Bevor wir uns kommende Woche mit einer Sonnenfinsternis beschäftigen, schauen wir nochmal auf die letzten Tage zurück, in denen sich die Mondbeobachtung eher weniger gelohnt hat. In der Sir Apfelot Wochenschau für die Kalenderwoche 32 des Jahres 2026 gibt’s aber auch Apple- und Tech-News. Etwa jene Meldungen: Ungarische Finanzverwaltung gehackt, Influencerin wegen Bußgeld insolvent, KI-Agenten hacken sich weiter durchs Netz, Meta verlässt wegen KI-Serverfarmen Klimaschutzinitiative, John Ternus setzt sein Management-Team zusammen, und mehr!

Finanzverwaltung in Ungarn gehackt: 9 Jahre alte Schwachstelle ausgenutzt
Zwei Wochen nachdem die Löschung der rumänischen Grundbuchdatenbank in den Medien die Runde machte wurde nun Ungarn Ziel des mutmaßlich gleichen Hackers. Der im Netz als „ByteToBreach“ agierende Cyberkriminelle soll dafür verantwortlich sein, dass die ungarische Finanzverwaltung „ins IT-Chaos gestürzt“ wurde, wie Golem titelt.
Es sollen keine Daten gelöscht, aber einige Computer verschlüsselt worden sein. Zudem wurden Daten kopiert, die dann in einem Hackerforum zum Verkauf angeboten wurden. Für den Angriff wurde eine Sicherheitslücke in Oracle Weblogic ausgenutzt, für die es bereits seit 2017 einen Patch gibt. Dieser wurde in den letzten neun Jahren aber scheinbar nie installiert.
Wegen Schleichwerbung: Bußgeld führt bei Influencerin zur Insolvenz
Wie die Medienanstalt für Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung verlautbart hat, wurde gegen eine Stuttgarter Influencerin ein Bußgeld von 36.000 Euro verhängt. Begründet wurde dies mit Schleichwerbung. Die Instagram-Influencerin Hanadi Diab hatte auf ihrem Profil verschiedene Produktempfehlungen gepostet, die von den Herstellern vergütet wurden. Da dies nur unzureichend oder gar nicht als Werbung gekennzeichnet wurde, muss sie nun zahlen.
Zum eigentlichen Bußgeld kommen noch Verfahrensgebühren und Auslagen hinzu, wodurch sich eine Gesamtstrafe von 37.803,50 Euro ergibt. Wie heise online aufzeigt, hat Hanadi Diab mittlerweile Insolvenz angemeldet. Für alle, die auf Social Media gegen Bezahlung bestimmte Marken oder Produkte bewerben, ist das der deutliche Hinweis, dass die Kennzeichnungspflicht von Werbung keine lasche Richtlinie ist. Werbung muss klar erkennbar gekennzeichnet werden.
Absturz von Raketenstufe auf dem Mond: Es war keine Staubwolke sichtbar
Ich gebe zu, ich habe am Morgen des 5. August einen Live-Stream auf YouTube verfolgt, bei dem eine Kamera auf den Mond gerichtet war. Denn es wäre unter bestimmten Faktoren möglich gewesen, dass sich an der Einsturzstelle der Raketenstufe einer SpaceX Falcon 9 eine von der Erde aus sichtbare Staubwolke bildet. Was man allerdings gesehen hat, das war: Nichts.
Ob die Raketenstufe nun wie berechnet abgestürzt ist oder nicht, steht noch nicht zu 100 Prozent fest. Laut heise online wird der koreanische Mond-Orbiter „Danuri“ der erste sein, der Aufnahmen von der mutmaßlichen Einschlagstelle machen kann. Die koreanische Raumfahrtagentur will mögliche Bilder aber erst nach umfangreicher Prüfung publik machen. Allerdings soll auch ein NASA-Orbiter bald an der Stelle vorbeikommen. Hier kann man zeitnaher mit öffentlichen Bildern rechnen.
Sie hacken wieder: LLMs schreiben Schadcode und verschicken Phishing-Mails
Nach dem kürzlich öffentlich gemachten Hacking von Hugging Face durch OpenAI gab es nun auch Schlagzeilen dazu, dass sich LLMs (KI-Modelle) von Anthropic durchs Internet gehackt haben. Anschließend wurde hier und da nochmals getitelt, dass Modelle von sowohl OpenAI als auch Anthropic im Rahmen von Tests verschiedene Hacking-Maßnahmen unternommen haben.
