Amazon Business Prime – Warum ich Mitglied geworden bin…

Was man als Unternehmer machmal für Rechnungen von Drittanbietern auf Amazon erhält, kann man wirklich nur als buchhalterisches Grauen bezeichnen. Amazon Business hat hier eine Waffe in Form eines Filters im Arsenal.

Die Amazon Business Lösung für Geschäftskunden war mir schon länger bekannt. Allerdings habe ich für mich keinen großen Nutzen dabei gesehen, denn die Vorteile, die ich bisher erfahren habe, sind für mich eher nebensächlich gewesen:

  • Kauf auf Rechnung – Brauche ich nicht, ich zahle gerne sofort per Abbuchung.
  • Anzeige von Netto-Preisen – Ist mir nicht so wichtig, da ich für Preisvergleiche eher mit Brutto-Preisen arbeite.
  • Mengenrabatte – Das wird bei einem Einzelkämpfer wie mir nur selten vorkommen, da ich keine 100 Lightningkabel auf einmal benötige.
  • Beschaffungsanalysen – Auch hier: Als Selbständiger mache ich da keine großen Analysen. Wenn ich einen Kuli brauche, bestelle ich einen… ganz ohne ausgefeilte Excel-Sheets mit hippen Tortendiagrammen.

Unter anderem fehlte mir vor allem die Motivation bei Amazon Business einzusteigen, da mir auch nicht klar war, wie sich die Umstellung meines "normalen" Amazon Kontos auf ein Amazon Business Konto in der Praxis auswirkt. Ich bin da oft Freund von dem Spruch "Never change a running system". 😉

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Für Unternehmer und Selbständige bietet Amazon Business einige Vorteile – welche davon man wirklich nutzt, muss man selbst entscheiden.

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Anschreiben von einem Amazon Mitarbeiter

Vor gut zwei Wochen habe ich überraschend eine Mail von einem Amazon Mitarbeiter erhalten, der mich gefragt hat, ob ich nicht bei Amazon Business teilnehmen möchte. Da die Mail direkt von einem echten Mitarbeiter mit Namen (ja, es gibt nicht nur Roboter!) kam, dachte ich mir, ich schreibe ihm mal, was mich als Unternehmer bei Amazon stört und frage, ob Amazon Business darauf vielleicht eine Antwort weiß.

Was man als Unternehmer machmal für Rechnungen von Drittanbietern auf Amazon erhält, kann man wirklich nur als buchhalterisches Grauen bezeichnen. Amazon Business hat hier eine Waffe in Form eines Filters im Arsenal.

Was man als Unternehmer manchmal für Rechnungen von Drittanbietern auf Amazon erhält, kann man wirklich nur als buchhalterisches Grauen bezeichnen. Amazon Business hat hier eine Waffe in Form eines Filters im Arsenal.

Was mich stört? Nicht vorhandene oder unbrauchbare Rechnungen!

Mein Hauptproblem mit Amazon war bisher, dass ich bei vielen Produkten einfach keine Rechnungen erhalte oder diese – wenn sie nach einer Anforderung eintreffen – in keinster Weise den Steuerberater glücklich machen, weil wichtige Punkte einer korrekten Rechnung schlichtweg fehlen.

Gerade, wenn ich Kleinkram wie Powerbanks, Ladekabel oder Kopfhörer aus Fernost erhalten habe, war mir die Arbeit oft zu groß und ich bin dazu übergegangen, solche Sachen von meinem Privatkonto zu bezahlen, damit ich mir den monatlichen Rechnungshinterherlauf-Marathon spare. Das hat natürlich zur Folge, dass ich die Produkte nicht steuerlich absetzen kann – also eine "erkaufte" Lösung für das Problem.

Diesen Sachverhalt schilderte ich dem Amazon Mitarbeiter. Ich rechnete, ehrlich gesagt, nicht mit einer Lösung, denn wenn Amazon die Chinabuden zwingen könnte, Rechnungen zu liefern, wäre das doch längst im "normalen" Amazon passiert.

