macOS Mojave Debakel – der Erfahrungsbericht eines Lesers

Das macOS Mojave Debakel – was alles schief gehen kann…

Während bei mir das Update von High Sierra auf macOS Mojave relativ unspektakulär verlief und mir wenig Probleme bereitet hat, lief es bei anderen Lesern nicht ganz so gut. In dem Beitrag mit den gängigsten macOS Mojave Problemen und passenden Lösungen gibt es schon einige Problemberichte, aber das bei einem einzigen Anwender soviel nicht mehr funktioniert, wie hier bei Karl-Heinz, hat man relativ selten. Da ich Mojave ja ständig lobe und erzähle, wie wenig bei mir beim Update schief lief, bekommt ihr eventuell einen einseitigen Eindruck vom neuen macOS. Um das „gerade zu rücken“, möchte ich – mit Erlaubnis meines Lesers Karl-Heinz – mal seinen „Problembericht“ vorstellen.

Das macOS Mojave Debakel – was alles schief gehen kann…

Das macOS Mojave Debakel – was alles schief gehen kann…

Ich finde den Bericht vor allem deshalb interessant, weil Karl-Heinz die Geräte nennt, die jeweils rumzicken So sind bestimmt hilfreiche Informationen für andere Leser dabei, die die gleichen Modelle nutzen. Solltet ihr mit den Geräten unter Mojave keinen Ärger haben, wäre ein kleiner Kommentar gut, damit die neuen Leser sehen, dass hier eventuell mit einem macOS Update oder einer neuen Treiber-Software die Probleme behoben wurden.

Ein Erfahrungsbericht zu macOS Mojave

Guten Tag Sir,

das neue Mojave 10.14.1 macht immer noch große Probleme. Alle Peripheriegeräte reagieren langsam oder falsch oder gar nicht auf das neue OS auf meinem MacBook Pro 13“ von 2013 – vor allem wenn sie nicht von Apple sind. Das war bei jedem Upgrade der Vorläufer-macOS-Systeme so, aber diesmal ist es besonders nervig und zeitaufwändig.

Der 2. Bildschirm von BENQ hatte schon mit dem Vorgänger-OS (High Sierra) Probleme, lief aber zuletzt stabil – so, wie ich es wollte. Jetzt kann ich keine Dateien mehr auf den 2. Bildschirm verschieben und muss sie auf dem Bildschirm des MacBook „zwischenlagern“, wenn ich sie sortieren oder bearbeiten will. Das ist zwar nicht gravierend, aber lästig. Ebenso lästig ist, dass die justierten Fenster sich nicht so wieder öffnen wie sie waren, bevor ich sie auf das Dock geschickt habe.

Ein Keyboard von General Key läuft – ebenso das originale von Apple. Die originale Magic Mouse läuft ebenfalls.

Das größte Problem sind meine HP-Drucker. In meinem Home Office habe ich einen HP Officejet 6950, der nach langem Leiden läuft. Aber Acrobat Reader Dokumente druckt er nur in einer annehmbaren Zeit, wenn ich sie über die Vorschau-App öffne – sonst zeigt er nur „Drucker suchen“ an und man kann manchmal buchstäblich 1-2 Stunden warten, bis gedruckt wird.

Aus WIN für Mac (xls und doc) und jpeg druckt er sehr zögerlich – wesentlich verzögert gegenüber früher (15-20 Sekunden jetzt gegenüber 5 Sekunden früher). Das gleiche aus dem Kalender oder anderen Mac-Apps.