Einen Bericht zum agentischen Hacking durch Large Language Models (LLMs) lieferte u. a. das britische AI Security Institute (AISI). Bei eigenen Tests des Instituts wurden ungewöhnliche Datentransfers festgestellt, was daran lag, dass die getesteten Modelle zur Lösung eines Cybersicherheitsproblems selber zum Problem wurden. Sie schrieben Schadcode, wollten diesen in Open-Source-Software unterbringen und verschickten Phishing- bzw. Social Engineering-Mails an Unternehmen und Einzelpersonen.
Von den 122 durchgeführten Tests sorgten 10 dafür, dass solche Aktionen durchgeführt wurden. Insgesamt wurden aber 19 Vorfälle gezählt, bei denen für die Problemlösung die Schädigung von Personen und Unternehmen in Betracht gezogen wurden. Der Großteil davon (17 Fälle) gingen von Anthropics Modell „Mythos 5“ aus. Die restlichen 2 Fälle von OpenAIs „GPT-5.6-Sol“.
Es sei das erste Mal, schreibt AISI, dass sich diese Art von Risiken durch autonome KI-Agenten so klar manifestiert haben. Ohne dass sie entsprechend angewiesen wurden, und mit Auswirkungen auf die Welt außerhalb der Testumgebung.
KI wichtiger als Klima: Meta verlässt Initiative, um Gasturbinen nutzen zu können
Meta, der Konzern hinter Facebook, Instagram, WhatsApp, Spannerbrillen und verschiedenen KI-Entwicklungen, ist aus der RE100-Initiative ausgetreten. Diese sieht für die teilnehmenden Unternehmen einen schrittweisen Umstieg auf erneuerbare Energien vor. Da Meta aber zunehmend auf Gasturbinen setzt, um seine KI-Rechenzentren zu betreiben, hat der Konzern die Gruppe verlassen.
Denn wer braucht schon ein stabiles Klima und gesunde Luft, wenn man stattdessen ein LLM mit der Erstellung von nutzlosen Memes, stillosen Texten und verbuggten Apps beauftragen kann? Mal davon abgesehen, dass die Abgase der Anlagen verschiedene Arten von Krankheiten auslösen können, wie TechCrunch im oben verlinkten Bericht aufzeigt: Asthma, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz.
Zudem wird aufgezeigt, dass auch Google und Microsoft zunehmend auf fossile Energieträger setzen, um ihren KI-Strombedarf zu decken. So profitieren wir von Google-Zusammenfassungen bei der Websuche und von Copilot in Windows 11 und Microsoft-Apps.
Google zieht KI-Tool zur Erstellung von Maps-Inhalten zurück
Wer hätte ahnen können, dass ein KI-Werkzeug für die Erstellung von Google Maps-Fantasiebildern dazu genutzt wird, Katastropheninhalte zu erschaffen und Falschinformationen zu verbreiten? Nun, wahrscheinlich alle, die in den letzten Jahren nicht hinterm Mond gelebt haben. Dennoch hat Google ein solches Werkzeug gelauncht und dann nach der Veröffentlichung bestimmter Inhalte zurückgezogen, wie die BBC berichtet.
Nichtmal 48 Stunden waren vergangen, nachdem Google sein Bilderstellungswerkzeug „Nano Banana 2“ in Google Earth integriert hatte. Dann wurde das Ganze wieder zurückgenommen. Laut einer Stellungnahme auf X will Google an neuen Schutzmechanismen arbeiten, sodass die auf Satellitenbilder angewendete Bild-KI keine Ergebnisse mehr ausspuckt, die gegen Googles Richtlinien verstoßen. Besser wäre, die Funktion für immer ad acta zu legen.
Den Top-Kommentar von Alex Hirsch, dem Künstler hinter der „Gravity Falls“-Serie, kann ich dabei nur vollends unterstützen: „You guys are living in a complete bubble. Step outside Silicon Valley for two seconds and you’ll realize no actual human wants AI sludge crammed into every corner of every product. Touch grass. Talk to actual people.“
Chats bei Google auffindbar: Anthropic wiederholt sensiblen OpenAI-Fehler
Wie über Reddit von einem User aufgezeigt wurde, hat Anthropic bei seinem Chatbot Claude den gleichen Fehler gemacht wie vor einem Jahr schon OpenAI mit ChatGPT. Chats mit dem LLM wurden aufgrund der Implementierung einer Teilen-Funktion durch eine einfache Google- oder andere Suchmaschinen-Suche auffindbar. Dazu musste nur der Operator „site:claude.ai/share“ als Suchbegriff genutzt werden.
