Was das iPad Pro noch vom MacBook Pro unterscheidet (und wie Apple das ändern kann)

Letzten Monat hat Apple sein iPad Pro mit M4-Chip, Tandem-OLED-Display, bis zu 16 GB Arbeitsspeicher und wahlweise 11 oder 13 Zoll Displaydiagonale vorgestellt. Es ist in einigen Anwendungsbereichen noch besser als seine Vorgänger dazu geeignet, einen Ersatz für das MacBook Pro darzustellen; vor allem in Kombination mit dem ebenfalls neuen Magic Keyboard. Doch was fehlt dem Tablet noch, um eine wirkliche Laptop-Alternative darzustellen? Und wird Apple diese Änderungen vornehmen oder absichtlich eine Abgrenzung beider Produktkategorien aufrecht erhalten?

Für verschiedene Anwendungsbereiche lässt sich das MacBook Pro bereits mit einem iPad Pro ersetzen. Es gibt aber noch einige Punkte, wegen denen man einen Laptop dem Tablet vorziehen kann. Details dazu gibt's in diesem Beitrag.
Für verschiedene Anwendungsbereiche lässt sich das MacBook Pro bereits mit einem iPad Pro ersetzen. Es gibt aber noch einige Punkte, wegen denen man einen Laptop dem Tablet vorziehen kann. Details dazu gibt’s in diesem Beitrag.

Die Vorteile des iPad Pro als Laptop-Ersatz

Einen Erfahrungsbericht zum Thema lieferte Mark Gurman gestern in seinem Power On Newsletter. Der auf Apple spezialisierte Journalist hatte das neue M4 iPad Pro nun zwei Wochen statt seines MacBook Pro in Benutzung und fasst in seiner wöchentlichen Rundmail einige der Vorteile sowie auch ein paar Verbesserungsvorschläge zusammen. Im Folgenden habe ich euch das mal übersetzt zusammengefasst.

Zu den Vorteilen des neuen iPad Pro gehört dabei ganz klar die Display-Technologie. Das „Ultra Retina XDR“-Display mit der Tandem-OLED-Bauweise liefert im Vergleich zum aktuellen MacBook Pro bessere Farben und sowohl bei Alltagsaufgaben als auch bei Medien und in Spielen ein besseres Grafik-Erlebnis. Die Farben auf dem MacBook Pro sollen im Vergleich dumpf, ausgewaschen und weniger hell erscheinen. Außerdem: das Tablet bietet eine Touch-Bedienung.

In Kombination mit dem neuen „Magic Keyboard für iPad Pro“ ergibt sich zudem ein ähnlicher Nutzungsumfang wie am MacBook, also mit einer vollständigen Tastatur und einem Trackpad. Beide Geräte zusammen sind leichter als der Laptop und daher angenehmer im mobilen Einsatz. Der mit iPadOS 16 eingeführte und mit iPadOS 17 verbesserte „Stage Manager“ als Multitasking-Option hilft im Rahmen seiner Möglichkeiten bei der parallelen Nutzung mehrerer Apps und Arbeitsbereiche.

Kritikpunkt Stage Manager: Was Apple nachbessern sollte

Wo der Stage Manager am iPad die Möglichkeiten für das Multitasking erweitert (vor allem im Vergleich zur „Split View“-Ansicht mit lediglich zwei bis drei gleichzeitig nutzbaren Apps), da hält er das Tablet aber im Vergleich zum MacBook noch zurück.

Denn anders als am Computer ist am Tablet noch kein richtiges Arbeiten mit einer individuellen Anzahl an offenen Fenstern und Projekten möglich. Man muss sich dazu verschiedene Bereiche mit jeweils maximal vier Apps einrichten. Bei zig offenen Apps die Übersicht zu behalten, ist also schwer.

Mark Gurman listet in seinem Erfahrungsbericht zum iPad Pro mit M4-Chip entsprechend drei Verbesserungspunkte auf. Denn die Hardware hält das iPad schon längst nicht mehr zurück, ein macOS-ähnliches System laufen zu lassen (wie gesagt: M-Chips und bis zu 16 GB RAM). Dies sind die Ausführungen zum Thema:

  • Es sollte möglich sein, mehr als vier Apps pro Bereich zu nutzen. Wenn das nicht geändert wird, dann ist davon auszugehen, dass Apple das iPad absichtlich in seinen Fähigkeiten begrenzt, um Leuten nicht nur ein Produkt, sondern neben dem Tablet auch einen Computer verkaufen zu können.
  • Aktuell läuft der Stage Manager als Zusatzebene über iPadOS, was bedeutet, dass es darüber keinen Zugriff auf den Home-Bildschirm und dessen Widgets gibt. Das Nutzungserlebnis wäre viel besser, wenn es hier eine Anpassung hin zu einer macOS-ähnlicheren Verwendung gäbe.
  • Manchmal ist es schwierig, ein offenes Fenster hinter den anderen offenen Fenstern aufzuspüren. Wenn man dafür mit dem Finger nach oben streicht, öffnet sich der altbekannte App-Switcher, den man auch am iPhone findet. Es wäre aber besser, wenn Apple für den Stage Manager am iPad das Exposé als App-Übersicht übernehmen würde – eine Funktion, die am Mac bereits 2003 mit Mac OS X 10.3 Panther eingeführt wurde.