Mein Bürodrucker HP Officejet 6600 wird zwar gefunden (erscheint in Systemeinstellungen > Drucker > Hinzufügen + als HP 6600), lässt sich aber nicht hinzufügen. Auch mit HP Easy hatte ich den Aufbau vorgenommen. Jetzt kopiert er nicht einmal mehr. Er wird vom System gefunden (wie eben gesagt), man kann ihn mit HP Utility aufrufen und die dort vorgesehenen Analysen vornehmen (Tintenstand etc.). Da heißt meines Erachtens, dass die Vorgaben von Seiten HP erfüllt sind. Gehe ich dann (wie eben beschrieben) in die Systemeinstellungen > Drucker > auf + wird er angezeigt und nach „Hinzufügen“ beginnt er zu arbeiten, um dann schließlich die folgende Meldung anzuzeigen, die nach Mac aussieht (ein Icon aus Drucker mit dem Systemrädchen):

„Die Software kann nicht installiert werden, da sie derzeit auf dem Softwareupdateserver nicht verfügbar ist.“

Liegt das an Apple/Mac? Und was kann man tun? Im App-Store gibt es nur HP Easy Start.

Als weiteres Peripheriegerät habe ich einen Samsung-CD-Player und -brenner, den ich noch nicht benötigt und mit Mojave nicht ausprobiert habe, aus Furcht, es könne ein neues Problem auftreten.

Mein Parallels Desktop 12 läuft noch, jedoch öffnet es langsamer als vorher. Das dahinter liegende Windows XP 32 läuft mit allen Programmen, außer einige XLS-Dateien, aber das war schon vorher so.

Das Aktualisieren der installierten Software/Apps läuft auch nicht reibungslos. Seit der Installation von Mojave habe ich einen Hinweis im App Store, dass Xcode upgedated werden muss, er ist schon einmal bis ca. 3/4 gekommen, bricht dann aber immer wieder ab und man muss von neuem anfangen. Das geht schon seit Wochen so. Wofür Xcode erforderlich ist, weiß ich nicht.

Insgesamt hat man den Eindruck, als wäre Mojave eine schlechte Beta-Version. Das Schlimmste ist, dass man an Apple nicht herantreten kann. Will man Auskünfte oder Anleitungen zur Behebung von Bugs, verlangen sie sehr viel Geld, da natürlich die Garantie für das MacBook abgelaufen ist. Es geht aber um das macOS (Software) und nicht um das MacBook (Hardware). Wenn Apple Schrott-Software veröffentlicht, sollten sie zumindest nicht solch eine Welle machen und sich auch noch für die von ihnen (nicht geleistete) Entwicklungs- und Anpassungsarbeit bezahlen lassen. Dann lieber für das macOS bezahlen und dafür muss es dann funktionieren. Wohlweislich verkaufen sie das macOS nicht, weil sie dann dafür geradestehen müssten…

Was würden Sie vorschlagen? Kann man Mojave wieder „rausschmeißen“? Ich würde es dann später wieder aufbauen, wenn es vollständig debuggt ist. Die so tollen neuen Features machen den Kohl nicht fett.

Meine Antwort

Also wenn ich das so höre bzw. lese, würde ich wirklich sagen: Alles zurück auf das alte System und da erstmal bleiben. Ich glaube, es fehlt noch bei zahlreichen Druckern und Peripheriegeräten der passende Treiber für Mojave.

Ich habe immer relativ neue Geräte hier, darum läuft bei mir alles ohne Probleme, aber wenn ich nicht mehr richtig arbeiten könnte, würde ich lieber wieder das alte System nehmen und in 2-3 Monaten nochmal probieren, ob sich die Sachen dann erledigt haben.

Vielleicht noch eine Anmerkung zu einzelnen Punkten:

  1. Xcode: Eigentlich muss man Xcode extra installieren. Es ist eine Entwicklungsumgebung für Programmierer. Wieso das beim App Store auftaucht, ist mir rätselhaft, wenn es nicht explizit vorher installiert wurde.
  2. Parallels Desktop 12: Das ist natürlich eine ältere Version, die nicht für Mojave optimiert ist. Das hier was schief laufen kann, ist normal. Die aktuelle Version ist Parallels Desktop 14.
  3. HP Drucker: Von Problemen mit HP Druckern und Mojave habe ich in den letzten Wochen schon häufiger gelesen. Ich denke, dass HP hier Treiber nachbessern muss, damit das richtig funktioniert. Mehr als auf der Support-Seite nach neuen Treibern schauen, kann man leider nicht. Hier ist noch eine Liste mit macOS Mojave-kompatiblen HP Druckern, die eigentlich aus dem Stand laufen sollten, wenn man den aktuellen Treiber nutzt.
  4. BenQ-Monitor: Da habe ich leider keine Idee. Normalerweise funktioniert das mit den zwei Monitoren und dem Verschieben von Dateien auf den zwei Desktopflächen ohne Einschränkungen, wenn der Mac beide Monitore erkennt und ein Bild auf beiden Monitoren anzeigt.