Als Business-Kunde lassen sich Artikel wegfiltern, für die man keine Rechnung mit gültiger Rechnung inklusive ausgewiesener Umsatzsteuer erhält – tolles Feature!

Als Business-Kunde lassen sich Artikel wegfiltern, für die man keine Rechnung mit gültiger Rechnung inklusive ausgewiesener Umsatzsteuer erhält – tolles Feature!

Filter "Downloadbare Ust.-Rechnung" – die Lösung!

Aber der Mitarbeiter von Amazon überraschte mich einige Tage später mit einer Mail, in der er mir eine Filter-Option in der Amazon-Suche nahe legte, die nur für Amazon Business Kunden verfügbar ist. Dieser magische Filter heißt: "Downloadbare Ust.-Rechnung". Zu finden ist dieser in der linken Spalte, in der man die Suchergebnisse auch nach Herstellern oder anderen Kriterien filtern kann.

Macht man bei diesem Filter ein Häkchen, werden nur noch Ergebnisse aufgeführt, bei denen man nach der Bestellung im Amazon Kundenkonto eine ordentliche Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer als PDF Download erhält. Diese Option hat mich sofort dazu bewogen, Amazon Business zu testen.

Für größere Unternehmen gibt es auch eine Umsatzsteuer-Richtlinie, die man aktivieren kann. Dadurch können die Mitarbeiter nur Produkte bestellen, für die auch eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer erhältlich ist.

Für größere Unternehmen gibt es auch eine Umsatzsteuer-Richtlinie, die man aktivieren kann. Dadurch können die Mitarbeiter nur Produkte bestellen, für die auch eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer erhältlich ist.

Amazon Business Prime – Jährliche Kosten für Premium-Service

Da ich relativ viel bei Amazon bestelle, werde ich wohl auch Amazon Business Prime dazu buchen. Während das "normale" Amazon Prime mit 69 EUR brutto zu Buche schlägt, muss man bei Amazon Business Prime mindestens 70 EUR netto pro Jahr zahlen. "Mindestens" deshalb, weil es für größere Firmen die Option gibt, mehrere Benutzer anzulegen, die dann Bestellungen auslösen können. Wer mit max. 3 Benutzern hinkommt, zahlt jedoch "nur" die 70 Euro pro Jahr.

Für meinen Seelen- und Buchhaltungsfrieden werde ich die 70 EUR auf mich nehmen. Die Möglichkeit, damit vernünftige, absetzbare Rechnungen für das Finanzamt zu bekommen, dürfte die Kosten wieder wettmachen.

Die jährlichen Kosten für Amazon Business Prime sind abhängig von der Anzahl der Benutzerkonten, die das Unternehmen einrichten möchte. Mehr Infos hier bei Amazon.

Die jährlichen Kosten für Amazon Business Prime sind abhängig von der Anzahl der Benutzerkonten, die das Unternehmen einrichten möchte. Mehr Infos hier bei Amazon.

Original Antwort des Amazon Business Mitarbeiters

Um euch noch den genauen Wortlaut des Kundenberaters zu zeigen, habe ich ihn hier zitiert:

"Da viele Artikel auf Amazon von Martketplace Händlern (Drittanbietern) verkauft werden und diese dann für die Rechnungslegung verantwortlich sind, ist es oft ein sehr großer Aufwand die Rechnungen einzeln bei den Händlern anzufordern.

Vor allem weil viele der Händler im Ausland sitzen und deshalb nicht mal eine Verpflichtung besteht Rechnungen zu erstellen, geschweige denn die Deutsche Umsatzsteuer auszuweisen.

Falls Sie sich den zusätzlichen Aufwand der Rechnungsanforderungen in Zukunft sparen wollen, möchte ich Ihnen kurz den "Downloadbare Ust.-Rechnung" Filter vorstellen.

Diese Filter Einstellung befindet sich bei jeder Artikelsuche auf der linken Bildschirmseite.

Wenn Sie den Filter einstellen, werden Ihnen nur Artikel dargestellt, die entweder von Amazon direkt oder von Händlern angeboten werden, die sich verpflichtet haben Ihnen direkt ordentliche Rechnungen in Ihrem Kundenkonto zu hinterlegen.

