Was ist Abandonware?

Vielleicht ist euch schon einmal der Begriff „Abandonware“ untergekommen, z. B. wenn ihr nach einer (alten) Software oder einem Spiel gesucht habt. Doch was heißt das eigentlich? Was bedeutet Abandonware für die (ehemaligen) Rechteinhaber, für Nutzer/innen und jene, die solche Software zum Download anbieten? Diese und weitere Fragen beantworte ich euch in diesem Ratgeber. Habt ihr noch Ergänzungen oder Fragen? Dann lasst gern einen Kommentar da.

Was ist Abandonware? Ist es legal, alte Programme und Games aus dem Internet zu laden? Und wo ist die Abgrenzung zu gewollt kostenlos angebotenen Apps? Hier bekommt ihr Antworten zum Thema!

Was ist Abandonware? Ist es legal, alte Programme und Games aus dem Internet zu laden? Und wo ist die Abgrenzung zu gewollt kostenlos angebotenen Apps? Hier bekommt ihr Antworten zum Thema!

Was bedeutet das Wort Abandonware?

In dem Wort „Abandonware“ stecken die Wörter abandon und Software. Während letzteres selbsterklärend ist, so bedeutet das erste so viel wie „verlassen“ oder „aufgeben“. In Kombination kann man das Verb abandon auch mit „zurücklassen“ übersetzen. Die Herstellenden oder Programmierer/innen lassen das entsprechende Produkt (App, Spiel, Betriebssystem, etc.) also zurück, bieten keinen Support mehr an und verkaufen auch keine Datenträger oder Downloads mehr. Wenn auch die Lizenzrechte bzw. das Copyright aufgegeben wird, dann ist es möglich, dass Programme und Games, die zu Abandonware werden, von Dritten weiter verbreitet werden können.

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Kommerzielle und Open-Source-Abandonware

Von Abandonware spricht man also oft, wenn es um kommerzielle Programme, Systeme und Spiele geht, deren Rechte und Quelltexte von der Urheber-Firma abgestoßen werden. Das kann an einer Umstrukturierung liegen, aber auch an abnehmenden Verkaufszahlen, einer neuen App-Generation oder aber an der Schließung des Unternehmens. Im Jahr 1996 machte z. B. das Spiele-Unternehmen Atari dicht, woraufhin Quelltexte und Original- sowie Backup-Versionen von altbekannten Spielen fast auf der Halde landeten. Neben kommerzieller Software können aber auch quelloffene Programme zu Abandonware werden, wenn sie keine Maintainer mehr haben.

Sind Verbreitung und Download von Abandonware legal?

Im Hinblick auf Systeme, Programme und Games, die man als Abandonware bezeichnen kann, gibt es viele Seiten im Internet, die zahlreiche Downloads anbieten. Das heißt aber nicht, dass das auch legal ist. Denn im Grunde gibt es immer noch Leute oder Unternehmen, die Rechte an dem Code haben oder die kreativ an der Grafikoberfläche mitgewirkt haben. Upload und Download könnte man, wenn es nicht von offizieller Stelle aus passiert, also als illegal betrachten. Wie aber schon oben definiert, kümmert sich bei „echter“ Abandonware niemand um die Rechte, weshalb gilt: Wo keine Klage, da kein Urteil. Wer also alte C64- oder DOS-Spiele herunterlädt, deren Entwicklerfirma längst nicht mehr am Markt ist, solle im grünen Bereich sein.

Entkommerzialisierte Software ist keine Abandonware

Bei der Betrachtung der Thematik muss man außerdem noch eine kleine Unterscheidung vornehmen. Denn Abandonware wurde mehr oder weniger willentlich einfach aus den Augen gelassen. Man könnte sagen, dass die anbietende Firma schlicht das Interesse daran verloren hat und sich deshalb auch nicht mehr um mögliche Raubkopien, veränderte Versionen oder wild gestreute Downloads kümmert. Anders sieht es bei entkommerzialisierten Systemen, Programmen und Spielen aus. Diese werden wissentlich und willentlich von den Rechtehalter/innen kostenlos angeboten und / oder das Angebot auf bestimmte Plattformen für Gratis-Software ausgedehnt. Der kostenlose Download ist dann rundum gewollt.

Abandonware-Plattformen und Internet-Archive für Software

Neben der Archivierung von zurückgelassenen Softwaretiteln und Games durch die jeweilige Fangemeinde gibt es auch verschiedene Gruppierungen, Organisationen und Einrichtungen, die sich strukturiert um den Erhalt von Quellcodes und laufenden Programmen kümmern. Wikipedia nennt auf der entsprechenden Unterseite u. a. die folgenden:

  • Internet Archive
  • Library of Congress
  • International Center for the History of Electronic Games (ICHEG)
  • Computer History Museum
  • Museum of Modern Art (MoMA)
  • Keeping Emulation Environments Portable Projekt
  • European Federation of Game Archives, Museums and Preservation Projects (EFGAMP)

Weitere Quelle: Replaying; Beispiel einer Abandonware-Seite für alte Spiele: Internet Arcade


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