Nicht, dass ihr nun denkt, Mojave ist total buggy – das stimmt so auch nicht. Aber neben den vielen Fällen, in denen das Update glatt lief, gibt es eben genauso Extremfälle wie hier, bei denen man danach mit dem Mac kaum noch arbeiten kann.

Bei jedem großen Update: bootbares Backup machen!

Aus dem Grund kann man nicht oft genug betonen, wie wichtig ein 1:1 bootbares Backup der alten System-Festplatte vor der Aktualisierung ist. Time-Machine-Backups sind zwar gut, wenn man einzelne Dateien oder Ordner wiederherstellen möchte, aber ein komplettes System kann man mit Time-Machine nicht zurück sichern.

Kurz und knapp: Carbon Copy Cloner und SuperDuper! im Vergleich. Welche Mac Backup App ist die beste für euch?

Kurz und knapp: Carbon Copy Cloner und SuperDuper! im Vergleich. Welche Mac Backup App ist die beste für euch? Hier findet ihr den Vergleich der beiden Backup-Lösungen.

Für ein solche bootbaren Backups verwendet ihr am besten eine Software wie Carbon Copy Cloner oder SuperDuper!. Beide sind sehr gut geeignet. Einen Vergleich findet ihr hier in diesem Bericht. Dazu verwendet ihr noch eine externe USB 3.0 Festplatte oder eine externe SSD-Festplatte, die im Idealfall der Speichergröße eurer Systemfestplatte entspricht.

So seid ihr bestens bei einem Systemupdate gerüstet, auch wenn mal alles schief geht und danach nicht mal mehr der Mac startet. Von der externen Festplatte läßt sich der Mac dann neu starten und man kann die Daten komplett zurück sichern.

Hilfreich ist auch ein bootbarer USB-Stick mit dem aktuellen macOS. Mit diesem kann man ebenfalls einen Mac booten, der eine defekte Systemfestplatte hat.

Hinweis: Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

5 Comments

  1. Karl Krekeler sagt:

    Natürlich macht Mojave auf älteren Geräten Probleme, darauf wurde auch zuvor mehrfach hingewiesen. Daraus jetzt den Schluss zu ziehen, dass Mojave generell nicht gut läuft, halte ich für hanebüchen. Bei mit läuft Mojave z.B. auf einem 2012er Mac Mini sowie über 2 HP-Drucker/Scanner einwandfrei und ohne jegliche Probleme, das Update verlief fehlerlos.

    • Sir Apfelot sagt:

      Hallo Karl! Ja, das ist richtig. Ich habe auf meinem MacBook und MacBook Pro auch keinerlei Probleme gehabt. Leider ging es nicht allen so… aber zum Glück den meisten! 😀

  2. Michael sagt:

    Hi, ich habe noch einen iMac Mitte 2011, der nicht updatet werden kann. Mich nervte es im Appstore auf einmal Apps zu haben die schon auf Mojawe umgestellt waren und bei mir nicht liefen. Langerhand, weil es icht sehr viel fundierte Anleitungen gab, auf Linux Mint umgestellt hielt die Begeisterung nicht schnell an. Ebenfalls Treiberprobleme mit der im Mac integrierten Perepherie haben mich wieder das High Sierra installieren lassen.
    Danach hab ich nen Versuch gestartet und Mojawe über eine Hintertür mit dem Patcher installiert.
    Es funktionierte zwar alles, auch Drucker und Scanner, Grafiktablett, Kamera, ect.pp. aber das System an sich war für mich enttäuschend. Einen Sinn für das Update hab ich nicht finden können und bin wieder auf High Sierra zurück.
    Manche sagen ja, bei der veralteten Hardware…. o.k. aber dafür das die Hardware erst etwas über 6 Jahre alt ist und unser altes Notebook mit Windows 10 in der neuesten Version und einem alter von 11 Jahren sehr gut funktioniert, macht Apple mit seiner Hard- und Softwarepolitik, gerade in den letzten Jahren eher das Gegenteil wofür es mal bewundert und gekauft wurde.