Auch abseits der Stage-Manager-Kritikpunkte gibt es noch weitere kleine und größere Elemente in iPadOS, die etwas näher an ihr macOS-Pendant rücken könnten. Zudem wäre ein größerer Katalog an universell an iPad und Mac nutzbaren Apps ein Argument dafür, statt des Computers ein Tablet zu nutzen.

Der größte Kritikpunkt ist das kleine Display

Neben der Software-Lösungen ist aber in der alltäglichen Nutzung eine bestimmte Hardware-Komponente besonders wichtig: das Display. Denn bisher gibt es kein iPad Pro mit einem 15-Zoll-Display, was vor allem jene User abschreckt, die einfach viel Bildschirmplatz brauchen.

Neben der Verwendung mehrerer Apps gleichzeitig kann das auch im Fall der Foto- und Video-Bearbeitung, beim Anschauen von Filmen und Serien sowie beim Spielen von Videospielen der Fall sein. Bei der Displayfrage wird dann wohl eher das MacBook Pro mit 14 oder 16 Zoll Displaydiagonale bevorzugt. Gerade für den mobilen Einsatz – stationär ließe sich das iPad zur Not an einen Monitor anschließen.

MacBook und iMac mit OLED- und Touch-Displays

Es soll bei Apple Pläne geben, auch Macs mit der aktuell im iPad Pro genutzten Display-Technologie auszustatten. In den kommenden Jahren könnten wir also MacBooks sowie sogar iMac-Modelle mit noch besserer Grafikdarstellung und auch Touch-Bedienung sehen.

Es ist gut möglich, dass dies dann wieder mit ganz eigenen Alleinstellungsmerkmalen einher geht, um Computer und Tablets weiterhin voneinander zu trennen. Die Abschaffung des MacBook zugunsten eines bloßen iPad-Angebots wird es in nächster Zeit also nicht geben.

Das ist meiner Meinung nach auch den verschiedenen Zielgruppen geschuldet. Einerseits gibt es die Computer-User, die Programme, Ordnerstrukturen und Webseiten sowie einen frei gestaltbaren Desktop bevorzugen. Andererseits gibt es (vor allem in den Generationen Z und Alpha) die Leute, die eher in Apps denken und die Einfachheit einer Tablet-Oberfläche nutzen wollen. Das sorgt bei den iPad-Kids zwar zu weniger Fähigkeiten in der digitalen Problemlösung, aber das ist ein Thema für einen ganz anderen Beitrag…

Würdet ihr euer MacBook für ein iPad aufgeben?

Was spricht eurer Meinung nach für oder gegen die Nutzung eines iPad Pro anstelle eines MacBook Pro – oder auch eines iPad / iPad Air anstelle eines MacBook Air? Gibt es Argumente, die in diesem Beitrag noch fehlen? Lasst es mich gern vermittels eines Kommentars wissen!

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4 Kommentare zu „Was das iPad Pro noch vom MacBook Pro unterscheidet (und wie Apple das ändern kann)“

  1. Also wo ich immer noch nicht so ganz durchblicke ist die Verwendung externer HW am iPad Pro. Als in Bezug auf physische Anschlussmöglichkeiten.
    Mir ist nicht klar ob ich da an einem MacBook nicht doch mehr und bessere Möglichkeiten habe.

    1. Hallo Volker! Ich glaube, da hat sich in den letzten iOS Updates einiges getan. Ich habe es letztens mal an meinem iPhone 15 ausprobiert (das hat ja auch USB-C) und der erkennt mittlerweile externe Festplatten, Hubs, USB-Sticks, SD-Kartenleser und ähnliches. Es kann sein, dass es Scanner und Drucker gibt, die am Mac laufen und am iPad nicht, aber wenn man AirPrint-Drucker nimmt, unterstützen die in jedem Fall auch iPhones und iPads. Was genau brauchst du für eine Hardware am iPad?

  2. Ich wünsche mir einen Hub an dem ich alle externen Geräte wie beim Laptop anschließen kann. Also Scanner, Festplatten, Sticks, externe Monitore.
    Und auf der Softwareseite würde ich mir wünschen, dass z. B. die SW von Rogue Amoebia auch auf dem iPad läuft. Nicht jede Mac SW läuft auf dem iPad.

    1. Hallo Volker! Ein normaler USB-C-Hub müsste doch eigentlich den Job erledigen. Aber man muss natürlich die Treiber für Drucker und Scanner haben. Und hier ist das Problem, das du auch kritisierst: iPadOS ist leider kein macOS. Man kann nicht installieren, was man möchte. Darum kommt das iPad für mich auch nicht als MacBook Pro Alternative in Frage.

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