In diesem Fall hätten Sie dann bei jeder Bestellung direkt automatisch eine druck oder downloadbare Rechnung zu Ihrer Verfügung."

Man sieht, dass Amazon sich des Problems bewusst ist, aber ich finde es ehrlich gesagt schade, dass es diese Option noch nicht in das normale Amazon für Privatkunden geschafft hat, denn das alleine würde mir schon reichen und ich müsste nicht extra Amazon Business Prime buchen. Aber vielleicht ist das ja der Grund, warum es diese Option im Privatkunden-Amazon "noch nicht" gibt 😉

Was passiert nach der Umstellung des Amazon-Kontos auf Business?

Nachteile durch die Umstellung meines bestehenden Amazon-Kontos auf ein Amazon-Business-Konto konnte ich bisher nicht feststellen. Man muss nur daran denken, dass man auch über die Amazon Business Startseite geht, wenn man etwas bestellen möchte, denn sonst fehlt einem der Filter für die Rechnungen.

Hinweis: Die Umstellung hat nur bei mir keine Auswirkungen gehabt, da ich relativ früh eingestiegen bin. Bitte lies im nächsten Absatz das "Update", damit du siehst, was derzeit mit deinem Konto passiert, wenn du es auf Amazon Business umstellst.

Amazon Prime Video, Amazon Music und Kindle Unlimited fallen weg!

Zwei Leser haben mich gefragt, ob die Services wie Amazon Prime Video und Kindle Unlimited weiter funktionieren, wenn man Amazon Business bucht. Dies ist offensichtlich der Fall: Bei mir hat sich nach der Umstellung meines Kontos auf ein Amazon-Business-Konto nichts bei den anderen Diensten verändert. Man kann Prime Video, Amazon Music und Kindle Unlimited ganz normal weiter nutzen.

Update 12.03.2020: Ich habe eben zwei Kommentare von Leser erhalten, die mit der Amazon-Support-Hotline Rücksprache haben. Nach deren Aussage ist seit März 2020 eine Umstellung des Kontos auf "Amazon Business" geändert worden. Ab sofort fallen die Zusatzdienste, wie Prime Video bei der Umstellung weg und man muss ein zweites (privates) Amazon-Konto eröffnen, über das man dann Amazon Prime mit den Zusatzdiensten nutzt. Das bedeutet Mehrkosten von knapp 70 Euro pro Jahr.

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13 Kommentare

  1. Jochen sagt:

    Hallo,
    guter Artikel.
    Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Amazon Business gemacht. Kauf auf Rechnung ist für eine Behörde oder größeres Unternehmen sehr wichtig. Ich kaufe 5 Artikel bei Amazon bei 5 verschiedenen Händlern. Ich bekomme aber nur eine Rechnung von Amazon. Das beschleunigt die interne Rechnungsverarbeitung extrem. Wir haben im Dezember zu zweit fast 500 Artikel gekauft. Dazu 30 Tage Zahlungsziel und eine sehr gute Übersicht und Dokumentation. Zudem kann ich div. Mitarbeiter für den Einkauf freischalten.
    Für uns ein großer Gewinn.

  2. Carsten sagt:

    Danke für den hilfreichen Artikel, mir geht es genauso. Ich brauche eine "saubere" Rechnung. Mit Amazon Prime hat man ja "Prime Video". Mit Business Prime entfällt das Feature, richtig?

    Oder ich steige doch bei Apple TV mit 5 Euro pro Monat ein …

    • Sir Apfelot sagt:

      Hallo Carsten! Nein, Prime Video habe ich immer noch. Das scheint nicht wegzufallen. Und Apple TV+ ist keine Alternative zu Netflix oder Prime Video. Die haben noch zu wenig Content, sodass man es höchstens als "Zusatz" verstehen kann. 😉

      • Felix sagt:

        Eine Frage noch, und ich hoffe du liest das noch: Entfallen sonst irgendwelche Vorteile des normalen Prime im Vergleich zu Prime Business?