    Fazit: Ich mach das nicht mehr mit, meine Elektronik macht das was es soll und was ich brauche! Es gibt also überhaupt keinen Grund mir etwas moderneres zu zulegen was denn schlussendlich das gleiche im Ergebnis kann und schlechter und unzuverlässiger läuft als das ohnehin schon bewährte.

    IT und Elektronik ist meinem Dafürhalten in einen Strudel gefangen der das immer höhere, weitere und schnellere verlangt. Die Frage die man sich vielleicht mal stellen müsste, braucht man das? Was kostet mich der Vorteil so ich denn überhaupt noch einen davon habe?

    Vielleicht bekommt man dann auch einen Blick dafür nicht alles neue so penetrant zu feiern und hochzujubeln, umso weniger ist die Enttäuschung wenn nicht das dabei rauskommt was so sehr angepriesen und mit heisser Luft verblasen wird.

  3. Peter Wilhelm sagt:

    Gerne möchte ich auch meine Erfahrungen zum Umstieg auf Mojave mitteilen. Vielleicht profotiert ja jemand davon.

    Ein bootbares Backup gab mir die Beruhigung, mich an Mojave heranzuwagen.

    Ein Mac Pro 5.1 (Mitte 2010) mit 4 TB SSD und 64 GB RAM tut hier seit Ewigkeiten klaglos seinen Dienst.
    Meine Angst war: Wenn ich Mojave nicht installiere, kommt das Ende meines Arbeitsboliden irgendwann auf mich zu, spätestens wenn in 2-3 Jahren dann meine benötigten Programme nicht mehr unter dem nächsten Betriebssystem von Apple laufen.
    Also lieber noch einmal versuchen, mit der betagten Kiste den Anschluss nicht zu verlieren.

    Der „Mojave-Tester“ von der Macwelt behauptete zwar steif und fest, mein MacPro könne Mojave nicht vertragen, aber Apple sagte auf den Supportseiten was anderes.

    Gesagt, gewagt, getan…

    Mojave ließ sich auf dem 8 Jahre alten Kerl absolut problemlos installieren.
    Die Installation ging zügig, nicht ein einziges Mal hat irgendetwas herumgezickt.

    Nach rund einer Stunde war alles installiert und Mojave lief.
    Nachdem NVIDIA bis heute nicht in der Lage ist, einen passenden Mojave-Treiber für seine NVIDIA Radeon GTX 980 zu liefern, habe ich die Grafikkarte gegen die recht preisgünstige 8GB Sapphire Radeon RX 580 Pulse ausgetauscht. Die läuft mit Apples Bordmitteln.

    Ein Samsung 34″ 4K-Display läuft, mein Brother Laserdrucker MFC-9342CDW auch.
    Ich konnte direkt, wie gewohnt, weiterarbeiten, ohne irgendeinen Stress.

    Liebe Grüße
    Peter

  4. Reinhard sagt:

    Wenn jemand einen Computer hat auf dem alles was er sich wünscht zu seiner Zufriedenheit läuft, und auch die Geschwindigkeit für ihn akzeptabel ist, dann sollte er das System so belassen wie es ist.
    Wer meint, er könne aus seinem System mehr herausholen oder eine Verbesserung der Leistung erwartet, sollte sein Betriebssystem updaten. Aber nie ohne vorher eine umfassende Sicherung gemacht zu haben.
    Als jemand der mit dem Rechner sein Geld verdient, setze ich sogar auf stündliche, bootfähige Sicherungen. Egal wie schlimm es kommt, mehr als eine Stunde Arbeitszeit verliere ich nie, auch wenn ich mir im schlimmsten Fall einen neuen Rechner kaufen müsste.

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