Akku laden durch Bewegung – neue Technik steht vor der Haustür

M2E Power USB Ladegerät

“Nie wieder ein leerer Akku!”, das ist sicherlich der Wunsch von vielen Smartphone-Nutzern. Es gibt heutzutage kaum noch jemanden, der nicht mit Handy, Tablet, MP3-Player oder Navigationsgerät ausgestattet ist. Häufig hört man aus dem Grund von dem Problem, dass das Gerät immer dann einen leeren Akku hat, wenn man es gerade mal wieder nutzen möchte. Sicherlich kennen das auch die meisten iPhone-Nutzer hier. Ich habe aus dem Grund mal etwas recherchiert und bin auf interessante Lösungen gestoßen, die dieses Problem in Zukunft eventuell beheben könnten:

Ein Akku, der sich durch Bewegung auflädt

Du kennst das wahrscheinlich noch von den Armbanduhren deiner Eltern oder Großeltern. Eine Armbanduhr, die sich durch die Bewegung des Trägers aufgeladen hat, war der letzte Schrei, denn man musste solch ein Uhr nie wieder aufziehen oder die Batterien wechseln.

M2E Power USB Ladegerät

Das M2E Power USB Ladegerät setzt Bewegungsenergie des Menschen in Strom um, der im Akku gespeichert wird und sich für alles nutzen läßt, was mit einem USB-Anschluss gespeist werden kann (Foto: cnet.com).

M2E Power – Prototyp für ein Bewegungsladegerät

Vor einigen Jahren berichtete das Magazin PC-Welt von einem Akku, der sich durch Bewegung wieder aufladen lässt. In dem Bericht heißt es, dass das Unternehmen M2E Power einen Zusatzakku für mobile Endgeräte vorgestellt hat – hier noch ein Interview mit dem Firmenchef auf cnet.com. Entwickelt wurde diese Technik an der Universität von Boise in Idaho. Der Einsatz dieses besonderen Akkus ist für Handys und GPS-Geräte optimiert. Damit dieser Zusatzakku aufgeladen wird, muss man nur eine Box mit dem Akku in die Hosentasche oder in den Rucksack packen. Nach etwa 6 Stunden Bewegung soll genug Energie vorhanden sein, um ein Handy wieder für 30 – 60 Minuten betriebsbereit zu machen.

Die Funktion erklärt sich folgendermaßen. Im Inneren der Box sind Spulen und Magnete zu finden, die durch Bewegung Strom erzeugen. Dieser Strom wird in einem Lithium-Ionen-Akku gespeichert. Um den Akku zu laden, muss man aber kein Hochleistungssportler sein, sondern es reichen die einfachen und langsamen Bewegungen des Alltags. Leider muss man hier sagen, dass man für 30 Minuten Strom ziemlich lange aktiv muss. Und das größte Problem ist: Nach der Vorstellungdes Prototyps hat man das Produkt nie im Handel gefunden.

Akku-Laden während des Joggens

Studenten des Instituts für Nachhaltigkeit und Energie an der Northwestern Universität haben sich dem Problem des Wirkungsgrades angenommen. Sie entwickelten ein kleines Gerät, das den Namen myPower trägt. Dieses Gerät befestigt man zum Beispiel vor dem Joggen an seinem Hosenbund, und während man etwas für seine Gesundheit tut, lädt man ganz nebenbei einen Akku auf. Durch die Bewegung rotiert ein Magnet mit einer Metallspule und erzeugt Strom, der dann gespeichert wird. Die Effizienz dieses Gerätes scheint deutlich besser zu sein. Laut Aussagen der Entwickler muss man nur 45 Minuten Laufen und 10.000 Schritte gehen, um Strom für 6 Stunden Smartphone-Nutzung zu haben – die Frage ist nur: Strom für WAS? Standby, Surfen, Video schauen oder 3D-Spiele zocken? Oft fehlen bei solchen Aussagen einfach fundierte Werte, mit denen man etwas anfangen könnte, denn alle diese verschiedenen Anwendungen verbrauchen unterschiedlich viel Energie. Eine Aussage wie “10.000 Schritte Gehen und 45 Minuten Joggen bringt ca. 1.500 mAh” wäre da doch deutlich hilfreicher…

MyPower Arbeitsliste

Die MyPower Arbeitsliste: Das muss man tun, damit man Strom für sein iPhone bekommt (Quelle: runwithmypower.com).

Das myPower Gerät wird dann mittels eines USB-Kabels mit dem Smartphone oder einem anderen elektronischen Gerät verbunden. Wer also jeden Tag rund eine Stunde joggt und myPower nutzt, der kann innerhalb eines Jahres die gesamte CO2-Bilanz seines Handys ausgleichen. Wir sprechen hier immerhin von fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid – nach Aussage der WirtschaftsWoche. Mit myPower tut man also nicht nur etwas Gutes für die Umwelt, sondern auch für seine eigene Gesundheit. Sicherlich gibt es diverse Ideen, wie man sein Handy ohne Strom aufladen kann, aber myPower wurde speziell für den Markt der Läufer entwickelt. Noch steckt das Konzept in der Entwicklungsphase, hat aber jetzt schon die Jury des Challenge Cups überzeugt. Wenn myPower eines Tages in Produktion geht, dann kann man es vermutlich für rund 45 Euro erwerben.