        Wenn Prime Video erhalten bleiben würde, würde ich sofort wechseln zu Prime Business..der Rest wie Prime Music ist ja maximal nice to have aber nicht weltbewegend.

        • Sir Apfelot sagt:

          Hallo Felix! Natürlich lese ich die Kommentare. 😀 Und nein, da entfällt nichts. Ich habe auch Prime Video und Kindle Unlimited und beides ist von der Umstellung auf Amazon Business nicht betroffen und hat klaglos weiter funktioniert. Ich ergänze das nochmal oben im Beitrag.

          • Felix sagt:

            Perfekt danke dir! 🙂 Dann steht einem Wechsel ja nichts mehr im Wege, dann werde ich das heute direkt mal anleiern. Mit Prime Video finde ich hat das Angebot dann nur Vorteile für mich 🙂

          • Sir Apfelot sagt:

            Das ging mir ebenso. Ich ärgere mich, dass ich nicht früher gewechselt bin. 😀

          • Feix sagt:

            Bist du dir denn sicher, dass nur Prime Business ausgereicht hat für Prime Video? Denn bei mir zeigt es an, dass ich parallel zu Prime Business nun auch noch das normale Prime habe. Also nicht dass du dann doppelt zahlst und dadurch quasi als Vorteile noch hast? Bei mir funktioniert Prime Video auf jeden Fall nicht mehr mit Prime Business..

          • Sir Apfelot sagt:

            Auf einer andere Newsseite habe ich gelesen: "Andere Prime-Vorteile, wie Amazon Prime Music (Free) oder Amazon Prime Video sind in dem Paket nicht inbegriffen und können auch nicht optional hinzugebucht werden. Für Privatkunden kostet Amazon Prime mittlerweile 69 Euro im Jahr (vorher 49 Euro im Jahr), zusammen mit allen Vorteilen wie Musik- und Video-Streaming."

            Allerdings kann dies nicht stimmen, denn ich habe Amazon Business UND kann trotzdem weiterhin mein Prime Video nutzen. Ich überlasse es dir, ob du der anderen Webseite oder meinen Erfahrungen mehr traust. 😉

            Und ja, ich denke, ich zahle für Amazon Business einen jährlichen Betrag. Das würde ich aber nicht als "doppelt" bezahlen einstufen, da ich den Betrag ja für Amazon Business und dessen Vorteile zahle.

  3. Stellan sagt:

    Wir haben auch nur ein Amazon Business Konto und "nein" man kann die Dienste wie Video und Musik leider – zumindest fortan – nicht mehr weiter nutzen. Bestätigt wurde dies auch durch eine Amazon Mitarbeiterin, das sie sagte, dass Amazon dies mittlerweile abgeschafft hat (Hier die Amazon Hotline 0800/3638469).

  4. Mike sagt:

    Tja, und leider ist es mittlerweile doch so, dass Prime Video und weiteres rausfällt.
    Ich habe gestern auf Business Prime umgestellt und nun ist Prime Video weg und auch nicht mehr dazu buchbar. Man muss nun, mit einem privaten Konto Amazon Prime buchen um darüber dann Prime Video schauen zu können.
    Leider wird das auf den Amazon-Seiten immer noch anderes kommuniziert. Die endgültige Umstellung dazu erfolgte laut Support Anfang März. Mit denen habe ich eben gute 30 min. gesprochen.
    "Ich" muss halt nun für "mich" entscheiden, ob mir die Faulheit, manuell nach entsprechenden Produkten mit korrekter Rechnung zu suchen, 69 Euro extra wert sind.

    • Sir Apfelot sagt:

      Danke für den Hinweis. Ich ergänze das schnell im Artikel, damit die zukünftigen Leser bescheid wissen.

    • Felix sagt:

      Kann ich leider bestätigen. Wir nutzen Prime Video nun über das Prime Student Abo unseres Sohnes. Sollte dieses aber irgendwann auslaufen und der Normalpreis fällig werden, dann wechseln wir lieber wieder von Prime Business zum normalen Prime zurück. Ich hoffe ja das ist möglich..

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