konnte man dort aber nichts anfangen. Erst eine spätere E-Mail von Ranger hat dann ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht:

Der Begriff „DSL 2“ wurde in Ihrer Anfrage genannt, ist jedoch kein standardisiertes Fachwort in der Telekommunikation. Nach Prüfung der Stellungnahme unseres Mitarbeiters können wir bestätigen, dass es sich vermutlich um ein Missverständnis in der technischen Erklärung handelt. Gemeint war, eine VDSL2-Leitung, also eine moderne VDSL‑Variante mit Störungsunterdrückung (Vectoring).

Bezüglich der gemeldeten Ranger gab es diese Informationen:

Wir nehmen Ihre Rückmeldung sehr ernst. Umgehend wurden Nachschulungen für die beteiligten Mitarbeitenden eingeleitet, um sicherzustellen, dass technische Begriffe und Vertragsdetails künftig noch klarer und nachvollziehbarer erklärt werden. Darüber hinaus wurde den Mitarbeitenden nachdrücklich vermittelt, wie wichtig eine transparente und korrekte Beratung ist.

Informationen der Telekom-Pressestelle zu Haustürberatungen

Laut der Telekom sind die Ranger-Mitarbeiter nur für die Beratung rund um Glasfaser und VDSL im Einsatz. Sie sollen beraten und als Mittler für den Direktvertrieb von Tarifen der Telekom agieren. Zudem sollen sie für Glasfaseranschlüsse werben.

Zur Identifizierung und Überprüfung von (angeblichen) Telekom- bzw. Ranger-Leuten heißt es:

Die Direktvermarkter tragen ein Original-Schreiben der Telekom bei sich, damit legitimieren sie sich. Zusätzlich tragen sie einen Ausweis in Sichthöhe. Auf dem Ausweis befindet sich ein QR-Code. Über diesen Code können Kund/innen auf der Telekom-Seite überprüfen, ob es tatsächlich ein von uns beauftragter Vermarkter ist. 

Darüber hinaus hat der Berater immer eine Rückrufnummer dabei, über die der Kunde per Telefon den Mitarbeiter identifizieren lassen kann. 

Ganz wichtig: Die Beratungsgespräche finden grundsätzlich an der Haustür statt. Die Mitarbeiter dürfen die Wohnung nur betreten, wenn sie dazu eingeladen werden. Wer keine Beratung möchte, lehnt es ab und schließt die Tür. Die Direktvermarkter verfügen über keine Kundendaten und umgekehrt müssen Kunden auch keine persönlichen Daten wir ihre IBAN oder ähnliches bei dem Gespräch angeben. […]

Aussagen wie „man müsse sich den Router ansehen“ oder „das Internet würde abgeschaltet“ sind schlichtweg falsch und entsprechen nicht unseren Vorgaben. Wenn ein Techniker der Telekom ins Haus oder in die Wohnung muss, wird im Vorfeld dazu ein Termin mit dem Kunden vereinbart.

Die Ranger, die bei mir waren, haben ihre Ausweise nicht sichtbar getragen. Sie hatten sie in ihren Taschen. Die Daten des einen habe ich nur bekommen, weil er seinen Ausweis aus seiner Tasche genommen hat. Dort gehörte er aber, laut den offiziellen Telekom-Informationen, nicht hin. Auch sowas kann man melden.

Ich möchte zudem nochmal einen Satz aus dem obigen Zitat klar hervorheben, als Hinweis für alle, die mal Besuch von den Rangern bekommen:

Aussagen wie „man müsse sich den Router ansehen“ oder „das Internet würde abgeschaltet“ sind schlichtweg falsch und entsprechen nicht unseren Vorgaben.

Wo kann ich die Haustür-Ranger melden?

Wer die Leute, die für die Telekom auf unlauteren Wegen Haustürgeschäfte abwickeln, melden will, kann und sollte dies mit einer E-Mail an [email protected] tun. In der E-Mail sollten nach Möglichkeit die Namen der Mitarbeiter, die Adresse des Haustürbesuchs, das Datum und die Uhrzeit vermerkt sein. Zudem natürlich Angaben zum Verhalten und den aufgetischten Lügen.

Wie kann ich den Telekom-Vertragsabschluss widerrufen?

Das geht u. a. online über https://www.telekom.de/hilfe/vertrag-rechnung/vertrag/bestellung/widerruf. Wurde bereits ein Online Account für die Telekom-Nutzung eingerichtet, sollte der Widerruf auch darüber möglich sein. Außerdem über die Telekom-Hotline, die aber leider viel mit Bandansagen und KI zu tun hat. Bezüglich Telefonservice mangelt es arg bei der Telekom.

Ging der Abschluss des Telekom-Vertrags mit der Kündigung eines bestehenden Vertrags bei einem anderen Anbieter einher, sollte auch dieser kontaktiert werden. Man sollte bei ihm anfragen, ob die von der Telekom ausgelöste Kündigung noch läuft. Falls ja, muss sie storniert werden, wenn man den alten Vertrag weiterhin nutzen will. Das übernimmt die Telekom nicht.

Was sind eure Erfahrungen mit dem Telekom-Haustürgeschäft?

Wurde euch auch schonmal vorgelogen, dass das Kupfernetz und damit DSL bzw. VDSL abgeschaltet wird? Oder haben euch die Telekom-Ranger erzählt, dass DSL1 auf DSL2 umgestellt wird? Welche Lügen und Tricks haben sie angewendet, um euch einen Telekom-Tarif aufzuschwatzen? Oder habt ihr ganz andere, positive Erfahrungen mit der Haustürberatung? Lasst gern einen Kommentar zum Thema da!

Hat dir der Artikel gefallen und helfen dir die Anleitungen im Blog? Dann würde ich mich freuen, wenn du das Blog über eine Steady-Mitgliedschaft unterstützen würdest.

2 Kommentare zu „Telekom Haustürgeschäft: Wieder haben mich „Ranger“ angelogen“

  1. Uns wurde im Oktober 25 vorgelogen, dass im kommenden Jahr Glasfaser in unserer Straße durch die Telekom verlegt würde und man die „ins-Haus“-Anschlussgebühren von ca. 800 € vermeiden könne, wenn man einen 2-Jahres-Vertrag über Festnetz und DSL abschließen würde. Im Februar 26 habe ich dann beim Service der Telekom Fragen gestellt wegen des Termins für den Glasfaseranschluß. Ist gar nicht geplant.
    Habe das Glück, dass unser bestehender Vertrag bis Juli 26 läuft und ich somit keine Frist verpasst hatte, den Auftrag bei der Telekom zu widerrufen. Habe das mittels Einschreiben an die Geschäftsleitung inklusive Beschwerde über diese Machenschaften getan. Antwort steht noch aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Im Sir Apfelot Blog findest du Ratgeber, Anleitungen und Testberichte zu Apple Produkten wie iPhone, iPad, Apple Watch, AirPods, iMac, Mac Pro, Mac Mini und Mac Studio.

Specials
Shopping
  •  
  •