Verurteilt wegen alten Daten auf neuen USB-Sticks

Alte Smartphone-Daten auf neuem Speicherstick

Wenn ihr einen neuen USB-Stick kauft, dann können darauf Datenreste sein, die im Ernstfall illegal sind. Es kann durchaus sein, dass jemand wegen illegalem Material auf seinem USB-Stick, das er selbst gar nicht darauf aufgespielt hat, verurteilt wurde oder wird. Der Grund: USB-Sticks werden oft mit Speicherchips aus ausgedienten Smartphones gebaut. Zwar müssen diese Chips leer sein; jedoch können sich durchaus noch Datenfragmente und ähnliche Reste des vormaligen Speicherverbrauchs darauf befinden. Forensiker können diese digitalen Schnipsel wieder zusammensetzen und so die Daten des Chip-Vorbesitzers dem aktuellen Eigentümer zuschreiben. Was man dagegen tun kann, das habe ich mal für euch zusammengefasst.

Ein neuer USB-Stick kann Datenreste aufweisen, die man löschen bzw. überschreiben kann.

Ein neuer USB-Stick kann Datenreste aufweisen, die man löschen bzw. überschreiben kann.

Keine zweifelhaften oder peinlichen Daten zurücklassen

Hier soll es nicht darum gehen, seine illegalen Bilder, Videos, Texte und andere Daten zu vernichten. Dafür sind die folgenden Tipps nicht gedacht – wer Illegales tut, der muss auch mit den Konsequenzen leben. Ich denke aber, dass einige Nutzer vielleicht private bzw. peinliche Aufnahmen oder etwa private Nachrichten als Fragmente auf dem Speicher des Smartphones zurücklassen könnten. Um also die eigene Privatsphäre zu schützen, solltet ihr vor dem Verkauf, vor der Rückgabe des Smartphones in den Wertstoffkreislauf, etc. euren Speicher nicht nur löschen und das iPhone oder Android-Gerät zurücksetzen, sondern den Speicher mehrfach überschreiben lassen.

Tipps zum Löschen und Überschreiben des Speichers von iPhone und iPad gibt’s hier.

Den gekauften USB-Stick vor der Verwendung komplett löschen

Auch hier habt ihr mehrere Möglichkeiten. Bevor ich zum Thema Apps und Programme für das Überschreiben des Speichers im USB-Stick komme, möchte ich eine händische Methode aufzeigen. Diese besteht im Grunde darin, den Speicher des USB-Sticks restlos zu füllen, wieder zu löschen, nochmals zu füllen (bis aufs letzte Byte und Bit) und dann wieder zu löschen – et cetera. Dadurch werden Datenfragmente überschrieben und die von euch aufgespielten sowie gelöschten Dateien lassen dafür neue, hoffentlich legale Datenreste zurück. Natürlich könnten die Hersteller von USB-Sticks ebenfalls den Speicher der alten Chips aus iPhone und Co überschreiben, aber das wäre ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der zu mehr Kosten führt.

Speicher von USB-Stick oder Festplatte sicher löschen und überschreiben

Hier ein paar Apps für macOS und Windows, die das mehrfache Überschreiben zum sicheren Löschen des Sticks für euch übernehmen:

Mehr Forensik mit Japan als Vorbild

Auf das Thema aufmerksam geworden bin ich durch diesen Artikel vom Deutschlandfunk. Neben den reinen Informationen zum Thema gibt es dort auch Fragen sowie Antworten hinsichtlich illegaler Datenreste auf neuen USB-Sticks. So wird u. a. herausgearbeitet, dass Datenreste nicht wie früher direkt dem aktuellen Eigentümer des USB-Sticks zugeordnet werden sollten. Es brauche umfangreichere forensische Ermittlungen. In Japan zum Beispiel würden Meta-Daten ausgelesen (so dies möglich ist), um nicht nur das Speicherdatum zu ermitteln, sondern auch die Seriennummer des Chips, des Smartphones, in dem er eingebaut war, und damit den vormaligen Nutzer. Von diesem könnten und würden dann auch Clouds sowie weitere Speicher untersucht. Die Zukunft der Kriminologie sozusagen. Ich kann euch die Lektüre des Deutschlandfunk-Artikels nur empfehlen.

Wie löscht ihr alte und neue Speicher?

Wenn ihr ein Smartphone kauft oder verkauft, wenn ihr ein iPhone, iPad bzw. einen USB-Stick dem Wertstoffkreislauf zurückführt oder wenn ihr ein Speichermedium verleiht – wie geht ihr dann vor? Löscht ihr eure privaten Daten einfach über den Mülleimer des Systems? Lasst ihr alle eure Spuren von der Gutmann-Methode schreddern? Lasst gern einen Kommentar zum Thema da 😉

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