In den teils sehr persönlichen sowie mit sensiblen Daten gefüllten Chats konnten die unterschiedlichsten Infos gefunden werden. Darunter waren etwa Schlüssel für Crypto-Wallets, aber auch Sozialversicherungsnummern, die vor allem in den USA ein wichtiges Werkzeug für die Identifikation von Personen sind. Zudem wurde der Chat eines Anwalts gefunden, der Claude gefragt hat, ob er sich selbst anzeigen sollte.
Laura Legros ist zurück: John Ternus stellt Weichen für die Apple-Führung
Noch bevor John Ternus am 1. September 2026 den CEO-Posten bei Apple übernimmt, setzt er bereits ein paar personelle Entscheidungen um. Laut dem Wirtschaftsmagazin Bloomberg hat Ternus zuletzt Laura Legros aus dem Ruhestand geholt, damit sie das Management von Apple unterstützt. Legros war bis 2022, als sie Apple verließ, Vice President of Hardware Engineering.
Laura Legros soll laut dem Bloomberg-Bericht keine bisher bestehende Rolle im Konzern übernehmen, also keinen „Vice President of XY“-Titel erhalten, sondern abteilungsübergreifend tätig werden. Ihre Berichte gehen dabei direkt an John Ternus. Bevor sie Apple verließ war Laura Legros für die Öffentlichkeit u. a. bei einigen Produktvorstellungen zu sehen. Etwa 2018 für das MacBook Air und 2020 für das iPad Air.
Nicht nur Nintendo Switch: Microsoft macht Xbox teurer
Wir hatten ja bereits berichtet, dass die Nintendo Switch 2 ab kommendem Monat teurer verkauft wird. Anstelle des bisherigen Preises von 469,99 Euro werden ab dem 1. September 499,99 Euro abgerufen. Microsoft hatte im Juni ebenfalls höhere Preise für die eigene Videospielkonsole, die Xbox, angekündigt. Diese sollten ab dem 1. August 2026 in Kraft treten und wurden vorerst nur für den US-Markt kommuniziert.
Nun ist es August und auch auf dem Euromarkt konnte ein Preisanstieg beobachtet werden. Die alten und neuen Preise lauten folgendermaßen:
| Alter Preis | Neuer Preis | |
| Xbox Series S mit 512 GB | 349,99 € | 499,99 € |
| Xbox Series S mit 1 TB | 399,99 € | 599,99 € |
| Xbox Series X mit 1 TB, ohne Disc-Laufwerk | 549,99 € | 749,99 € |
| Xbox Series X mit 1 TB und Disc-Laufwerk | 599,99 € | 799,99 € |
Die Sir Apfelot Beiträge der Woche
- iPhone-Sperrbildschirm unter iOS 27 noch umfangreicher anpassen
- Liste: Diese Apple-Geräte sind mit Siri AI kompatibel
- September-Keynote: Diese Apple-Geräte erwarten wir nächsten Monat
- iCloud Privat-Relay: Drei Aktionen verraten IP- und DNS-Daten
- Wero: Europäische PayPal-Alternative hält bei Amazon Einzug
- Ab iOS 28: Windows bekommt Zugriff auf iPhone-Zwischenablage
- 10+ Neuerungen im Gespräch: Apple iPhone 20 als Jubiläumsgerät
- SuperDuper! 4 – Mac-Backups jetzt moderner und schneller erstellen
- Anleitung: Numbers-Tabellen mit wechselnder Zeilenfarbe übersichtlicher machen
- iOS 27: Wecker- und Klingelton-Lautstärke endlich unabhängig voneinander
- Wie die Watch: Apple-Brille wird (mit der Zeit) ein Health-Wearable
- Sir Apfelot Wochenschau KW 31, 2026
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Johannes ist selbstständiger Redakteur und Texter. Seit über 10 Jahren schreibt er regelmäßig für Sir Apfelot.