Pilo – Ein Schüttelakku in AA-Batterie-Größe

Pilo AA Akku

Der Pilo AA Akku wird durch kurzes Schütteln aufgeladen.

Ein Projekt, das gerade in der Endphase vor dem Verkauf ist, ist der Pilo-Akku, der dort zum Einsatz kommen soll, wo handelsübliche AA-Batterien Verwendung finden. Das Team von Pilo spricht von einem Preis von ca. 10 USD und verspricht, dass man schon mit maximal 3 Sekunden Schütteln die Pilo-Batterie wieder aufgeladen hat. Sie bietet einen Ausgangsspannung von 1,5 Volt, aber nur eine geringe Stromstärke, die leider nicht näher auf der Webseite von Pilo erläutert ist. Dort findet man aber den Hinweis, dass die Pilo-Batterie eher in Geräten zum Einsatz kommt, die nur hin und wieder Strom brauchen und dann keine hohen Stromstärken verlangen. Fernbedienungen, Funkmäuse und -tastaturen sowie Gamepads wären zum Beispiel prädestiniert für die Pilo-Batterie. Mehr Infos dazu findet ihr auf www.pilo.cool. Dort kann man sich auch in den Newsletter eintragen, wenn man den kleinen Akku irgendwann mal kaufen möchte – denn wie alle anderen genannten Gadgets, ist auch dieses kleine Gerät noch nicht im Handel.

Pilo-Akku gegen AA-Batterie

Diese Vorteile bietet der Pilo-Akku gegenüber einer AA-Batterie (Quelle: pilo.cool).

Weitere innovative Ideen – Laden durch Körperwärme

Natürlich gibt es noch jede Menge weitere Ideen, um sein Handy ohne Strom aufzuladen. So hat die britische Telefongesellschaft Vodafone ein System entwickelt, mit dem es möglich ist, den Handyakku durch Körperwärme aufzuladen. Dazu soll eine Nacht im Bett oder Schlafsack vollkommen ausreichen.

Eine 15jährige Kanadierin hatte die Idee einer Taschenlampe, die nur durch Körperwärme betrieben wird. Hier ein Video, indem sie ihre Taschenlampe vorstellt:

Alles in allem interessante Neuerungen für den Akkumarkt, aber leider kann man derzeit nichts davon im Handel erwerben und wird weiterhin mit [Powerbanks->powerbank] und [Akku-Rückschalen->akku-rueckschale] vorlieb nehmen müssen. Vielleicht schafft ein Unternehmen ja auch bald den ganz großen Wurf und stellt eine [Brennstoffzelle für das Smartphone->brennstoffzelle-fuer-smartphones] vor – sicher etwas, das beim aktuellen Strombedarf der XXL-Smartphones reissend Absatz finden würde.

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1 Kommentar

  1. Ben sagt:

    Es ist eine schöne Idee erinnert daran wie man als kleiner Junge eine Batterie in der Hand hält mit dem Walkmann laufen geht und danach in der Werkstatt beobachtet wie Eisenspänne durch einen Magneten fliegt ? Das bei einer Umformung der Spänne auf z.B. eine Mondsichel und ein einfache bewegliche Rechteckiges oder (Kreis-runde-elipsenförmige) Magnet konstruktion die sich um den Zellenaufbau des Energie Speichers (z.B. Kohle und Eisen und Zink ) bewegen kann. Genug Energie liefert um Musik zu hören. aber Nicht so schön sind die seit Jahrzehnten​ andauernd neu aufkommenden Patent und Produktionsrichtlinien. Das lässt sicherlich jeden Jungen/Mädchen einfach nur daran erinnern das Krieg wohl nie enden wird. Aber ich hoffe das dieses Vorhaben kein Einzel Produkt oder one Billion Dollar Problem wird. Es war als Gedanken Ansatz so einfach das es 30% aller Schüler selbstständig in einfachsten Schulformen herausfanden. Aber egal eine Regeneration(regenerativ Break) im Bereich der Bewegung von Automobilen und Flugzeugen ist auch sehr vielversprechend. Besonders bei größeren in elipsen Form gebauten Schiffsschrauben ist die Umformung vorhandener Energie zur Nutzung der Meeresströmungen ein schöner Gedankenanstoß PS. Sähe keine Faulende Bäume, schließlich schmecken grüne Äpfel und die Bewegung ist ein Geschenk der Zeit.
    Lass uns nicht die Luft zum Atmen nehmen sondern uns eine Zukunft gestalten ? PPs. Wir Gedenke der Toten

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